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Macht und Herrschaft in einer Organisation

Titel: Macht und Herrschaft in einer Organisation

Bachelorarbeit , 2005 , 55 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jens Valentin (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob eine Organisation und deren Abläufe über das formale Organigramm geregelt werden oder ob daneben noch eine informelle beziehungsweise soziale Struktur existiert? Und wenn dieses der Fall sein sollte, wie genau funktioniert das informelle (Macht-) Handeln in einer Organisation?

Um dies zu analysieren, ist es notwendig, den betriebswirtschaftlichen und eher zweckrational fungierenden Organisationsbegriff, durch einen zu ersetzen, der näher an der Realität orientiert ist, als das modellhafte Organisationsgebilde der Betriebswirtschaftslehre. Dazu wird sich vorerst auf den von Türk (1989) geprägten Begriff berufen, der Organisationen als „lebensweltlich konstruierte Handlungszusammenhänge“ begreift.

Organisationen sind komplexe Handlungssysteme, in denen die Organisationsteilnehmer durch ihre Handlungsstrategien versuchen, eigene Handlungsspielräume zu sichern oder diese zu erweitern und somit Macht aufzubauen. Jeder Akteur in einer Organisation verfügt über so einen autonomen Handlungsspielraum und besitzt demnach ein Mindestmaß an Macht.

Das Handeln der Organisationsmitglieder ist dabei immer an den individuellen Interessen orientiert, die nicht mit den Interessen des kollektiven, ökonomischen Ziels der Organisation übereinstimmen müssen. Die Organisationsmitglieder verfolgen also nicht rein rational ökonomische Ziele, sondern verbinden diese mit sozialen Aspekten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen: Organisation und Begriffe

2.1. Was versteht man unter Organisationen?

2.1.1. Arbeitsorganisation (auch: Erwerbsorganisation)

2.1.2. Unternehmensorganisation / Wirtschaftsorganisation

2.2. Was bedeutet Macht/Herrschaft?

2.2.1. Macht

2.2.2. Herrschaft

3. Vielfalt und Interdisziplinarität von Organisationsphänomenen und deren Entwicklung

3.1. Entwicklung (und Vielzahl) der Organisationstheorien

4. Macht und Herrschaft in Organisationen – Am Beispiel von zwei Theorieansätzen

4.1. Mikropolitischer Organisationsbegriff

4.2. Strategische Organisationsanalyse nach Crozier/Friedberg

4.2.1. Die strategischen Konzepte

4.2.1.1. Strategie

4.2.1.2. Macht

4.2.1.3. Spiel

4.2.1.4. Kritische Reflexion

4.3. Mikropolitische Organisationsanalyse: Ortmann et. al.

4.3.1. Präzisierung des Machtbegriffs

4.3.2. Vitalisierung der Strukturaspekte

5. Mikropolitik

5.1. Begriffsdefinition

5.2. Handeln in mikropolitischer Konzeption

5.3. Kritik am mikropolitischen Ansatz

6. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Phänomen von Macht und Herrschaft in Organisationen jenseits formaler Strukturen. Das primäre Ziel ist es, die Funktionsweise informeller, sozialer Strukturen zu analysieren und den zweckrationalen Organisationsbegriff der klassischen Betriebswirtschaftslehre durch einen lebensweltlich orientierten Ansatz zu ergänzen, um das tatsächliche Handeln der Akteure besser zu verstehen.

  • Grundlagen der Organisationssoziologie und Definition von Macht und Herrschaft
  • Entwicklung und Vielfalt der Organisationstheorien
  • Strategische Organisationsanalyse nach Crozier und Friedberg
  • Mikropolitische Organisationsanalyse unter Einbeziehung der Strukturationstheorie von Giddens
  • Die Rolle der Mikropolitik als informelles Machtphänomen in Organisationen

Auszug aus dem Buch

4.2.1.2. Macht

Nach Crozier/Friedberg stellt sich „jede Struktur kollektiven Handelns als Machtsystem dar“, das heißt Macht ist die Basis aller menschlichen Beziehungen, die ein soziales Konstrukt bilden. Macht ist nach Crozier/Friedberg, der „fundamentale Mechanismus der Stabilisierung menschlichen Verhaltens“.

Macht ist folglich die Möglichkeit auf andere einzuwirken, und spezieller formuliert: Sie besitzt einen beziehungsmäßigen Charakter. Also erst innerhalb einer sozialen Beziehung wird Macht und deren Ausübung möglich. Crozier/Friedberg formulieren es folgendermaßen:

„Macht [ist] also eine Beziehung, und nicht ein Attribut der Akteure“.

