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Mehrsprachigkeit innerhalb der EU-Institutionen. Mythos oder Wirklichkeit? Eine Untersuchung am Beispiel der deutschen Sprache

Titel: Mehrsprachigkeit innerhalb der EU-Institutionen. Mythos oder Wirklichkeit? Eine Untersuchung am Beispiel der deutschen Sprache

Diplomarbeit , 2012 , 179 Seiten , Note: 95%

Autor:in: Krystel van Hoof (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„In varietate concordia“ lautet das Motto der Europäischen Union (EU) und bedeutet „In Vielfalt geeint“. In der Tat zeichnet sich die EU durch ein breites Spektrum an Kulturen, Traditionen, Religionen – und Sprachen aus. Diese Vielfalt versteht die EU als ein Nebeneinanderbestehen mannigfaltiger Unterschiede, in denen die sprachliche Heterogenität als Reichtum begriffen wird und zu mehr Solidarität führen soll. Vor diesem Hintergrund ist es nicht verwunderlich, dass die EU keinerlei Sprache eine Sonderstellung einräumt, sondern vielmehr auf die Gleichberechtigung aller Sprachen Wert legt, weswegen sich die EU-Bürger in ihrer Landessprache an die EU-Institutionen richten können. Wurden 1958 vier Sprachen als offizielle Amtssprachen anerkannt, so sind es heute mittlerweile 23. Als Arbeitssprachen jedoch gelten drei unter ihnen: Englisch, Französisch und Deutsch, wobei Letztere in den EU-Institutionen kaum Anwendung findet. Außerdem setzt sich das Englische immer stärker als lingua franca durch. Anhand von Gesprächen mit einzelnen EU-Mitarbeitern aus dem Parlament und der Kommission wird in dieser Arbeit die Sprachsituation innerhalb der genannten Institutionen erforscht. Es wird untersucht, wie – und ob – die EU-Konzeption der Mehrsprachigkeit in die Praxis umgesetzt wird, und das mit besonderem Fokus auf die deutsche Sprache.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Europäische Union

