Was hätten KlientInnen aus Sicht von SuchtberaterInnen gebraucht, um nicht suchtkrank zu werden?


Masterarbeit, 2017
126 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung in die Arbeit und Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

A THEORETISCHER TEIL

2 Psychische Gesundheit
2.1 Definition
2.2 Psychosoziale Krisen

3 Prävention und Gesundheitsförderung
3.1 Definition
3.2 Das Wirkungsprinzip der Gesundheitsförderung
3.3 Suchtprävention

4 Sucht
4.1 Definition
4.2 Erklärungsmodelle zur Suchtentstehung
4.2.1 Psychoanalytische Suchttheorie
4.2.2 Kognitive Erklärungsmodelle
4.2.3 Soziologische Suchttheorie
4.2.4 Selbstmedikation
4.2.5 Konditionierung
4.2.6 Sucht als neuroendokrinologische Erkrankung
4.2.7 Das körpereigene Belohnungssystem
4.2.8 Sucht als Folge fehlender Bindung
4.2.9 Genetische Prädisposition
4.2.10 Multifaktorielle Ursachen
4.2.11 Lebensgeschichtliche Ereignisse
4.2.12 Entzugsvermeidung
4.3 Substanzen als Einflussfaktoren zur Suchtentwicklung
4.3.1 Geschichte der Opioide
4.3.2 Wirkung der Opiate
4.3.3 Heroin
4.3.4 Kokain
4.3.5 Cannabis

5 Trauma
5.1 Definition
5. 2 Historische Entwicklung der Psychotraumatologie
5.3 Trauma und Traumatisierung
5.4 Traumaarten
5.5 Biologisches Erklärungsmodell zur Traumaentstehung
5.6 Folgen von Traumatisierungen
5.7 Transformative Bewältigung / posttraumatisches Wachstum
5.8 Einflussfaktoren für das Entstehen von Traumafolgestörungen
5.9 Resilienz
5.10 Zusammenhänge von Trauma und Sucht

6 Komorbidität
6.1 Definition
6.2 Modelle gemeinsamer Faktoren
6.3 Bidirektionale Modelle

7 Ausgewählte psychische Erkrankungen
7.1 Posttraumatische Belastungsstörungen
7.2 Angsstörung
7.3 Dissoziative Störungen
7.4 Bindung und Bindungsstörungen
7.4.1 Grundlagen
7.4.2 Bindungsmodelle
7.4.3 Bindungsstrategien
7.4.4 Bindung und Trauma
7.5 AD(H)S
7.6 Borderline
7.8 Narzissmus

B EMPIRISCHER TEIL

8 Forschungsmethodik
8.1 Forschungsdesign
8.2 Eingrenzung der Forschungsfrage
8.3 Erhebungsmethodik und Ablauf der Forschung
Seite 7
8.3.1 Auswahl der zu interviewenden Personen
8.3.2 Erstellung des Interviewleitfadens
8.3.3 Durchführung der Interviews
8.3.4 Transkription

9 Auswertungsmethode der qualitativen Interviewdaten
9.1 Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring
9.2 Verwendete Software
9.3 Kategorien und Oberkategorien
9.3.1 Bilden von Kategorien
9.3.2. Weitere Kategorieebenen
9.3.3 Revisionsschleifen
9.3.4 Einflüsse quantitativer Forschung
9.3.5 Erstellen eines Kategorienbaums

10 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie
10.1 Geschlecht
10.2 Einrichtung
10.3 Ausbildung
10.1.4 Berufserfahrung

11. Auswertung der Interviews
11.1 quantitativer E-kurs
11.2 Suchtenststehungsfördernde Faktoren
11.2.1 Belastungen
11.2.2 Fehlen von Benötigtem
11.2.3 Vorbedingungen
11.2.4 Weitere Faktoren
11.2.5 Zusammenschau zu den suchtfördernen Faktoren
11.3 Suchtvermeidung
11.4 Zusammenhang Trauma und Sucht
11.5 Situation in Kärnten für bereits suchtkranke Menschen

12 Resümee
12.1 Beantwortung der Forschungsfrage
12.2 Was wird gebraucht, damit in Zukunft weniger Menschen suchtkrank werden?
12.3 Aufgabe der Sozialarbeit
12.4 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

C Anhang

Interview A

Interview B

Interview H

Interview J

Interview L

Interview N

Interview O

Interview P

Interview R

Interview S

Interview T

Interview V

Interview X

Kategorien und deren Zuordnung

Abstract

Diese Studie befasst sich mit der Frage, was Menschen brauchen, um nicht suchtkrank zu werden. Kärntner Suchtberaterinnen und Suchtberater wurden gefragt, welche Faktoren nach ihrer Erfahrung für ihre Klientinnen und Klienten diesbezüglich hilfreich gewesen wären.

In der Literatur werden sowohl Erklärungsmodelle für die Suchtentstehung gefunden, als auch der Zusammenhang mit möglichen Komorbiditäten aufzeigt. Hier zeigt sich, dass ein einfaches Ursache-Wirkung-Prinzip nicht angewandt werden kann, sondern aufgrund multifaktorieller Einflussfaktoren viele Umstände zu berücksichtigen sind.

Für die Studie wurden 13 Interviews mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern in ambulanten Kärntner Suchtberatungsstellen durchgeführt. Die transkribierten Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.

Die erhaltenen Aussagen werden den Ergebnissen der Literaturrecherche gegenüber gestellt.

Zwischen dem in der Literatur Vorgefundenem und in den Aussagen der Suchtberaterinnen und Suchtberater herrscht bezüglich der für eine Suchtentstehung maßgeblichen Faktoren eine große Übereinstimmung. Abweichungen gibt es bei den Schwerpunktsetzungen. Die im Feld professionell Tätigen messen familiären Einflüssen, Belastungen und Unterstützungen durch Soziale Organisationen ein besonders großes Gewicht bei. Hingegen werden biologische Ursachen der Suchtentstehung von ihnen nicht erwähnt. Die Befragung der E-pertinnen und E-perten ergibt neue Ansatzpunkte für die Suchtprävention, wobei die Kärntner Situation besondere Berücksichtigung findet.

Abstract

This study looks into the question of what factors play a role in preventing people from forming addictive behaviour. Carinthian addiction counsellors were asked what factors, in their e-perience, played a positive role in their clients.

Specialist literature provided e-planatory models for the development of addictive behaviour, and discussed the connection of possible degenerative symptoms. These showed that a simple cause and effect principle could not be applied, but rather a mi-ture of multiple factors of influence that have to be taken into consideration.

For the study, 13 interviews were held with social workers in Carinthian out-patient addiction advice centres. The transcribed interviews were evaluated by qualitative content analysis.

These evaluations were compared with the results of the literary research.

There was substantial agreement between the literary research results and the statements of the social workers that definitive factors played a distinctive role in forming an addiction. Differences of opinion occur when establishing the main focus point. Professionals working in this field put a special emphasis on influence, pressure/stress factors, and support offered by social organisations. On the other hand, biological causes of an emerging addiction were not mentioned. The consultation with e-perts resulted in new starting points for the prevention of addictive behaviour, whereby special focus is given to the situation in Carinthia.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

In der vorliegenden Masterarbeit geht es darum, Faktoren zu finden, die dazu beitragen können, dass Menschen nicht suchtkrank werden, sowie die diesbezüglich Erfahrungen von Suchtberaterinnen und Suchtberatern zu erheben.

