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Inklusion und Exklusion von Ärzten im dritten Reich. Die Leistungen des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB)

Title: Inklusion und Exklusion von Ärzten im dritten Reich. Die Leistungen des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB)

Term Paper , 2016 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christian Dresmann (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Wer als Arzt im dritten Reich arbeiten wollte, der musste sich der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei, kurz NSDAP, anschließen. Organisiert in dem ihr eng verbundenen Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund (NSDÄB) ordneten sich Ärzte dem Nationalsozialistischen Gedankengut unter. Wer nicht Mitglied war, konnte nur schwer oder gar nicht als Arzt arbeiten. So stellte der NSDÄB im Sinne der von Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann aufgestellten Systemtheorie eine enorme Inklusions- und Exklusionsleistung dar.

Niklas Luhmann formuliert genauer, dass mit zunehmender Gleichheit auch die Ungleichheit gestiegen sei. Weiter spricht Luhmann von nicht immer gleich starker Abhängigkeit der Teilsysteme und unterschiedlich starken Formen von Inklusion und Exklusion. Diese Abhängigkeit der Teilsysteme ist hier ebenfalls gegeben, da sich der NSDÄB vom ideellen Gedankengut der NSDAP abhängig machte. Die Arbeit widmet sich zunächst den begriffen Inklusion und Eklusion sowie der Erläuterung von operativ geschlossenen Systemen, um dann am konkreten Beispiel des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes dessen Inklusions- und Exklusionsleistungen herauszuarbeiten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Niklas Luhmann Systemtheorie

a. Inklusion/Exklusion

b. Operativ geschlossene Systeme

3) Der Nationalsozialismus

a. Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund (NSDÄB)

4) Inklusionsleistung/ Exklusionsleistung des NSDÄB

5) Fazit

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Inklusions- und Exklusionsmechanismen des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB) während der Zeit des Nationalsozialismus zu analysieren und kritisch anhand der systemtheoretischen Konzepte von Niklas Luhmann zu untersuchen.

  • Anwendung der systemtheoretischen Begriffe Inklusion, Exklusion und operativ geschlossene Systeme auf historische Prozesse.
  • Strukturelle Analyse des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB) als Instrument politischer Steuerung.
  • Untersuchung der Maßnahmen zur Gleichschaltung der Ärzteschaft und des Ausschlusses von „nicht arischen“ oder marxistischen Akteuren.
  • Evaluation der Nachwuchsförderung und Ideologisierung durch die „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“.
  • Reflektion über die Machtausübung durch den Entzug der beruflichen Existenzgrundlage.

Auszug aus dem Buch

3 a) Nationalsozialistischer Deutscher Ärztebund (NSDÄB)

Der Nationalsozialistische Ärztebund – kurz NSDÄB – war die dominierende Ärzteorganisation im Dritten Reich. Ausdrücklich beziehen sich die weiteren Ausführungen nur auf die NSDÄB in Deutschland. Die gleichnamige Gruppierung Österreichs wird außen vor gelassen.

Gegründet wurde der NSDÄB 1929 auf Bestreben der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Viele Ärzte waren zu dieser Zeit unpolitisch und sahen sich ihrem Hippokratischen Eid und dem Gebot der Menschlichkeit verpflichtet. Daher sollte der NSDÄB auf Wunsch der NSDAP-Führung dafür sorgen, dass die Ärzte politisiert werden. Oder anders gesagt: Die Ärzteschaft sollte ideologisiert und zu einer der NSDAP nützlichen Gruppe umfunktioniert werden. (vgl. Zapp, 1979, 5) Letzteres sollte vor allem dadurch geschehen, dass die Ärzte ihr Handeln und Tun nach den nationalsozialistischen Grundsätzen ausrichteten. Offiziell hieß es hingegen später, der NSDÄB sei für die Belange der Volksgesundheit ins Leben gerufen worden (vgl. Zapp, 1979, 9).

Als die Gründungsväter der NSDÄB um Sanitätsrat Dr. Leibl und Allgemeinpraktiker Dr. Wagner auf ihre Berufskollegen zugingen, ging es vielen Ärzten vor allem aus finanzieller Sicht nicht gut. Nach dem Ende des ersten Weltkrieges herrschte ein großer Wettbewerb zwischen den Ärzten. Dieser resultierte aus einem marktwirtschaftlichen Überschuss an Medizinern, da viele Ärzte aus dem Militäreinsatz zurückkehrten.

Der Hartmannbund, die zu dieser Zeit vorzufindende ärztliche Interessensvertretung, übernahm eher die Rolle einer kassenärztlichen Vereinigung. Wobei gerade eben viele Ärzte Probleme mit den Krankenkassen hatten oder gar nicht kassenärztlich arbeiten durften. Daher fühlten sich viele Ärzte unterm Strich nicht richtig vom Hartmannbund vertreten.

