Bedeutung der Unternehmensethik im Rahmen des strategischen Controllings


Hausarbeit, 2005
17 Seiten, Note: sehr gut bestanden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Wertewandel in der Gesellschaft und damit verbundene
Folgen für Unternehmen

2 Begriffserläuterung
2.1 Strategisches Controlling
2.2 Unternehmensethik

3 Zum Verhältnis von Wirtschaft und Ethik

4 Bedeutung der Unternehmensethik für das strategische Controlling
4.1 Konzeptionelle Zusammenhänge zwischen strategischer Planung und ethischer Reflexion
4.2 Anforderungen an das strategische Controlling im Hinblick auf die marktwirtschaftliche Orientierung des Unternehmens
4.3 Einfluss von Unternehmensethik auf den strategischen Controllingprozess

5 Abschließende Betrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Wertewandel in der Gesellschaft und damit verbundene Folgen für Unternehmen

Unternehmen sehen sich heute neuen Herausforderungen gegenüber, die sie früher nicht zu bewältigen hatten. Aufgrund des gestiegenen Wohlstandes sind materielle Bedürfnisse weitgehend gedeckt, so dass Bedürfnisse wie Selbst-verwirklichung, Höherbewertung von Freizeit und Natur sowie Bewahrung der eigenen Gesundheit stärker an Bedeutung gewinnen. Durch eine Verschiebung der Werte und eine steigende Sensibilität der Gesellschaft für unethisches Verhalten, rücken ethische und moralische Aspekte immer mehr in den Vordergrund (vgl. Inglehart 1989, S. 18ff.). Unternehmen müssen ethische Gesichtspunkte berücksichtigen, wenn Sie weiterhin wettbewerbsfähig bleiben wollen, denn Glaubwürdigkeit und Integrität schaffen Vertrauen bei allen Stakeholdern[1] des Unternehmens.

Bereits im Davoser Manifest[2] von 1973 wurde festgehalten, dass ein Unternehmen Verantwortung trägt, nicht nur gegenüber den Kunden, den Anlegern und den Mitarbeitern, sondern auch gegenüber der Gesellschaft (vgl. o.V. 1992, S. 397f). Im Leitbild der „International Group of Controlling“ (IGC) heißt es „Controller gestalten und begleiten den Managementprozess der Zielfindung, Planung und Steuerung und tragen damit Mitverantwortung für die Zielerreichung“[3]. Will ein Unternehmen seine gesellschaftliche Verpflichtung wahrnehmen und ethische Aspekte in seiner Zielsetzung berücksichtigen, muss das Controlling, welches demnach Mitverantwortung für die Zielerreichung trägt, diese ethischen Aspekte bei der Entwicklung von Zielen, Strategien und Instrumenten einbeziehen.

Die folgende Arbeit stellt die Verflechtungen zwischen Unternehmensethik und strategischem Controlling dar und zeigt die Bedeutung der Unternehmensethik im Rahmen des strategischen Controllings auf.

Auf den ersten Blick scheinen die beiden Disziplinen Unternehmensethik und Controlling nicht kompatibel zu sein. Diese Arbeit betrachtet beide Gebiete und stellt den Zusammenhang zwischen dem strategischen Controlling als zweckrational handelnde Einheit auf der einen Seite und der Unternehmensethik als wertrational handelnde Einheit auf der anderen Seite dar (vgl. Weber 1980, S. 12). Im Rahmen dieser Arbeit wird auf das strategische Controlling eingegangen. Das operative Controlling, welches sich mit der kurzfristigen Planung, Steuerung und Kontrolle beschäftigt, bleibt unberücksichtigt, da sich sowohl die Unternehmensethik als auch das strategische Controlling mit der langfristigen Einflussnahme auf die (Unternehmens-) Umwelt beschäftigen.

2 Begriffserläuterung

2.1 Strategisches Controlling

Es gibt kaum eine andere Funktion im Unternehmen, die in ihrer Ausgestaltung stärker differenziert als das Controlling. Die Auffassungen reichen von der einfachen Informationsbereitstellung des Controllings bis hin zum Führungs-instrument Controlling (vgl. Eschenbach 1996, S. 49ff).

Die in der Literatur beschriebenen Konzeptionen des Controllings sind vielfältig und geben den Aufgabenbereich des Controllings unterschiedlich wieder. Neben dem informationsorientierten Controllingansatz[4], der durch Informationsbeschaffung, Planung und Kontrolle gekennzeichnet ist und dem koordinationsorientierten Ansatz[5], der Planung und Kontrolle sowie das Führungssystem koordinieren soll, gibt es noch den rationalitätsorientierten Ansatz[6]. Dieser Controllingansatz beschreibt Rationalität als effiziente Verwendung von Mitteln bei gegebenem Zweck, wobei zweckrationales Handeln im Mittelpunkt steht, welches nicht durch Emotionen oder Traditionen beeinflusst wird. Beim rationalitätsorientierten Ansatz, der dieser Hausarbeit zugrunde liegt, stellt das Controlling die Rationalität der Führung sicher. Die Unternehmensführung soll durch zweckrationales Handeln die Unternehmensziele verfolgen (vgl. Weber/ Schäffer 1999, S. 731). Das Controlling soll hierfür die richtigen Inputdaten liefern, Fach- und Methodenwissen zielorientiert anwenden und Entscheidungen des Managements in Frage stellen (vgl. Schäffer 2004, S. 58f.). Dieser Ansatz greift somit je nach Bedarf, sowohl auf Komponenten des informationsorientierten als auch des koordinationsorientierten Ansatzes zurück. Controlling übernimmt somit eine Führungsunterstützungsfunktion.