1.1 Einführung in die Arbeit und Problemstellung

Es bedarf wohl keiner weitergehenden wissenschaftlichen Forschung, um festzustellen, dass das Auftreten einer Suchterkrankung bei einem Menschen nicht zufällig und ohne endogene oder e-ogene Faktoren plötzlich geschieht. Es stellt sich vielmehr sowohl im allgemeinen wissenschaftlichen, als auch im subjektiven persönlichen Konte-t die Frage, um welche Faktoren es sich dabei handelt. Seit langem wird, mit verschiedenen weltanschaulichen sowie wissenschaftlich fundierten Konzepten Suchtprävention betrieben. Dennoch gibt es eine nicht unbedeutende Zahl an Menschen, die trotz aller Präventionsbemühungen suchtkrank werden. Einige davon durfte der Verfasser während seiner beruflichen Laufbahn in den letzten Jahrzehnten kennenlernen. In der vorliegenden Arbeit wird versucht, jene Faktoren zu beschreiben, welche bei vielen Menschen zur Entwicklung einer Suchterkrankung beigetragen haben können.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

In dieser Masterthesis werden Theorien zur Suchtentstehung vorgestellt. Dabei wurden einerseits vorhandene wissenschaftliche Erkenntnisse, die in der Literatur verfügbar sind, genutzt, andererseits E-perteninterviews durchgeführt und ausgewertet. Im theoretischen Teil werden zunächst Modelle von (psychischer) Gesundheit und Krankheit sowie der Gesundheitsvorsorge und (Sucht)prävention vorgestellt. In weiterer Folge werden Suchttheorien und Erklärungsmodelle zur Suchtentstehung erläutert. In einem weiteren Kapitel werden das Thema Trauma und Traumafolgestörungen behandelt. Außerdem werden andere psychische Erkrankungen vorgestellt, die einen Einfluss auf die Suchtentstehung haben können. Im empirischen Teil wird durch eine durchgeführte Interviewstudie der Frage: „Was hätten KlientInnen aus Sicht von SuchtberaterInnen gebraucht, um nicht suchtkrank zu werden?“ nachgegangen.

Zu Beginn des empirischen Teils werden das Forschungsdesign und die Erhebungsmethodik beschrieben. Dabei wird auf den Ablauf der Untersuchung mit der Auswahl der zu interviewenden E-pertinnen und E-perten, die Erstellung des Interviewleitfadens und die Durchführung der Interviews eingegangen. Im darauf folgenden Kapitel wird die Auswertungsmethode dargelegt, hier erfolgte eine Entscheidung für die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring. Die Ergebnisse der empirischen Forschung werden präsentiert und mit den Erkenntnissen der theoretischen Arbeit verglichen. Es wird erhoben, welche Faktoren sich fördernd beziehungsweise hemmend auf die Entstehung einer Suchterkrankung auswirken. Am Schluss der vorliegenden Thesis werden das Literaturverzeichnis sowie das Abbildungsverzeichnis beigefügt. Im Anhang sind die Transkriptionen sowie Details der Auswertungen der Interviews zu finden.

2 Psychische Gesundheit

In diesem Kapitel werden Definitionen psychischer Gesundheit präsentiert und psychosoziale Krisen als Gefährdung ebendieser vorgestellt.

2.1 Definition

In der Literatur gibt es viele Gesundheitsdefinitionen. Eine letztgültige Definition wird erschwert durch den Umstand, dass zwar Krankheiten mit Kategorien wie Symptomen und Syndromen beschreibbar sind, das alleinige Fehlen dieser aber noch nicht zwangsläufig Gesundheit bedingen muss. Benecke beschreibt Gesundheit in Anlehnung an die Definition der Weltgesundheitsorganisation als Balancezustand, bei dem eine Person sich im Einklang mit körperlichen, seelischen und sozialen Bereichen ihrer Entwicklung einerseits, und den eigenen Möglichkeiten, Zielen und äußeren Lebensbedingungen andererseits befindet. Dieser Balancezustand ist aber kein statischer, sondern er muss in jedem lebensgeschichtlichen Zeitpunkt erneut hergestellt werden. Da er, wie bereits erwähnt, von persönlichen, aber eben auch Umweltfaktoren abhängig ist, stellen soziale, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Lebensbedingungen den Entwicklungsrahmen für Gesundheit dar. (vgl. Benecke 2014, 241)

2.2 Psychosoziale Krisen

Erlebt ein Mensch psychische Krisen, so stellen diese noch keine psychischen Störungen mit Krankheitswertigkeit dar. Diese Krisen können sich über einen Zeitraum mehrerer Wochen, sogar Monate erstrecken. Auslöser können belastende Lebensereignisse sein, welche die psychischen Bewältigungsmöglichkeiten der betreffenden Person übersteigen. Das Empfinden von Angst, Überforderung und Hilflosigkeit beeinträchtigt dabei die Lebensqualität. Um diese Krisen zu überwinden, verbraucht ein betroffener Mensch einen großen Teil seiner psychischen Energie. Je nachdem, welche Bewältigungsmöglichkeiten nun der Mensch findet, kann eine solche Krise in weiterer Folge zu einer psychischen Reifung und Weiterentwicklung führen, oder aber krankheitswertige Störungen wie zum Beispiel eine Akute Belastungsstörung oder Anpassungsstörung hervorrufen. (vgl. Benecke 2014, 249f) Ob ein belastendes Lebensereignis zu einer Krise führt, kann von vielen Faktoren abhängig sein. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Auslösesituation, Art und Schwere der Krise, sowie die Unberechenbarkeit oder Berechenbarkeit des Auftretens. Hier können Verlustkrisen, zum Beispiel nach dem Tod eines nahen Angehörigen, eine Rolle spielen, aber auch Lebensveränderungskrisen wie Elternschaft oder ein Wechsel des Arbeitsplatzes. Objektiv ähnliche Erlebnisse können auch ganz unterschiedliche Bedeutung für die Betroffenen haben. Menschen sind auch zeitlich unterschiedlich anfällig für die möglichen negativen Auswirkungen von Krisen, besonders frühe unbewältigte Krisen sind ein immanenter Risikofaktor, vor allem, wenn aktuelle Krisen ähnliche Themenbereiche enthalten. Ein besonders wichtiger Faktor ist das soziale Umfeld. Bezugspersonen können in das Krisengeschehen verstrickt oder gar Auslösesituation sein, oder sie können eine wichtige und mächtige Ressource bei der Bewältigung der Krise darstellen. Von entscheidender Wichtigkeit sind auch die Persönlichkeitsmerkmale des betroffenen Menschen, die Konfliktbewältigung kann unterschiedlich verlaufen, je nach dem persönlichen, individuellen Zugang zu eigenen Gefühlen, Optimismus oder Realitätssinn. Auch Coping und Abwehrmechanismen der betreffenden Person beeinflussen den weiteren Verlauf. Und natürlich kann es auch davon abhängen, welche Ressourcen Betroffenen zur Verfügung stehen, unabhängig, ob damit ein funktionierendes soziales Netz gemeint ist, oder sozioökonomische Ressourcen. (vgl. Benecke 2014, 252f)

3 Prävention und Gesundheitsförderung

In diesem Kapitel werden die Begriffe Prävention und Gesundheitsförderung sowie ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten vorgestellt und das Wirkprinzip der Gesundheitsförderung erklärt. Auf die Suchtprävention wird im Speziellen eingegangen.

