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Die Definition des "Erinnerungsortes" mit einem Beispiel aus Sachsen: Pirna-Sonnenstein

Titel: Die Definition des "Erinnerungsortes" mit einem Beispiel aus Sachsen: Pirna-Sonnenstein

Essay , 2015 , 6 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Daniela Di Pinto (Autor:in)

Didaktik - Geschichte
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In diesem Essay wird versucht, den Begriff des "Erinnerungsortes" nach Pierre Nora zu definieren. Dabei wurde ein Beispiel aus Sachsen herangezogen: Pirna-Sonnenstein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die Definition des »Erinnerungsortes« mit einem Beispiel aus Sachsen

1.1 Was ist ein »Erinnerungsort«?

1.2 Ein »Erinnerungsort« in Sachsen: Pirna-Sonnenstein

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der theoretischen Definition des Begriffs »Erinnerungsort« auseinander und analysiert diesen am konkreten Beispiel der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, um die Bedeutung der historischen Aufarbeitung nationalsozialistischer Verbrechen für die heutige Gesellschaft und die Identitätsbildung zu verdeutlichen.

  • Theoretische Grundlagen des Erinnerungsort-Konzepts nach Pierre Nora
  • Historische Untersuchung der Heilanstalt Pirna-Sonnenstein als Tötungsort während der »Aktion T4«
  • Strafrechtliche Aufarbeitung der »Euthanasie«-Verbrechen im Dresdner Prozess von 1947
  • Entwicklung und Bedeutung der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein als Erinnerungs- und Lernort
  • Die Rolle der Aufklärungsarbeit für die moderne Geschichtskultur und Menschenwürde

Auszug aus dem Buch

Ein »Erinnerungsort« in Sachsen: Pirna-Sonnenstein

Am 08. Juli 1811 wurde Sonnenstein als eine der ersten deutschen Heilanstalten eröffnet. Dank ihrer außergewöhnlichen Heilungserfolge erlangte die Anstalt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts große Anerkennung und Ansehen, nicht nur innert Deutschlands, sondern europaweit. Die Landesanstalt wurde im Oktober 1939 geschlossen. Die Nationalsozialisten errichteten in den Jahren 1940 und 1941, im Rahmen der »Aktion T4“, sechs Tötungsanstalten im Deutschen Reich, bei der insgesamt 70.000 Menschen ermordet wurden, welche psychisch erkrankt und geistig behindert waren. Auch auf Sonnenstein ließ die Berliner Zentrale im Frühjahr 1940 “eine Gaskammer und ein Krematorium im Keller des Männerkrankengebäudes einbauen”. Des Weiteren wurden die restlichen vier Häuser, die zum Komplex gehörten, vom übrigen Gelände abgegrenzt, damit die Vorgänge verdeckt werden konnten. Laut Boris Böhm waren in der Tötungsanstalt in den Jahren 1940 und 1941 “insgesamt über einhundert Angestellte tätig: Ärzte, Pflegepersonal, Fahrer, Bürokräfte, Handwerker und Polizisten. Etwa die Hälfte von ihnen stammte aus Sachsen, darunter waren fünf gebürtige Dresdner, wie der Wirtschaftsleiter Gerhard Börner und der Standesbeamte Friedrich Tauscher.”

Die Ermordungen begannen Ende Juni 1940, sie erfolgten systematisch: Die sächsischen Landesanstalten Arnsdorf, Zschadraß, Waldheim und Großschweidnitz dienten als Sammelanstalten. Von dort aus wurden die als »lebensunwert« stigmatisierten Menschen mit Bussen nach Sonnenstein transportiert. Einmal dort angekommen, mussten sie das Eingangstor des Gebäude C16 passieren, dort wurden sie vom Pflegepersonal in »Empfang« genommen und den Ärzten vorgeführt. Die Ärzte stellten zunächst die Identität fest, eine vorgetäuschte Todesursache wurde festgelegt und anschließend wurden diese Menschen - meist in Gruppen von ca. 20 bis 30 - vom Personal in die als Duschräume getarnten Gaskammern geführt. Um den Tötungsvorgang einzuleiten, öffnete ein Arzt den Hahn, die Menschen erstickten an Kohlenmonoxid. Nach dem Tötungsvorgang wurde das Gas abgesaugt, die Leichenverbrenner zogen die Leichen aus den Gaskammern heraus. Bevor die Leichen zur Verbrennung gebracht wurden, wurden vorhandene Goldzähne herausgebrochen, andere

