Analyse des Bayerischen Golf Verbandes und Empfehlungen zum Führungsstil


Hausarbeit, 2017

21 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 ANALYSEPHASE
1.1 Status quo - Entwicklungen im bundesdeutschen Golfsport
1.2 Resultierende Herausforderungen für den BGV
1.3 Lebenszyklusanalyse Golfsport

2 PLANUNGSPHASE
2.1 Leadershipstil und Führungspersönlichkeiten
2.2 Anforderungs- und Aufgabenprofil des Jugendwartes im BGV
2.3 Leadershipstil des Jugendwartes

3 KONZEPTIONSPHASE
3.1 Konzeption Maßnahmenkatalog, um die Attraktivität des ehrenamtlichen Jugendwartes zu steigern
3.2 Maßnahmenplan zur zukünftigen Gewinnung und Bindung der ehrenamtlichen Position des Jugendwartes
3.3 Neue Projekte des BGV in Kooperation mit den verantwortlichen Jugendwarten

4 UMSETZUNGSPHASE DES CHANGE-PROZESSES
4.1 Konkreter Umsetzungsplan im Rahmen des Change-Prozesses
4.2 Konkrete Widerstände und Barrieren

5 LITERATURVERZEICHNIS

6 ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS
6.1 Abbildungsverzeichnis

1 Analysephase

1.1 Status quo - Entwicklungen im bundesdeutschen Golfsport

1.) Mitgliederentwicklung

Der Deutsche Golf Verband verzeichnet im Jahr 2016 eine Mitgliederzahl von 643.158. Besonders hervorzuheben ist, dass der BGV einen Mitgliederzuwachs von 0,5% im Vergleich zum Jahr 2015 zu verzeichnen hat.

Im Vergleich zu anderen großen Sportverbänden in Deutschland ist ein Zuwachs der Mitglieder selten gegeben. Lediglich der Deutsche Fußball Bund (+10,13%), der Deutsche Alpenverein (+26,65%) und der Deutsche Behinderten Sportverband (20,44%) können Mitgliederzuwachse vorweisen.

Des Weiteren ist festzuhalten, dass der DGV konstant Mitgliederzuwächse in den letzten Jahren vorweisen kann. In den Jahren von 2005 (527.427 Mitglieder) bis 2015 (640.181) stieg die Mitgliederzahl um 112.754 Mitglieder. Der bayrische Golfverband ist der größte Golfverband in Deutschland und stellt mit 138.133 Mitgliedern rund 21,5% aller Mitglieder Deutschlands.

2.) Altersstruktur der Mitglieder

Der Deutsche Golf Verband kann im Gesamten zwar einen Mitgliederzuwachs vorweisen, jedoch werden die Mitglieder im Durchschnitt immer älter. Die größte Altersgruppe mit 246.202 Mitgliedern im Jahr 2015 stellen die „über 60-jährigen“ Spieler und Spielerinnen. Die Jugend, welche das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hat, stellt lediglich 7% der Gesamtmitglieder.

Generell ist zu beobachten, dass der Unterschied zwischen jungen und älteren Mitgliedern immer größer wird. Die Altersgruppe „bis 18 Jahre“ verzeichnete in den Jahren von 2013 bis 2015 einen Rückgang von 7,48% (2013: 49.073, 2015: 45.398). Im Gegensatz zu diesem Rückgang wuchs die Altersgruppe „über 60 Jahre“ um 5,18% (2013: 234.068, 2015: 246.202).

3.) Golfanlagen

Die Golfanlagen in Deutschland wachsen parallel zu den steigenden Mitgliederzahlen. Im Gesamten eröffneten 50 neue Golfanlagen in den Jahren 2006 bis 2015. Insgesamt gibt es 727 Golfanlagen in Deutschland, wovon 395 öffentlich zugänglich und 203 ohne Platzreife zu bespielen sind. Bei der Struktur der vorhandenen Golfanlagen ist hervorzuheben, dass 80% aller Golfanlagen über mindestens sechs Löcher und mehr als 50% über neun Löcher verfügen.