3.1 Definition

In der Literatur wird der Begriff der Prävention nicht einheitlich verwendet. Generell geht es bei ihr um die Vermeidung des Auftretens von Krankheiten (Hurrelmann, Klotz & Haisch al. 2010, 13). Dabei klassifizieren Hurrelmann et al. Risikofaktoren in drei Gruppen:

- genetisch physiologische und psychische Dispositionen, welche mit der Zeit zu einer Krankheit führen können, wobei hier unter anderem die psychische Überlastung genannt wird,
- behaviorale Dispositionen, also Verhaltensweisen wie unter anderem das Tabakrauchen, Bewegungsmangel oder ungeschützter Geschlechtsverkehr und
- ökologische Dispositionen, beispielsweise erhöhte radioaktive Strahlenbelastung oder der Mangel an Selen.

Hier werden statistische Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren und dem Auftreten von Krankheiten bei bestimmten Personengruppen aufgezeigt und ausgewertet. (Hurrelmann et al. 2010, 15)

In der Vergangenheit haben Präventionsstrategien auf quantifizierbaren Wahrscheinlichkeitsaussagen über die Wirkung eines Risikofaktors für ganze Bevölkerungsgruppen, nicht aber für Einzelpersonen aufgebaut. Bei einem einzelnen, bestimmten Menschen als Adressatinnen oder Adressaten einer Intervention der Prävention kann daher keine Gewissheit gegeben werden, dass diese den gewünschten Erfolg zeigt. Im besten Fall lassen sich statistische Wahrscheinlichkeiten voraussagen. Allerdings zeigt sich deutlich, wie begrenzt die Möglichkeiten sind, auf der Basis nur von bevölkerungsbezogenen Wahrscheinlichkeitsaussagen individuelle Menschen von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit gesundheitspräventiver Maßnahmen zu überzeugen. (vgl. Hurrelmann et al. 2010, 15)

3.2 Das Wirkungsprinzip der Gesundheitsförderung

Das Ziel der Gesundheitsförderung ist ein Gesundheitsgewinn, also eine Verbesserung der Qualität der Befindlichkeit der angesprochenen Menschen im Vergleich zu jenen, welche diese Intervention nicht erfahren haben. Dies basiert auf dem salutogenetischen Wirkungsprinzip, es sollen also nicht Risikofaktoren zurückgedrängt, sondern Schutzfaktoren und Ressourcen gestärkt werden. Diese Schutzfaktoren lassen sich in vier Gruppen einteilen: Erstens werden soziale und wirtschaftliche Faktoren, beispielsweise eine gute sozio-ökonomische Lebenslage, zweitens Umweltfaktoren, insbesondere gute Wohnbedingungen und gute soziale Netzwerke genannt. Als drittes werden behaviorale psychische Faktoren, also zum Beispiel Ernährung, die Fähigkeit zur Spannungsbewältigung, reduzierter Konsum von legalen und illegalen Drogen, sicheres Gefühl von Kontrollüberzeugung, Selbstwirksamkeit, Eigenverantwortung, Optimismus, Resilienz und Schutzmotivierung angeführt. Als letzter Punkt gilt der Zugang zu gesundheitsrelevanten Leistungen, insbesondere zu Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Freizeitmöglichkeiten, aber auch Einrichtungen der Krankenversorgung, Versorgung, Pflege und Rehabilitation. (vgl. Hurrelmann et al. 2010, 16)

Analog zur Krankheitsprävention handelt es sich hier auch wieder um Wahrscheinlichkeiten, welche aus statistischen Zusammenhängen berechnet werden. Es ist nicht möglich, sicher und kausal zu schließen, wie erfolgreich sich die Interventionsform X oder Y bei einem einzelnen Menschen direkt auswirkt. (vgl. Hurrelmann et al. 2010, 16f)

Gemeinsam ist den Interventionsformen (Krankheits)prävention und Gesundheitsförderung, dass sie sich am gleichen Ziel orientieren, und dass beide einer analogen Sachlogik des Handelns folgen: Es gilt dabei, einen Gesundheitsgewinn zu erzielen. Bei der Krankheitsprävention soll dabei der zu erzielende Gesundheitsgewinn durch das Zurückdrängen von Krankheitslast erzielt werden, während bei der Gesundheitsförderung die Stärkung von Gesundheitsressourcen im Vordergrund stehen. Deshalb richtet die Prävention ihr Augenmerk vornehmlich auf Risikofaktoren für Krankheit, die Gesundheitsförderung legt ihren Schwerpunkt auf gesunderhaltende Schutzfaktoren. Sie überschneiden sich also sowohl, was Ziel und Zielgruppe betreffen. Deshalb können als sich gegenseitig ergänzend verstanden werden, wobei je nach Ausgangssituation einmal die eine und dann wieder die andere Interventionsform die angemessenere und erfolgversprechendere sein kann. Sie voneinander scharf abzugrenzen, ist nicht hilfreich. (vgl. Hurrelmann et al. 2010, 17)

In Bezug auf das Auftreten einer Suchterkrankung können verschiedene Konzepte der Prävention unterschieden werden.

3.3 Suchtprävention

Die wohl älteste Unterscheidung, welche noch immer verbreitet ist, ist jene in die „primäre“, „sekundäre“ und „tertiäre“ Prävention. Dabei richtet sich die primäre Prävention an jene, bei denen noch keine Schäden durch den Konsum psychoaktiver Substanzen aufgetreten sind, beziehungsweise die überhaupt noch nie ebensolche konsumiert haben. Die sekundäre Prävention zielt als Frühintervention auf jene Zielgruppe ab, welche durch bereits erfolgten Konsum psychoaktiver Substanzen schon als gefährdet für das Auftreten einer Suchterkrankung erkennbar ist. Damit soll die Entwicklung zu einer Suchterkrankung bei diesen Menschen verhindert werden. Im Rahmen der tertiären Prävention werden jene Menschen erfasst, welche bereits eine Suchterkrankung entwickelt haben, bei ihnen ist das Ziel vor allem die Harm Reduction (Schadensminimierung). (vgl. Sack & Zeichner 2005, 251)

In den 1980er-Jahren wurde im Rahmen der Suchtprävention vor allem unterschieden, welche Zielgruppengröße von Interventionen angesprochen werden soll. Es handelte sich dabei zuerst um „Universelle Interventionen“, welche die Mitglieder einer Grundgesamtheit betraf, also zum Beispiel bei Jugendlichen eben alle Jugendlichen. Demgegenüber gab es „Selektive Interventionen“ vor allem für Jugendliche mit einem überdurchschnittlich hohen Risiko für das Auftreten einer Suchterkrankung, also bereits einer kleineren Gruppe, und die „Indizierten Interventionen“ für die Mitglieder von Hochrisikogruppen, also zum Beispiel Jugendliche aus sozialen Randgruppen mit Gewalterfahrungen. (vgl. Sack et al. 2005, 251)

