Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Systems - Germany

Einflusssphären von Interessenverbänden auf den politischen Entscheidungsprozess der BRD

Title: Einflusssphären von Interessenverbänden auf den politischen Entscheidungsprozess der BRD

Seminar Paper , 2004 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michael Schaich (Author)

Politics - Political Systems - Germany
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

„Alle Deutschen haben das Recht, Vereine und Gesellschaften zu bilden“ (Grundgesetz 2002), heißt es in Artikel 9 des Grundgesetzes und stellt damit die Grundlage für das heutige Verbands- und Vereinswesen. Die Tradition der organisierten Verbände hat in Deutschland eine vergleichsweise kurze Geschichte. Mit der Entstehung der bürgerlichen Gesellschaft im 18. und 19. Jahrhundert waren zwar verschiedene Organisationen wie der Deutsche Handels- und Gewerbeverein von 1819 oder der Börsenverein des deutschen Buchhandels von 1825 zu verzeichnen, allerdings mangelte es diesen an Struktur und einem passenden Apparat. Bismarcks Sozialistengesetze hemmten zusätzlich die Entwicklung von Verbänden, so dass sich erst nach 1890 Gewerkschaften als Großorganisationen etablieren konnten. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der verbandlichen Neukonstituierung begann auch die Erfolgsgeschichte der deutschen Interessengruppen, deren Grundlage nun felsenfest durch Artikel 9 im Grundgesetz verankert war und immer noch ist.
Ein halbes Jahrhundert später sind die modernen Interessenverbände und der oft gescholtene "Lobbyismus" aus dem Alltag deutscher Politik nicht mehr hinwegzudenken. Auch die beinahe stetige Präsenz der Gewerkschaften in den Medien wirft die Frage auf, wer in Deutschland eigentlich die Fäden in der Hand hält. Wo kommt verbandlicher Einfluss überhaupt zu tragen und wer sind eigentlich die Adressaten? Verfügen Interessengruppen in der BRD über Mittel die deutsche Politik mitzubestimmen oder vielleicht sogar zu leiten?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Adressaten des verbandlichen Einflusses

2.1 Bundesregierung

2.2 Parlament

2.3 Parteien

2.4 Medien / Öffentliche Meinung

3. Methodik des verbandlichen Einflusses

3.1 Lobbyismus

3.2 Medien

3.3 Personelle Durchdringung

3.4 Finanzielle Unterstützung

3.5 Stimmenpakete

4. Problematisierung des verbandlichen Einflusses

4.1 Die Korporatismus-Theorie

4.2 Kritik an der Korporatismus-Theorie

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Interessengruppen in der Bundesrepublik Deutschland über die Mittel verfügen, den politischen Entscheidungsprozess maßgeblich mitzubestimmen oder zu leiten, und analysiert hierbei die Einflusssphären sowie die methodischen Strategien der Verbände unter Rückgriff auf die Korporatismus-Theorie.

  • Adressaten und Akteure der verbandlichen Einflussnahme (Bundesregierung, Parlament, Parteien)
  • Methoden der Interessenvertretung wie Lobbyismus, Medienarbeit und personelle Verflechtungen
  • Finanzielle Unterstützung und die Bedeutung von Stimmenpaketen im politischen Prozess
  • Theoretische Einordnung des Korporatismus und neokorporatistischer Strukturen
  • Kritische Würdigung der Rolle von Verbänden im Hinblick auf demokratische Prozesse

