Merkmale des Postkolonialismus im frankophonen Roman Afrikas. Postkoloniale Theorie und Strategien zur Problembewältigung

Eine auf die Werke von Assia Djebar, Boualem Sansal, Maïssa Bey und Leïla Sebbar aufbauende Analyse


Examensarbeit, 2014
58 Seiten, Note: 1,5

Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung

2 Grundbegriffe
2.1 Postkoloniale Theorie
2.2 Orientalismus
2.3 Kolonialer Diskurs
2.4 ‚Identitlt‘ und ‚postkoloniale Identitlt‘

3 Von der Auslöschung und Wiedererlangung einer Kultur
3.1 Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität
3.2 Wie Kulturen verloren gehen
3.3 Wiedererlangung der eigenen Identität
3.4 Vermittler zwischen den Kulturen

4 Eine Kolonialmacht, viele Strategien
4.1 Assia Djebar: Kolonisatoren mit Gewissensbissen
4.1.1 Stolze Eroberer, unwillige Barbaren
4.1.2 Eine Kultur wird totgeschwiegen
4.1.3 Selbst den Franzosen zu viel
4.1.4 Den Unterdrückten eine Stimme leihen
4.1.5 Doppelt gestraft
4.1.6 Bildung als Waffe
4.1.7 Re-Konstruktion durch Re-Traumatisierung
4.1.8 Verwirrung auch im Gedächtnis
4.1.9 Vielfältige Gegenwehr
4.2 Boualem Sansal: Gefangen in der Freiheit
4.2.1 Flucht in die Erinnerung
4.2.2 Terror als Andenken
4.2.3 Vom Umgang mit gesellschaftlichem Druck
4.2.4 Am Ende fliehen sie alle
4.3 Maïssa Bey: Fesseln aus Angst
4.3.1 Ein Leben voller Sehnsucht
4.3.2 Keine Perspektive, aber viel zu verlieren
4.3.3 Widerstand auf weibliche Art
4.3.4 Ein Systemfehler namens ‚Hoffnung‘
4.3.5 Vom Äquilibrium zur Integration
4.4 Leïla Sebbar: Im Auge des Betrachters
4.4.1 Die vergewaltigte Gesellschaft
4.4.2 Suche nach den Wurzeln, finde dich selbst
4.4.3 Der Kreis schließt sich
4.4.4 Relativität der Macht
4.4.5 Die Lösung vor den Augen
4.5 Die Bedeutung des Französischen

5 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

ÄDer Orient“, ein inzwischen vertrautes Wort, das sofort liebliche Bilder vor das geistige Auge zaubert: Märchen aus tausendundeiner Nacht, endlose Sanddünen, Bauchtänzerinnen mit bunten Schleiern, goldene Moscheen und blitzende Krummsäbel. Erstaunlich, dass der Begriff zu Ali Babas Zeiten noch gar nicht existierte. ÄDer Orient“ llsst weder eine genaue geografische noch kulturelle Einordnung zu. Zudem ist er nicht nur ein sehr neuer Begriff, sondern er wurde auch höchst strategisch und mit grausamem Hintergrund konstruiert: zur militärischen Invasion rohstoffhaltiger Gebiete.

Die kontinuierliche flächenmäßige Expansion von Reichen, wie sie die Geschichtsschreibung bis ins Mittelalter hinein kennt, wurde auf dem europäischen Kontinent unmöglich, da hier militärisch und wirtschaftlich ähnlich mächtige Gegner auf vergleichsweise engem Raum versammelt waren und sind. Inzwischen stand aber Technologie zur Verfügung, die es ermöglichte, Kriege auch an entfernten Stellen ± nicht nur gegen Nachbarländer ± zu führen. So war es den europäischen Ländern möglich, anstatt gegeneinander zu kämpfen, eine geopolitische Strategie zu verfolgen, in der schwächere Länder in einen offenen Konflikt verwickelt werden, um die als legitim betrachteten Interessen des Aggressors (z.B. Versorgung mit Rohstoffen) zu sichern. Die entsprechenden Länder, eine fortan Äwestliche Welt“ genannte Machtkonzentration, investierte viel Mühe, sich selbst als Äzivilisiert“ und Äfortschrittlich“ darzustellen und sich vom eigens konstruierten Äwilden“ und Äbarbarischen“ (weil schlicht unterlegenen) Orient abzugrenzen. Der Literaturwissenschaftler Edward Said zeigt auf, Äinwieweit Europas Strategien des angeblichen ‚Kennenlernens’ letztendlich Strategien der Weltbeherrschung darstellen. Der Orientalismus konstruiert die Menschen im Orient als das Gegenbild der Europäer/-innen, als ihre Anderen. […] Orientalische Sprachen, Geschichte und Kultur wurden hierfür innerhalb eines Kontextes erforscht, der die ‚positionelle Superioritlt‘ […] Europas nie in Frage stellte.“1, und weiter: ÄDas vermeintliche Wissen über den Orient habe nicht nur der direkten Machtausübung, sondern insbesondere der Legitimierung von Gewalt gedient“2. Zwar wurde die Kolonisierung durch die Kenntnis der fremden Kultur erheblich vereinfacht, doch zur langfristigen Sicherung der Machtverhältnisse musste sie durch die Kultur der Siegermächte ersetzt, also systematisch zerstört werden. Ä[Edward] Said legt dar, dass alle kulturellen Beschreibungssysteme des Westens zutiefst mit Strategien der Macht durchzogen sind. […] Und das Wissen, das durch diese Experten hergestellt und akkumuliert wurde, diente nicht zufällig der kolonialen Administration, der es die Beherrschung der kolonisierten Gebiete erheblich erleichterte.“3

