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Echokammer der Sozialen Medien. Anwendungsgebiete der theoretischen Konzepte von Ludwik Fleck

Title: Echokammer der Sozialen Medien. Anwendungsgebiete der theoretischen Konzepte von Ludwik Fleck

Bachelor Thesis , 2017 , 50 Pages , Grade: 1,6

Autor:in: Niko Körner (Author)

Communications - Technical Communication
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Das Untersuchungsobjekt der Arbeit folgt der aktuellen, kritischen bis pessimistischen Auseinandersetzung mit dem Internet. Sie konzentriert sich vor allem auf die Sozialen Medien und zieht dabei Konzepte und Begriffe von Ludwik Fleck hinzu.

Mit Filterblasen oder Echokammern wird meist die Polarisierung beziehungsweise Isolierung von Menschen in Gruppen von Gleichgesinnten gemeint, welche sich im befürchteten Extremfall nicht mehr miteinander auseinandersetzen. In der empirischen Auseinandersetzung werden personalisierende Filter, wie sie von Google oder Facebook genutzt werden, verantwortlich gemacht. Solche Gruppendynamiken können jedoch derzeit noch nicht vollständig geklärt werden.

Flecks Erkenntnistheorie formuliert eine soziale, weil sprachliche Bedingtheit der Wissensproduktion sowie -kommunikation und damit auch Meinungsbildung. Die Fragestellung lautet: Wie lässt sich die Echokammer-Thematik aus Fleck'scher Sicht beobachten?

Es stellt sich die Frage, welchen Mehrwert Flecks Theorie dabei für die Medienwissenschaften mitbringen kann. Bisher hat es keine spezifisch medienwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fleck gegeben. Die These lautet, dass im Bereich der Alltagssprache die dort dominierende Form der popularisierenden Wissensvermittlung im Zusammenspiel mit der Infrastruktur der Sozialen Medien einen Nährboden bietet für sogenannte Echokammern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Gesellschaftlicher Kontext

2.2. Flecks Erkenntnistheorie

2.2.1. Zur Person und wissenschaftlichen Einordnung

2.2.2. Theorie

2.2.2.1. Erkenntnis und Tatsache

2.2.2.2. Denkstil und Denkkollektiv

2.2.2.3. Intra- und interkollektiver Denkverkehr

2.2.3. Kritik

2.2.4. Transit zu Medienwissenschaften

2.3. Soziale Medien und die Echokammer

2.3.1. Zur Infrastruktur der Sozialen Medien

2.3.2. Facebook und News Feed

2.3.3. Echokammer und Filterblase

2.4. Echokammer und Filterblase aus Fleck’scher Perspektive

2.4.1. Dynamik von populärem Wissen in Facebook

2.4.2. Algorithmischer ‚Denkverkehr‘

2.4.3. Fleck’sche Medientheorie?

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Echokammern und Filterblasen in Sozialen Medien, indem sie diese mit der konstruktivistischen Erkenntnistheorie von Ludwik Fleck analysiert. Ziel ist es, den Mehrwert von Flecks Konzepten des "Denkkollektivs" und des "Denkverkehrs" für die Medienwissenschaften aufzuzeigen, um die Dynamiken der Wissensproduktion und Meinungsbildung in personalisierten digitalen Umgebungen besser zu verstehen.

  • Erkenntnistheoretische Grundlagen nach Ludwik Fleck (Denkstil, Denkkollektiv).
  • Struktur und Funktionsweise von Sozialen Medien, speziell Facebook und dessen News Feed.
  • Analyse von Echokammern und Filterblasen aus konstruktivistischer Sicht.
  • Die Rolle algorithmischer Personalisierung als Faktor im kollektiven Denkprozess.

Auszug aus dem Buch

2.2.2.1. Erkenntnis und Tatsache

Erkennen ist nach Fleck „am stärksten sozialbedingte Tätigkeit des Menschen“, da wir dabei auf (sprachlich vermitteltes) Vorwissen, erlernte Methoden und auf Sprache selbst zurückgreifen, durch die unser Denken strukturiert wird. Der Fokus der Fleck’schen Theorie liegt aufgrund dieser Bedeutung für die Wissensproduktion auf der Sprache. Diese sei nicht von ihrer Entwicklungsgeschichte zu trennen, Begriffe daher historisch und sozial determiniert. Die Rahmenbedingungen für Denken allgemein und für Erkennen im Besonderen sind demzufolge kollektiver Natur, sichtbar auch daran, dass der involvierte Wissensbestand die Kapazitäten eines Individuums übersteigt. Erkennen heißt bei Fleck, unter den gegebenen kollektiven Voraussetzungen „die zwangsläufigen Ergebnisse feststellen“.

Fleck betont aber nachdrücklich, dass diese soziale Bedingtheit des Erkennens keine Unzulänglichkeit bedeutet, da Erkennen ohne Gesellschaft eben gar nicht möglich wäre. In Bezug auf die oben genannten wissenschaftstheoretischen Strömungen formuliert Fleck eine sozial konstruierte Realität, die den Rahmen, den Ursprung und den Vorgang der Wahrnehmung und Erkenntnis bildet. Dass Erkennen kollektiv beeinflusst wird, wird also nicht (pessimistisch) gewertet, es stellt ‚einfach‘ den Normalfall dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im Kontext der aktuellen Medienkritik und begründet die Anwendung von Ludwik Flecks konstruktivistischer Erkenntnistheorie auf Phänomene wie Echokammern.

2. Hauptteil: Der Hauptteil skizziert zunächst den gesellschaftlichen Kontext, arbeitet Flecks Kerntheorien detailliert auf, analysiert die Struktur Sozialer Medien und führt schließlich eine Fleck’sche Analyse der Echokammer- und Filterblasen-Thematik durch.

3. Fazit: Das Fazit reflektiert die Ergebnisse der Arbeit, betont die Herausforderungen bei der Anwendung abstrakter Theorie auf technische Phänomene und formuliert Ausblicke für die weitere Forschung.

Schlüsselwörter

Echokammer, Filterblase, Ludwik Fleck, Denkkollektiv, Denkstil, Denkverkehr, Facebook, Algorithmische Personalisierung, Sozialer Konstruktivismus, Wissensproduktion, Medienwissenschaft, Internet, Medientheorie, Faktizität, Popularisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktionsweise von Echokammern und Filterblasen in Sozialen Medien auf Basis der wissenschaftssoziologischen Theorie von Ludwik Fleck.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die erkenntnistheoretischen Konzepte von Fleck (Denkstil/Denkkollektiv), die Infrastruktur Sozialer Medien (speziell Facebook) und die Dynamik digitaler Wissensproduktion.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu untersuchen, ob und wie Flecks Theorie des Denkverkehrs neue Einblicke in die Entstehung von Echokammern in sozialen Netzwerken bieten kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen theoretisch fundierten, konstruktivistischen Ansatz und führt eine Überprüfung an (teil-)empirischen Phänomenen im Sinne einer soziologischen Medientheorie durch.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Nach einer theoretischen Einführung in Flecks Werk erfolgt eine Analyse von Facebooks Algorithmen als Mechanismen, die kollektive Wissensprozesse und Abgrenzungen verstärken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Echokammer, Filterblase, Denkkollektiv, Denkstil, Denkverkehr, Facebook und Algorithmus.

Wie definiert Fleck das "Denkkollektiv"?

Ein Denkkollektiv ist für Fleck eine soziale Gruppe, die durch einen spezifischen Denkstil und eine gemeinsame Auseinandersetzung mit einem Wissensbestand geprägt ist.

Wie beeinflussen Algorithmen laut dieser Arbeit den Denkverkehr?

Algorithmen fungieren als Verstärker kollektiver Dynamiken, indem sie durch Personalisierung ähnliche Inhalte bevorzugen, was die Bestätigung innerhalb von Denkkollektiven erhöht und den "Denkverkehr" zwischen verschiedenen Kollektiven erschwert.

Ist die soziale Bedingtheit des Erkennens bei Fleck negativ zu bewerten?

Nein, Fleck bewertet dies als Normalfall menschlichen Erkennens, der notwendig ist, da individuelles Erkennen ohne gesellschaftliche Einbettung gar nicht möglich wäre.

Welche Rolle spielt Facebook als Beispiel?

Facebook dient als dominantes Beispiel für eine Infrastruktur, die durch Filtermechanismen die Bildung und Abschließung von Denkkollektiven (Echokammern) begünstigt.

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Details

Title
Echokammer der Sozialen Medien. Anwendungsgebiete der theoretischen Konzepte von Ludwik Fleck
College
University of Paderborn  (Institut für Medienwissenschaften)
Grade
1,6
Author
Niko Körner (Author)
Publication Year
2017
Pages
50
Catalog Number
V377789
ISBN (eBook)
9783668551442
ISBN (Book)
9783668551459
Language
German
Tags
Ludwik Fleck Erkenntnistheorie Denkstil Denkkollektiv Soziale Kommunikation Kommunikation Massenmedien Internet Soziale Medien Echokammer Filter Bubble Algorithmen Personalisierung Facebook
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niko Körner (Author), 2017, Echokammer der Sozialen Medien. Anwendungsgebiete der theoretischen Konzepte von Ludwik Fleck, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377789
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