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Parfum, donc souvenir? - Bedeutung und Einfluss von Geruch(ssinn) in 'Le Flacon' und 'Parfum Exotique' von C.Baudelaire (Fleurs du Mal)

Title: Parfum, donc souvenir? - Bedeutung und Einfluss von Geruch(ssinn) in 'Le Flacon' und 'Parfum Exotique' von C.Baudelaire (Fleurs du Mal)

Term Paper , 2003 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Barbara Miertsch (Author)

French Studies - Literature
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Wie beeinflussen Gerüche die Wahrnehmung? Diese Fragestellung soll hier im allgemeinen und im speziellen in den Gedichten „ Le Flacon“ und „Parfum Exotique “ von Baudelaire behandelt werden. Distinguierte Wahrnehmung über die Sinne scheint für einen Dichter unablässig. Der Bereich der Wahrnehmung von Gerüchen, in dem Tiere dem Menschen klar ü berlegen sind, wird jedoch nicht allein aufgrund dieser Tatsache seit langem abgewertet. Das Christentum und die meisten Philosophen der Aufklärung ordneten ihm das Gesicht und das Gehör als „dauerhaftere Anreize für das Denken“ (Corbin, 1992) über. Seine Flüchtigkeit störe beim „Erinnern und Vergleichen wahrgenommener Empfindungen“ (ebd.). Gelten diese Annahmen auch für die Poesie? Sind die Sinne(swahrnehmungen) überhaupt klar voneinander zu trennen, bzw. sind sie zu werten? Hat der Geruchssinn allgemeine oder Baudelaire-spezifische charakteristische Eigenschaften? Inwieweit lässt sich Prévosts2 These „Parfum, donc souvenir“ auf die untersuchten Gedichte anwenden? Nach einem kurzen Einblick über die Stellung des Geruchssinns bei Aristoteles und bei den Philosophen des 18. und 19. Jahrhunderts, wird die jeweilige Rolle von Düften und ihre Zusammenwirkung mit den anderen Wahrnehmungen in beiden genannten Werken beschrieben. Die Ergebnisse der Untersuchung werden an der Oberfläche kaum Ähnlichkeiten aufweisen, da die Texte, auch in Bezug auf den betrachteten Gegenstand sehr unterschiedlich sind. Es gilt also, in der Zusammenfassung möglichst so tief gehend wie Gerüche sind auf deren Wahrnehmung in Baudelaires Werken einzugehen, um auf einer untergründig übergeordneten Ebene Gemeinsamkeiten zu entdecken. 2 Prévost, 1953, S. 217

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Einige Einschätzungen von Gerüchen in der Philosophie

2.1. Aristoteles und die Einteilung in „zwei Arten des Riechbaren“

2.2. 18. und 19. Jh. Und die „Unsicherheit im Diskurs der Gelehrten“

3. Geruch(ssinn) bei Baudelaire

3.1. Parfum Exotique (FM XXII)

3.2. Le Flacon (FMXLVIII)

4. Schlussbemerkung

5. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Einfluss des Geruchssinns als Wahrnehmungsinstanz sowie als Impulsgeber für die Imagination in ausgewählten Gedichten von Charles Baudelaire. Dabei wird analysiert, wie Düfte in den Werken „Le Flacon“ und „Parfum Exotique“ den Zugang zu Erinnerungen, Traumwelten und inneren Bildern steuern und welche philosophischen Konzepte der Sinneswahrnehmung dabei wirksam werden.

  • Historische philosophische Einordnungen des Geruchssinns bei Aristoteles und im 18. und 19. Jahrhundert.
  • Analyse der Funktion von Düften als Katalysator für Erinnerungs- und Inspirationsprozesse.
  • Vergleichende Untersuchung der Gedichte „Parfum Exotique“ und „Le Flacon“.
  • Verbindung von Sinneseindrücken zur Herstellung einer umfassenden Einheit von Realität und Traum.
  • Rolle der Einbildungskraft bei der Verarbeitung olfaktorischer Reize.

Auszug aus dem Buch

3.2. Le Flacon (FMXLVIII)

„Le Flacon“ steht als Gedicht XLVIII in Spleen et Idéal der Fleurs du Mal und entspricht weder was seine Form noch was seine Aussage betrifft das vorher besprochene Parfum Exotique, obwohl in beiden Texten Düfte die zentrale und auslösende Rolle spielen. Der „mécanisme fondamental d´évasion“ lässt hier aus starken beißenden Gerüchen innere Welten auferstehen, die die Seele des Ich mit beiden Händen in Richtung Abgrund stoßen (V.15/16) und ihn im zweiten Abschnitt des Gedichts, den die letzten beiden Strophen bilden, selbst das Duftfläschchen des geliebten Pesthauch werden lassen, dessen Sarg und eins mit diesem Miasmus, der ihn zerfrisst.

