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Die Bedeutung der sakralen Bezüge und christlichen Motive im Erec-Roman. Eine Analyse vor dem Hintergrund des Säkularisierungsschubes im 12. Jahrhundert in Westeuropa

Titre: Die Bedeutung der sakralen Bezüge und christlichen Motive im Erec-Roman. Eine Analyse vor dem Hintergrund des Säkularisierungsschubes im 12. Jahrhundert in Westeuropa

Dossier / Travail , 2016 , 16 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jennifer Braune (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Ancienne, Littérature Médiévale
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Hartmann von Aue zählt zu den bedeutenden Autoren höfischer Romane in deutscher Sprache. Der "Erec" reiht sich dabei in eine Kette höfisch-arturischer Ritter-Epen ein, die den einzelnen Ritter auf seinem Weg in die Idealität begleiten. Der Hauptkonflikt ist die Problematik des "verlîgen", welche die persönliche "êre" so stark schmälert, dass sich die Hauptfigur auf "Aventiure" begeben muss. Im Fokus dieser Arbeit stehen die sakralen Bezüge in der Welt, welche einen wesentlichen Interpretationsschwerpunkt im Hinblick auf die Identität sowohl der Figuren als auch der Rezipienten geben.

Die Frage nach der Säkularisierung stellt sich besonders in der Auseinandersetzung mit dem höfischen Roman. Der "Erec" Hartmann von Aues stammt aus dem 12. Jahrhundert und unterscheidet sich eindeutig von berühmten literarischen Texten des 11. Jahrhunderts. Nicht nur thematisch ist eine starke Veränderung innerhalb der literarischen Umsetzung erkennbar, es scheint tatsächlich eine Abkehr von religiös-bezogenen Kontexten zu geben. Auch tauchen neue Räume in den höfischen Romanen auf, die neue Werte und eine andere Ordnung der Welt für die Figuren transportieren.

Nichtsdestotrotz ist die Säkularisierung ein in der Forschung umstrittener Begriff. Von einer Trennung oder gar "Emanzipation" der irdischen Welt von der Religion kann hier sicherlich nicht gesprochen werden. Vielmehr scheint die Säkularisierung umgekehrt eine Sakralisierung irdischer Gegenstände und Objekte zu beinhalten, die ohne eine tiefgehende Hermeneutik schwer zu erkennen sind.

Im "Erec" finden sich unzählige Momente solcher Sakralisierung, die hier exemplarisch betrachtet werden sollen. Säkularisierung im Sinne eines Modernisierungsprozesses scheint dem Staat und der Gesellschaft die Orientierung an eigenen Werten und Regeln abseits religiöser Grundlagen zu ermöglichen, was sich auch im "Erec" zeigt. Im Hinblick auf solche Motive stellt sich die Frage, welche Wirkungen hinsichtlich der Ästhetik und Poetik von diesen ausgehen, und welche Bedeutung sie für den Rezipienten des Mittelalters einnehmen konnten.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Welche Bedeutung hat die Säkularisierung für die moderne Literaturwissenschaft des Mittelalters?

2. Zwischen Spiritualität und weltlicher Körperlichkeit

3. Säkularisierung oder Sakralisierung - was trifft auf den „Erec“ zu?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von sakralen Bezügen und christlichen Motiven im „Erec“-Roman von Hartmann von Aue vor dem Hintergrund des Säkularisierungsschubes im 12. Jahrhundert. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit das höfische Epos Anzeichen einer Säkularisierung zeigt oder ob im Gegenteil von einer Sakralisierung irdischer Belange auszugehen ist.

  • Analyse des Säkularisierungsbegriffs in der germanistischen Mediävistik
  • Spannungsfeld zwischen ritterlicher Körperlichkeit (Minne/Aventiure) und religiöser Spiritualität
  • Untersuchung biblischer Motive und christlicher Vorbilder (David, Lazarus) im Roman
  • Reflexion über das höfische Werte- und Normgefüge

Auszug aus dem Buch

Zwischen Spiritualität und weltlicher Körperlichkeit

Die Spiritualität verstehe ich als Ausdruck von religiösen Bezügen sowohl im Handeln, als auch im Denken der Figuren. Bereits vor dem Turnierkampf auf der Burg Tulmein, während Erec in der armen Herberge verweilt, sind Referenzen auf Gott als Schöpfer zu finden.

