Dem Aufschlag kommt im Tennissport eine immense Bedeutung zu. Dem stimmen nicht nur Tennisprofis, sondern sicher auch ambitionierte Clubspieler* und sogar Hobbyspieler zu. Denn ohne Aufschlag kann ein Spiel nicht beginnen. Doch der Aufschlag ist mehr als nur die Eröffnung des Ballwechsels. Mit einem platzierten und druckvollen Aufschlag kann direkt gepunktet oder zumindest der Gegner unter Druck gesetzt werden. Je schneller der Aufschlag gespielt wird, desto größer ist also die Bedrängnis für den Rückschläger, da ihm weniger Zeit zum Reagieren bleibt. Aus den Medien sind Aussagen von Weltklassespielern wie „Heute konnte ich mich auf meinen Aufschlag verlassen“ immer wieder zu entnehmen. Auch schon bei jugendlichen Tennisspielern kommt der Aufschlaggeschwindigkeit eine große Bedeutung zu. Um im Wettkampfbereich mithalten zu können, um an die nationale oder gar internationale Spitze heranreichen zu können, ist eine gewisse Aufschlaggeschwindigkeit notwendig. Deshalb ist es für diese Spieler und deren Trainer interessant durch bestimmte Trainingsmethoden die Aufschlaggeschwindigkeit kontinuierlich zu verbessern. Die Bewegung des Aufschlages ist durch eine kinematische Kette von sehr schnell ablaufenden Bewegungen geprägt. Um diese Bewegungen schnellstmöglich durchzuführen ist ein gesunder Muskelapparat erforderlich. Ziel des vorliegenden Projektes ist es herauszufinden, inwiefern ein spezifisches Schnellkrafttraining dieser Muskeln bei leistungsorientierten jugendlichen Tennisspielern einen Einfluss auf die Aufschlaggeschwindigkeit hat.
Einem Überblick über die Bedeutung der Aufschlaggeschwindigkeit als leistungslimitierenden Faktor folgen eine kurze Beschreibung der Ziele und Effekte von Schnellkrafttraining, speziell im Hinblick auf die am Aufschlag beteiligte Muskulatur, sowie die Vorstellung der im Rahmen dieses Projektes angewandten Methoden und deren Umsetzung. Es werden die einzelnen Schnellkraft-Übungen sowie die Art und Weise der Datenerhebung am Ende des dritten Kapitels näher erläutert. Im vierten Abschnitt werden die gewonnenen Ergebnisse dargestellt. Diese Ergebnisse gilt es anschließend zu diskutieren, bevor eine kritische Reflektion und ein Blick auf mögliche Anschlussuntersuchungen das Schlusskapitel dieser Arbeit bilden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Forschungsstand
2.1 Die Bedeutung des Aufschlags
2.2 Schnellkrafttraining
3. Methodik
3.1 Die Probanden
3.2 Messung & Ablauf der Studie
3.3 Intervention – Das Schnellkrafttraining
4. Ergebnisse
4.1 Quantität der Teilnahme
4.2 Vergleich Pre- und Posttest
4.3 Zusammenhang zwischen Trainingshäufigkeit und Veränderung der Aufschlaggeschwindigkeit
5. Diskussion der Ergebnisse
5.1 Der Einfluss von Ausreißern auf die ermittelten Werte
5.2 Konstanz der Aufschläge
5.3 Weitere Einflussfaktoren
6. Reflektion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern ein spezifisches Schnellkrafttraining der Oberkörpermuskulatur die Geschwindigkeit des Aufschlags bei leistungsorientierten jugendlichen Tennisspielern verbessern kann. Dabei wird analysiert, ob eine Korrelation zwischen der Trainingsbeteiligung und dem Anstieg der Aufschlaggeschwindigkeit besteht.