Zusammenfassung der Kapitel

Die Definition des »Erinnerungsortes« mit einem Beispiel aus Sachsen: Dieses Kapitel führt in die theoretische Definition des Begriffs ein und verknüpft diese mit einer detaillierten historischen Untersuchung der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein.

Was ist ein »Erinnerungsort«?: Hier werden die konzeptionellen Grundlagen des Erinnerungsortes nach Pierre Nora dargelegt und die subjektive sowie kollektive Dimension des menschlichen Gedächtnisses erläutert.

Ein »Erinnerungsort« in Sachsen: Pirna-Sonnenstein: Dieser Abschnitt beschreibt die Geschichte der Einrichtung von ihrer Gründung über die Nutzung als Tötungsanstalt während des Nationalsozialismus bis hin zur strafrechtlichen Aufarbeitung und ihrer heutigen Funktion als Gedenkstätte.

Schlüsselwörter

Erinnerungsort, Pirna-Sonnenstein, Euthanasie, Nationalsozialismus, Aktion T4, Kollektives Gedächtnis, Geschichtsaufarbeitung, Gedenkstätte, Menschenwürde, NS-Verbrechen, Sachsen, Identitätsstiftung, Historische Bildung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das theoretische Konzept des Erinnerungsortes und wendet dieses auf die Geschichte und Gedenkkultur von Pirna-Sonnenstein an.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen die Definition von Erinnerungsorten, die NS-»Euthanasie«-Verbrechen, die juristische Aufarbeitung nach 1945 und die Entwicklung einer modernen Gedenkstättenpädagogik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Bedeutung von Orten des NS-Terrors als Mahnmale für die Gegenwart zu verstehen und die Mechanismen des kollektiven Erinnerns zu analysieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Untersuchung von Zeitzeugenberichten sowie der Auswertung von Aufarbeitungsprozessen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Begriff des Erinnerungsortes und eine umfassende Fallstudie zu Pirna-Sonnenstein inklusive Prozessgeschichte und Gedenkkonzept.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Erinnerungsort, NS-Euthanasie, Pirna-Sonnenstein, Gedenkstätte und historische Aufarbeitung.

Wie unterschied sich die offizielle DDR-Erinnerung von der späteren Aufarbeitung?

In der DDR wurden die Verbrechen über Jahrzehnte totgeschwiegen, während nach der Wende eine aktive Gedenkarbeit und wissenschaftliche Aufarbeitung einsetzte.

Warum ist der »Raum der Biographien« in der Gedenkstätte von zentraler Bedeutung?

Er dient dazu, die anonymen Opfer als Individuen mit einer eigenen Lebensgeschichte sichtbar zu machen und so der bloßen Statistik entgegenzuwirken.

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Details

Titel
Die Definition des "Erinnerungsortes" mit einem Beispiel aus Sachsen: Pirna-Sonnenstein
Hochschule
Technische Universität Dresden
Veranstaltung
Ringvorlesung
Note
2,0
Autor
Daniela Di Pinto (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
6
Katalognummer
V378332
ISBN (eBook)
9783668558007
ISBN (Buch)
9783668558014
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Euthanasie Nationalsozialismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Di Pinto (Autor:in), 2015, Die Definition des "Erinnerungsortes" mit einem Beispiel aus Sachsen: Pirna-Sonnenstein, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378332
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Leseprobe aus  6  Seiten
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