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Luther und die Sprache des Konflikts. Eine Bewertung der Türkengefahr anhand ihrer sprachlichen Darstellung durch Luther

Title: Luther und die Sprache des Konflikts. Eine Bewertung der Türkengefahr anhand ihrer sprachlichen Darstellung durch Luther

Term Paper , 2017 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Josef Kerkhoff (Author)

German Studies - Linguistics
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Sprache des Konflikts, für die Martin Luther zu seiner Zeit und auch heute noch bekannt ist. Insbesondere soll anhand der Sprache gegen die Türken und das osmanische Reich versucht werden herauszufinden, inwiefern Luther die Türken als ernstzunehmende Gefahr für die Gesellschaft und das Christentum sah.

Unterteilt ist die Hausarbeit in historische sowie sprachliche Aspekte. Auch Vergleiche mit der Streitsprache gegen den Papst und gegen die jüdische Bevölkerung werden angerissen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Luthers Meinung über die Türken

2.1 Aus politischer und gesellschaftlicher Sicht

2.2 Aus theologischer Sicht

2.3 Zusammenfassende Belegung der ersten These

3. Sprachliche Gestaltung Luthers

3.1 Allgemeines zur Sprachgestaltung Luthers

3.2 Belegung der zweiten These

3.3 Sprachliche Gestaltung gegen Juden und den Papst

3.4 Sprachliche Gestaltung gegen die Türken

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis Martin Luthers zum Islam und zum türkischen Volk vor dem Hintergrund der historischen Bedrohung durch das Osmanische Reich. Ziel ist es, anhand historischer und theologischer Analysen sowie einer sprachwissenschaftlichen Untersuchung von Luthers Schriften zu belegen, inwiefern Luther die Türken als Gefahr für das Christentum und die europäische Gesellschaft wahrnahm und wie sich diese Haltung in seiner spezifischen Sprachgestaltung widerspiegelt.

  • Politische und gesellschaftliche Wahrnehmung der Türkengefahr durch Martin Luther
  • Theologische Einordnung des Islams und des Türkentums in Luthers Weltbild
  • Vergleichende Analyse der sprachlichen Gestaltung Luthers gegenüber verschiedenen Gegnern (Juden, Papst, Türken)
  • Untersuchung von Polemik, Ironie und rhetorischen Mitteln in Luthers Schriften
  • Reflexion der eschatologischen und apokalyptischen Ansichten Luthers im Kontext der Türkenkriege

Auszug aus dem Buch

2.1 Aus politischer und gesellschaftlicher Sicht

Für die Beantwortung der Thesen ist eine historische Betrachtung der Weltgeschehnisse unverzichtbar. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, spielt die Ausdehnung des osmanischen Reiches zur Lebenszeit Luthers eine sehr wichtige Rolle für die europäischen Staaten und damit ebenfalls für die Herzogtümer des Heiligen Römischen Reiches.

Zum einen breitet sich das osmanische Reich als politische Macht aus und bedroht damit immer mehr Teile Europas. Damit einher gehen selbstverständlich auch Veränderungen in der Regierungsweise und in der Kultur. Viele Herzogtümer sehen ihre Einflussgebiete gefährdet. Weiterhin kommt es durch die Lage der Weltpolitik dazu, dass große Teile der europäischen Bevölkerung ein stark negatives und grausames Bild von Türken und dem osmanischen Reich bekommen. Dieser Tatsache ist sich auch Martin Luther bewusst. So schreibt er bereits 1528 in seiner Schrift „Vom Kriege wider die Türken“ zu diesem Thema: „Zu welchem schutz (scl. seiner Untertanen) solt den Keyser nicht allein bewegen seine schuldige pflicht, Ampt und Gotes gebot, Nicht allein das unchristlich und wuest Regiment, das der Tuerck ynn die land bringet … sondern auch der iamer und das elend, so den unterthanen geschicht.“ Durch dieses Zitat kann man mehrere Tatsachen feststellen. Zum einen bezieht sich Luther auf den Kaiser, der durch sein Amt, seine Pflicht und durch Gottes Gebot dazu verpflichtet ist, seine Bevölkerung vor dem wüsten Regiment zu beschützen, welches der Türke nach Europa bringt. Hier wird deutlich, dass Luther nicht nur gut informiert über das politische Weltgeschehen war, sondern auch engagiert im Sinne der Publikation von politischer Meinung und Kritik. Weiterhin wird durch die Beschreibung der Verpflichtung des Kaisers deutlich, wie sehr Politik und Glauben miteinander verbunden waren. Zum anderen erwähnt Luther hier das Elend und den Jammer der Bevölkerung, die unter den Türken leidet. Auch die Grausamkeiten, mit denen die Bevölkerung durch das osmanische Reich konfrontiert wird, beschreibt Luther in seiner Schrift: „gleich wie mit eym viehe: schleifft, schleppt, treibt, was fort kan, was aber nicht fort kan, flugs erstochen, es sei iung odder alt etc.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfragen bezüglich Luthers Haltung zu den Türken und der damit verbundenen sprachlichen Gestaltung.

