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ADHS als Beziehungssyndrom. Eine Betrachtung im Kontext der Bindungstheorie

Titre: ADHS als Beziehungssyndrom. Eine Betrachtung im Kontext der Bindungstheorie

Dossier / Travail , 2017 , 48 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Bernd Aschenbrenner (Auteur)

Psychologie - Consultation et Thérapie
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Zu Beginn steht die Fragestellung nach den Ursprüngen der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen, die von psychotherapeutischer Seite in Hinblick auf elterliche Beziehungsstörungen untersucht werden soll. Es wird überprüft, ob in der psychodynamischen Forschung genetisch-neurobiologische Standpunkte widerlegt werden können, die eine reine Medikation als kontraindikativ betrachten. Fundiert wird dies im Rahmen der Bindungstheorie, die mit den Konzepten der Mentalisierung und Affektregulation betrachtet wird. Mit dem Erhebungsverfahren des Experteninterviews wird ein Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut nach den Implikationen von ADHS in der heutigen Praxis befragt.

Die Ursachen von ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) bei Kindern und Jugendlichen werden in der Forschung kontrovers diskutiert. Für die hier vorgestellte empirische Untersuchung wird die einheitliche Schreibweise ADHS verwendet, im Gegensatz zu AD(H)S oder ADS, bei denen mehr oder weniger auf die Differenzierung zwischen Aufmerksamkeit und Hyperaktivität Wert gelegt wird, was in diesem Kontext allerdings keinen Sinn macht, da ADHS als Syndrom mehrere Symptome einbezieht. In diesem Rahmen wird die Forschungsfrage untersucht, ob ADHS mit einem psychoanalytisch-bindungstheoretischem Verständnis von dysfunktionalen Beziehungsmustern vereinbar ist. Ausführlicher heißt dies: Welche Ursprünge und Behandlungsmöglichkeiten von ADHS gibt es im Rahmen elterlicher Beziehungsstörungen in der frühen Kindheit aus der Sicht ambulanter psychothepeutischer Maßnahmen?

Hierbei stehen drei Leitfragen voran: Welche psychodynamischen Ursachen für ADHS gibt es, die gegen eine verkürzte neurobiologische und genetische Ansicht sprechen? Warum reicht eine medikamentöse Behandlung nicht aus und kann sogar kontraindikativ sein? Wie kann man Kinder mit ADHS in einem psychoanalytischen Setting zielgeführt behandeln?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Eine kontroverse Diagnose

2 Psychodynamische Bemerkungen zu ADHS

2.1 Bindungstheorie zwischen Affektregulation und Mentalisierung

2.2 ADHS auf dem Weg zu einem ursächlichen Verständnis

3 Die Quantität in der Qualität

3.1 Experteninterview und objektive Hermeneutik

3.1.1 Erhebungsmethodische Expertise

3.1.2 Feldzugang in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

3.1.3 Eine sequenzielle Auswertungsmethode

3.2 Objektiv-hermeneutische Rekonstruktionslogik

4 ADHS als gesellschaftliche Beziehungslosigkeit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Ursprünge und Behandlungsmöglichkeiten von ADHS aus tiefenpsychologisch-psychoanalytischer Perspektive, um zu klären, ob das Störungsbild als Ausdruck dysfunktionaler Beziehungsmuster und Regulationsdefizite verstanden werden kann, anstatt es primär neurobiologisch zu definieren.

  • Kritische Auseinandersetzung mit der neurobiologischen und genetischen ADHS-Diagnostik.
  • Analyse der Bindungstheorie und des Mentalisierungskonzepts als theoretischer Rahmen.
  • Untersuchung der Auswirkungen von Beziehungsstörungen auf die kindliche Affektregulation.
  • Qualitative Auswertung von Experteninterviews mittels objektiver Hermeneutik.
  • Kritik am Einsatz von Medikamenten (z. B. Methylphenidat) bei Kindern und Jugendlichen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Objektiv-hermeneutische Rekonstruktionslogik

Zunächst zu den psychosozialen Ursachen. Der Experte stellte die neurobiologischen Ursachen in Frage und sah ADHS als weitereichendes Syndrom aus psychodynamischer Sicht. Die Differenz zwischen Mädchen- und Jungen-ADHS wurde als öffentlich ungenau wahrgenommen betont. Dezidierter sah der Experte Angst-, Entwicklungs-, Verhaltensstörungen, Depressionen und neurotische Störungen als bestimmend.

Aus familien- und umweltdynamischer Sicht stellte der Experte die ADHS-Diagnose bei den Jungen mit dem Schulbeginn und gesellschaftlichen Strukturveränderungen in Zusammenhang. Als Ursachen ständen familiäre Spannungen im Zentrum, aber auch andere außerpsychische Konflikte, wie die Dichotomie Stadt- gegen Landleben.