Eine in den letzten Jahren immer häufiger vorkommende Unterscheidung ist jene in die „Verhältnisprävention“ und „Verhaltensprävention“. Diese werden in der Literatur häufig auch als „strukturbezogene“ und „personenbezogene“ Prävention bezeichnet. Die „strukturbezogene Prävention“ zielt dabei auf eine positive Gestaltung sozialräumlicher Lebensverhältnisse, darüber hinaus sind die Bereitstellung ausreichender ökonomischer, ökologischer und psychosozialer Ressourcen wichtige Faktoren. Im Gegensatz dazu ist die „personenbezogene Prävention“ auf die Persönlichkeit des angesprochenen Menschen gerichtet und zielt auf das Verhalten der Adressatinnen und Adressaten und Zielgruppen ab. (vgl. Sting & Blum 2003, 37)

4 Sucht

In diesem Kapitel werden Erklärungsmodelle zur Suchtentstehung präsentiert sowie illegale psychoaktive Substanzen vorgestellt.

4.1 Definition

In der Etymologie lässt sich der Begriff „Sucht“ aus dem althochdeutschen „suht“ herleiten. Damit wurden ursprünglich physische Krankheiten bezeichnet. Allerdings wurde in der Vergangenheit lange die Sucht im heutigen begrifflichen Verständnis nicht als Erkrankung gesehen, sondern entweder verharmlost oder als moralisch verwerfliches Fehlverhalten betrachtet (vgl. Bilitza 2008, 12f). Zimbardo und Gerrig beschreiben Sucht als einen Zustand, in welchem der Körper beim Ausbleiben der Substanz die psychoaktive Substanz braucht, um psychische oder physische Reaktionen, also beispielsweise Entzugserscheinungen, zu kompensieren und wieder zu funktionieren (vgl. Zimbardo & Gerrig 2004, 233).

Mittlerweile setzt sich zunehmend der Begriff der „Abhängigkeit“, mit der Unterscheidung zwischen „psychischer“ und „physischer Abhängigkeit“ durch. Es wird jedoch weiterhin auch die Bezeichnung „Sucht“ sowohl in der Literatur als auch in der Pra-is verwendet. Im Rahmen dieser Thesis wird der Begriff der „Sucht“ verwendet, da in der vom Verfasser verwendeten Literatur überwiegend ebendieser Begriff vorgefunden wird. Zu unterscheiden sind ferner die akute Into-ikation, die Gewöhnung und die eigentliche Suchterkrankung. Bei der Into-ikation handelt es sich um das Zustandsbild während oder kurz nach dem Konsum psychotroper Substanzen mit den ICD-10 Codes F 10 bis F 19. Beim ICD 10 handelt es sich um das Manual der „Internationalen Klassifikation der Krankheiten“ der Weltgesundheitsorganisation. Im Kapitel F werden dabei die diagnostischen Kriterien für psychische Störungen angeführt.

Bei den vorher genannten ICD-10 Codes F 10 bis F 19 sind vornehmlich Störungen des Bewusstseins, kognitiver Funktionen, der Wahrnehmung, des Affektes, des Verhaltens oder anderer psychophysiologischer Funktionen zu beobachten. Das Ausmaß der Into-ikation hängt dabei vor allem von der konsumierten Substanz, der Art der Einnahme, der Menge sowie der Gewöhnung des Körpers des betreffenden Individuums ab. Erkennbar sind diese Into-ikationen aufgrund klinisch beobachtbarer Verhaltensweisen oder durch die Beobachtung psychischer Veränderungen. (vgl. Dilling, Mombour, Schmidt & Schulte- Markwort 2000, 69ff) Sind bereits physische oder psychische Schäden aufgrund vorangegangenen Substanzgebrauchs nachweisbar, wird von schädlichem Gebrauch gesprochen. Dabei ist zu beachten, dass die Schäden dem Substanzgebrauch zuordenbar sein müssen, und das Gebrauchsmuster seit mindestens einem Monat besteht. (vgl. Dilling et al. 2000, 77)

Im Diagnosemanual ICD-10 werden die Kriterien für das Stellen der Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms definiert, welche die wesentlichen Merkmale einer Sucht beschreiben:

1. Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang, Substanzen zu konsumieren
2. Verminderte Kontrollfähigkeit bezüglich des Substanzkonsums („Kontrollverlust“)
3. Substanzgebrauch, um Entzugssymptome zu mildern
4. Körperliches Entzugssyndrom
5. Nachweis einer Toleranz
6. Eingeengtes Verhaltensmuster beim Konsum
7. Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügen oder Interessen
8. Anhaltender Konsum trotz Nachweises eindeutig schädlicher Folgen (vgl. Dilling et al. 2000, 77f).
Der ICD-10 definiert Sucht also vor allem über die äußeren Merkmale, ohne eine Erklärung für die Entstehung zu liefern.

4.2 Erklärungsmodelle zur Suchtentstehung

In der Literatur werden viele Erklärungsmodelle zur Suchtentstehung beschrieben. Dazu gab es in der Vergangenheit sowohl monokausale als auch multifaktorielle Modelle. Eine durchgehende Übereinstimmung bei den aktuellen Erklärungsmodellen ist, dass sie multifaktoriell bestimmt stimmt sind, es also auf das Zusammenkommen verschiedener Faktoren ankommt. Solche Faktoren können beispielsweise sein, wie die jeweilige Substanz wirkt, wie leicht erreichbar sie ist, darüber hinaus individuelle und umweltbedingte Einflussfaktoren, aber auch das Fehlen von hemmenden oder unterstützenden Faktoren kann eine beeinflussende Bedeutung haben, etwa mangelnde Bindung oder zu geringe Resilienz.

