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Historia Magistra Vitae. Antiker Topos und Rhetorik der Gegenwart

Titel: Historia Magistra Vitae. Antiker Topos und Rhetorik der Gegenwart

Essay , 2017 , 10 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Jannick Stöber (Autor:in)

Geschichte - Allgemeines
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Kann man aus der Geschichte lernen? Kann die Geschichte bei aktuellen politischen Krisen handlungsweisend genutzt werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich dieses Essay, welches Vergleiche mit aktuellen politischen Geschehnissen zieht und sich mit der Rhetorik von Politikern hinsichtlich des Lernens aus der Geschichte auseinandersetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Darstellung: Verständnis der historia magistra, damals und heute

Abschlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den antiken Topos der „historia magistra vitae“ (die Geschichte als Lehrmeisterin des Lebens) und dessen Wandel von einem vormodernen Verständnis als zyklisch-erfahrungsbasiertes Instrument bis hin zu seiner heutigen instrumentellen Verwendung in der Politik und im öffentlichen Diskurs.

  • Historische Herleitung des Begriffs historia magistra vitae
  • Die Zäsur durch die Französische Revolution und das Ende des zyklischen Geschichtsverständnisses
  • Analyse der Rhetorik und moralischen Legitimation durch historische Analogien
  • Kritische Betrachtung aktueller politischer Beispiele (Steinmeier-Rede, AfD-Diskurs)
  • Die Abgrenzung zwischen geschichtswissenschaftlicher Forschung und politischer Instrumentalisierung

Auszug aus dem Buch

Darstellung: Verständnis der historia magistra, damals und heute

Wie einleitend erklärt markiert das Ende des 18. Jahrhunderts, präziser ausgedrückt die Französische Revolution, eine Zäsur der Bedeutung der historia magistra. Das Denken, das die Jahrhunderte zuvor prägte, war erloschen. Zuvor dachte man organisch, alles, auch Imperien, wären geteilt in Aufstieg, Blüte und Niedergang, ein in sich geschlossener, unumkehrbarer und sich wiederholender Kreislauf, der erneut und erneut durchlaufen würde, bis das eschatologische Weltbild des Christentums endete und das Jüngste Gericht nach insgesamt 6000 Jahren alles dagewesene beenden würde.

Die einzigen im damaligen Verstand sicheren Orientierungen, die sich boten, entnahm man historischen Ereignissen, welche via Historiographie festgehalten wurden, oder aber der Bibel, die als ein universelles Geschichtsbuch fungierte. Es wurde angenommen, man hätte durch das Lernen der Vergangenheit einen Schutz, wenn man ihrem Beispiel folge. Dies galt nach Johann Gustav Droysen als eine „temporale Selbstverordnung“, um zu schauen, in welcher Situation man sich aktuell befand. Dass die Geschichte wiederholbar sei, war ein allgemeiner Glaubenssatz, der sich in und durch die historia magistra ausdrückte. Historische Beispiele wurden dadurch zu zeitlos gültigen Normen (BENJAMIN HERZOG 2003), die, verstaut in einer Schublade, jederzeit herausgenommen und als passende Vorlage für eine neue Situation genutzt werden konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in den antiken Topos sowie Darstellung der Relevanz von Geschichte für Identitätsbildung und politisches Handeln.

Darstellung: Verständnis der historia magistra, damals und heute: Untersuchung des Bedeutungswandels des Begriffs vor und nach der Französischen Revolution sowie Analyse der heutigen, oft problematischen Verwendung historischer Analogien in der Politik.

Abschlussbetrachtung: Fazit über die Grenzen des historischen Lernens und das Plädoyer für eine professionelle, kritische Geschichtsvermittlung statt ideologischer Instrumentalisierung.

Schlüsselwörter

Historia magistra vitae, Geschichtsbewusstsein, Französische Revolution, Politische Rhetorik, Historische Analogien, Frank-Walter Steinmeier, Bernhard Forchtner, Instrumentalisierung, Historizität, Kollektives Gedächtnis, Geschichtsphilosophie, Geschichtswissenschaft, Vergangenheit, Identität, Zirkelschluss.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Bedeutung und der heutigen Verwendung des antiken Topos „historia magistra vitae“ (Geschichte als Lehrmeisterin).

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen den Wandel des Geschichtsverständnisses, die politische Nutzung von Geschichte zur Legitimation und die Gefahr des Anachronismus durch historische Analogien.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob und wie aus der Geschichte gelernt werden kann und inwiefern der Topos der Geschichte als Lehrmeisterin heute noch als taugliches Instrument für politisches Handeln dient.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine essayistische Analyse unter Einbeziehung geschichtstheoretischer Literatur sowie die Untersuchung konkreter politischer Reden und Diskurse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Bruch des zyklischen Geschichtsbildes durch die Französische Revolution sowie die heutige Instrumentalisierung der Geschichte, illustriert an Beispielen wie der Außenpolitik und aktuellen Debatten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen historia magistra vitae, historische Analogien, politische Rhetorik, Instrumentalisierung und die kritische Auseinandersetzung mit der Geschichtswissenschaft.

Inwiefern spielt die Rede von Frank-Walter Steinmeier eine Rolle?

Steinmeiers Rede dient als Fallbeispiel, um aufzuzeigen, wie Politiker versuchen, historische Bezüge (hier: Dreißigjähriger Krieg) zu nutzen, ohne dabei in die Falle einer simplen Analogiebildung zu tappen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der „Lehrmeisterin Geschichte“?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Geschichte keine einfache Lehrmeisterin ist, die fertige Rezepte liefert; stattdessen warnt er vor Zirkelschlüssen und plädiert für eine professionelle, kritische Reflexion durch Historiker.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Historia Magistra Vitae. Antiker Topos und Rhetorik der Gegenwart
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich 06 - Geschichte und Kulturwissenschaften)
Veranstaltung
Moderne Geschichtswissenschaft und alteuropäisches Geschichtsdenken
Note
1,7
Autor
Jannick Stöber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V378518
ISBN (eBook)
9783668555723
ISBN (Buch)
9783668555730
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Historia Magistra vitae topos theorie rhetorik neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jannick Stöber (Autor:in), 2017, Historia Magistra Vitae. Antiker Topos und Rhetorik der Gegenwart, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378518
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Leseprobe aus  10  Seiten
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