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Die Semantik des Krieges. Eine linguistische Betrachtung des Afghanistankonflikts

Titel: Die Semantik des Krieges. Eine linguistische Betrachtung des Afghanistankonflikts

Bachelorarbeit , 2015 , 47 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: N. Felicissimus (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

"Natürlich handelt es sich nicht um Krieg. Wir haben noch nicht die richtige Begrifflichkeit dafür."
Eben diese Begriffsproblematik ist charakteristisch für den Afghanistandiskurs von 2001-2014, denn an Worte sind Handlungen und Entscheidungen geknüpft. Dabei ist eine linguistische Betrachtung der verwendeten Beschreibungen für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan aufgrund der Aktualität und Brisanz hochinteressant.

Im Rahmen dieser Arbeit werden sechs Plenardebatten des Bundestages untersucht, um festzustellen welche Schlüsselbegriffe für das Finden der richtigen Begrifflichkeit relevant sind. Zudem soll eine Einteilung in Argumentationsmuster (Topoi) dem Analyseteil eine übersichtliche Struktur verleihen. Es wird stets die Frage gestellt, wie die Politiker mithilfe von Sprache einen möglichen Einsatz rechtfertigen bzw. kritisch betrachten. Die Analyse ist in zwei Zeitabschnitte unterteilt, wobei anfangs der Beginn des Diskurses und zuletzt das sich abzeichnende Ende des Unterfangens untersucht werden.

Ziel ist es, eine enge Verknüpfung von den vorherrschenden Denkmustern und den zugehörigen Schlüsselbegriffen herzustellen. Ähnliche Ansätze finden sich in der Literatur beispielsweise zur Nachrüstungsdiskussion in den frühen 1980er Jahren oder zum Golfkrieg 1991. Es wird nur auf die elementaren politischen und historischen Rahmenbedingungen eingegangen, denn der Fokus soll auf einer semantischen Analyse liegen, welche durch korpuslinguistische Methoden ergänzt wird. Auf diese Weise werden die Bedeutung, die Wirkung und die Macht von Wörtern offengelegt. Sie spielen eine tragende Rolle in dem Legitimationsdiskurs des Afghanistaneinsatzes, denn je nach Begriff werden unterschiedliche Bewertungen und Handlungsappelle auf den Zuhörer übertragen. Diese Strategien ausschnittsweise zu durchleuchten, eröffnet eine neue, sprachliche Perspektive auf einen höchst politischen Diskurs und es ist erstaunlich, wie viele Erkenntnisse in diesem Rahmen möglich sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 POLITOLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN

2.1 Sprachverwendung in der Politik

2.2 Methodik der Politolinguistik

2.2.1 Begrifflichkeit von Begriffen

2.2.2 Schlagwörter

2.2.3 Subkategorien von Schlagwörtern

3 KORPUSLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN

3.1 Die Zusammenstellung des Korpus

3.2 Korpuslinguistische Operatoren

4 ARGUMENTATIONSMUSTER

5 ANALYSETEIL

5.1 Die Legitimationsphase

5.1.1 Der Bündnis-Topos

5.1.2 Der Sicherheits-Topos

5.1.3 Der Humanitäts-Topos

5.2 Die Realitätsphase und der Realitäts-Topos

6 SCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sprachliche Legitimierung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan im Zeitraum von 2001 bis 2014 anhand von Plenardebatten des Deutschen Bundestages. Ziel ist es, durch eine semantische Analyse auf Basis korpuslinguistischer Methoden aufzuzeigen, wie Politiker mithilfe spezifischer Schlüsselbegriffe und Argumentationsmuster (Topoi) den Einsatz rechtfertigen oder kritisch hinterfragen.

  • Politlinguistische Grundlagen der Sprachverwendung in politischen Diskursen
  • Methodik der korpuslinguistischen Analyse von Schlüsselwörtern
  • Strukturierung politischer Debatten durch Argumentationsmuster (Topoi)
  • Analyse der Legitimationsphase (2001) vs. Realitätsphase (2009–2011)
  • Einfluss von Neologismen und Metaphern auf die öffentliche Wahrnehmung des Konflikts

Auszug aus dem Buch

Die Semantik des Krieges

„Willkommen in der Wirklichkeit! Natürlich handelt es sich nicht um Krieg. Wir haben noch nicht die richtige Begrifflichkeit dafür.“