4.) Golftouristen

Unter dem Begriff „Golftourist“ wird ein Golfspieler definiert, welcher als Gast ein Tagesspiel, oder sogar in Kombination einer Reise mehrere Tage, auf einer fremden Golfanlage nutzt.

Laut einer Umfrage von KMPG nahm das Wachstum des Golftourismus jedoch ab. 2008 betitelten 78% der Befragten den Golftourismus als aufsteigenden Markt. Im Jahr 2010 teilten nur noch 54% der Befragten diese Meinung.

5.) Internationaler Vergleich der deutschen Golfspieler

Im Vergleich zu anderen großen Nationen Europas liegt Deutschland mit der Anzahl seiner Golfspieler auf Platz zwei hinter England. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Anzahl der deutschen Golfspieler jährlich zunimmt und die Anzahl der eng- lischen Golfspieler jährlich abnimmt. In Zahlen ausgedrückt konnte England im Jahr 2009 833100 Golfspieler vorweisen und Deutschland insgesamt 575176 Golfspieler. Im Jahr 2015 lag England bei 678372 Golfspielern und Deutschland bei 639137 Golfspielern.

Es ist deutlich zu erkennen, dass die Spanne der beiden Nationen geringer wird und es ist von einer Entwicklung auszugehen, dass Deutschland in den nächsten Jahren die meisten Golfspieler vorweisen kann.

6.) Image des Golfsports

Im Folgenden wird das Image des Golfsports von aktiven Golfspielern und Umfra- geteilnehmern, welche den Golfsport nicht ausüben, dargestellt. Bei den aktiven Golfspielern unterstreichen 96% mit einer positiven Meinung ihre Leidenschaft gegen über ihrem Sport. Innerhalb einer Skala von 1 bis zum Bestwert 10 wurde der Golfsport von den aktiven Teilnehmern mit einer 8,8 bewertet.

Bei ehemaligen Golfspielern stehen lediglich 27% positiv und 36% negativ dem Golfsport gegenüber. Innerhalb der Bewertungsskala erreicht der Golfsport innerhalb dieser Gruppe nur eine 5,4.

Die Gruppe, welche noch nie die Sportart Golf ausprobierte, stimmte mit 54% gegen eine Attraktivität der Sportart. Auf der Skala erhielt man einen Tiefstwert von 4,3. Des Weiteren plagt dem Golfsport sein generelles Image. Der Golfsport wird von außenstehenden Personen als elitär, hochnäsig, langweilig und unbeliebt betitelt. Die Meinung, dass der Golfsport kein „richtiger Sport“ sei, ist weiterhin verbreitet.

7.) Kosten im Golfsport

Eine Mitgliedschaft im Golfsport ist kostspielig. Erwachsene zahlen eine Jahresge- bühr von durchschnittlich 300-850€, wobei der oberen Grenze kein Limit gesetzt ist. Jugendliche bis 18 Jahre zahlen für eine Mitgliedschaft zwischen 100-250€ jährlich. Des Weiteren ist die Eintrittsbarriere im Golf sehr hoch. Die Kosten für einen Schnupperkurs, für die Platzreife und einem einfachen Equipment liegen bei min- destens 830€.

8.) Saison im Golfsport

Im Vergleich zu den hohen jährlichen Mitgliedschaften ist Golf eine Freiluftsportart, sodass diese nicht über das ganze Jahr hinweg ausgeführt werden kann. Die Golfsai- son beginnt im März/April und endet im Oktober. Somit besitzt der Golfsport eine lange Winterpause von 4-5 Monaten, in der die Mitgliedschaft nicht genutzt werden kann.

9.) Struktur der Golfanlagen

Die Struktur der Golfanlagen beschreibt zwei unterschiedliche Formen. Einerseits gibt es die klassischen eingetragenen Vereine, welche einen ehrenamtlichen Ju- gendwart und ein Präsidium stellen. Dem gegenüber stehen organisierte KGs und GmbHs, welche einen festangestellten Jugendkoordinator und ein Hauptamt stellen.