4.2.1 Psychoanalytische Suchttheorie

Bei dieser Form der Suchttheorie wird davon ausgegangen, dass die Persönlichkeit des Menschen das im Mittelpunkt stehende Kriterium ist, welches über die Suchtgefährdung entscheidet. Bereits Freud beschrieb dabei die orale Fi-ierung beim abhängigen Menschen. Der orale Charakter der Sucht ist dabei Ausdruck eines regressiven Rückriffs auf das lustvolle kindliche Lutschen und Saugen. Kommt es zu einer Unfähigkeit, mit Spannungen und Frustrationen umzugehen, entsteht eine erhöhte Anfälligkeit zur Regression, welche dazu führt, dass Menschen bei Belastungen dazu tendieren, frühkindliche Verhaltensmuster aufzugreifen. Diese fehlende Belastbarkeit führt dazu, dass de Betroffenen versuchen, sich eine schnelle, möglichst unmittelbare Befriedigung ihrer aktuellen Bedürfnisse zu verschaffen. In Konfliktlagen greifen demnach Abhängige auf diesen oralen Modus zurück. (vgl. Subkowski 2008, 56f)

Den psychoaktiven Substanzen kommen dabei vor allem drei Funktionen zu: Erstens soll eine zeitnahe Erleichterung durch die am Lustprinzip orientierte narzisstische Störung und Rückbesetzung des instabilen Ichs erreicht werden. Zweitens soll die psychoaktive Substanz eine alternative Realität erschaffen, die einen Rückzug zur realen e-ternen Welt ermöglichen soll. Drittens soll die Triebspannung unmittelbar und sofort reduziert werden, indem das Ich-Ideal als Ziel und Mittel der Triebsublimierung aufgegeben wird. (vgl. Subkowski 2008, 78f)

4.2.2 Kognitive Erklärungsmodelle

Bei diesen Modellen stehen gedankliche Handlungsprogrammierung und geplantes Handeln im Mittelpunkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen psychoaktive Substanzen konsumieren, ist dabei von fünf Faktoren abhängig: Neben der Verfügbarkeit der psychoaktiven Substanz beeinflussen der Grad der subjektiven Stressbelastung, die Selbstwirksamkeitserwartungen als alternative Bewältigungsstrategie, die wahrgenommene subjektive Unfähigkeit zur Kontrolle über die erlebte Situation sowie der Mangel an geeigneten Bewältigungsstrategien, ob es zu einem Konsum kommt. (vgl. Tretter 2000, 16f)

4.2.3 Soziologische Suchttheorie

Bei dieser Suchttheorie steht die unmittelbare Umwelt des Menschen und ihr Einfluss auf die Betroffenen im Mittelpunkt. Zu diesem Umfeld können Familie, Erziehung, Freundeskreis und Peer Group, aber auch die Umgebung in der Schule und am Arbeitsplatz gehören. Gerade bei Jugendlichen ist die Peer Group ein wichtiger Faktor. Die emotionale Abhängigkeit von dieser Gruppe Gleichaltriger birgt Gefahrenquellen für die Entstehung einer Suchtentwicklung. Dabei ist häufig ein gemeinsames Probier- und E-perimentierverhalten zu beobachten, bei dem sich die Beteiligten in ihrem Verhalten bestärken. Die Beziehung zur Peer Group ist vor allem dann hoch riskant, wenn einerseits bei den gefährdeten Kindern und Jugendlichen die Beziehung zu den Eltern belastet ist, und andererseits innerhalb einer Peer Group die abweichende Normen beziehungsweise ein gefahrvolles Verhalten gutgeheißen und betrieben wird. (vgl. Palentien & Harring 2010, S. 365f)

4.2.4 Selbstmedikation

Ein seit längerer Zeit allgemein akzeptiertes Entstehungsmodell ist die Selbstmedikationshypothese von Khantzian, welche besagt, dass es sich bei Suchterkrankungen nicht um eine primäre, von anderen psychischen Auffälligkeiten und Störungen unabhängige Erkrankung handelt. Er betrachtet den Substanzkonsum in seiner Funktion, damit einen bestehenden Leidensdruck zu lindern. Der daraus folgende verstärkte Substanzkonsum wird damit als zentrale Ursache für das Entstehen der Suchterkrankung beschrieben, weil sich der gewünschten Erfolg zuverlässig und unmittelbar einstellt und damit attraktiv und - im Augenblick - sinnvoll ist. Mitte der Achtzigerjahre, als Khantzian diese These veröffentlichte, war sie zuerst umstritten, setzte sich aber zunehmend durch. (vgl. Lenz, Freidl, Kaup-Eder & Weiss 2002, 130f)

4.2.5 Konditionierung

Um einen weiteren auf die Suchtentstehung Einfluss nehmenden Faktor handelt es sich bei der Konditionierung, welche bei der Suchtentwicklung mit kurz vorher oder gleichzeitig angebotenen Reizen verbunden ist. Dabei erfolgt der Konsum psychoaktiver Substanzen wiederholt in bestimmten Situationen und Umgebungen. Damit kann auch erklärt werden, warum ein radikaler Umgebungswechsel sich oftmals positiv auf die Senkung der Rückfallhäufigkeit der Betroffenen auswirkt, da konditionierte Reize, welche für ihren Konsum ausschlaggebend waren, in der neuen Umgebung nicht mehr vorhanden sind. (vgl. Birbaumer & Schmidt 2006, 673f)

4.2.6 Sucht als neuroendokrinologische Erkrankung

Ein Umdenken, vor allem was die den Suchtkranken häufig unterstellte „Willensschwäche“ betrifft, beschreibt Lüdecke (2010, 27f), indem sie auf die neurohormonale Grundlage von Suchterkrankungen verweist. Aufgrund der neurohormonalen Veränderungen ist für Suchtkranke der Substanzkonsum willentlich nur in eingeschränktem Maße kontrollierbar. Suchterkrankungen sind heute einerseits als psychische Störung, sowie andererseits als neuroendokrinologische Erkrankung akzeptiert und werden daher nicht mehr mit Charakterschwäche oder sozialer Abweichung gleichgesetzt.

4.2.7 Das körpereigene Belohnungssystem

Das Hirnbelohnungssystem besteht aus weitverzweigten Neuronenverbindungen. Dieses Netzwerk regelt das Verhalten im Sinne einer Belohnung. Es erzeugt Zustände von Freude und Wohlbefinden, aber auch Motivation. Ein Belohnungsreiz verstärkt über Dopaminausschüttung diejenigen Nervenverbindungen, die zu dem gewünschten Verhalten führen. Zu den vom Botenstoff Dopamin gesteuerten Hirnstrukturen in diesem Netzwerk gehören in erster Linie das ventrale Tegmentum, die Amygdala, der Nucleus accumbens, das Striatum und der präfrontale Korte-. Die Amygdala nimmt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle beim Entstehen von Emotionen und beim emotionalen Lernen ein. Darüber hinaus ist sie vor allem für die furchtgeleitete sowie die angstgeleitete Verhaltensbewertung zuständig. Sie ist aber auch an positiv besetzten Zuständen im Zusammenhang mit Lernen und Gedächtnisbildung beteiligt. (vgl. Schmidt 1999, 71f.) Das mesolimbische System, das aus dem ventralen Tegmentum, einem Teil des Hypothalamus, dem Nucleus accumbens und Teilen des Striatums besteht, registriert und verarbeitet Belohnungsereignisse und ist Teil des körpereigenen Belohnungssystems. Die entscheidende Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer Abhängigkeit spielt dabei dieses Belohnungssystem des Zentralnervensystems. Eigentlich wird dieses System wie beschrieben durch Prozesse angeregt, welche für das Überleben Einzelner und das Überleben der Art überlebensnotwendig sind, beispielsweise die Nahrungsaufnahme, das Trinken und das Ausleben der Se-ualität, sowie das mütterliches Fürsorgeverhalten. Deshalb ist es in Bezug auf den Einfluss auf das Verhalten des Menschen auch sehr mächtig. Wenn aber ein Mensch aus eigenem Erleben erfahren und damit gelernt hat, dass die Einnahme psychoaktiver Substanzen zu einer Koppelung mit positiven Stimuli oder Erinnerungen wie Wohlbefinden oder Lust führt, kommt es über neuronale Verbindungen im Zentralnervensystem zu einer Förderung der Motivation, bestimmte psychoaktive Substanzen zu konsumieren. Diese Motivation tritt vor allem dann auf, wenn durch den Konsum von psychoaktiven Substanzen das Dopaminsystem stimuliert und dadurch Dopamin und Endorphin freigesetzt wird. Die am Prozess beteiligten Hormone erzeugen ein subjektiv empfundenes Belohnungsgefühl der Entspannung oder Hochstimmung und regen damit zu einem erneuten Konsum psychoaktiver Substanzen an. (vgl. Schmidt 1999, 72ff)