- Bedeutung des Aufschlags im modernen Tennissport
- Physiologische Grundlagen des Schnellkrafttrainings
- Methodik der Leistungsdiagnostik im Tennis
- Analyse von Interventionsprogrammen zur Schlagkraftsteigerung
- Einflussfaktoren auf die Konstanz der Aufschlagleistung
Auszug aus dem Buch
3.3 Intervention – Das Schnellkrafttraining
Das Schnellkrafttraining zielt auf die Muskulatur im Schulter- und Armbereich ab, die für die schnelle Durchführung des Aufschlages verantwortlich ist. Für den Aufschlag sind dies im Bereich des Oberkörpers vor allem die Pronatoren des Unterarms (M. pronator teres und M. pronator quadratus), der Trizeps (M. triceps brachii), der große Brustmuskel (M. pectoralis major) sowie der Unterschulterblattmuskel (M. subscapularis) (vgl. Boeckh-Behrens, S. 6). Das Training wurde jeweils montags und mittwochs durchgeführt und wurde unmittelbar nach einem fünfminütigem Aufwärmprogramm begonnen. Es war Bestandteil und Beginn des zweistündigen Trainings, das die Spieler an diesen Tagen jeweils absolviert haben. Nach zwei Wochen waren die Spieler in der Lage das Schnellkrafttraining in Form eines Zirkeltrainings selbstständig durchzuführen. Lediglich die Serienpausen mussten überwacht werden, da die Spieler die dafür vorgesehene Zeit gerne abkürzten. In der Regel war jede Einheit nach etwa 20 Minuten beendet. Folgende Übungen waren Bestandteil des Interventionsprogramms:
Übung 1: Wurfduell
Hier sind, bis auf die Unterarm-Pronatoren, alle oben genannten Muskeln angesprochen. Zwei oder mehr Spieler knien nebeneinander in etwa zehn Meter Entfernung vom Netz und haben sieben Tennisbälle in Reichweite. Auf Kommando werden die Bälle mit einem Schlagwurf so schnell es geht über das Netz geworfen. Die Bewegung wird, da kein Gewicht in Form des Tennisschlägers in der Hand liegt, mit erleichtertem Widerstand durchgeführt. Diese Übung wird als Wettkampfform durchgeführt, so sind die Spieler motiviert, möglichst als Erstes alle Bälle weggeworfen zu haben und die Wurfbewegungen so schnell es geht auszuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die hohe Relevanz des Aufschlags im Tennissport und definiert das Forschungsziel, den Einfluss von spezifischem Schnellkrafttraining auf jugendliche Leistungssportler zu untersuchen.
2. Forschungsstand: Hier werden theoretische Grundlagen zum Aufschlag als leistungslimitierendem Faktor sowie die sportwissenschaftlichen Prinzipien des Schnellkrafttrainings dargestellt.
3. Methodik: Dieses Kapitel beschreibt die Charakteristika der zehn Probanden, den Versuchsaufbau der Geschwindigkeitsmessung mit dem SpeedChek-Radargerät und die Details des siebenwöchigen Interventionsprogramms.
4. Ergebnisse: Die erhobenen Daten zur Teilnahmehäufigkeit und die Gegenüberstellung der Pre- und Posttest-Werte werden hier statistisch ausgewertet und im Hinblick auf den Zusammenhang mit der Trainingsfrequenz analysiert.
5. Diskussion der Ergebnisse: Dieses Kapitel interpretiert die Leistungssteigerungen kritisch unter Berücksichtigung von individuellen Ausreißern, der Konstanz der Aufschläge und externen Einflussfaktoren wie äußeren Witterungsbedingungen.
6. Reflektion: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Ergebnisse, einer kritischen Würdigung des Projektdesigns und Empfehlungen für zukünftige Folgestudien ab.
Schlüsselwörter
Tennis, Aufschlaggeschwindigkeit, Schnellkrafttraining, Jugendtraining, Sportwissenschaft, Leistungsdiagnostik, Interventionsstudie, Trainingshäufigkeit, Oberkörpermuskulatur, Athletik, Schlagkraft, Biomechanik, Trainingslehre, Tennisakademie, Trainingskonstanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Einfluss eines siebenwöchigen, spezifischen Schnellkrafttrainings der Oberkörpermuskulatur auf die Aufschlaggeschwindigkeit bei jugendlichen Tennisspielern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die biomechanische Bedeutung des Aufschlags, die Prinzipien der Schnellkraft sowie die praktische Umsetzung von Trainingsübungen im leistungsorientierten Jugendtennis.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, inwieweit gezieltes Schnellkrafttraining bei leistungsorientierten jugendlichen Tennisspielern zu einer messbaren Steigerung der Aufschlaggeschwindigkeit führt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine sportwissenschaftliche Interventionsstudie mit einem Prä-Post-Test-Design, bei der die Aufschlaggeschwindigkeit mit einem Sport-Radargerät (SpeedChek) erfasst wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der Methodik und der vier Trainingsübungen (Wurfduell, Boxen, Abklatschen, Aufschlagknaller) sowie die Auswertung der gewonnenen Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Tennis, Aufschlaggeschwindigkeit, Schnellkrafttraining, Jugendtraining und Leistungsdiagnostik charakterisiert.
Wie wurde die Aufschlaggeschwindigkeit gemessen?
Die Messung erfolgte durch das Sport-Radargerät „SpeedChek“, das hinter dem Netz positioniert wurde, um die Frequenzänderung der reflektierten Signale bei ankommenden Bällen zu erfassen.
Welche Rolle spielt die Trainingsbeteiligung für die Ergebnisse?
Die Studie deutet auf einen positiven Zusammenhang zwischen der quantitativen Teilnahme am Interventionsprogramm und der Steigerung der Aufschlaggeschwindigkeit hin.
Warum wird der Zeitpunkt der Testung als Einflussfaktor genannt?
Da der Prätest zu Saisonbeginn im Mai stattfand, spielten äußere Bedingungen und die fehlende Gewöhnung an das Spiel im Freien nach der Wintersaison eine Rolle bei der Konstanz der Aufschläge.
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- Falko Schwetz (Autor), 2017, Der Einfluss von Schnellkrafttraining mit jugendlichen Tennisspielern auf die Geschwindigkeit des Aufschlages, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377872