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Spott im antiken Griechenland. Was erzeugt Schande?

Titel: Spott im antiken Griechenland. Was erzeugt Schande?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 24 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Alina Willkomm (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Das Ziel dieser Hausarbeit ist es folgende Frage zu beantworten: Was erzeugt Schande? Um diese Fragestellung zu untersuchen wird der Spott in der griechischen Antike untersucht, insbesondere anhand der "Ilias" von Homer. Homer lebte etwa um 600 v.Chr, es handelt sich demnach um die griechische Archaik, auch bekannt als das ,,Dunkle Zeitalter“. In der Archaik ging es den Aristokraten gut und die Unterschicht war der Inbegriff des Schlechten. Dies erkennt man unter anderem durch die von Homer in der "Ilias" dargestellten Personen: Thersites, Achill und Paris. Thersites, dem Demos angehörig wird von Homer besonders abwertend dargestellt. Diese drei Personen stammten aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und sind deshalb für eine umfassende Untersuchung des Spottparadigmas, welches im Fokus dieser Arbeit liegt, unerlässlich.

Abgesehen von konkreten personellen Beispielen aus der "Ilias" werden allgemeine Gründe aufgezählt, die als Untugenden des idealtypischen griechischen Mannes galten und somit zu Schande führten. Im Anschluss der Spottthematik geht es um den Dichter Homer, da seine "Ilias" das Kernstück dieser Arbeit bildet und der gesonderten Interpretation seiner Person und die damit einhergehende Analyse der Person Thersites bedarf. Um Homers Absicht bei der Beschreibung dieser Person untersuchen zu können und damit das griechische Spottparadigma umfassend zu interpretieren, ist eine objektive Quellenkritik durch Hinzunahme geeigneter Sekundärliteratur notwendig. Im Fokus stehen hier Schmidt, ein Philologe, der sich intensiv mit Thersites beschäftigte und Petermandl, ein Sporthistoriker, der sich mit der Kombination aus Sport und Spott auseinandersetzte. Die Spott-Thematik wird in der Forschung bereits seit Jahren untersucht, wodurch sich auch die vorwiegend ältere Literatur erklären lässt. Die "Ilias" von Homer existiert schon viele Jahrhunderte und mit ihr die Person des Thersites, dem Sinnbild einer verspotteten Person. Viele Forscher haben sich im Laufe der Jahre der Interpretation dieser Figur diskursiv angenommen und die Merkmale der Schande herausgestellt, die sich bis heute nicht geändert und ihre Gültigkeit behalten haben. Diverse Gründe der Erzeugung von Schande werden mit dem Personenbeispiel des Thersites verknüpft, da seine Darstellung, bezogen auf Spott, äußerst ergiebig ist. Achill und Paris erhalten in gesonderten Kapiteln ihre Rechtfertigung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Spott im antiken Griechenland – Was erzeugt Schande?

2.1 Optische Abweichung von der Norm – Die Hässlichkeit des Thersites

2.2 Auflehnung gegen die Herrschenden – Die Schmachrede des Thersites

2.3 Unfähigkeit sich angemessen auszudrücken – Odysseus‘ Reaktion auf die Schmachrede des Thersites

2.4 Auflehnung gegen die Herrschenden – Die Demütigung des Achill

2.5 Mangelnde Tüchtigkeit im Krieg – Paris

2.6 Das Auslachen als Demütigung

2.7 Die Schadenfreude über Missgeschicke

2.8 Körperliche Mängel

2.9 Charakterfehler

3. Die homerische Gesellschaft: Die Figur des Thersites und ihre Bedeutung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Beantwortung der Forschungsfrage, welche Faktoren in der griechischen Antike, insbesondere in der Ilias von Homer, Schande erzeugen und somit zu Verspottung führen. Dabei wird untersucht, wie soziale Normen, körperliche Erscheinungen und individuelles Verhalten als Auslöser für Spott fungieren und welche soziologischen Funktionen dieser in der damaligen Gesellschaft einnahm.

  • Analyse des Spottparadigmas anhand der Ilias-Figuren Thersites, Achill und Paris.
  • Untersuchung von Untugenden wie körperlicher Abnormität, Unbildung und Charakterfehlern.
  • Bedeutung der sozialen Ordnung und des Herrschaftssystems für die Verspottung.
  • Die Figur des Thersites als Zerrbild und politisches Symbol.
  • Vergleich der antiken Spott-Kultur mit heutigen gesellschaftlichen Normen.

Auszug aus dem Buch

2.2 Auflehnung gegen die Herrschenden – Die Schmachrede des Thersites

Es widersprach gänzlich der antiken griechischen Gesellschaftsnorm, wenn sich jemand von gesellschaftlich niedrigerem Rang anmaßte, sich gegen die Herrscher auszusprechen. Vor allem, wenn dies in einem Umfeld geschah, wo ein Höhergestellter zugegen war, der sich diesem Herrschenden zugehörig fühlte. Das beste Beispiel, um eine solche Auflehnung zu beschreiben und die Konsequenzen zu betrachten ist die Schmachrede des Thersites aus der Ilias:

,,Aber mit lautem Ruf beschimpfte er da Agamemnon: »Atreussohn, was fehlt dir denn wieder, und wessen bedarfst du? Dir sind die Zelte voll mit Erz, und Frauen in Menge Sind bei dir im Zelt, erlesene, die wir Achäer Dir als dem ersten geben, sooft eine Stadt wir erobern. Oder brauchst du noch Gold, das der rossezähmende Troer Einer als Lösegeld für den Sohn aus Ilion bringe, Welchen ich selbst oder sonst ein Achäer gebunden gebracht? Oder ein neues Weib, dem du dich in Liebe vereinigst, Die du gesondert für dich behältst? Es ist doch nicht richtig, Daß der Achäer Söhne als Führer du bringst ins Verderben. Weichlinge, feiges Pack, ihr Weiber, nicht Männer Achaias, Laßt uns nach Hause ziehn mit den Schiffen und diesen in Troja Hier die Ehrengeschenke verdauen, damit er gewahre, Ob nicht auch wir oder ob wir ihm nicht zu helfen vermögen. Hat er doch auch den Achill, einen Mann, der weit besser als er ist, Jetzt entehrt und behält das Geschenk, das er selber ihm wegnahm. Doch auch Achill hat keine Galle im Leib, er ist träge, Sonst hättest du, Atride, zum letztenmal heute gefrevelt.«“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Fragestellung nach den Ursachen von Schande im Kontext der griechischen Archaik und der Ilias von Homer.