4.2.8 Sucht als Folge fehlender Bindung

Auf die Bedeutung der Bindung, beziehungsweise die Gefährdungen, welche durch fehlende Bindung entstehen, verweist neben vielen anderen Greca, der dabei besonders auf die Bedeutung für die Suchtprävention verweist (vgl. Greca 2009, 49). Die Wirkmechanismen und Folgen verschiedener Bindungsstrategien werden im Kapitel 7.4 ausführlich besprochen.

4.2.9 Genetische Prädisposition

Aufgrund der Häufung von Suchterkrankungen bei einzelnen Familien wurde vermutet, dass die Gene des Menschen hier eine wichtige Rolle spielen. Die Suche nach genetischen Ursachen, also quasi einem „Sucht-Gen“, wie es manchmal in der Populärliteratur genannt wird, hat bis dato noch zu keinem abschließenden Erfolg geführt. Ebenso erfolglos war bisher der Versuch, auf psychologischer Ebene eine spezifische Primärpersönlichkeit mit süchtiger Grundhaltung, welche besonders suchtgefährdet ist, zu finden. (Bell 2014, 36).

4.2.10 Multifaktorielle Ursachen

Im Mittelpunkt dieser Modelle stehen in der Regel die drei Faktoren Person, Droge und Umwelt. Entwickelt wurde das am meisten verbreitete Modell, die „Trias der Verursachungsfaktoren der Drogenabhängigkeit“, schon in den Siebzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Es veranschaulicht das Wechselspiel der Faktoren Person, Umwelt und Droge in einem einfachen Dreieck. Diese Faktoren können niemals einzeln, sondern sie müssen immer im Gesamtkonte-t und der Beziehung zueinander betrachtet werden. Es spielt in erster Linie nicht nur die Wirkungsweise der Drogen eine Rolle. (vgl. Sting et al. 2003, 34f)

Abbildung 1 Suchtursachendreieck (Sting et al. 2003, 34)

Beim Faktor Person ist sowohl die physische als auch die psychische Disposition von entscheidender Bedeutung. Die Person wird nicht nur durch ihre genetische Disposition bestimmt, sondern auch durch die sie prägenden Persönlichkeitsfaktoren. Für die Entwicklung eines Suchtverhaltens sind ebenso verschiedene Persönlichkeitsmerkmale ausschlaggebend, wie beispielsweise Introversion, eine geringe Frustrationstoleranz, ein zu geringes Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein, Depressivität oder die Höhe der Risikobereitschaft. Um hier Schutzfaktoren schaffen zu können, bedarf es einer Förderung der sozialen und persönlichen Ressourcen und Kompetenzen (vgl. Sting et al. 2003, 34).

Der Faktor Umwelt kann in den unmittelbaren Sozialen Nahraum sowie in die Gesellschaft im Allgemeinen unterteilt werden. Unter Nahraum wird dabei das jeweilige persönliche soziale Umfeld, wie zum Beispiel die Familie, Schule und Freunde des Individuums verstanden. Hier kann es für die betreffende Person entscheidend werden, ob es beispielsweise in der Familie belastende Situationen gibt, ob es bereits eine bestehende Suchtbelastung durch nahe suchtkranke Angehörige gibt, welche subjektiven Überforderungen die Person in der Schule, Ausbildung oder im Beruf erfährt, oder ob es fehlende soziale Beziehungen gibt. Beim Faktor Gesellschaft spielen Variablen wie Werte und Lebensweisen, die geschlechtsspezifische Sozialisation, bedrohende Leistungs- oder Konkurrenzsituationen oder mangelnde Zukunftsperspektiven eine Rolle. (vgl. Sting et al. 2003, 34f)

Komplettiert wird die Trias der Suchtursachen durch den Faktor Droge. Dieser hat eine entscheidende Bedeutung, weil es ohne dem Vorhandensein einer entsprechenden psychoaktiven Substanz natürlich keine Suchterkrankung nach ebendieser geben kann. Von besonderer Wichtigkeit ist hier die Art und Wirkungsweise der Substanz, mit welcher der gewünschte Effekt auf das psychische Befinden erreicht werden kann. Die Verfügbarkeit, also Griffnähe und Zugänglichkeit, die Dosis, die Dauer und die Intensität der Anwendung sind ebenfalls zu beachten (vgl. Sting et al. 2003, 34f).

4.2.11 Lebensgeschichtliche Ereignisse

Seit Jahren gibt es darüber hinaus Untersuchungen, welche belegen, dass besonders die Lebensgeschichten vieler Suchtkranker durch Gewalterfahrungen, se-ualisierte Gewalt, Bindungsprobleme und umfassenden Vertrauensmissbrauch gekennzeichnet sind. Diese Studien beschäftigen sich mit Zusammenhängen der erlittenen traumatischen Erfahrungen in der Kindheit und aktuellen substanzbezogenen Störungen in der Allgemeinbevölkerung. (vgl. Möllering 2008, 151)

Immer öfter wird darauf verwiesen, dass es sich bei dem bei vielen Betroffenen gemeinsamen Auftreten von Suchterkrankungen mit anderen psychischen Störungen nicht um ein zufälliges Nebeneinander im Sinne einer Komorbidität handelt, sondern dass es kausale Wechselwirkungen dieser Erkrankungen gibt. So fordern Reddemann und Schäfer beispielsweise, dass Suchterkrankungen nicht nur im Sinne einer zufälligen Komorbidität sondern als eigenständige Traumafolgeerkrankung angesehen werden müssen (vgl. Schäfer & Reddemann 2005, 9).

4.2.12 Entzugsvermeidung

Ab einem gewissen Stadium der Suchterkrankung erlangt der Substanzkonsum in seiner Funktion zur Entzugsvermeidung immer größere Bedeutung. Da die Entzugssymptome zumeist affektiv und vegetativ das Gegenteil der ursprünglich als positiv erlebten Zustände unter Substanzeinfluss sind, entsteht das Bedürfnis der erneuten Einnahme noch während der positiven Nachempfindung des letzten Konsums (vgl. Birbaumer et. al. 2006, 672f). Da sich die Entzugssymptome nach Art und Wirkung der fehlenden psychoaktiven Substanz unterscheiden, werden den einzelnen Entzugssyndromen im ICD-10 verschiedene Codes mit der Einordnung F 1-.3 zugeordnet. Dabei wird zwischen Alkohol, Opioiden, Cannabis, Kokain, anderen Stimulanzien, Halluzinogenen, Nikotin und Lösungsmittel (ICD F 10.3 F 18.3) unterschieden. Dem Entzugssyndrom bei multiplem Substanzgebrauch ist der Code F 18.3 zugeordnet. (vgl. Dilling et al. 2000, 79ff)

4.3 Substanzen als Einflussfaktoren zur Suchtentwicklung

Psychoaktive Substanzen können durch ihre Wirkmechanismen psychisch und/oder physisch abhängig machen. Daher werden im Folgenden die Wichtigsten beschrieben.