Auszug aus dem Buch

3.1 Lobbyismus

Der Lobbyismus ist zweifelsohne eine der interessantesten und prominentesten Möglichkeiten der verbandlichen Einflussnahme auf die Politik. Mit „Lobby“ ist die Vorhalle des Parlaments gemeint, der Ort an dem ursprünglich die Nichtparlamentarier (Lobbyisten) versuchten und teilweise immer noch versuchen, die Abgeordneten auf ihre Linie einzuschwören. Verbände beschäftigen „professionelle“ Lobbyisten die von ihren eigenen Berliner Büros aus in das Politgeschehen einzugreifen versuchen. Auch hier handelt es sich um eine Art „Tauschgeschäft“, Abgeordnete versorgen die Verbände mit Informationen über parlamentarische Entwicklungen, im Gegenzug erhalten sie verbandspolitisch interessante Informationen. „Für den elften Bundestag (1987-90) lieferte eine Umfrageuntersuchung einen Durchschnitt von 176,8 Kontakten mit Interessenvertretern pro Bundestagsabgeordneten und Jahr“ (Rudzio 2003: 91). Allerdings ist die langfristige Kontaktpflege mit Abgeordneten höher zu bewerten, als eine kurzfristige Beeinflussung und dies kann eine personelle Durchdringung eher leisten als Lobbyismusarbeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert die historische Entwicklung des Verbandswesens in Deutschland und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der tatsächlichen Macht der Interessengruppen in der BRD.

2. Adressaten des verbandlichen Einflusses: Hier werden die wichtigsten Zielpunkte der Verbände, namentlich Bundesregierung, Parlament, Parteien sowie die Medienlandschaft, detailliert analysiert.

3. Methodik des verbandlichen Einflusses: Dieses Kapitel erläutert die konkreten Strategien wie Lobbyismus, PR-Arbeit, personelle Durchdringung, Spenden sowie die Nutzung von Wählerstimmen.

4. Problematisierung des verbandlichen Einflusses: Die Arbeit führt das theoretische Konzept des Korporatismus ein, um das Verhältnis von Staat und Verbänden zu beleuchten, und setzt sich kritisch mit den daraus resultierenden demokratietheoretischen Bedenken auseinander.

5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Verbände zwar ein bedeutendes Mitspracherecht besitzen, eine lenkende Funktion jedoch nicht innehaben, während die Globalisierung neue Herausforderungen für den Interessenausgleich schafft.

Schlüsselwörter

Interessenverbände, Bundesrepublik Deutschland, Lobbyismus, Korporatismus, Neokorporatismus, politische Einflussnahme, Entscheidungsprozess, Interessenvertretung, politische Partizipation, Gewerkschaften, Parteien, Regierungsinstanzen, politische Steuerung, Verbandsforschung, Demokratie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Macht und den Einfluss von Interessengruppen auf den politischen Entscheidungsprozess in der Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Adressaten des Einflusses, die Methoden der Verbände (wie Lobbyismus und Medienarbeit) sowie die theoretische Fundierung durch das Korporatismus-Modell.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, ob Interessengruppen in der Lage sind, die deutsche Politik maßgeblich mitzubestimmen oder sogar zu leiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die bestehende Fachliteratur auswertet und das Modell des Korporatismus anwendet, um die Wirksamkeit verbandlicher Einflussnahme zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der Einflussadressaten, eine Darstellung der angewandten Methoden und eine theoretische sowie kritische Auseinandersetzung mit der Korporatismus-Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Interessenverbände, Korporatismus, Lobbyismus, politische Entscheidungsfindung und Verhandlungsdemokratie.

Inwiefern beeinflussen Medien die verbandliche Arbeit?

Medien dienen den Verbänden als Instrument zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung, um Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben, während sie gleichzeitig die verdeckten Kontakte zwischen Politik und Verbänden aufdecken.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur "Herrschaft der Verbände"?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass Verbände zwar ein bedeutendes Mitspracherecht besitzen, es jedoch übertrieben wäre, ihnen eine lenkende Funktion über den Staat zuzuschreiben.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Einflusssphären von Interessenverbänden auf den politischen Entscheidungsprozess der BRD
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
1,0
Author
Michael Schaich (Author)
Publication Year
2004
Pages
13
Catalog Number
V37818
ISBN (eBook)
9783638370622
ISBN (Book)
9783638811736
Language
German
Tags
Einflusssphären Interessenverbänden Entscheidungsprozess
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Schaich (Author), 2004, Einflusssphären von Interessenverbänden auf den politischen Entscheidungsprozess der BRD, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37818
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint