Scheidungskinder. Konsequenzen einer Ehescheidung und Unterstützungsvorschläge für betroffene Kinder


Facharbeit (Schule), 2017

15 Seiten, Note: 1,2

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Konsequenzen der Ehescheidung für die betroffenen Familien
2.2 Veränderungen der Lebensbedingungen
2.2.1 Überforderung der alleinerziehenden Elternteile
2.2.2 Finanzielle Situation und Erwerbstätigkeit
2.2.3 Wohnsituation und soziale Netzwerke

3. Reaktionen und Auswirkungen der Scheidung
3.1 Altersspezifische Reaktionen
3.1.1 Vorschulkinder
3.2 Langzeitfolgen
3.2.1 Negative Folgen
3.2.2 Positive Folgen

4. Soziale Unterstützung der Scheidungskinder in Tageseinrichtungen
4.1 Verhaltensänderungen wahrnehmen

5. Schluss/Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

„Der Tag, an dem sich meine Eltern scheiden ließen, war das Ende meiner Kindheit“, erklärten die Kinder, die an einer Untersuchung von Judith Wallerstein, welche sich auf eine der bislang umfangreichsten Langzeitstudie über Ehescheidungen und deren Auswirkungen bezieht, teilgenommen haben.

Scheidungen prägen das Leben vieler Kinder und Erwachsenen, welche meist unter psychischen Problemen, die durch eine Scheidung ausgelöst werden, leiden.1

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, zu denen die Autorin durch ihre Untersuchung gelangt ist, beinhaltet, dass viele Scheidungsfolgen, unter denen die betroffenen Kinder leiden, sich im Leben dieser Kinder niederschlagen und durch Bemühungen der Eltern um eine „gute Scheidung“ nicht auszuschließen sind.

Viele junge Erwachsene noch heute mit tiefem Bedauern auf eine schwierige Kindheit und eine verwirrende Jugend zurück.2

Zahlen des statistischen Bundesamtes belegen, dass alleine im Jahr 2015 von 163 335 geschiedenen Ehen in Deutschland, insgesamt rund 132 000 minderjährige Kinder betroffen waren.3

Auch ich bin ein Scheidungskind. Meine Eltern trennten sich, als ich vier Jahre alt war. Als Kind habe ich versucht, trotz Trennung der Eltern, mit beiden Elternteilen in Kontakt zu bleiben. Auch mit den neuen Familien, die zum Beispiel durch eine erneute Heirat eines Elternteils entstehen, musste ich versuchen zurechtzukommen. Für mich waren damals meine Eltern zwei völlig unterschiedliche Menschen, die an zwei unterschiedlichen Orten wohnen. Da die moralischen Wertvorstellungen, die meine beiden Eltern mir zu vermitteln versucht haben sich einander häufig widersprachen, musste ich selber Werte entwickeln und den Mut aufbringen, auf mein Urteil zu vertrauen und meinen eigenen Weg zu finden. Auch hatte ich immer das Gefühl, für meine leidenden Eltern sorgen zu müssen. Auch das ständige Hin und Her zwischen zwei Elternhäusern, fiel mir schwer und tat mir nicht gut. Da meine Eltern relativ nah beieinander wohnten, hatte ich jedes Mal die Sorge die Gefühle des einen zu verletzen, wenn ich beschlossen hatte, den anderen Elternteil zu besuchen. Es war schwer zu akzeptieren, dass meine beiden Eltern, die mich beide liebten, aber füreinander keine Liebe mehr empfanden, sich ein neues Leben aufzubauen versuchten.

Mit der Thematik „Scheidung“ möchte ich mich daher aus dem einen Grund befassen, da ich wie oben schon genannt selber ein Scheidungskind bin und aus dem anderen Grund, um vielleicht die ein oder andere Sache dadurch besser verstehen und begreifen zu können.

Zu Beginn meiner Recherche zu diesem Thema stellte sich mir vor allem die Frage, welche Folgen die Scheidung für das Kind haben und ob sich altersspezifische Unterschiede in verschiedenen Punkten feststellen lassen. Und wie wir als pädagogische Fachkräfte den betroffenen Kindern helfen können.

2. Konsequenzen der Ehescheidung für die betroffenen Familien

2.2 Veränderungen der Lebensbedingungen

2.2.1 Überforderung der alleinerziehenden Elternteile

Da nach einer Scheidung meist ein Elternteil mit dem Kind alleine bleibt, muss von nun an alles ohne die Hilfe des Partners klappen. Das nun sorgeberechtigte Elternteil muss von jetzt an den Alltag selbstständig organisieren und somit auch die Arbeit machen, die davor zwei gemacht haben. Hierbei sind oft häusliche Desorganisation und Überlastung die Folge. Die praktischen Lebensprobleme wie z.B. die Neustrukturierung des Alltags ohne den Partner an der Seite gehören mit zu den größten Stressbelastungen in der ersten Phase der Scheidung.

2.2.2 Finanzielle Situation und Erwerbstätigkeit

Das Vermögen, welche beide Elternteile über die Jahre zusammen angespart haben, muss nun aufgeteilt werden. Hierbei stellt sich immer wieder die Frage, wer was bekommt. Der sorgeberechtigte Elternteil muss im schlimmsten Fall zusätzlich meist noch selbst arbeiten gehen, um die schlechte finanzielle Situation auszugleichen. Insbesondere die Doppelbelastung von Erwerbstätigkeit und der Ausübung der Elternrolle führt oft zur Erschöpfung. Hierbei kommen meist noch Probleme der Kinderbetreuung dazu. Die allein erziehenden Eltern sind auf Krippen, Kindergärten und Horte angewiesen.

2.2.3 Wohnsituation und soziale Netzwerke

Aufgrund der meist vorhandenen finanziellen Schwierigkeiten, müssen viele alleinerziehende Elternteile die vertraute Umgebung verlassen, um in kleinere und preisgünstigere Wohnungen zu ziehen.4 Die meisten Kinder wohnen nach der Trennung ihrer Eltern bei der Mutter und dürfen bei diesem Punkt auch wenig mitbestimmen.5 Auch für die betroffenen Kinder hat dies Folgen. Auch sie verlieren ihre gewohnte Umgebung. Dies hat zur Folge, dass sie ihre bereits bestehenden sozialen Beziehungen beenden müssen.

Auch das Zimmer, welches sie davor hatten, fällt jetzt vielleicht kleiner aus.

Somit haben sie immer weniger Möglichkeiten die Freizeit in der Wohnung zu verbringen. Auch ob die Kinder Freunde oder Freudinnen zu sich nach Hause einladen können ist bedingt durch die Größe und Ausgestaltung der Wohnung und des Kinderzimmers, als auch durch die dort vorhandenen Spielmöglichkeiten.

Somit verhindern Platzmangel und die tägliche Überlastung des allein erziehenden Elternteils sehr häufig den sozialen Kontakt zu gleichaltrigen Spielgefährten.

Statt neue Freundschaften zu schließen, greifen die Kinder immer häufiger zu Fernseher oder Computer.4 Die Scheidung zieht eine Reihe von Folgen, welche vor allem die Kinder betreffen, nach sich. Auf all diese Probleme, welche eine Scheidung mit sich bringt, reagiert jedes Kind anders. Die Kinder müssen von jetzt an lernen, mit der neuen Situation umzugehen und diese zu akzeptieren.

[...]

1 vgl. Marquardt Elizabeth 2011, S.8

2 vgl. Marquardt Elizabeth 2011, S.15

3 vgl. Statistisches Bundesamt auf www.destatis.de und Anhang Abbildung 1&2 Statistisches Bundesamt 2011

4 vgl. Humberg Josefine 2010, S.8

5 vgl. Statistik 2&3 im Anhang

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Scheidungskinder. Konsequenzen einer Ehescheidung und Unterstützungsvorschläge für betroffene Kinder
Note
1,2
Jahr
2017
Seiten
15
Katalognummer
V378324
ISBN (eBook)
9783668564985
ISBN (Buch)
9783668564992
Dateigröße
489 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pädagogik, Erziehung, Scheidung, Kinder, Scheidungskinder, Erzieherin
Arbeit zitieren
Anonym, 2017, Scheidungskinder. Konsequenzen einer Ehescheidung und Unterstützungsvorschläge für betroffene Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378324

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