4.3.1 Geschichte der Opioide

Opioide werden grundsätzlich in synthetische (z.B. Methadon), halbsynthetische (z.B. Heroin) und natürliche (z.B. Morphin, Codein) eingeteilt. Sie ähneln sowohl chemisch als auch in ihrer Wirkung körpereigenen Stoffen, wie zum Beispiel den Endorphinen. Dabei ist allen Opioiden gemeinsam, dass sie aus dem Saft unreifer Samenkapseln des Schlafmohns hergestellt werden. Dieser milchige Saft enthält 37 Alkaloide und wurde in der Vergangenheit sowohl unmittelbar als Tinktur als auch nach dem Aufkochen und Filtrieren als Rauchopium verwendet. Im Rauchopium liegt der Morphinanteil noch unter zehn Prozent der Gesamtsubstanz. Bis vor etwa hundert Jahren wurde in der Medizin Opium als hochpotentes Schmerzmittel und gegen Depressionen eingesetzt. Im arabischen Raum wurde bereits vor circa 6.000 Jahren die berauschende und beruhigende Wirkung des Schlafmohns von Ägyptern und Sumerern genutzt. (vgl. Böcker 1999, 152ff) In Europa hat unter anderem der bekannte Arzt und Wunderheiler Philippus Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, der auch Paracelsus genannt wurde, die Wundarznei „Laudanum“ hergestellt und angewendet, der neben anderen Substanzen auch Opium beigefügt war. (vgl. Schumacher 2007, 298)

4.3.2 Wirkung der Opiate

Bereits vor über hundert Jahren berichteten Menschen, die Opium konsumiert hatten, dass sie unter dem Einfluss dieser psychoaktiven Substanz angenehme Gedanken und Gefühlen erlebt haben, und sich in einem Zustand wohliger Ruhe und Geborgenheit befunden haben. Sie konnten sich durch die Einnahme zuverlässig und rasch entspannen. Wenn Opiate, wie es in der Gegenwart häufig der Fall ist, intravenös konsumiert werden, wird durch die damit erreichte wesentlich schnellere Anflutung der Wirkstoffe im Gehirn in wesentlich kürzerer Zeit eine Hochstimmung erreicht, die mehrere Stunden anhalten kann. (vgl. Böcker 1999, 154)

Wie bei vielen anderen psychotropen Substanzen kommt es auch bei den Opiaten zu einer rasch fortschreitenden Toleranzentwicklung, welche bei wiederholter Einnahme eine deutliche Dosissteigerung erfordert, um die gleiche Wirkung wie vor dem Einsetzten der Toleranzentwicklung zu erzielen. Eine Überdosierung birgt aber die Gefahr eines Atemstillstandes, der bis zum Tode führen kann. Bereits wenige Konsumationen von Opiaten können eine psychische und körperliche Abhängigkeit hervorrufen. (vgl. Forth, Heschler & Rummel 1992, 301)

Die als positiv erlebten Wirkungen wie Reduktion von Angst, Schmerzunempfindlichkeit, die beruhigende, einschläfernde Wirkung und die Unterdrückung des Hustenrefle-es werden von folgenden als quälend erlebten Entzugserscheinungen abgelöst, nämlich dem „Opiathunger“, also einem starken Verlangen nach der psychoaktiven Substanz (Craving), starker Unruhe, Gähnen, verstärktem Tränenfluss, einer Erweiterung der Pupillen, Kälteschauer, Gänsehaut, Zähneknirschen, Durchfälle mit Magen- und Darmkrämpfen, Erbrechen, Muskel- und Gelenkschmerzen, sowie Bluthochdruck, Fieberschübe, Steigerung der Atemfrequenz sowie Ein- und Durchschlafstörungen. (vgl. Forth et al 1992, 301) Wie auch für andere psychoaktiven Substanzen, welche am Schwarzmarkt gehandelt werden, gilt, dass in der Straßenszene nie die chemisch reine Substanz erhältlich ist. Sie wird mit anderen Substanzen gemischt, ungiftigen wie beispielsweise Puderzucker oder Ascorbinsäure genauso wie mit hoch giftigen, unter anderem Strychnin. Aber auch ansonsten ungiftige Substanzen können bei intravenösem Konsum verheerende Auswirkungen haben.

4.3.3 Heroin

Erstmals gelang im Jahr 1804 dem damals 21-jährigen Apothekergehilfen Friedrich Wilhelm Adam Sertürner die Isolierung des Morphins. Bereits wenige Jahre später wurde die Möglichkeit zur halbsynthetischen Herstellung des Diacetylmorphins entdeckt und umgesetzt. Der Konsum erfuhr durch die Entwicklung der Injektionsnadel gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine sehr große Steigerung. (vgl. Stolz-Gombocz 2004, 235) Im Jahr 1828 gelangte Diacetylmorphin unter dem Handelsnamen „Merck´s Morphine“ auf den Markt und wurde rezeptfrei in Apotheken verkauft. 1898 leicht chemisch verändert und in seiner Wirkung verstärkt, indem es mit Essigsäureanhydrid verkocht wurde, erfolgte die Markteinführung unter dem Namen „Heroin“. (vgl. Schumacher 2007, 303) Durch die großzügige Verwendung als Schmerzmittel in den Lazaretten während der Kriege der letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts und im Ersten Weltkrieg wurde Morphium dem medizinischen Personal und vielen Verwundeten bekannt. Sie lernten die schmerzstillende und euphorisierende Wirkung kennen, daraus resultierte eine weite Verbreitung. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Morphine im deutschen Sprachraum weit verbreitet, ehe der Konsum dieser Substanz zurückging. In den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts änderte sich dies jedoch wieder, und vor allem Jugendliche und jungen Erwachsene entdeckten und konsumierten diese Substanz verstärkt. (vgl. Rahn & Mahnhof 2000, 389f) Heroin ist ein hochpotentes Schmerzmittel, das darüber hinaus eine sedierende, also beruhigende Wirkung hat (vgl. Schumacher 2007, 303). Als unmittelbar erste Wirkung tritt ein starkes Hochgefühl ein, begleitet von Euphorie, Lust, Sorglosigkeit. Es tritt ein stundenlanger Zustand des Wohlbefindens ein. Da diese Wirkung nach circa fünf bis acht Stunden abnimmt, kommt es häufig zu täglichem mehrmaligen Konsum (vgl. Schumacher 2007, 305). Allerdings ist das Suchtpotenzial wesentlich höher als vergleichsweise bei Morphium (vgl. Schumacher 2007, 303). Die Wirkung des Heroins beruht auf der Tatsache, dass es anstatt körpereigener Endorphine in den Stoffwechsel eingebunden wird und die Bildung dieser körpereigenen Endorphine hemmt. Der darauf beruhende Mechanismus ist auch für die schweren Entzugserscheinungen verantwortlich: starkes Schwitzen, Schüttelfrost und schmerzhafte Krämpfe, welche über Tage andauern können. Außerdem ist bei Heroin die Toleranzentwicklung besonders rasch und stark. (Schumacher 2007, 305f)

