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Die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit in Israel zwischen Resignation und nationalem Erwachen

Titre: Die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit in Israel zwischen Resignation und nationalem Erwachen

Mémoire de Maîtrise , 2002 , 127 Pages

Autor:in: Raif Hussein (Auteur)

Politique - Région: Proche-Orient
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Résumé Extrait Résumé des informations

Ziel dieser Arbeit ist es, die Geschichte der palästinensischen Minderheit in Israel zu reflektieren und deren politischen Entwicklung und politisches Bewusstsein von dem Schock, Resignation bis zum Erwachen aufzuzeigen.

Diese Arbeit ist aus dem Bestreben entstanden, in der gegenwärtigen politischen Situation in Israel sowie im gesamten Nahen Osten Wege aufzuzeigen, die zu einem schöpferischen Frieden führen können - zu einem Frieden, der nicht auf Angst vor Untergang und gegenseitiger Vernichtung gegründet ist. Der gute Wille und Appelle der Friedensbewegungen allein genügen nicht. Dieser gute Wille muss zu einer Handlungsfähigkeit werden. Auch die wachsenden radikalen Strömungen unter den Israelis und Palästinensern veranlassten mich, diese Arbeit zu schreiben.

Da ein voll ausgearbeitetes politisches Modell zur Untersuchung dieses spezifischen Falls nicht vorliegt, werde ich mich während meiner Untersuchung auf die bis jetzt recht umfangreiche Literatur zur Palästinafrage, zur Nahostproblematik und zur palästinensischen Minderheit in Israel beschränken, auch wenn ein erheblicher Teil dieser Literatur nur Teilbereiche der politischen Orientierung und des politischen Bewusstseins behandelt.

Darüber hinaus es ist unumgänglich, auf die zeitgenössische wissenschaftlichen Untersuchungen zurückzugreifen, in denen die Identitätsproblematik der Palästinenser in Israel reich beschrieben wird, im Wesentlichen auf Veröffentlichungen, die in arabischer, englischer, deutscher und hebräischer Sprache erschienen sind.

Für die Analyse der Ereignisse Ende September Anfang Oktober 2000 werden ausschließlich Pressemeldungen und Kommentare genutzt, da bis jetzt keine wissenschaftlichen Studien zu den o.g. Ereignissen und ihrem Einfluss auf die Zukunft der politischen und gesellschaftlichen Beziehungen des Staates Israel zu seinen palästinensischen Bürgern vorliegen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Gegenstandsbereich und Problemstellung

1.1 Zielsetzung

1.2 Stand der Forschung

1.3 Vorgehensweise

1.4 Begriffsbestimmungen

2. Von einer Mehrheit zur Minderheit im eigenen Land

2.1 Die traumatische Konfrontation mit dem Zionismus und der britischen Kolonialpolitik

2.2 Die Transfer – Ideologien im Zionismus und ihre Durchsetzung bis 1956

2.3 Der UNO-Teilungsplan Palästinas von 1947

2.4 Die palästinensische Nationalbewegung bis 1948

3. Die Entwicklung der politischen Orientierung und das politischen Bewußtsein der palästinensischen Minderheit

3.1 Resignation und Militäradministration bis 1966

3.2 Das Erwachen aus dem Schock bis 1982

3.2.1 Der „Wiedervereinigungseffekt“

3.2.2 Tag des Bodens März 1976, Wendepunkt im politischen Bewußtsein

3.3 Zurück zu den Wurzeln, Palästinensierung Kontra Israelisierung

3.3.1 Die Intifada ein Meilenstein in der Palästinensierung des politischen Bewußtsein

4. Die palästinensische Minderheit im jüdischen ethnischen Staat

4.1 Der rechtliche Status der Palästinenser in Israel

4.2 Wirtschaftliche Desintegration, von einer Agragesellschaft zu einer Arbeiter-Reservearmee

4.3 Das Bildungssystem und sein Einfluß auf das politischen Bewußtsein

5. Das politische Leben und die politische Teilnahme der palästinensischen Minderheit in Israel

5.1 Die politischen Parteien und ihren politischen Programme

5.2 Massen- und Berufsorganisationen

5.3 Nicht Regierungsorganisationen (NRO) als eine Substitution

5.4 Das Kommunalverwaltungssystem

6. Die palästinensische Minderheit in Israel und der Friedensprozeß

6.1 Das Oslo-Abkommen und das Gefühl der Einsamkeit

6.2 Die Wahlen von 1996

6.3 Ausbruch der zweiten Intifada „Unabhängigkeitsintifada“ der politische Kreuzung für die palästinensischen Minderheit

6.4 Die Ministerpräsidentenwahlen von Februar 2001 und ihre Folgen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit innerhalb des jüdisch-ethnischen Staates Israel, mit dem Ziel, die Transformation ihres politischen Bewusstseins von der Resignation hin zum nationalen Erwachen und zur Forderung nach Anerkennung als nationale Minderheit nachzuzeichnen.