10.) Drop-Out-Rate der Jugendlichen

Dem Golfsport steht das Problem der Drop-Out-Rate der Jugendlichen gegenüber. Mit dem Erreichen des 18. Lebensjahr geben viele Jugendliche den Golfsport auf. Gründe dafür sind der Ortswechsel durch die Aufnahme eines Studiums, das feh- lende Interesse am Golfsport, die Pubertät oder auch die lange Winterpause, wodurch sich andere Sportarten als attraktiver gestalten.

Im Hinblick auf den Nachwuchsbereich decken die aufgeführten Aspekte mehrere Kernprobleme des Golfsports auf. In den Bereichen Gesamtmitglieder und Golfanlagen steht der deutsche Golfverband positiv dar. Als einer der wenigen Verbände international kann der BGV einen Zuwachs seiner Mitgliederzahlen und eine gleichbleibende Anzahl an Golfanlagen vorweisen. Des Weiteren steht der BGV kurz davor, der Verband mit den meisten Spielern innerhalb Europas zu werden.

Die Kehrseite dieser Medaille beschreibt das immer weiter zunehmende Durchschnitts- alter der aktiven Golfspieler. Die größte Gruppe der über 61-jährigen Spieler nimmt immer weiter zu und die kleinste Gruppe der unter 18-jährigen Aktiven nimmt immer weiter ab. Das bestehende Image und die hohen Kosten des Golfsports unterstützen die- sen Alterswandel. Golf ist keine attraktive Sportart für die Jugend, sodass diese an die Vereine gebunden werden können. Durch die vergleichbar lange Winterpause im Ver- gleich zu anderen Sportarten besteht die Gefahr der Substitution. Innerhalb der Winter- pause können die Jugendlichen andere Sportarten ausprobieren und Gefallen in ihnen finden.

Weitergehend sind es die hohen Kosten und Eintrittsbarrieren, welche eher ältere Spieler mit erhöhtem durchschnittlichem Einkommen ansprechen.

Durch die bilaterale Struktur der Golfanlagen leidet die Anzahl an ehrenamtlichen Ju- gendwarten, welche die Jugendspieler, und somit die Zukunft des Golfsportes, beisam- menhält.

1.2 Resultierende Herausforderungen für den BGV

Durch die umfangreiche Analyse des DGV im Punkt 1.1 ergeben sich für den BGV in der Struktur vergleichbare Probleme. Im Folgenden werden fünf konkrete Herausforderungen dargestellt, welche der BGV im Bereich Nachwuchsgolf zu meistern hat.

1.) Digitalisierung / Modernisierung des Golfsports

Der BGV muss sich der Herausforderung stellen, den Golfsport zu digitalisieren und zu modernisieren. Durch diverse Maßnahmen wird es dem Verband gelin- gen, den Sport auch für Jugendliche attraktiver zu gestalten. Um die Jugend vermehrt anzusprechen, sollte man auf moderne Trainingseinheiten setzen, wie z.B. dem 6-Loch-Kurs oder golfspezifische Fitnessangebote. Des Weiteren könnte man eine digitale Ergebnisdokumentation einführen, sowie eine Vereinfachung der Handicap-Regelung.

2.) Imageverbesserung des Golfsports

Der Bayrische Golf Verband muss sich vor die Herausforderung stellen, dass Image des Golfsports, besonders bei der jungen Zielgruppe zu verbessern. Aus der vorherigen Analyse geht hervor, dass über 50% negativ über den Sport denken, ohne diesen ausprobiert zu haben. Der Golfsport muss die Werte „langweilig“ und „elitär“ gegen „spannend“ und „revolutionär“ austauschen.

3.) Eintrittsbarrieren für Kinder und Jugendliche

Da die Altersgruppe der Mitglieder unter 18 Jahren lediglich 7% der Gesamtmitglieder stellt, besteht in diesem Punkt Handlungsbedarf. Der BGV steht vor der Herausforderung diesen Prozentsatz zu erhöhen. Da für Kinder und Jugendliche im Golfsport hohe Eintrittsbarrieren von mindestens 830€ bestehen, sollte man diese senken um die dargestellte Herausforderung zu meistern.