Die bindungstheoretische Einbettung zeigte, dass auch der Experte psychische Affektregulation durch primäre Bindungspersonen für zentral erachtete und die Mentalisierungsfähigkeit unterstrich. Der Theorie von Fairbarn gemäß stimmte er bei, dass Angst die Aufmerksamkeit und Konzentration reduziere und ADHS durch Verlust- und Trennungsangst bedingt sein kann. Damit sei ADHS als Regulationsdefizit anzusehen, das mit den unterschiedlichen Bindungserfahrungen zusammenhänge.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Eine kontroverse Diagnose: Die Einleitung beleuchtet die kontroverse Diskussion um ADHS und stellt die Forschungsfrage nach einem psychoanalytisch-bindungstheoretischen Verständnis dysfunktionaler Beziehungsmuster.

2 Psychodynamische Bemerkungen zu ADHS: Dieses Kapitel verortet ADHS im theoretischen Rahmen der Bindungstheorie und diskutiert Konzepte wie Mentalisierung und Affektregulation als Grundlagen psychischer Stabilität.

3 Die Quantität in der Qualität: Hier wird die Methodik der Arbeit dargelegt, wobei Experteninterviews mittels objektiver Hermeneutik ausgewertet werden, um praxisnahes Wissen über ADHS zu gewinnen.

4 ADHS als gesellschaftliche Beziehungslosigkeit: Das Fazit interpretiert ADHS als Beziehungssyndrom und fordert eine Abkehr von rein medikamentösen Ansätzen hin zur Wiederherstellung missglückter zwischenmenschlicher Beziehungen.

Schlüsselwörter

ADHS, tiefenpsychologisch-psychoanalytische Behandlung, hyperaktive Kinder, Bindungstheorie, Mentalisierung, Affektregulierung, Experteninterview, objektive Hermeneutik, Methylphenidat, Beziehungsstörungen, frühkindliche Traumata, Entwicklungsdefizite, Regulationsfähigkeit, Psychostimulanzien, Sozialpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Ursprüngen und Behandlungsmöglichkeiten der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen aus der Sicht ambulanter psychotherapeutischer Maßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Bindungstheorie, das Mentalisierungskonzept, die Auswirkung frühkindlicher Beziehungserfahrungen auf die Affektregulation sowie eine kritische Hinterfragung der häufigen medikamentösen ADHS-Therapie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist zu untersuchen, ob ADHS mit einem psychoanalytisch-bindungstheoretischen Verständnis von dysfunktionalen Beziehungsmustern vereinbar ist, anstatt es auf rein neurobiologische Faktoren zu reduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine qualitative Forschungsstrategie angewandt, bestehend aus einem Experteninterview mit einem Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, das mittels der objektiven Hermeneutik sequenzanalytisch ausgewertet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen (Bindungstheorie/Mentalisierung), präsentiert die empirische Auswertung des Experteninterviews und diskutiert die gesellschaftlichen sowie familiären Hintergründe für das heutige ADHS-Diagnoseverhalten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie "Bindungstheorie", "Mentalisierung", "tiefenpsychologisch-psychoanalytische Behandlung", "Affektregulierung" und "objektive Hermeneutik".

Wie unterscheidet sich die Sicht des befragten Experten von gängigen Ansätzen?

Der Experte sieht ADHS weniger als isolierte neurologische Störung, sondern als Regulationsdefizit, das oft durch familiäre Spannungen oder institutionelle Anforderungen (z.B. Schule) bedingt ist, und bevorzugt eine beziehungsorientierte Therapie.

Welche Bedeutung misst die Arbeit der Dauermedikation mit Ritalin bei?

Die Arbeit (und der Experte) betrachtet die Dauermedikation kritisch, da sie das Symptom dämpfen könne, ohne die zugrunde liegende Beziehungsstörung zu lösen, und dem Kind möglicherweise die Chance auf eine natürliche Entwicklung autonomer psychischer Regulationsfähigkeiten nimmt.

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Résumé des informations

Titre
ADHS als Beziehungssyndrom. Eine Betrachtung im Kontext der Bindungstheorie
Université
University of Hagen
Note
1,3
Auteur
Bernd Aschenbrenner (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
48
N° de catalogue
V378667
ISBN (ebook)
9783668557185
ISBN (Livre)
9783668557192
Langue
allemand
mots-clé
ADHS tiefenpsychologisch-psychoanalytische behandlung hyperaktive kinder bindungstheorie mentalisierung affektregulierung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bernd Aschenbrenner (Auteur), 2017, ADHS als Beziehungssyndrom. Eine Betrachtung im Kontext der Bindungstheorie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378667
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