  • Historische Rahmenbedingungen der Gründung Israels und die Rolle des Zionismus
  • Entwicklung des politischen Bewusstseins unter Militäradministration und Besatzung
  • Die Auswirkungen des Friedensprozesses auf die Identität der palästinensischen Minderheit
  • Politische Strategien und Organisationsformen der Palästinenser in Israel
  • Rechtliche und sozioökonomische Faktoren der Ausgrenzung und Integration

Auszug aus dem Buch

1.1 Zielsetzung

Der Staat Israel steht seit der Gründung am 14.Mai 1948 vor einem schweren Widerspruch, der sich auch in seiner Unabhängigkeitserklärung deutlich an zwei markanten Stellen zeigt: „...Demzufolge haben wir, die Mitglieder des Nationalrates, als Vertreter der jüdischen Bevölkerung und der zionistischen Organisation, heute, am letzten Tag des britischen Mandats über Palästina, uns hier eingefunden und verkünden hiermit Kraft unseres natürlichen und historischen Rechtes und aufgrund des Beschlusses der Vollversammlung der Vereinten Nationen die Errichtung eines jüdischen Staates im Lande Israel – des Staates Israel“. An anderer Stelle steht „... Der Staat Israel wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen. Er wird Glaubens- und Gewissensfreiheit, Freiheit der Sprache, Erziehung und Kultur gewährleisten.... wir wenden uns – selbst inmitten mörderischer Angriffe, denen wir seit Monaten ausgesetzt sind – an die in Israel lebenden Araber mit dem Aufrufe, den Frieden zu wahren und sich aufgrund voller bürgerlicher Gleichberechtigung und entsprechender Vertretung in allen provisorischen und permanenten Organen des Staates an seinem Aufbau zu beteiligen."1

Der Widerspruch liegt in der Kennzeichnung des Staates Israel als die nationale Heimat für alle Juden auf dieser Welt und dem Recht jedes Menschen jüdischen Glaubens dorthin zu immigrieren und zudem in der Tatsache, dass eine palästinensische Minderheit mittendrin lebt. Israel nach der Definition ihrer Gründer ist ein national ethnischer Staat und die einzige Heimat aller Juden auf der Welt. Eine plausible Erklärung für den Verbleib einer palästinensischen Minderheit innerhalb seiner Grenzen blieb der Staat Israel der Welt bis heute schuldig!

Zusammenfassung der Kapitel

1. Gegenstandsbereich und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in den zentralen Widerspruch Israels als jüdisch-ethnischer Staat mit palästinensischer Minderheit ein und definiert die Zielsetzung sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2. Von einer Mehrheit zur Minderheit im eigenen Land: Hier wird der historische Kontext der Konfrontation zwischen zionistischer Bewegung und palästinensischer Bevölkerung bis 1948 beleuchtet, einschließlich der Folgen des UNO-Teilungsplans.

3. Die Entwicklung der politischen Orientierung und das politischen Bewußtsein der palästinensischen Minderheit: Dieses Kapitel analysiert die verschiedenen Phasen der politischen Entwicklung von der Resignation unter Militärverwaltung bis hin zur wachsenden Identifikation mit der PLO und dem nationalen Erwachen.

4. Die palästinensische Minderheit im jüdischen ethnischen Staat: Die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Lage der Palästinenser in Israel wird hier detailliert als strukturelle Ausgrenzung dargestellt.

5. Das politische Leben und die politische Teilnahme der palästinensischen Minderheit in Israel: Dieses Kapitel behandelt die politischen Parteien, Organisationsstrukturen und die Partizipation der Minderheit am politischen System Israels.

6. Die palästinensische Minderheit in Israel und der Friedensprozeß: Das Fazit zieht eine Bilanz der politischen Auswirkungen des Friedensprozesses seit Oslo auf das Identitätsverständnis und die politische Krise der Minderheit.

Schlüsselwörter

Palästinensische Minderheit, Israel, Zionismus, Politisches Bewusstsein, Nationalbewegung, Staatsbürgerschaft, Integration, Diskriminierung, Friedensprozess, Identitätskrise, PLO, Minderheitenrechte, Politische Partizipation, Landfrage, Intifada

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation der palästinensischen Minderheit in Israel, ihrer politischen Emanzipation und der Herausforderung, Identität in einem Staat zu bewahren, der sich primär als jüdische nationale Heimat definiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Genese der palästinensischen Minderheit, die Auswirkungen staatlicher Kontrollmechanismen, die Rolle des Zionismus sowie der Einfluss regionaler Konflikte und Friedensprozesse auf das palästinensische Selbstverständnis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung der politischen Orientierung der Palästinenser in Israel nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie sie sich aus einer Phase der Resignation zu einer politisch aktiven und national bewussten Minderheit entwickelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-analytische Methode, stützt sich auf umfangreiche Literatur zur Nahostproblematik sowie auf zeitgenössische Quellen, Pressemeldungen und soziologische Analysen der politischen Landschaft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Rahmenbedingungen, die sozioökonomischen Benachteiligungen (insbesondere die Landfrage), die Rolle der politischen Parteien und die tiefgreifenden Auswirkungen des Friedensprozesses von Oslo.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Palästinensische Minderheit, Israel, Zionismus, Identitätskrise, Politische Partizipation, Palästinensierung und Landenteignung.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Oslo-Abkommens für die Palästinenser in Israel?

Der Autor bewertet den Friedensprozess kritisch; er sieht darin eine Ursache für eine tiefe politische Krise und Identitätsverunsicherung, da die Hoffnung auf Gleichberechtigung in Israel durch die politische Realität enttäuscht wurde.

Welche Bedeutung hat das "Staat seiner Bürger"-Konzept für die palästinensische Elite?

Dieses Konzept ist ein zentrales politisches Programm der palästinensischen Elite, das darauf abzielt, Israel von einem exklusiven jüdischen Staat in einen demokratischen Staat für alle Bürger umzuwandeln, um so echte Gleichberechtigung zu erreichen.

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Résumé des informations

Titre
Die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit in Israel zwischen Resignation und nationalem Erwachen
Auteur
Raif Hussein (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
127
N° de catalogue
V378186
ISBN (ebook)
9783668564749
ISBN (Livre)
9783668564756
Langue
allemand
mots-clé
partizipation minderheit israel resignation erwachen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Raif Hussein (Auteur), 2002, Die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit in Israel zwischen Resignation und nationalem Erwachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378186
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