Motivation im Unterricht. Empirische und theoretische Erkenntnisse


Praktikumsbericht / -arbeit, 2017

12 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhalt

1. Schulportrait

2. Beobachtungsschwerpunkt Lernmotivation
2.1. Motiv und Motivation
2.1.1. Motiv
2.1.2. Motivation
2.2. Warum lernst du?
2.3. Einflussnahme des Lehrers auf die Motivation
2.4. Motivation und Unterrichtsstile
2.5. Ursachen für Motivationsstörungen
2.6. Fazit
2.7 Literaturverzeichnis

3. Evaluation des Praktikums zum studierten Lehramt

1. Schulportrait

Das besuchte Gymnasium ist ein allgemein bildendes Gymnasium, an dem das Abitur erworben werden kann.

Die Schule führt das Modell der „offenen Ganztagsschule“. Das bedeutet, dass der Pflicht-und Wahlpflicht-Bereich der Schüler der Sekundarstufe I in den Kernfächern Deutsch, Mathematik, Sprachen, Natur-und Geisteswissenschaften am Vormittag stattfindet, während ein breites Angebot an Arbeitsgruppen und außerschulischen Kooperationen am Nachmittag angeboten wird. Dies bietet neue Lernchancen, erweitert den Horizont und unterstützt die individuelle Förderung der Schüler.

Schüler der Klassen 7-10 werden hauptsächlich im Klassenverband unterrichtet. Während der 4 Jahre in der Sekundarstufe I steht allen Klassen ein Klassenraum zu, den die Schüler individuell gestalten können. Es wird allgemeinbildend in den Kernfächern unterrichtet, allerdings können Schüler durch Wahlpflichtunterricht, insbesondere in den Stufen 9 und 10, Spezialisierungen vornehmen. Hier werden praktische Einblicke in die Naturwissenschaften, Medien und internationale Angelegenheiten geboten.

Besonders großen Wert legt die Schule auf die Begleitung der Berufswünsche der Schüler. Betriebspraktika in den Stufen 9 und 10, Betriebserkundungen und das Unterrichtsfach „Berufs-und Studienorientierung“ legen den Grundstein dafür. Es wird eng mit dem Berufsbildenden Zentrum, der Universität Rostock und anderen Arbeitgebern und Ausbildungsstätten zusammengearbeitet.

In der Qualifikationsphase zum Abitur wird nach einem Kurssystem unterrichtet. Die zukünftigen Abiturienten können in der Jahrgangsstufe 10 über ihre Fächerkombinationen nach eigenen Stärken und Interessen entscheiden. Spezielle Kursangebote wie Informatik, Darstellendes Spiel und Chorsingen als Unterrichtsfach in der Oberstufe unterstützen die Schüler in ihrer Individualisierung und späteren Berufswünschen. Überdurchschnittlich gute Ergebnisse im Abitur bestätigen das Funktionieren dieses Systems.

Die lichtdurchflutete Eingangshalle ist das Herzstück des Gymnasiums. Dies schafft eine helle, aber trotzdem professionelle Arbeitsatmosphäre des Lernens und Lehrens. Die naturwissenschaftlichen Fachräume sind nach neuesten Standards der Laborausrüstung ausgestattet. Computerkabinetts mit aktueller Hard- und Software ermöglichen den Schülern einen modernen, aktuellen Unterricht. Zusätzlich verfügt jeder Fachbereich über mobile Computereinheiten, sodass Schüler und Lehrer jederzeit Möglichkeiten zur Recherche und zur Einbringung multimedialer Inhalte haben. Die Schule verfügt außerdem über eine Cafeteria, eine eigene Bibliothek, eine große Sporthalle mit in das Schulgelände integrierter Sportanlage und ein Feuchtbiotop.

