Ätiologie der Sprunggelenkverletzungen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014
14 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhalt

1. Unfallmechanismus

2. Bandrupturen

3. Frakturen

4. Knorpelschädigungen

Literaturverzeichnis

1. Unfallmechanismus

Sprunggelenksverletzungen gehören zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Bei der Frage, warum sich so viele Menschen am Sprunggelenk verletzen – allein in Deutschland sind es pro Tag ca. 10.000 Menschen – soll der Unfallmechanismus bzw. der Unfallhergang Antworten liefern. Mit dem Unfallmechanismus bei Sportverletzungen ist immer die Kenntnis des Verletzungsablaufes gemeint. Wenn man den Unfallmechanismus betrachtet, stellt man sich also immer die Frage, wie sich eine Verletzung (hier: Sprunggelenksverletzung) ereignet.

Die Antwort auf diese Frage lässt sich schnell erläutern. Der typische Unfallmechanismus, der zu Sprunggelenksverletzungen führt, ist ein Umknicktrauma, d.h. ein plötzlich eintretendes, starkes Umknicken des Fußes nach innen oder außen. Dies führt dazu, dass die natürliche Beweglichkeit des Fußes überschritten wird und es zu einer Sprunggelenksverletzung kommt. In 85% der Fälle liegt ein Supinationstrauma vor, also ein Umknicken nach außen, wie auch die Abbildung am Seitenende zeigt. In nur 15% der Fälle liegt dagegen ein Pronationstrauma vor, also ein Umknicken nach innen. Betroffen von den sich daraus ergebenden Verletzungen ist immer das obere Sprunggelenk (OSG).[1]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[2]

„Verletzungen im Bereich des oberen Sprunggelenks gehören neben den Knieverletzungen zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Ihr Anteil liegt je nach Statistik bei 15 bis 21%.“[3]

Die Folge aus diesem Zitat ist, dass ca. jede fünfte aller Sportverletzungen die Region des oberen Sprunggelenks betrifft, was ich persönlich für eine sehr hohe Zahl finde. Folgende Abbildung bestätigt diese These noch einmal.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[4]

Was man hier noch einmal gut erkennen kann, ist die Tatsache, dass das Sprunggelenk und insbesondere das obere Sprunggelenk sehr verletzungsanfällig und nur das Knie noch häufiger von Vertletzungen betroffen ist.

Im Folgenden möchte ich nun klären, warum es so häufig zu Umknicktraumata kommt, die immer wieder schwere Verletzungen nach sich ziehen. Eine wesentliche Ursache ist, dass das Sprunggelenk eines der am stärksten belasteten Gelenke des Körpers ist. Bei jedem Schritt muss das Sprunggelenk die gesamte Körperlast tragen.

Desweiteren unterscheidet man bei den Ursachen für das Umknicken intrinsische von extrinsischen Faktoren. Intrinsische Faktoren sind Faktoren, die der Sportler selbst beeinflussen kann und an denen er „selbst Schuld“ ist, z.B. Koordinationsmangel, mangelnde Erholung nach Sportverletzungen/ Erkrankungen, Alter, Größe, Gewicht, Einfluss von Medikamenten/Alkohol etc. Extrinsische Faktoren sind dagegen diejenigen, die der Sportler kaum oder gar nicht beeinflussen kann, z.B. die Bodenbeschaffenheit, Körperkontakt mit Gegenspielern etc. Sowohl der Einfluss der intrinsischen Faktoren, als auch der Einfluss von extrinsischen Faktoren auf Verletzungen beläuft sich auf jeweils ca. 50%. Einen Einfluss auf ein Umknicktrauma kann zudem auch eine mangelhaft technische Ausrüstung spielen. Hierbei spielt vor allem das richtige Schuhwerk eine entscheidende Rolle, das ein Umknicken nach innen/außen verhindern soll.

Weitere Ursachen für ein Umknicktrauma finden sich zudem in der jeweiligen Sportart begründet. Risikosportarten sind vor allem die Ballsportarten Fußball, Volleyball, Basketball und Handball. Aber auch Sportarten wie Badminton, Tennis oder Trampolinspringen sind extrem gefährliche Sportarten. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand, denn die meisten hier genannten Sportarten erfüllen die typischen Kriterien, die zum Umknicken führen. Diese Kriterien sind: Gegnerkontakt, viele Sprints/ Sprünge/ Landungen, Drehbewegungen, Zweikämpfe, Richtungswechsel, hohe Belastungen usw.