Von Beginn des Gedichtes an wird die Heftigkeit und Kraft der Gerüche beschrieben, die stärker sind als Materie, in der ersten Strophe z. B. stärker als das Glas, das die Düfte umschließt.

Andere Gerüche steigen aus dem Innern eines Koffers aus dem Orient auf, dessen Schloss sich nur knirschend und kreischend öffnen will und dessen Bild eine mystisch anmutende Atmosphäre schafft. Das verlassene Haus, das in der zweiten Strophe die Umgebung für beißende Gerüche von Vergehendem bildet und ein Flakon, das sich erinnert und dem eine tot geglaubte Seele entspringt, tauchen das Ich – hier noch in der 3. Person - in eine Vergangenheit, deren „bereits eingesargt schlafende“ Gedanken mit der wiedererweckten Seele auferstehen. Es ist etwas im Innern des dichterischen Ich, das schlief und jetzt, aufgerührt von der durch den Duft hervorgerufenen Erinnerung, seine Vergangenheit als lebendig erlebt und von ihr langsam überwältigt wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Es wird die Fragestellung dargelegt, wie Gerüche die Wahrnehmung beeinflussen und welche Rolle der Geruchssinn in Baudelaires Gedichten spielt.

2. Einige Einschätzungen von Gerüchen in der Philosophie: Dieses Kapitel beleuchtet historische Perspektiven auf den Geruchssinn, von Aristoteles bis zu den Philosophen der Aufklärung und des 19. Jahrhunderts.

3. Geruch(ssinn) bei Baudelaire: Hier erfolgt eine vertiefte Analyse der Gedichte „Parfum Exotique“ und „Le Flacon“ hinsichtlich ihrer olfaktorischen Inszenierung.

4. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Bedeutung der Gerüche als Syntheseinstrument der Imagination und deren ambivalente Wirkung auf die Seele.

5. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Baudelaire, Geruchssinn, Wahrnehmung, Parfum Exotique, Le Flacon, Fleurs du Mal, Philosophie, Imagination, Erinnerung, Sinneswahrnehmung, Korrespondenzen, Aristoteles, Ästhetik, Lyrik, Traumanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Geruchssinns in zwei ausgewählten Gedichten von Charles Baudelaire und setzt diese in den Kontext philosophischer Sinnesdiskurse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Philosophie der Sinne, die Bedeutung von Düften für die menschliche Wahrnehmung, den Einsatz der Einbildungskraft in der Lyrik sowie die Korrespondenz zwischen äußeren Reizen und inneren Gefühlswelten.

Was ist das primäre Forschungsziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gerüche als Auslöser für Erinnerungen und innere Bilder fungieren und wie sie bei Baudelaire zur Synthese von Traum und Wirklichkeit beitragen.

Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die poetische Texte in den Kontext historischer und philosophischer Quellen einbettet, um ein tiefgreifendes Verständnis der symbolischen Wirkung von Gerüchen zu erlangen.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine philosophische Einführung zur Bewertung von Gerüchen und eine detaillierte Textanalyse von Baudelaires Gedichten „Parfum Exotique“ und „Le Flacon“.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Baudelaire, Sinneswahrnehmung, Imagination, Geruchssinn, Korrespondenzen und Lyrikanalyse.

Wie unterscheidet sich die Wirkung des Geruchs in „Parfum Exotique“ von der in „Le Flacon“?

Während der Duft in „Parfum Exotique“ eine harmonische Verbindung zwischen Ich, Vergangenheit und Natur erzeugt, führt die olfaktorische Wahrnehmung in „Le Flacon“ zu einer qualvollen Konfrontation mit dem Tod und der Zerstörung der Seele.

Welche Rolle spielt die „Einbildungskraft“ bei der Verarbeitung von Gerüchen laut der Autorin?

Die Autorin argumentiert, dass die Einbildungskraft bei Baudelaire untrennbar mit dem Geruchssinn verbunden ist und es dem dichterischen Ich erst ermöglicht, durch Düfte ein Inneres zu konstruieren, das über die bloße Realitätswahrnehmung hinausgeht.

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Details

Title
Parfum, donc souvenir? - Bedeutung und Einfluss von Geruch(ssinn) in 'Le Flacon' und 'Parfum Exotique' von C.Baudelaire (Fleurs du Mal)
College
University of Hamburg
Grade
2,3
Author
Barbara Miertsch (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V37907
ISBN (eBook)
9783638371216
Language
German
Tags
Parfum Bedeutung Einfluss Geruch(ssinn) Flacon Parfum Exotique Baudelaire Mal)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Barbara Miertsch (Author), 2003, Parfum, donc souvenir? - Bedeutung und Einfluss von Geruch(ssinn) in 'Le Flacon' und 'Parfum Exotique' von C.Baudelaire (Fleurs du Mal), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37907
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