Das Gymnasium beteiligt sich an vielen nationalen und internationalen Kooperationen. Seit langem hält die Schule das Zertifikat „Gesunde Schule“. Das von der EU geförderte Programm „Erasmus +“ fördert den Austausch und Kontakt zwischen Schülern und Lehrern aus verschiedenen anderen EU-Mitgliedsstaaten. Außerdem beteiligt sich die Schule umfassend und erfolgreich am Projekt der Inklusion.

Als Seminar- und Ausbildungsschule ist das Gymnasium kontinuierlich Teil der Ausbildung von Lehramtsanwärtern und Referendaren. Diese werden von Studienleitern und Mentoren aktiv betreut und beraten. Die Zusammenarbeit unterstützt die Referendare in allen Bereichen des schulischen Handelns. So bereichert ein kontinuierlicher Austausch der Erfahrungen das Schulleben und trägt zur Bereicherung der Unterrichtsqualität bei.

2. Beobachtungsschwerpunkt Lernmotivation

2.1. Motiv und Motivation

2.1.1. Motiv

Wie lernt ein Mensch bestimmte Dinge zu wollen?

Naturbedingte Triebe und Instinkte sind zu eindimensional zur Beantwortung dieser Frage. Sie beschränken sich auf die Erhaltung essentieller Lebensvorgänge wie die Nahrungsaufnahme (Vgl. Meister 1994, S. 32). Ein Streben nach einem positiven Zustand, ein Zustand des guten Gefühls oder des Angenehmen ist auszuklammern von der Lebensnotwendigkeit. Hier werden tiefere Spähren der menschlichen Psychologie angesprochen. Die Antwort auf diese grundsätzliche Frage führt zu dem Begriff des Motivs. „Was im Zusammenhang mit menschlicher Motivation als Antwort auf die Frage `Warum? ́gesagt werden kann, ist Motiv." (Schiefele 1974, S. 31) Das Motiv kann „als Ursache zielgerichteten Verhaltens angenommen werden“ (Meister 1994, S.30). Das heißt, dass ein bestimmter Zielzustand angestrebt wird, beispielsweise das Erreichen guter Leistungen in der Schule. Ein Motiv ist eine über einen längeren Zeitraum dauernde Vorliebe bzw Neigung, die Handeln von Personen verständlich macht.

Der Begriff des Motivs lässt sich in drei Arten einteilen. Das Leistungsmotiv tritt dann auf, wenn es einen Maßstab für die eigene Leistung gibt. Es wird sich an einem vorgegeben Gut-Zustand orientiert. Die Hoffnung auf Erfolg ist maßgebend. (Vgl Meister 1994, S. 35)

Die zweite Form wird als Machtmotiv bezeichnet. Dieses wird angeregt, wenn das Verhalten anderer Menschen beeinflusst werden kann. Ein Motiv des „Starken“ und „Schwachen“ entsteht. (Vgl. Stangl 2017)

Das Anschlussmotiv entsteht in Situationen der Geselligkeit. Affekte der Zugehörigkeit stellen sich ein, es wird nach Akzeptanz einer Gruppe gestrebt. Das Motiv des „Gruppenzwanges“ lässt sich dem Anschlussmotiv zuordnen. (Vgl. Stangl 2017)

2.1.2. Motivation

Motiviert sein heißt, Lust, Freude und Interesse an etwas zu haben. Aus einem Motiv wird Motivation, wenn es eine „momentane Bereitschaft eines Individuums (gibt) zu verstehen, seine sensorischen, kognitiven und motorischen Funktionen auf die Erreichung eines künftigen Zielzustandes zu richten und zu koordinieren." (Heckhausen 1989, S. 149). Das heißt, durch die Anregung eines Motivs entsteht Motivation. Nach Maslow orientiert sich die Motivation an den Grundbedürfnissen, die jeder Mensch hat. Die Grundbedürfnisse (Physiologische Bedürfnisse, Sicherheit, Liebe, Selbstachtung) werden als Defizitmotivation bezeichnet. Sie sind essentiell. Fehlen diese Bedürfnisse, kann es sowohl zu körperlichen als auch seelischen Defiziten kommen. Das Bedürfnis nach Selbstaktualisierung führt zur Wachstumsmotivation. In diesem Stadium entwickelt sich der Mensch durch Lernen und Wissensaneignung weiter. (Vgl. Maslow 1981, S. 62ff)

