In den vergangenen Jahren ist sowohl in den Familien als auch in der Politik der Ruf nach guter und umfassender Kinderbetreuung immer lauter geworden. Nicht nur durch die Ergebnisse der PISA-Studie wird zunehmend eine verbesserte frühkindliche Betreuung und Bildung gefordert, womit der Erwartungsdruck wächst, dem Betreuungseinrichtungen ausgesetzt sind. Doch wie erfolgsversprechend ist die Struktur dieser Betreuungseinrichtungen?
Mit diesem Thema hat sich der deutsche Wirtschaftswissenschaftler und Soziologe Gunnar Heinsohn befasst. Folgend soll die Frage beantwortet werden, welche Konflikte durch die Rolle des Kindergartens als familienergänzende Institution entstehen und wie diese vermieden werden könnten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzbiografie Gunnar Heinsohn
3. Hauptaussagen der Texte
3.1. Zentrale Konflikte
3.2. Forderungen Heinsohns
4. Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die von Gunnar Heinsohn identifizierten Konflikte, die durch die Rolle des Kindergartens als familienergänzende Einrichtung entstehen, und erörtert potenzielle Lösungsansätze zur Vermeidung dieser Probleme.
- Strukturelle Defizite des Kindergartens (Fabrik- oder Bewahranstaltscharakter)
- Einfluss der Lohnerziehung und Kollektivierung auf die kindliche Entwicklung
- Das Abgeschnittensein von Kindern von realen Erwachsenenverrichtungen
- Gunnar Heinsohns Forderungen zur Neustrukturierung der frühkindlichen Erziehung
Auszug aus dem Buch
3.1. Zentrale Konflikte
Charakteristisch für den Kindergarten ist laut Heinsohn seine Aufmachung als Fabrik oder Bewahranstalt (Heinsohn, Knieper 1975: 142). Es handelt sich um eine Form der kollektiven Erziehung, die sich als sehr problematisch, sogar hinderlich für die Entwicklung der Kinder auswirken kann. Besonders die Rolle des Kindergartens als familienergänzende Einrichtung birgt viele Konflikte.
Besonders hinderlich an der Struktur des Kindergarten sind folgende Punkte (Heinsohn, Knieper 1975: 207f.):
1. Die Lohnerziehung
1. Die Kollektivierung
2. Das Abgeschnittensein von den Erwachsenenverrichtungen
Es soll nun auf die einzelnen Punkte näher eingegangen werden. Durch die Lohnerziehungsstruktur wird das individuelle Interesse am Kind beschränkt, die Erzieher haben eine „möglichst schonende Verausgabung ihrer Arbeitskraft“ (ebd.) im Laufe des Arbeitstages zum Ziel. Dementsprechend werden kindliche Verhaltensweisen unterbunden, die psychisch oder physisch anstrengend für den Erzieher sind. Es kommt zu einer gewissen „Gleichgültigkeit der Erzieher dem Kind gegenüber“ (ebd.). Somit überwiegt das Selbstinteresse der Erzieher dem Interesse am Kind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Ruf nach Kinderbetreuung und stellt die Forschungsfrage nach den Konflikten durch die Rolle des Kindergartens als familienergänzende Einrichtung unter Bezugnahme auf Gunnar Heinsohn.
2. Kurzbiografie Gunnar Heinsohn: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg und die akademische Laufbahn des Soziologen und Wirtschaftswissenschaftlers Gunnar Heinsohn.
3. Hauptaussagen der Texte: Hier werden die von Heinsohn kritisierten Strukturen, wie Lohnerziehung und Kollektivierung, sowie seine konkreten Forderungen zur Reformierung der Kinderbetreuung detailliert dargelegt.
4. Konklusion: Das Fazit fasst die Kritik an der familienergänzenden Struktur zusammen und betont die Notwendigkeit, den Versorgungsauftrag der Einrichtungen neu zu überdenken.
Schlüsselwörter
Kindergarten, Familienergänzende Einrichtung, Gunnar Heinsohn, Lohnerziehung, Kollektivierung, Frühkindliche Bildung, Bewahranstalt, Erziehungswissenschaft, Entwicklung, Sozialisation, Strukturwandel, Kibbuz, Übermachtsposition, Kindeswohl, Pädagogik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert kritisch die Rolle des Kindergartens als familienergänzende Einrichtung aus der Perspektive des Soziologen Gunnar Heinsohn.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die strukturellen Probleme des Kindergartens, insbesondere die Auswirkungen von Lohnerziehung, kollektiver Erziehung und der Trennung der Kinder von Alltagstätigkeiten der Erwachsenen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, welche spezifischen Konflikte in Kindergärten aufgrund ihrer Struktur entstehen und wie diese durch alternative Erziehungsansätze vermieden werden könnten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Textanalyse auf Basis der Werke von Gunnar Heinsohn und Barbara Knieper.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erläutert die Begriffe des offenen und geschlossenen Curriculums, analysiert die drei von Heinsohn identifizierten Hauptkonflikte und stellt seine Forderungen zur Reform der Erziehungsstruktur vor.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Kindergartenstruktur, Lohnerziehung, Kollektivierung, kindliche Entwicklung und pädagogische Übermachtsposition charakterisieren.
Warum wird der Kindergarten als "Fabrik" bezeichnet?
Heinsohn verwendet diesen Begriff, um die bürokratische und auf Effizienz getrimmte Struktur zu kritisieren, die das individuelle Eingehen auf das Kind zugunsten von Abläufen einschränkt.
Welche Rolle spielen die Kibbuzim in der Argumentation?
Die Kibbuzim dienen als positives Gegenbeispiel für eine Erziehungsstruktur, in der Kinder stärker in die Lebenswelt der Erwachsenen eingebunden sind, um ihre Entwicklung zu fördern.
Was kritisiert Heinsohn konkret an der "professionellen Erziehung"?
Er kritisiert die Trennung von Fachpersonal und Kind sowie die festgelegten Arbeitszeiten, die eine notwendige kontinuierliche Zuwendung zum Kind verhindern.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2010, Die Rolle des Kindergartens als familienergänzende Einrichtung. Welche Konflikte entstehen und wie diese vermieden werden können, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378093