2. Spott im antiken Griechenland – Was erzeugt Schande?: Dieses Kapitel analysiert systematisch verschiedene Auslöser für Spott, von körperlichen Merkmalen bis hin zu politischem Fehlverhalten.

2.1 Optische Abweichung von der Norm – Die Hässlichkeit des Thersites: Der Fokus liegt auf der Hässlichkeit als zentrales Merkmal der Verspottung, illustriert durch die Figur des Thersites.

2.2 Auflehnung gegen die Herrschenden – Die Schmachrede des Thersites: Dieses Kapitel thematisiert den Verstoß gegen die soziale Ordnung durch kritische Äußerungen gegenüber dem Herrscher Agamemnon.

2.3 Unfähigkeit sich angemessen auszudrücken – Odysseus‘ Reaktion auf die Schmachrede des Thersites: Die Analyse konzentriert sich auf den Zusammenhang von literarischer Unbildung und mangelnder Eignung zur sozialen Partizipation.

2.4 Auflehnung gegen die Herrschenden – Die Demütigung des Achill: Hier wird aufgezeigt, dass auch Angehörige der Oberschicht und Aristokraten Opfer von Schmach und Demütigung werden konnten.

2.5 Mangelnde Tüchtigkeit im Krieg – Paris: Am Beispiel des Paris wird verdeutlicht, dass mangelnde kriegerische Tugenden und Feigheit bei Aristokraten ebenfalls Verspottung nach sich zogen.

2.6 Das Auslachen als Demütigung: Das Kapitel erläutert die Funktion des Lachens als Mittel der Demütigung und sozialen Abgrenzung.

2.7 Die Schadenfreude über Missgeschicke: Hier wird der Zusammenhang zwischen sportlichem Versagen und der Schadenfreude innerhalb der griechischen Gemeinschaft untersucht.

2.8 Körperliche Mängel: Dieses Kapitel behandelt die gesellschaftliche Ausgrenzung von Personen mit physischen Beeinträchtigungen im sportlichen und sozialen Kontext.

2.9 Charakterfehler: Abschließend werden Untugenden wie Geiz, Neid und Habsucht als Gründe für soziale Stigmatisierung und Verspottung analysiert.

3. Die homerische Gesellschaft: Die Figur des Thersites und ihre Bedeutung: Eine vertiefende Analyse der Person Thersites und seiner Rolle als politisches Symbol innerhalb der homerischen Dichtung.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über das Spottparadigma zusammen und reflektiert die subtile Gesellschaftskritik des Autors sowie die heutige Relevanz des Themas.

Schlüsselwörter

Spott, Schande, Homer, Ilias, Thersites, antikes Griechenland, soziale Ordnung, Demütigung, Archaik, Aristokratie, Tugenden, Untugenden, Körperlichkeit, gesellschaftliche Normen, Klassenkonflikt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen des Spotts im antiken Griechenland, insbesondere in der Ilias von Homer, und analysiert, welche Verhaltensweisen oder Eigenschaften als schändlich wahrgenommen wurden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen soziale Normen, die Rolle des Herrschers, körperliche Ästhetik, kriegerische Tüchtigkeit sowie Charakterfehler wie Geiz oder Neid.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Was erzeugt Schande?“ Ziel ist es, das Spottparadigma der griechischen Archaik zu durchdringen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und quellenkritische Analyse der Ilias unter Hinzunahme von fachspezifischer Sekundärliteratur zur Interpretation der Charaktere und gesellschaftlichen Strukturen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Personengruppen und Situationen der Ilias, um die Bandbreite des Spottparadigmas von der körperlichen Abweichung bis zum sozialen Aufruhr darzustellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Spott, Schande, Ilias, Thersites, soziale Ordnung und Aristokratie.

Warum ist die Figur des Thersites so bedeutend für die Argumentation?

Thersites dient als „Zerrbild“ des griechischen Mannes. Da er sowohl körperlich als auch sozial „außerhalb der Norm“ steht, eignet er sich ideal als Projektionsfläche für Homers subtile Gesellschaftskritik.

Wie unterscheidet sich die antike Wahrnehmung von Spott von der heutigen?

Während in der Archaik Spott und Demütigung – etwa durch Auslachen – gesellschaftlich weit verbreitet und oft mitleidslos waren, ist heute ein offenes Auslachen von Missbildungen oder Schwächen sozial verpönt.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Spott im antiken Griechenland. Was erzeugt Schande?
Hochschule
Universität zu Köln
Note
3,0
Autor
Alina Willkomm (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
24
Katalognummer
V377866
ISBN (eBook)
9783668551381
ISBN (Buch)
9783668551398
Sprache
Deutsch
Schlagworte
spott griechenland schande
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alina Willkomm (Autor:in), 2017, Spott im antiken Griechenland. Was erzeugt Schande?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377866
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Leseprobe aus  24  Seiten
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