4.) Schere zwischen Alt und Jung verkleinern

Da die größte Mitgliederzahl im Golf durch Spieler über 61 Jahre und die kleins- te Gruppe durch die Jugendlichen definiert ist, besteht hier ein klares Ungleich- gewicht. Der BGV steht vor der Herausforderung, diese Schere zu verkleinern, indem er in die Jugendarbeit investiert. Je mehr Jugendliche für den Sport be- geistert werden können, desto mehr mittelaltrige Spieler können durch neuge- wonnene Jugendliche generiert werden, wie z.B. Eltern, Verwandte oder Be- kannte. Des Weiteren ist eine erfolgreiche Arbeit eines ehrenamtlichen Jugend- wartes, welches die Hauptherausforderung unter 5.) darstellt, nötig.

5.) Gewinnung, Bindung und Motivation von ehrenamtlichen Jugendwarten

Als Bindeglied der Generationen im Golfsport und als Motivator und Organisa- tor der Jugend steht der ehrenamtliche Jugendwart. Da die Generierung eines Ehrenamtes eines der Hauptprobleme des Golfsports darstellt, steht der BGV vor der Hauptherausforderung Maßnahmen zu entwickeln, um dieser Entwicklung entgegen zu arbeiten.

1.3 Lebenszyklusanalyse Golfsport

Die Mitgliederzahlentwicklung des Deutschen Golfverbandes ist konstant steigend.

In der Einführungsphase des Deutschen Golf von 1951 - 1980, innerhalb des unten aufgeführten Diagrammes, stieg die Mitgliederzahl von 2.700 auf 49.211 an. In dieser „Einführungsphase“ stand der DGV im Aufbau und erste Golfsympathisanten schließen sich dem Verband an.

In den Jahren 1981 - 2009 steht die Mitgliederzahlentwicklung des DGV in der Phase des „Wachstums“. In dieser Periode verzehnfachte sich Mitgliederzahl von 52.222 auf 599.328. Als Grund für dieses starke Wachstum gilt der Erfolg des deutschen Golfspie- lers Bernhard Langer, welcher zwei Majors (1985 und 1993) gewinnen konnte und Füh- render der offiziellen Golfweltrangliste, bei ihrer Einführung im Jahre 1986, war (vgl. Langer Golf GmbH, 2017).

Die Jahre 2010-2012 beschreiben die Phase der „Sättigung“, da das jährliche Wachstum der Mitgliederzahlen von über 4% in diesen Jahren unter ein jährliches Wachstum von 2,5% fällt. Der Anstieg in diesen Jahren definiert sich von 610.104 auf 635.097 Mitgliedern. Eine weitere erhoffte Polarisierung eines erfolgreichen deutschen Golfspielers Namens Martin Kaymer bleibt aus.

Ab dem Jahr 2013 befindet sich die Mitgliederzahlenentwicklung des DGV in der Phase der „Sättigung“. Das jährliche Wachstum fällt auf unter 0,5%.

Anhand dieses Analyseergebnisses werden die vorangegangen Untersuchungen unterstützt, da der DGV und der BGV vor der Herausforderung steht, durch eine erfolgreiche Gewinnung, Bindung und Motivation von ehrenamtlichen Jugendwarten den Nachwuchs, und somit auch die Gesamtmitgliederzahlen, zu steigern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: "Anzahl der Golfer in Deutschland von 1951 bis 2016" in eigener Darstellung (Deutscher Golf Verband, 2017)

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Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Analyse des Bayerischen Golf Verbandes und Empfehlungen zum Führungsstil
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V379099
ISBN (eBook)
9783668560055
ISBN (Buch)
9783668560062
Dateigröße
437 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
fallstudie, sportmanagement, dhfpg
Arbeit zitieren
Patrick Adam (Autor), 2017, Analyse des Bayerischen Golf Verbandes und Empfehlungen zum Führungsstil, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379099

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