2.1. Geschichtlicher Hintergrund

2.2. Ziele der Europäischen Union

2.3. Die EU-Institutionen

2.3.1. Europäische Kommission (Art. 17 – EUV)

2.3.1.1. Befugnisse

2.3.1.2. Struktur

2.3.2. Europäisches Parlament (Art. 14 – EUV)

2.3.2.1. Befugnisse

2.3.2.2. Struktur

2.4. Das sprachliche Spektrum Europas und der EU

2.4.1. Sprachfamilien in der EU

2.4.2. Regional- und Minderheitensprachen

2.4.3. Amts- und Arbeitssprachen

2.4.4. Fremdsprachenkenntnisse in der EU

3. Die Sprachenpolitik der EU

3.1. Begriffsbestimmung: Sprachpolitik vs. Sprachenpolitik

3.2. Eine egalitäre Sprachenpolitik

3.2.1. Verordnung Nummer 1

3.2.2. Charta der Grundrechte

3.3. Eine Mehrsprachigkeitspolitik

3.3.1. Mehrsprachigkeit als identitätsstiftendes Merkmal der EU

3.3.2. Mehrsprachigkeit als sprachpolitisches Ziel der EU

3.4. Förderung einer persönlichen Adoptivsprache

3.5. Interne Sprachenpolitik: Sprachenregelung in den EU-Institutionen

3.5.1. EU-Kommission

3.5.2. EU-Parlament

3.5.3. Übersetzungs- und Dolmetschdienste

3.5.3.1. EU-Kommission

3.5.3.2. EU-Parlament

4. Alltägliche Sprachverwendung in den EU-Institutionen

4.1. EU-Kommission

4.1.1. Sprachverwendung in Redebeiträgen der EU-Kommissare vor dem EU-Parlament

4.1.2. Sprachverwendung bei Pressekonferenzen der EU-Kommissare

4.1.3. Sprachverwendung für Internetseiten

4.2. EU-Parlament

4.2.1. Sprachverwendung in Sitzungen des EU-Parlaments

4.2.2. Sprachverwendung für Dokumente der interparlamentarischen Delegationen

4.2.3. Sprachverwendung für Internetseiten

5. Der spezifische Fall des Deutschen in der EU

5.1. Deutsch als Muttersprache

5.2. Deutsch als Fremdsprache

5.3. Deutsch als Amts- und Nationalsprache

5.4. Deutsch als Regional- und Minderheitensprache

5.5. Deutsch als Geschäfts- bzw. Handelssprache

5.6. Deutsch als Wissenschaftssprache

6. Eigene Erhebung

6.1. Methodisches Vorgehen

6.2. Generelle Informationen

6.3. Sprachkenntnisse

6.3.1. Fremdsprachenkenntnisse bei Kommission und Parlament

6.3.2. Arbeitssprachen

6.3.3. Sonstige Sprachen

6.4. Sprachverwendung bei Konferenzen/ Sitzungen/ Arbeitskreisen

6.4.1. EU-Kommission

6.4.2. EU-Parlament

6.5. Sprachverwendung im Arbeitskontakt mit Kollegen

6.5.1. EU-Kommission

6.5.2. EU-Parlament

6.6. Sprachverwendung in informellen Situationen

6.6.1. EU-Kommission

6.6.2. EU-Parlament

6.7. Einstellungen der Befragten zur Sprachverwendung

6.8. Die meistgelernten Fremdsprachen innerhalb der EU-Institutionen

6.8.1. EU-Kommission

6.8.2. EU-Parlament

7. Zusammenfassende Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die EU-Konzeption der Mehrsprachigkeit innerhalb der Institutionen (Kommission und Parlament) in die Praxis umgesetzt wird. Der Fokus liegt dabei auf der Frage, ob das Ziel einer gleichberechtigten Mehrsprachigkeit und die Förderung des Deutschen als Arbeitssprache realisiert werden oder ob diese lediglich einen Mythos darstellen, dem die tägliche, stark vom Englischen dominierte Sprachpraxis entgegensteht.

  • Historische Entwicklung und Ziele der Europäischen Union
  • Sprachenpolitik der EU und die Bedeutung von Mehrsprachigkeit
  • Analyse der tatsächlichen Sprachverwendung in EU-Institutionen (Kommission und Parlament)
  • Der spezifische Status und die Rolle der deutschen Sprache
  • Empirische Untersuchung mittels Befragung von EU-Mitarbeitern

Auszug aus dem Buch

2.3.2.1. Befugnisse

Wie bereits erwähnt vertritt das Parlament die EU-Bürger. Außerdem bildet es, gemeinsam mit dem Rat, die gesetzgebende Gewalt der EU. Dazu werden drei wichtige Aufgaben erfüllt:

• Gewaltenteilung mit dem Rat zur Verabschiedung von EU-Rechtsvorschriften;

• Demokratische Kontrollaufsicht über alle Organe der EU, insbesondere über die Kommission (z.B. Rücktrittsforderung von einzelnen Kommissaren oder von der gesamten Kommission);

• Gewaltenteilung mit dem Rat bezüglich des EU-Haushalts.

Im Laufe der Zeit – und zuletzt durch den Vertrag von Lissabon – wurden dem Parlament allmählich mehr Kompetenzen zugeschrieben. Zur Verabschiedung von EU-Rechtsvorschriften werden das Parlament und der Rat in vielen Bereichen einander gleichgestellt, wie z.B. im Bereich Umwelt-, Sozial- und Energiepolitik sowie Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Dieses Rechtsetzungsverfahren wird „ordentliches Gesetzgebungsverfahren“ genannt. Zudem soll das Parlament bei weiteren wichtigen Fragen, wie z.B. dem Beitritt neuer Länder, seine Einwilligung erklären.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die sprachliche Heterogenität der EU als identitätsstiftendes Wesensmerkmal und stellt die Forschungsfrage zur Diskrepanz zwischen dem Anspruch der Mehrsprachigkeit und der pragmatischen Arbeitssituation.

2. Die Europäische Union: Dieses Kapitel liefert den historischen Kontext der EU-Entstehung sowie eine Übersicht der wichtigsten Organe, insbesondere Kommission und Parlament, und ordnet das sprachliche Spektrum Europas ein.

3. Die Sprachenpolitik der EU: Der theoretische Rahmen für die Sprachregelung der EU wird definiert, inklusive der begrifflichen Abgrenzung zwischen Sprach- und Sprachenpolitik und der Analyse von Konzepten wie der persönlichen Adoptivsprache.

