Es wurde eine erste Idee zum diversitätsbewussten Arbeiten von Rudolf Leiprecht zu einem Konzept entwickelt. Dem oft bemerkten Unterscheidungsmerkmal der Ethnizität setzt er den Ansatz der Diversität entgegen. Er berücksichtigt als Merkmale: Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion, Herkunft, Hautfarbe, soziale Klasse, Schicht, Alter, Generation und/oder geistige und körperliche Behinderung. Soziale Intervention soll helfen, so zur sozialen Gerechtigkeit beizutragen. Weitere Ansätze mit Bewusstsein zur Diversität sind Diversity Management, Diversity Education und Inklusion. Der Fokus liegt auf differenzbedingten Ungleichverhältnissen und die Adressaten werden in der Vielfalt anerkannt und eingebunden. Ebenso macht er deutlich, dass die Soziale Arbeit macht- und gesellschaftskritisch sein muss, unter Umständen auch den Blick auf z.B. kulturelle Differenzen vernachlässigen muss. Neue Formen von Benachteiligung entstehen durch die Komplexität der sozialen Ungleichheitskategorien und anderen Ungleichheiten, die sich zunehmend verdichten können.
Indigene Ansätze in der Sozialen Arbeit? Die Antwort bietet Diversity, betrachtet im Spannungsfeld der Sozialen Arbeit. Wie kann das praktisch aussehen? Personalmanagement - Diversity Management - Soziale Arbeit weltweit? Welche Erwartungen gibt es da? Human - Ressources- Management - Chancengleichheit - Intersektionaler Ansatz - um nur einige Begriffe zu nennen, die Gedanken zu der 2012 stattfindenden Konferenz in Stockholm, die sich besonders der Globalisierung der Sozialen Arbeit widmete, spiegelt. Eine anregende Facharbeit zu diesem Thema, bezugnehmend auf die JointWorld Conference on Social Work and Social Development 2012 in Stockholm. Auswirkungen von Kriegen, Wirtschaft und Naturkatastrophen, Haltungen der Sozialarbeiter werden hierbei deutlich.
Inhaltsverzeichnis
1 Diversitätsbewusste Soziale Arbeit
1.1 Diversity Management
1.2 Diversity Management und Soziale Arbeit
2 „Soziale Arbeit weltweit: Große Erwartungen und gedämpfte Zuversicht.“ - Globalisierung in der Sozialen Arbeit
3 Diversity im Spannungsfeld internationaler Standards
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Umsetzung diversitätsbewusster Ansätze in der Sozialen Arbeit und der zunehmenden globalen Standardisierung durch ökonomisch geprägte Managementkonzepte. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob internationale Standards der Komplexität sozialer Problemlagen gerecht werden oder ob sie zu einer einseitigen Anpassung und Exklusion beitragen.
- Verhältnis von Diversity-Konzepten zur traditionellen Sozialen Arbeit
- Kritische Analyse des "Diversity Management" als betriebswirtschaftlich geprägtes Modell
- Herausforderungen der Globalisierung für die fachliche Identität in der Sozialen Arbeit
- Die Rolle der Sozialen Arbeit als Akteurin in Menschenrechtsfragen und globalen Gerechtigkeitsprozessen
- Bedeutung der interkulturellen Sensibilität und der Reflexion eigener Machtpositionen
Auszug aus dem Buch
1 Diversitätsbewusste Soziale Arbeit
Es wurde eine erste Idee zum diversitätsbewussten Arbeiten von Rudolf Leiprecht zu einem Konzept entwickelt. Dem oft bemerkten Unterscheidungsmerkmal der Ethnizität setzt er den Ansatz der Diversität entgegen. Er berücksichtigt als Merkmale: Geschlecht, sexuelle Orientierung, Religion, Herkunft, Hautfarbe, soziale Klasse, Schicht, Alter, Generation und/oder geistige und körperliche Behinderung.
Soziale Intervention soll helfen, zur sozialen Gerechtigkeit beizutragen. Weitere Ansätze mit Bewusstsein zur Diversität sind Diversity Management, Diversity Education und Inklusion.