Desweiteren unterscheidet man bei Sportverletzungen allgemein zwischen akuten und chronischen Verletzungen. Akute Verletzungen sind Verletzungen, die mit einem Trauma verbunden sind. Eine akute Sprunggelenksverletzung wäre also eine Verletzung, die aufgrund eines traumatischen Umknickens zustande kommt. Chronische Verletzungen sind Verletzungen, die degenerativ sind, d.h. sie treten aufgrund von Verschleißerscheinungen ein. Das kann einerseits mit dem natürlichen Alterungsprozess zusammenhängen, kann aber auch einfach durch eine Überbelastung entstehen. Akute Sprunggelenksverletzungen wären demzufolge Zerrungen, Quetschungen, Teilrisse oder komplette Risse der Bänder. Eine chronische Sprunggelenksverletzung wäre beispielsweise eine Arthrose im Sprunggelenk. Bei Sprunggelenksverletzungen dominieren bei Weitem die akuten Verletzungen, wobei auch chronische Überlastungsschäden vor allem bei älteren Menschen relativ häufig vorkommen.

2. Bandrupturen

Ist es nun aufgrund eines akut traumatischen Umknicktaumatas zu einer Sprunggelenksverletzung gekommen, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um eine Distorsion handelt. Distorsionen sind Verstauchungen, Überdehnungen kleine Risse oder Teilrisse der Bänder, kurz gesagt Bandverletzungen. Diese sind mit großem Abstand an 1.Stelle der Verletzungen des OSG. Nimmt man die Bänderrisse noch dazu, machen die Bandverletzungen ca. 80% aller akuten Sprunggelenksverletzungen aus. An 2.Stelle folgen die Sprunggelenksfrakturen (=Knochenbrüche) mit 9,9%, gefolgt von Kontusionen (=Gelenkprellungen oder Quetschungen) mit 7,5%. Die in folgender Abbildung auch genannte Myotendopathie und die Deformität-Wunden sind mit jeweils 1,5% eher zu vernachlässigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten[5]

Wie bereits erwähnt sind die Bänder bei Umknickverletzungen relativ häufig betroffen. Sie haben eigentlich die Funktion das obere Sprunggelenk zu entlasten und ihm Stabilität zu verleihen. Andererseits sind sie aber auch der große Schwachpunkt (v.a. die drei Außenbänder) des OSG, weil sie so extrem anfällig für Verletzungen sind.

„Bandverletzungen am oberen Sprunggelenk (OSG) sind mit 25-40% aller Traumata die häufigste Verletzung im Breiten- wie auch im Elite-Sport überhaupt.“[6]

Rund 85% aller Bandverletzungen sind Supinationstraumata, was Verletzungen der Außenbänder zur Folge hat. Die Innenbänder sind aufgrund von Pronationstraumata in nur ca. 15% der Fälle betroffen. Wie bereits erwähnt, ist eine OSG-Distorsion die häufigste aller Sprunggelenksverletzungen überhaupt. Dabei wird noch einmal zwischen drei verschiedenen Gradstufen unterschieden:

[...]


[1] Vgl. Valderrabano, V. Fuß & Sprunggelenk und Sport. S.114.

[2] Vgl. Hinrichs, H. Sportverletzungen. S. 96.

[3] Weineck. S.281

[4] Vgl. Weineck. S.281.

[5] Vgl. Weineck.Sportanatomie. S. 285.

[6] Valderrabano S. 153.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Ätiologie der Sprunggelenkverletzungen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Sportzentrum)
Veranstaltung
Sportmedizin
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
14
Katalognummer
V378712
ISBN (eBook)
9783668559653
ISBN (Buch)
9783668559660
Dateigröße
3277 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ätiologie, sprunggelenkverletzungen
Arbeit zitieren
Dominik Kremer (Autor), 2014, Ätiologie der Sprunggelenkverletzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378712

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