Eben diese Begriffsproblematik ist charakteristisch für den Afghanistandiskurs von 2001-2014, denn an Worte sind Handlungen und Entscheidungen geknüpft. Dabei ist eine linguistische Betrachtung der verwendeten Beschreibungen für den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan aufgrund der Aktualität und Brisanz hochinteressant. Im Rahmen dieser Arbeit werden fünf Plenardebatten des Bundestages untersucht, um festzustellen welche Schlüsselbegriffe für das Finden der richtigen Begrifflichkeit relevant sind. Zudem soll eine Einteilung in Argumentationsmuster (Topoi) dem Analyseteil eine übersichtliche Struktur verleihen. Es wird stets die Frage gestellt, wie die Politiker mithilfe von Sprache einen möglichen Einsatz rechtfertigen bzw. kritisch betrachten. Die Analyse ist in zwei Zeitabschnitte unterteilt, wobei anfangs der Beginn des Diskurses und zuletzt das sich abzeichnende Ende des Unterfangens untersucht werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Begriffsproblematik des Afghanistandiskurses und Erläuterung des methodischen Vorgehens anhand von Plenarprotokollen.

2 POLITOLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN: Theoretische Herleitung der Politolinguistik und Definition relevanter sprachlicher Konzepte wie Schlagwörter und Begrifflichkeiten.

3 KORPUSLINGUISTISCHE GRUNDLAGEN: Vorstellung der korpuslinguistischen Methoden und der Kriterien für die Auswahl des untersuchten Textkorpus.

4 ARGUMENTATIONSMUSTER: Einführung in das Konzept der Topoi als Grundlage für die Argumentationsanalyse im politischen Kontext.

5 ANALYSETEIL: Detaillierte Untersuchung der Legitimations- und Realitätsphase anhand konkreter Topoi und Schlüsselbegriffe.

6 SCHLUSS: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der Wortwahl in politischen Entscheidungsprozessen.

Schlüsselwörter

Politolinguistik, Afghanistankonflikt, Diskursanalyse, Korpuslinguistik, Legitimationsdiskurs, Topos, Schlüsselbegriffe, Politische Sprache, Rhetorik, Kriegsähnliche Zustände, Sprachliche Legitimation, Argumentationsmuster, Neologismen, Ideologievokabular.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Untersuchung, wie der Bundeswehreinsatz in Afghanistan im Deutschen Bundestag über einen Zeitraum von 13 Jahren sprachlich begründet und legitimiert wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Begriffe, die Politiker zur Rechtfertigung des Einsatzes verwendet haben, die Rolle von Bündnissolidarität, Sicherheitsversprechen und humanitären Zielen sowie der Wandel der Begrifflichkeiten im Zeitverlauf.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die enge Verknüpfung von politischen Denkmustern und den dazugehörigen Schlüsselbegriffen aufzuzeigen, um die Macht von Wörtern in Legitimationsdiskursen offenzulegen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt korpuslinguistische Methoden (Kookkurrenz- und KWIC-Analyse) sowie die politikwissenschaftliche Diskursanalyse, insbesondere die Identifikation von Argumentationsmustern (Topoi) nach dem Toulmin-Schema.

Was wird im Analyseteil behandelt?

Der Analyseteil ist in eine Legitimationsphase (2001) und eine Realitätsphase (2009-2011) unterteilt, in denen unterschiedliche Topoi wie der Bündnis-, Sicherheits- und Humanitäts-Topos sowie der Realitäts-Topos untersucht werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind neben „Afghanistan“ vor allem „Terrorismus“, „Bündnisfähigkeit“, „Freiheit“, „Humanität“ und „Kriegsähnliche Zustände“.

Warum ist der Begriff „Bündnisfähigkeit“ so zentral für die Arbeit?

Er fungiert in der frühen Legitimationsphase als Hochwertwort, das Deutschland unter moralischen Handlungsdruck setzte, um an der Seite der USA zu stehen, unabhängig von einer tiefgreifenden inhaltlichen Debatte über den Sinn des Einsatzes.

Welche Funktion hat die „Realitätsphase“ in der Analyse?

Sie dokumentiert den sprachlichen Wandel, der durch die Eskalation und die Kunduz-Affäre ausgelöst wurde, wobei Begriffe wie „kriegsähnliche Zustände“ als linguistische Übergangslösungen dienten, um den umstrittenen Begriff „Krieg“ zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Semantik des Krieges. Eine linguistische Betrachtung des Afghanistankonflikts
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
1,0
Autor
N. Felicissimus (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
47
Katalognummer
V377803
ISBN (eBook)
9783668553972
ISBN (Buch)
9783668553989
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Afghanistan Protokolle Bundestag Linguistik Korpuslinguistik key word concordance Konkordanz Korrelation Sprachwissenschaft Poltik Deiktik Bühler Topos Topoi Denkmuster Argumentationsmuster
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
N. Felicissimus (Autor:in), 2015, Die Semantik des Krieges. Eine linguistische Betrachtung des Afghanistankonflikts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377803
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Leseprobe aus  47  Seiten
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