4.3.4 Kokain

Seit Jahrhunderten werden in Südamerika Coca-Blätter von der autochthonen Bevölkerung gekaut, um damit einerseits Hungergefühle zu unterdrücken und andererseits die Leistungsfähigkeit zu steigern. Durch die Kokainsynthese wird aus den Coca-Blättern ein Doppelester der Tropincarbonsäure gewonnen. Diese Substanz ist unter dem Namen Kokain bekannt. Sie kann sowohl nasal als auch intravenös konsumiert werden. Nach der Einnahme des Kokains werden Puls und Atmung beschleunigt. Es stellen sich Symptome wie Geselligkeit, Antriebsreichtum, Redseligkeit und eine psychische Hochstimmung ein. Die Konzentrationsfähigkeit erscheint subjektiv erhöht, ebenso werden assoziative Fähigkeiten verstärkt, was aber zu einer Gedankenflut führt, die bis zu einer Überlastung der Verarbeitung durch das Gehirn führen kann. (vgl. Schumacher 2007, 282f) Gleichzeitig erleben die Betroffenen ein stark erhöhtes Selbst-Gefühl von Wirkmächtigkeit, die eingenommene Substanz ruft starke Omnipotenzgefühle hervor (vgl. Kuntz 2000, 127f).

4.3.5 Cannabis

Cannabisprodukte zählen bereits zu den am häufigsten konsumierten illegalen psychoaktiven Substanzen.

Sie werden häufig von jugendlichen Konsumentinnen und Konsumenten in Form selbst gedrehter Zigaretten als Joints geraucht. Cannabis wird ausschließlich aus den weiblichen Hanfpflanzen gewonnen. Dabei ist zwischen Marihuana und Haschisch zu unterscheiden. Marihuana ist eine Mischung aus den getrockneten Blättern und Blüten der Hanfpflanze. Das stärker wirksame Harz der Pflanze dient zur Gewinnung von Haschisch. Beide beinhalten dabei den Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC). Cannabis besitzt einen sehr starken Eigengeruch, welcher durch das Erwärmen noch verstärkt wahrnehmbar wird.

Neben der häufigsten Konsumform, dem Rauchen, können Cannabisprodukte auch gegessen oder getrunken werden. Um die psychoaktive Wirkung des THCs zu aktivieren, ist es jedoch notwendig, dass das Cannabis zuvor stark erhitzt wird. Durch den Konsum von Cannabisprodukten kann es zu einer Veränderung der Wahrnehmung kommen, vor allem zu einer Störung des Assoziationsvermögens, einer Regulation des Erregungszustandes sowie zu einer deutlichen Herabsetzung der Kritikfähigkeit. Weiters können Heiterkeitsausbrüche und Lachanfälle sowie Traurigkeit und Tränenausbrüche einander abwechseln. Folgen von chronischem Missbrauch können Sinnestäuschungen und entsprechende Fehlhandlungen, aber auch Angst- und Panikzustände sein. Lebensbedrohliche physische Erkrankungen der Atmungsorgane, wie zum Beispiel ein Lungenkarzinom, und psychische Erkrankungen, etwa Depressionen, werden zu den Langzeitfolgen des starken und chronischen Missbrauchs von Cannabisprodukten gezählt. Vor allem aufgrund der häufig beruhigenden Wirkung wird Cannabis auch von Menschen mit erhöhter Erregung und erhöhten Angstzuständen zur Selbstmedikation verwendet. (vgl. Brosch et al. 1993, 117ff) Der regelmäßige Konsum kann das Risiko für eine spätere Schizophrenieerkrankung um das Sechsfache erhöhen (vgl. Mueser, Brunette & Drake 2007, 124).

5 Trauma

In diesem Kapitel werden die Begriffe Trauma und Traumatisierung unterschieden, das Entstehen von Traumatisierungen erklärt, mögliche Folgen aufgezeigt, sowie Möglichkeiten der Verarbeitung erklärt. Zum Ende des Kapitels wird auf den besonderen Zusammenhang von Traumaerfahrung und Suchtentstehung hingewiesen.

5.1 Definition

Der Begriff „Trauma“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet allgemein „Verletzung“ oder „Wunde“. In der Medizin wird bezogen auf physische Verletzungen beispielsweise bei stumpfen Verletzungen der Haut eine „Traumasalbe“ verschrieben. Geht es jedoch um Verletzungen im Bereich der Psyche, werden parallel die Begriffe Trauma oder Psychotrauma verwendet. Um die Lesbarkeit der vorliegenden Arbeit zu erleichtern, wird in weiterer Folge immer das Wort Trauma verwendet werden, und der Begriff Psychotrauma ist mitgemeint.

Zur Kategorisierung können also mindestens vier verschiedene Definitionen des Konzepts des psychischen Traumas unterschieden werden:

- Trauma als Verletzung oder Wunde in Analogie zum ursprünglichen medizinischen Sprachgebrauch als psychische Folgeerscheinung eines Ereignisses - Trauma als reales Ereignis im Sinne eines als schmerzlich erlebten überwältigenden Ereignisses im Gegensatz zu psychisch verarbeitbaren Erfahrungen, - Trauma als Erlebnis im Sinne eines bedeutsamen Ereignisses in Abgrenzung zu seelisch unwichtigen Ereignissen und
- Trauma als unmittelbare oder langfristige Folgeerkrankung im Sinne einer nosologischen Kategorie (vgl. Möllering 2008, 160)

Fischer und Riedesser beschreiben Trauma als ein Ereignis, das als vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und subjektiven Bewältigungsfaktoren erlebt wird, und das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein einhergeht. Dieses Erleben führt so zu einer dauerhaften Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses.

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Ende der Leseprobe aus 126 Seiten

Details

Titel
Was hätten KlientInnen aus Sicht von SuchtberaterInnen gebraucht, um nicht suchtkrank zu werden?
Hochschule
FH Kärnten, Standort Spittal  (Soziale Arbeit)
Note
2
Autor
Jahr
2017
Seiten
126
Katalognummer
V378295
ISBN (eBook)
9783668563087
ISBN (Buch)
9783668563094
Dateigröße
1858 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sucht, Prävention, Komorbidität, Sozialarbeit, Sozialpädagogik, Trauma, Suchtberatung, PTBS, Posttraumatische Belastungsstörung, Suchtentstehung, Suchttheorie, Substitution, Psychotrauma, Psychotraumatologie, ADHS, Bindung, Bindungsstörung, Kärnten
Arbeit zitieren
Martin Kutej (Autor), 2017, Was hätten KlientInnen aus Sicht von SuchtberaterInnen gebraucht, um nicht suchtkrank zu werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378295

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