Das Controlling setzt sich aus zwei Teilbereichen zusammen, dem strategischen und dem operativen Controlling. „Das strategische Controlling ist Kernbaustein des Führungskonzeptes Controlling mit der Aufgabe, die nachhaltige Unternehmensexistenz vorausschauend durch systematische Erschließung bestehender und Schaffung neuer Erfolgspotentiale in einer sich ständig wandelnder Umwelt zu sichern“ (vgl. Liessmann 1997, S. 3642). Das strategische Controlling als Teilbereich der Unternehmensführung soll folglich die Stärken und Schwächen eines Unternehmens aufzeigen, und somit Strategien und Instrumente entwickeln, durch die die langfristigen Unternehmensziele erreicht und unterstütz werden können. Solche Controllinginstrumente sind beispielsweise Produkt-Lebenszyklus-Modelle, Portfolio-Analysen, Erfahrungskurvenkonzept, Qualitätsmanagement, Stärken-Schwächen-Analysen, usw. auf die hier nur hingewiesen sei (vgl. Vollmuth 2003, S. 17). Das strategische Controlling gewinnt an Bedeutung, da die auf Unternehmen einwirkenden (externen) Umwelteinflüsse immer häufiger, immer stärker und immer komplexer werden.

2.2 Unternehmensethik

Ethik ist ein Element der Philosophie, welche durch nachdenken Erkenntnisse über das menschliche Dasein gewinnen und verstehen will. Die Ethik, als Wissenschaft vom moralischen Handeln, untersucht die Moral, d.h. die Normen, Werte und Regeln einer Gesellschaft nach denen Menschen leben und wirtschaften (vgl. Kreikebaum 1996, S. 9).

Die Unternehmensethik ist ein Teil der Wirtschaftsethik, die sich mit der Aufgabe der Begründung und Findung von Normen und Prinzipien in der modernen Wirtschaft beschäftigt (vgl. Kreikebaum 1996, S. 14f). Das Handeln in einem Unternehmen wird durch die dort herrschende Moral geprägt. Die Unternehmensethik analysiert diese Moral (vgl. a.a.O., S. 21). Sie reflektiert über Ziele, Werte und Normen sowie die Folgen der betrieblichen Tätigkeit. Unternehmensethik soll folglich durch kritische Auseinandersetzung die Beziehung von Moral und ökonomischen Prinzipien darlegen (vgl. Homann/ Blome-Drees 1992, S. 117). Unternehmensethik soll nicht die Gewinn- und Wachstumsziele eines Unternehmens in Frage stellen, sondern das „wie“ des Wirtschaftens hinterfragen (vgl. Noll 2002, S. 105). Unternehmensethik handelt somit wertrational, d. h. nicht der Erfolg einer Handlung steht im Vordergrund sondern ihr Eigenwert (vgl. Weber 1980, S. 12).

Ob eine Handlung als „moralisch gut“ eingestuft werden kann, hängt nicht von einem beliebig zugrunde gelegten Moralsystem ab[7]. Die Handlung muss sich an einem entsprechenden Werte- und Normensystem orientieren, dass ethischen Prinzipien entspricht (vgl. Grabner-Kräuter 2000, S. 292). Die Mitglieder eines Unternehmens orientieren sich bei ihren Handlungen am Werte- und Normensystem, welches im Unternehmen gelebt wird. Dieses Werte- und Normensystem nach dem in einem Unternehmen gedacht und gehandelt wird, kann auch als Unternehmenskultur bezeichnet werden (vgl. a.a.O., S. 295f.).

[...]


[1] „Stakeholder einer Organisation ist (...) jede Gruppe bzw. jede Person, die zur Erreichung der Organisationsziele beitragen kann oder von der Erreichung der Organisationsziele in irgendeiner Form betroffen ist.“ (Freeman 1984, S. 46)

[2] Das Davoser Manifest ist ein Verhaltenskodex für das Management und wurde 1973 beim 3. Management-Symposium des European Management Forums (heute: World Economic Forum) in Davos von 400 Firmeninhabern und Top-Managern aus über 40 Ländern einstimmig angenommen.

[3] o.V.: Controller Leitbild, Online im Internet: www.controllerverein.com/_cmsdata/_cache/cms_34.html, [05.04.2005]

[4] vgl. hierzu Reichmann, T. 2001, S. 13

[5] vgl. hierzu Horváth P. 2001 S. 118ff, Küpper H.-U. 2001, S.12ff

[6] vgl. hierzu Weber J./ Schäffer U. 1999, S. 731

[7] Ansonsten könnte eine Handlung, die sich am Moralsystem der Mafia orientiert als „moralisch gut“ angesehen werden.

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Details

Titel
Bedeutung der Unternehmensethik im Rahmen des strategischen Controllings
Hochschule
Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg in Sankt Augustin
Veranstaltung
Controlling
Note
sehr gut bestanden
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V37918
ISBN (eBook)
9783638371322
ISBN (Buch)
9783638762205
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bedeutung, Unternehmensethik, Rahmen, Controllings, Controlling
Arbeit zitieren
Martina Göbbel (Autor), 2005, Bedeutung der Unternehmensethik im Rahmen des strategischen Controllings, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37918

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