Mit der Machtbeziehung sind immer ein Austausch und eine Anpassung zwischen den Akteuren gemeint, so dass man spezieller von einer Verhandlungsbeziehung sprechen kann. Innerhalb dieser Beziehung kann Macht nur dann entstehen, wenn die Interessen der involvierten Menschen voneinander abhängig sind, da diese ein gemeinsames Ziel verfolgen. Das bedeutet weitergehend, dass Macht nur in und durch Strukturen beziehungsweise Beziehungen existieren kann. Innerhalb dieser Verhandlungsbeziehung herrscht ein Kräfteverhältnis zwischen den beteiligten Akteuren vor, durch dessen strukturelle Bedingungen, jeweils ein Akteur besser gestellt ist als die anderen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob neben formellen Organigrammen informelle soziale Strukturen das Machtgeschehen in Organisationen bestimmen.

2. Grundlagen: Organisation und Begriffe: Es werden die sozialwissenschaftlichen Definitionen von Organisationen sowie die grundlegenden Konzepte von Macht und Herrschaft erläutert.

3. Vielfalt und Interdisziplinarität von Organisationsphänomenen und deren Entwicklung: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung und die theoretische Vielfalt der verschiedenen Ansätze in der Organisationsforschung.

4. Macht und Herrschaft in Organisationen – Am Beispiel von zwei Theorieansätzen: Dieser Hauptteil analysiert mikropolitische Machtprozesse anhand des Ansatzes von Crozier/Friedberg sowie der weiterführenden Analyse von Ortmann et. al.

5. Mikropolitik: Es wird definiert, was mikropolitisches Handeln ist, wie Akteure ihre Interessen strategisch verfolgen und welche Kritik an diesem Ansatz besteht.

6. Schlussbemerkung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Organisationen als Gesamtheit verknüpfter Spiele zu betrachten sind, in denen Machtstrukturen informell das reale Handeln steuern.

Schlüsselwörter

Organisation, Macht, Herrschaft, Mikropolitik, Strategische Organisationsanalyse, Handlungsspielraum, Crozier/Friedberg, Ungewissheitszonen, Kollektives Handeln, Soziales System, Strukturationstheorie, Anthony Giddens, Informelle Struktur, Arbeitsteilung, Machtspiele

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Macht und Herrschaft in Organisationen, wobei der Fokus auf dem informellen Handeln der Akteure liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Kernbereichen gehören die Organisationssoziologie, Machttheorien, das Konzept der Mikropolitik sowie die strategische Organisationsanalyse.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu zeigen, dass Organisationen nicht nur durch formale Pläne bestimmt werden, sondern dass soziale Akteure innerhalb informeller Spielräume eigene Machtinteressen verfolgen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse und Literaturarbeit, um bestehende sozialwissenschaftliche Theorieansätze (wie die von Crozier, Friedberg, Ortmann und Giddens) zu vergleichen und auf die Organisationsebene anzuwenden.

Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Untersuchung mikropolitischer Ansätze, insbesondere dem „Spiele-Konzept“ und der Anwendung der Strukturationstheorie von Giddens auf organisationale Machtgefüge.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Mikropolitik, Machtquellen, Ungewissheitszonen, informelle Strukturen und das Konzept des strategischen Handelns.

Was unterscheidet den mikropolitischen Ansatz von klassischen Organisationsmodellen?

Im Gegensatz zu Modellen, die Organisationen als rein zweckrationale, bürokratische Apparate sehen, betrachtet die Mikropolitik sie als komplexe soziale Arena, in der Akteure ihre Handlungsspielräume aktiv erweitern.

Warum ist das Konzept der „Ungewissheitszonen“ für die Analyse wichtig?

Diese Zonen bilden die Machtquellen der Akteure, da sie dort, wo formale Regeln unklar sind oder Spielraum lassen, ihre eigene Autonomie zur Beeinflussung anderer ausüben können.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Macht und Herrschaft in einer Organisation
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Soziologie)
Note
1,3
Autor
Jens Valentin (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
55
Katalognummer
V379269
ISBN (eBook)
9783668559592
ISBN (Buch)
9783668559608
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Macht Herrschaft Mikropolitik Soziologie Sozialwissenschaft Ortmann Friedberg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jens Valentin (Autor:in), 2005, Macht und Herrschaft in einer Organisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379269
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Leseprobe aus  55  Seiten
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