4. Alltägliche Sprachverwendung in den EU-Institutionen: Die tatsächliche Sprachpraxis in Kommission und Parlament wird anhand existierender Statistiken und Recherchen dargestellt, wobei die dominante Rolle des Englischen besonders hervortritt.

5. Der spezifische Fall des Deutschen in der EU: Hier wird die Sonderrolle des Deutschen als Arbeitssprache, Muttersprache und Wirtschaftsfaktor detailliert analysiert und deren faktische Bedeutung im Vergleich zur Theorie diskutiert.

6. Eigene Erhebung: Der empirische Teil dokumentiert die methodische Herangehensweise und die Ergebnisse der Befragung von EU-Mitarbeitern zur persönlichen Sprachverwendung und ihrer Einstellung zur aktuellen Sprachpolitik.

7. Zusammenfassende Schlussbetrachtung: Das Fazit führt die theoretischen Überlegungen und die Ergebnisse der Befragung zusammen, um zu beurteilen, ob die EU-Konzeption der Mehrsprachigkeit in der Praxis ein Mythos oder Wirklichkeit ist.

Schlüsselwörter

Sprachenpolitik, Mehrsprachigkeit, Mehrsprachigkeitspolitik, Sprachenvielfalt, Europäische Union, Europäische Institutionen, Europäische Kommission, Europäisches Parlament, Amtssprachen, Arbeitssprachen, Verfahrenssprachen, Regionalsprachen, Minderheitensprachen, M + 2

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Sprachsituation innerhalb der EU-Institutionen, mit besonderem Fokus auf der Frage, wie die theoretisch angestrebte Mehrsprachigkeit der Union in der beruflichen Praxis tatsächlich umgesetzt wird.

Welche zentralen Themenfelder deckt das Werk ab?

Das Werk behandelt die Geschichte und Struktur der EU, die Sprachenpolitik, die Analyse der täglichen Sprachverwendung in Kommission und Parlament sowie die Rolle des Deutschen als Arbeitssprache.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, ob die Konzeption der Mehrsprachigkeit innerhalb der EU-Institutionen in der Realität umgesetzt wird oder ob sie, besonders im Hinblick auf die Stellung des Deutschen, eher einen Mythos darstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?

Neben einer ausführlichen Literaturanalyse und dem Studium offizieller Dokumente führt die Autorin eine eigene empirische Untersuchung durch, basierend auf Experteninterviews mit Mitarbeitern aus Kommission und Parlament.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Institutionen und der Sprachenpolitik, eine Analyse der tatsächlichen Sprachpraxis und den spezifischen Fokus auf die deutsche Sprache in Beruf und Politik.

Welche Keywords definieren den Inhalt am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Sprachenpolitik, Mehrsprachigkeit, Arbeitssprachen, EU-Institutionen und Sprachverwendung charakterisieren.

Welche Rolle spielt die deutsche Sprache laut der Untersuchung?

Obwohl Deutsch offiziell als Arbeitssprache gilt, zeigt die Untersuchung, dass es im Arbeitsalltag eine ambivalente und eher untergeordnete Rolle spielt, da sich in der Praxis das Englische als dominierende Verkehrssprache etabliert hat.

Wie wird das Ziel der EU-Mehrsprachigkeitspolitik ("M+2") von den Befragten bewertet?

Die Befragten halten das Ziel zwar für sinnvoll und erstrebenswert, sehen jedoch in der Realität der Institutionen und der praktischen Umsetzung erhebliche Hindernisse, die oft eine pragmatische Beschränkung auf wenige Arbeitssprachen erfordern.

Ende der Leseprobe aus 179 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mehrsprachigkeit innerhalb der EU-Institutionen. Mythos oder Wirklichkeit? Eine Untersuchung am Beispiel der deutschen Sprache
Hochschule
Université libre de Bruxelles
Note
95%
Autor
Krystel van Hoof (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
179
Katalognummer
V378626
ISBN (eBook)
9783668556713
ISBN (Buch)
9783668556720
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mehrsprachigkeit eu-institutionen mythos wirklichkeit untersucht beispiel sprache
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Krystel van Hoof (Autor:in), 2012, Mehrsprachigkeit innerhalb der EU-Institutionen. Mythos oder Wirklichkeit? Eine Untersuchung am Beispiel der deutschen Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378626
Blick ins Buch
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