Ich waene got sînen vlîz/ an si hâte geleit/ von schoene und von saelekeit

Durch die Betonung von Enites Schönheit und Anmut wird sie zu einer perfekten Schöpfung idealisiert, deren Anmut einen Ausdruck des Mythischen darstellt. Diese Verbindung aus Körperlichkeit und Wirkung auf die Außenwelt an dieser Stelle, ist der erste Anhaltspunkt für eine Objektivierung im Sinne der Begierde, was ein durch und durch irdisches Motiv darstellt. Ungebrochen bleibt allerdings die Frau eine Schöpfung Gottes, die einen Ausdruck weiblicher Vollkommenheit darstellt. Neben der Schöpferkraft Gottes wird auch das Rachemotiv aus der Bibel durch Erec selbst auf das eigene Schicksal übertragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Welche Bedeutung hat die Säkularisierung für die moderne Literaturwissenschaft des Mittelalters?: Das Kapitel führt in die wissenschaftliche Debatte um den Säkularisierungsbegriff ein und hinterfragt die These eines harten Bruchs zwischen Kirche und Welt im 12. Jahrhundert.

2. Zwischen Spiritualität und weltlicher Körperlichkeit: Hier wird anhand von Textstellen analysiert, wie Hartmann von Aue religiöse Motive mit dem ritterlichen Handeln sowie dem Streben nach Minne und Ansehen verknüpft.

3. Säkularisierung oder Sakralisierung - was trifft auf den „Erec“ zu?: Das Fazit stellt fest, dass von einem Rückgang der Religion im Erec nicht die Rede sein kann; vielmehr überwiegen religiöse Bezüge, die den Roman als Ausdruck einer christlich geprägten Lebenswelt deuten lassen.

Schlüsselwörter

Hartmann von Aue, Erec, Säkularisierung, Sakralisierung, Mittelalter, höfischer Roman, Artuswelt, Spiritualität, Minne, Aventiure, christliche Motive, Bibelkenntnisse, Rittertum, Literaturwissenschaft, Religiosität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von religiösen Bezügen und weltlichen Aspekten im höfischen Roman „Erec“ vor dem Hintergrund der historischen Säkularisierungstendenzen des 12. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Darstellung von Körperlichkeit, ritterlichen Idealen, Minne und deren Verschränkung mit christlicher Buße, Gebet und göttlicher Vorsehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist zu klären, ob der „Erec“ als Anzeichen eines Säkularisierungsprozesses verstanden werden kann oder ob er eher eine Sakralisierung irdischer Lebensbereiche aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, in der sie Zitate aus dem „Erec“ in Bezug zu zeitgenössischen wissenschaftlichen Theorien (u.a. von Gerd Althoff und Niklaus Largier) setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Figuren wie Erec und Enite durch Gebete, Messbesuche und biblische Analogien in eine religiös verankerte Ordnung gestellt werden, auch wenn sie weltliche Aufgaben erfüllen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Säkularisierung, Sakralisierung, Erec, Hartmann von Aue, Spiritualität, Minne und höfisches Ideal.

Inwiefern beeinflussen biblische Motive die Heldenfigur Erec?

Erec wird durch Vergleiche mit biblischen Gestalten wie David oder Lazarus in seiner moralischen und kämpferischen Statur überhöht und als jemand dargestellt, der unter dem speziellen Schutz Gottes steht.

Welche Bedeutung hat das Ende des Romans für die Fragestellung?

Das abschließende Gebet an die Rezipienten wird als Beweis dafür gewertet, dass der Glaube und das Streben nach göttlicher Gnade für Autor und Publikum eine zentrale, nicht-säkulare Rolle spielten.

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Résumé des informations

Titre
Die Bedeutung der sakralen Bezüge und christlichen Motive im Erec-Roman. Eine Analyse vor dem Hintergrund des Säkularisierungsschubes im 12. Jahrhundert in Westeuropa
Université
Martin Luther University
Note
1,0
Auteur
Jennifer Braune (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
16
N° de catalogue
V378015
ISBN (ebook)
9783668553750
ISBN (Livre)
9783668553767
Langue
allemand
mots-clé
erec höfischer roman mittelalterliches epos säkularisierung
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Citation du texte
Jennifer Braune (Auteur), 2016, Die Bedeutung der sakralen Bezüge und christlichen Motive im Erec-Roman. Eine Analyse vor dem Hintergrund des Säkularisierungsschubes im 12. Jahrhundert in Westeuropa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378015
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Extrait de  16  pages
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