Obwohl die Brisanz von Suizid, Selbstmord bzw. Selbsttötung seit Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich abgenommen hat, bleib das Thema stets im Interesse der Menschheit. Im Falle eines Suizids sind die Ursachen häufig nicht geklärt, jedoch lässt sich feststellen, dass die Ursache der Kränkung bzw. der Verletzung des Selbstwertgefühls eines Menschen oft einen 'Grund' bietet.
Nach WHO Angaben liegt die Weltweite Anzahl von Suiziden jährlich bei rund 800000 Personen, das bedeutet: "Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch in Folge eines Suizids." Laut des Statistik-Portals Statista, liegt die Anzahl der Sterbefälle durch vorsätzliche Selbstschädigung in Deutschland im Jahr 2015 bei rund 10.080 Fällen. Aus den Zahlen der Jahre 2006 bis 2015 geht hervor, dass die Anzahl der Sterbefälle 2010 erstmals wieder bei über 10.000 lag. Die häufigste Methode der Selbsttötung ist das Erhängen/ Ersticken, welches fast 50% der Suizide als Methode im Jahr 2015 ausmachte. Als zweithäufigste Methode gilt der Tod durch den Sturz in die Tiefe, gefolgt vom Suizid durch Arzneimittel, Drogen und biologisch aktive Substanzen.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
1.1Der Suizid und die Suizidalität
1.2Was sind Kränkungen
2.Narzismuss und Suizid
3.Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen subjektiv erlebten Kränkungen und der Entstehung von Suizidabsichten. Dabei wird insbesondere analysiert, inwiefern narzisstische Persönlichkeitsstrukturen das Risiko für suizidales Verhalten erhöhen, wenn das Selbstwertgefühl durch kränkende Interaktionen verletzt wird.
- Definition und theoretische Einordnung von Suizid und Suizidalität
- Analyse des Kränkungsbegriffs und seiner psychologischen Dynamiken
- Zusammenhang zwischen narzisstischer Persönlichkeit und Suizidalität
- Einfluss von sozialen Netzwerken auf die Zunahme von Kränkungserlebnissen
Auszug aus dem Buch
Narzissmus und Suizid
Wie schon in Kapitel 1.2 angesprochen, sind Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeit besonders anfällig für Kränkungen. (Haller 2015, S. 18 f.) Narzissmus fällt im ICD 10 (international Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) mit dem Code F60.8 unter die sonstigen spezifischen Persönlichkeitsstörungen. Betrachtet man den Lebensverlauf einer Person mit einer narzisstischen Persönlichkeit, kristallisiert sich häufig das Bild einer wenig stimmulierten Emotionalität in der Kindheit heraus. Geprägt durch distanzierte und nicht gefühlvolle Eltern-Kind-Beziehungen, in denen kaum Liebe und Empathie vermittelt wurde (Kramp 2007, S.632). Fokussiert man sich somit auf den gesamten Lebenskontext einer Person, kann die Folge einer erhöhte “Kränkbarkeit als nachvollziehbare und funktionale Reaktion lang anhaltender kränkender Lebens und Beziehungskonstellationen” sein (Kilian 2004, S. 247). Narzisstische Personen haben gestörte Objektbeziehungen und stellen sich daher häufig die Frage, ob das Weiterleben unter den jeweiligen gegebenen Lebensumständen für sie einen Sinn hat (Battegay 1979, S.42). Somit wird eine narzisstische Persönlichkeitsstörung oft mit einem höheren Risiko für einen Suizid assoziert als andere Persönlichkeitsstörungen (Coleman 2017, S.24).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Suizidalität ein, liefert statistische Daten zur Häufigkeit und definiert den Zusammenhang zwischen Kränkungen und dem Wunsch zu sterben.
1.1Der Suizid und die Suizidalität: Hier werden Definitionen und wissenschaftliche Modelle zur Suizidalität dargelegt, die von einer eher passiven Haltung bis hin zu einer aktiven Suizidhandlung reichen.
1.2Was sind Kränkungen: Das Kapitel beleuchtet die Schwierigkeiten bei der Definition von Kränkungen und untersucht die verschiedenen Dynamiken zwischen Kränkungsempfänger und Kränkungsabsender.
2.Narzismuss und Suizid: Hier wird der spezifische Zusammenhang zwischen einer narzisstischen Persönlichkeitsstruktur und dem Suizidrisiko als Folge von Verletzungen des Selbstwertgefühls analysiert.
3.Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont die wachsende Problematik von Kränkungen im digitalen Raum.
Schlüsselwörter
Suizid, Suizidalität, Kränkung, Selbstwertgefühl, Narzissmus, Persönlichkeitsstörung, psychische Krise, Suizidprävention, soziale Netzwerke, Selbstschädigung, psychische Verfassung, narzisstische Kränkbarkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen von Suiziden, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss von Kränkungen und der psychischen Verletzung des Selbstwertgefühls liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition von Suizidalität, der psychologische Prozess der Kränkung sowie die spezifische Korrelation zwischen narzisstischen Persönlichkeitszügen und Suizidhandlungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Kränkungen auf den Wunsch eines Menschen zu sterben zu erläutern und wissenschaftlich einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse aktueller gerontologischer und psychologischer Studien und Definitionen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Suizid und Kränkung sowie eine tiefere Analyse der narzisstischen Persönlichkeit im Kontext von Suizidgefährdung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Suizid, Kränkung, Narzissmus, Selbstwertgefühl, Suizidalität und psychische Krisen.
Wie unterscheidet sich die Suizidabsicht vom Suizidgedanken?
Während der Suizidgedanke das Ziel beinhaltet, tot sein zu wollen, geht die Suizidabsicht einen Schritt weiter und umfasst konkrete Vorankündigungen und eine detaillierte Planung des Handelns.
Warum sind soziale Netzwerke laut der Autorin besonders problematisch?
Soziale Netzwerke ermöglichen Kränkungen unter einer anonymen Identität, was besonders bei Kindern und Jugendlichen früh zu erheblichen Selbstwertproblemen und Selbstzweifeln führen kann.
Warum zeigen narzisstische Patienten selten Notsignale?
Narzisstische Patienten neigen weniger dazu, klassische Notsignale auszustrahlen, obwohl bei ihnen häufig ein sehr akutes Risiko für einen tödlichen Suizid besteht, was die therapeutische Arbeit erschwert.
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- S.M. H. (Author), 2017, Konzept der Kränkung als Suizidursache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378087