Wie bei den meisten Begriffen in der Pädagogik handelt es sich auch bei „Motiv“ und „Motivation“ um hypothetische Konstrukte. „Es handelt sich um angenommene, nicht direkt beobachtbare Sachverhalte und Gesetzmäßigkeiten, wobei jedoch beobachtbare Bedingungen und überprüfbare Gesetzmäßigkeiten zur näheren Bestimmung und Einordnung dieser Konstrukte herangezogen werden können.“ (Meister 1994, S. 31ff)

2.2. Warum lernst du?

Zur Beantwortung dieser Frage habe ich eine Umfrage unter den Schülern der Praktikumsschule durchgeführt. In Vorbereitung dessen stellte sich mir die Frage, warum ich eigentlich den Stoff des Unterrichts lerne. Ich erkannte, dass ich in meiner eigenen Schulzeit nur in Bezug auf Tests und Klassenarbeiten lernte. Also lag die Motivation darin, eine gute Note zu erreichen, mit dem Hintergedanken, dass die Zensuren über meinen späteren Berufsweg entscheiden. Durch Zulassungsbeschränkungen an Universitäten und Fachhochschulen, aber auch dadurch, dass Betriebe häufig in sehr starkem Maße die Schulnoten bei der Durchsicht von Bewerbungen heranziehen und danach entscheiden, wird Schülern impliziert, dass die Schulleistungen die Zukunft bestimmen.

Die vorbereitete Umfrage wurde mit der Leitfrage „Warum lernst du?“ durchgeführt. Hierbei wurden Schüler aus einer zehnten Klasse befragt. Die Auswertung ergab, dass 49% wegen Notendruck lernen, 15% aufgrund von Angst vor Misserfolg, 14% aus schlechtem Gewissen, 12% aus Ehrgeiz, 4% aus Interesse am Stoff, 6% wussten keine Antwort. Meine eigenen Erfahrungen aus der Schulzeit und mein allgemeiner Eindruck des Unterrichtsgeschehens während des Praktikums wurden hiermit bestätigt. Im Unterricht konnte ich, besonders in der Abiturstufe beobachten, dass der Stoff und die Inhalte oftmals direkt auf das spätere Abfragen in Testform ausgerichtet sind. Mögliche Ursachen sind hier ein immenser Zeitdruck der Lehrkräfte, aber auch die Hoffnung auf Erfolg der Schüler, ausgerichtet auf die bereits erwähnte Wichtigkeit von Schulnoten für die Zukunft der Schüler. In der Unterstufe, in der die Schüler noch weiter fern von Notendruck gehalten werden, fielen die Ergebnisse der Umfrage sehr unterschiedlich aus:

37% lernen, um die Erwartungen der Eltern zu erfüllen, 20% aus Notendruck, 16% aus Interesse am Stoff, 15% aufgrund von Ehrgeiz, 6% gaben an, gar nicht zu lernen und 6% wussten keine Antwort. Die Umfrage wurde beispielhaft in einer achten Klasse durchgeführt. Auch hier lässt sich auf die Unterrichtsdurchführung schließen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Motivation im Unterricht. Empirische und theoretische Erkenntnisse
Hochschule
Universität Rostock
Note
2,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
12
Katalognummer
V378779
ISBN (eBook)
9783668562110
ISBN (Buch)
9783668562127
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
motivation, unterricht, empirische, erkenntnisse
Arbeit zitieren
Nane Möller (Autor), 2017, Motivation im Unterricht. Empirische und theoretische Erkenntnisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378779

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