Der Fokus liegt auf differenzbedingten Ungleichverhältnissen und die Adressaten werden in der Vielfalt anerkannt und eingebunden. Ebenso macht er deutlich, dass die Soziale Arbeit macht- und gesellschaftskritisch sein muss, unter Umständen auch den Blick auf z.B. kulturelle Differenzen vernachlässigen muss. Neue Formen von Benachteiligung entstehen durch die Komplexität der sozialen Ungleichheitskategorien und anderen Ungleichheiten, die sich zunehmend verdichten können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Diversitätsbewusste Soziale Arbeit: Das Kapitel führt in die Grundlagen diversitätsbewusster Ansätze ein und beleuchtet deren Bedeutung für soziale Gerechtigkeit sowie die notwendige machtkritische Perspektive der Sozialen Arbeit.
1.1 Diversity Management: Hier werden die Ursprünge und Merkmale des Diversity Managements aus der Personalentwicklung erläutert und die Übertragbarkeit auf soziale Handlungsfelder diskutiert.
1.2 Diversity Management und Soziale Arbeit: Dieser Abschnitt analysiert die ambivalente Rolle des Diversity Managements in der Sozialen Arbeit zwischen betriebswirtschaftlichem Nutzen und dem Ziel der Inklusion.
2 „Soziale Arbeit weltweit: Große Erwartungen und gedämpfte Zuversicht.“ - Globalisierung in der Sozialen Arbeit: Das Kapitel reflektiert internationale Fachkonferenzen und diskutiert die Herausforderungen, die Globalisierung und ökonomischer Druck an die professionelle Identität und Praxis der Sozialen Arbeit stellen.
3 Diversity im Spannungsfeld internationaler Standards: Das abschließende Kapitel fasst das Spannungsverhältnis zwischen globalen, oft westlich geprägten Standards und dem Bedarf an lokaler, diversitätssensibler Praxis zusammen.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Diversität, Diversity Management, Globalisierung, soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Inklusion, Intersektionalität, Machtverhältnisse, Migrationshintergrund, interkulturelle Orientierung, beruflicher Habitus, Fachlichkeit, Diskriminierung, Ressourcenorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung diversitätsbewusster Konzepte in der Sozialen Arbeit und deren Auswirkungen im Kontext globaler Standardisierungen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsfeld zwischen Inklusionsbemühungen, betriebswirtschaftlichem Diversity Management und der globalen Rolle der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, inwieweit Diversity-Ansätze als Instrument zur sozialen Gerechtigkeit dienen können, ohne dabei in starre, ökonomisch gesteuerte Normen zu verfallen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine diskursive Analyse, die theoretische Ansätze mit praktischen Erfahrungen aus der Sozialen Arbeit und Erkenntnissen internationaler Konferenzen verbindet.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen von Diversity, die Übertragung von Management-Methoden in soziale Kontexte sowie die globalen Herausforderungen durch ökonomische Zwänge.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Zentrale Begriffe sind Diversität, soziale Gerechtigkeit, Machtkritik, Inklusion und die professionelle Reflexionsfähigkeit der Sozialen Arbeit.
Welche Rolle spielt die interkulturelle Sensibilität laut den Autorinnen?
Sie wird als essenzielle Haltung beschrieben, die es Fachkräften ermöglicht, eigene Vorurteile zu reflektieren und Menschen wertschätzend als Individuen wahrzunehmen.
Wie bewerten die Autorinnen die Einführung standardisierter Diversity-Maßnahmen?
Sie sehen darin eine Gefahr: Wenn Standards unkritisch übernommen werden, könnten alte Hierarchien gestärkt und echte Inklusion durch bloße Anpassung ersetzt werden.
Warum wird das Konzept der „kulturellen Übersetzung“ in der Sozialen Arbeit betont?
Der Begriff beschreibt die notwendige Vermittlungsleistung zwischen verschiedenen Lebenswelten, Kulturen und sozialen Schichten, um soziale Teilhabe zu ermöglichen.
Welche Schlussfolgerung ziehen die Autorinnen hinsichtlich internationaler Standards?
Sie plädieren für ein Abrücken von starren globalen Standardisierungen und fordern stattdessen einen Fokus auf lokale Gegebenheiten und die individuelle Einzigartigkeit der Adressaten.
- Citar trabajo
- Bachelor of Arts Uta Sandhop (Autor), Jenny Gärtke-Braun (Autor), 2017, Diversitätsbewusste Soziale Arbeit im Spannungsfeld internationaler Standards, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377817