2. Luthers Meinung über die Türken: Untersuchung der politischen, gesellschaftlichen und theologischen Aspekte des Luther’schen Türkenbildes und deren Bedeutung als Feindbild.

3. Sprachliche Gestaltung Luthers: Analyse der rhetorischen Mittel und der Streitsprache Luthers im Vergleich gegenüber verschiedenen Glaubens- und politischen Gegnern.

4. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse hinsichtlich der Forschungsfragen und kritische Reflexion der Belegbarkeit der aufgestellten Thesen.

Schlüsselwörter

Martin Luther, Türkengefahr, Osmanisches Reich, Islamkritik, Reformation, Sprachgestaltung, Polemik, Rhetorik, Confutatio, Antichrist, Apokalyptik, Christentum, Antisemitismus, Papsttum, Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Einstellung Martin Luthers gegenüber dem Islam und dem türkischen Volk sowie der Art und Weise, wie sich seine Ansichten in seiner Sprache widerspiegeln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die historische und politische Bedrohung durch das Osmanische Reich zur Zeit Luthers, die theologische Kritik am Islam sowie die sprachstilistische Untersuchung von Luthers polemischen Schriften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu belegen, dass Luther die Türken als ernsthafte Gefahr betrachtete und ob sich dies durch eine spezifische, von Ironie und Polemik geprägte Sprachgestaltung in seinen Schriften nachweisen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Quellen und Luthers eigene Schriften (z.B. „Vom Kriege wider die Türken“, „Confutatio“) unter sprachwissenschaftlichen und theologischen Gesichtspunkten untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische und theologische Analyse des Türkenbildes bei Luther sowie in eine detaillierte Untersuchung seiner polemischen Sprachgestaltung im Vergleich zu seinen Angriffen auf das Judentum und das Papsttum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Martin Luther, Türkengefahr, Polemik, Islamkritik, Rhetorik und Reformation geprägt.

Wie unterscheidet Luther sprachlich zwischen der Kritik am Islam und der politischen Bedrohung durch die Türken?

Der Autor stellt fest, dass in den theologischen Schriften gegen den Islam (z.B. in der Übersetzung der „Confutatio“) verstärkt Ironie und Beschimpfungen zum Einsatz kommen, während die weltlichen Schriften über die militärische Gefahr eine teilweise ernstere Sprache aufweisen.

Zu welchem Ergebnis kommt der Autor bezüglich seiner Thesen?

Der Autor kann die erste These, dass Luther die Türken als Gefahr sieht, gut belegen, muss jedoch eingestehen, dass die zweite These über die spezifische sprachliche Gestaltung als Indikator für diesen Grad der Gefahr nicht vollständig durch die untersuchten Beispiele bewiesen werden konnte.

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Details

Title
Luther und die Sprache des Konflikts. Eine Bewertung der Türkengefahr anhand ihrer sprachlichen Darstellung durch Luther
College
Dresden Technical University  (Institut für Sprachwissenschaften)
Course
Martin Luther und die deutsche Sprache
Grade
1,0
Author
Josef Kerkhoff (Author)
Publication Year
2017
Pages
20
Catalog Number
V378601
ISBN (eBook)
9783668556225
ISBN (Book)
9783668556232
Language
German
Tags
Luther Lehramt Germanistik Türken Sprache Konflikt Gefahr Türkengefahr Deutsch Martin Reformation Streitschriften Mittelalter deutsche Sprache Martin Luther
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Josef Kerkhoff (Author), 2017, Luther und die Sprache des Konflikts. Eine Bewertung der Türkengefahr anhand ihrer sprachlichen Darstellung durch Luther, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378601
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