Auf dem Reichsparteitag 1929 der NSDAP in Nürnberg, fand schließlich die Gründung des Ärztebundes analog zum Lehrerbund statt. 50 Ärzte traten sofort bei. Unter den Gründungsmitgliedern fanden sich bereits alle Ärzteschichten (praktische Ärzte, Fachärzte und Hochschullehrer). Nach der Gründung wurde der NSDÄB als eigenständiger Verein ins Vereinsregister aufgenommen. Trotzdem sah man sich als Teil der Kampfesorganisation der NSDAP. (vgl. Zapp, 1979, 19) Viele Gründungsmitglieder waren auch Mitglied der SA, dessen Ideologismus den NSDÄB nachhaltig prägte. (vgl. Zapp, 1979, 13)

Zusammenfassung der Kapitel

1) Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung nach der Inklusions- und Exklusionsleistung des NSDÄB im Kontext der systemtheoretischen Forschung von Niklas Luhmann vor.

2) Niklas Luhmann Systemtheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Inklusion, Exklusion und operativ geschlossener Systeme erläutert, die als Analyserahmen für die Arbeit dienen.

3) Der Nationalsozialismus: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Kontext des Nationalsozialismus und führt den NSDÄB als Organisation ein, die zur Politisierung der Ärzteschaft diente.

4) Inklusionsleistung/ Exklusionsleistung des NSDÄB: In diesem Teil wird die praktische Umsetzung der Inklusion und Exklusion durch den Ärztebund im Detail analysiert, insbesondere hinsichtlich des Ausschlusses jüdischer Ärzte und der Nachwuchsförderung.

5) Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass der NSDÄB eine maximale Inklusions- und Exklusionsleistung vollbrachte, die weit über kommunikative Aspekte hinausging.

Schlüsselwörter

Inklusion, Exklusion, NSDÄB, Systemtheorie, Niklas Luhmann, Nationalsozialismus, Ärzte, Ideologisierung, Macht, Gleichschaltung, Medizinstudenten, Rassenkunde, Berufsverbot, Reichsfachgruppen Medizin, NSDAP

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Machtstrukturen und die Steuerung der Ärzteschaft im Dritten Reich durch den Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebund (NSDÄB) unter Anwendung soziologischer Systemtheorie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie nach Niklas Luhmann, die Geschichte des Nationalsozialismus im Gesundheitswesen sowie die Mechanismen der beruflichen Integration und Ausgrenzung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: „Welche Inklusions- und Exklusionsleistung hat der Nationalsozialistische Deutsche Ärztebund (NSDÄB) in der Zeit des dritten Reiches geleistet?“

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die systemtheoretische Perspektive von Niklas Luhmann, um historische Akten und Zusammenhänge bezüglich der Funktionsweise des NSDÄB zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Definition der Systemtheorie und deren Anwendung auf die konkreten Maßnahmen des NSDÄB, wie etwa die Gleichschaltung anderer Ärztevereinigungen und die Beeinflussung des Medizinstudiums.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch die Begriffe Inklusion, Exklusion, NSDÄB, Ideologisierung und systemische Geschlossenheit charakterisiert.

Warum war die Mitgliedschaft im NSDÄB für Mediziner existenziell?

Ohne die Mitgliedschaft im NSDÄB und der NSDAP war es für Ärzte faktisch unmöglich, ihren Beruf auszuüben oder eine kassenärztliche Zulassung zu erhalten.

Welche Rolle spielte die „Führerschule der Deutschen Ärzteschaft“?

Die Schule diente der ideologischen Ausbildung und Formung eines „ärztlichen Führercorps“, um sicherzustellen, dass der medizinische Nachwuchs die Ziele der Nationalsozialisten verinnerlichte.

Wie unterscheidet sich die Exklusion im NS-Staat von Luhmanns ursprünglichem Exklusionsbegriff?

Während sich Luhmanns Begriff meist auf fehlende kommunikative Anbindung bezieht, gingen die Nationalsozialisten darüber hinaus und setzten Menschen einer physischen Verfolgung, Ghettoisierung und Vernichtung aus.

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Details

Title
Inklusion und Exklusion von Ärzten im dritten Reich. Die Leistungen des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB)
College
Bielefeld University  (Soziologie)
Grade
1,3
Author
Christian Dresmann (Author)
Publication Year
2016
Pages
15
Catalog Number
V377971
ISBN (eBook)
9783668555860
ISBN (Book)
9783668555877
Language
German
Tags
NSDÄB Arzt Ärzte Inklusion Exklusion Drittes Reich Gleichschaltung Hitler Nazis Ärztebund Zweiter Weltkrieg 2. Weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Dresmann (Author), 2016, Inklusion und Exklusion von Ärzten im dritten Reich. Die Leistungen des Nationalsozialistischen Deutschen Ärztebundes (NSDÄB), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/377971
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