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Situation des ehemals von den Franzosen besetzten nordafrikanischen Landes Algerien. Die algerische Kultur, wie sie vor der Einnahme durch die Franzosen im Jahre 1830 existierte, wurde durch die Durchmischung der Kulturen stark verändert. Beispielsweise ist bis heute Französisch Verkehrs- und Bildungssprache (Esther Winkelmann: ÄIn der gesamten Verwaltung ist Hocharabisch zwar Amtssprache, de facto wird dort jedoch weiterhin überall auch Franz|sisch gesprochen.“)4 Dass die Schulbildung im Zuge der sozialen Umgestaltung sogar für Frauen zugänglich gemacht wurde, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass damit die ursprüngliche Sprache als Teil der einheimischen Kultur in den Hintergrund gedrängt wurde. Neben diesen taktischen Maßnahmen fand auch physisch ein grausamer Krieg statt, der offensichtlich zum Ziel hatte, dem algerischen Volk das französische System aufzuzwingen und somit die als minderwertig betrachtete Kultur auszulöschen.

Insgesamt hat die Kolonisierung Algeriens auch und vor allem nach der Erlangung der Unabhängigkeit im Jahre 1962 mannigfaltige und weitläufige Spuren hinterlassen. Als Reaktion hierauf ist die Literatur des sogenannten Postkolonialismus zu sehen, in der einheimische Autoren in französischer Sprache die heutigen Probleme des Landes durch die koloniale Vergangenheit im künstlerischen Rahmen aufarbeiten. Zu diesen Problemen zählen unter anderem extremer Islamismus, ökonomische Schwierigkeiten und damit verbunden verstärkte Emigration sowie Probleme bei der Identitätsfindung durch die Durchmischung zweier so unterschiedlicher Kulturen.

Im Folgenden soll diese Art von Literatur auf spezifische Merkmale des Postkolonialismus untersucht und die darin enthaltenen Strategien zur Problembewältigung analysiert und dargestellt werden. Dazu betrachten wir zunächst die postkoloniale Theorie an sich und die damit verbundenen Aspekte, die zur anschließenden Analyse und Interpretation ausgewählter Romane herangezogen werden.

2 Grundbegriffe

2.1 Postkoloniale Theorie

Die literarische Strömung des Postkolonialismus befasst sich allgemein mit den Auswirkungen der Kolonisierung auf Kulturen und Gesellschaften.5 Diese Auswirkungen sind sowohl politischer als auch ökonomischer und gesellschaftlicher Natur. Die Wissenschaft vertritt heute die Auffassung, dass das Präfix ‚post-‘ nicht unbedingt darauf hinweisen muss, dass es sich um Literatur handelt, die sich explizit mit der Zeit nach der Kolonisierung befasst. ‚Postkolonial‘ werden alle Literaturen genannt, die sich thematisch mit der Kolonisierung und ihrer Folgen auseinandersetzen.6

Wie eingangs erwähnt, eroberten westliche Mächte (süd-)östliche Territorien und gründeten dort ihre Kolonien. Doch mit welchem Recht geschah dies? Die europäischen Länder mussten ihre Hegemonie gegenüber den eingenommenen Völkern rechtfertigen. Dazu diente ihnen ihr Wissen über ‚den Orient‘, der später als Konstrukt entlarvt werden konnte. Dieses Äfalsche“ Wissen, auf dem die westliche Macht in der Folge gründet, wird in der Wissenschaft Orientalismus genannt, was im Folgenden erläutert werden soll. Der Postkolonialismus hat zur Aufgabe, den Orientalismus zu widerlegen und die ehemals kolonisierte Kultur entsprechend wieder aufzuwerten.

2.2 Orientalismus

ÄDie Leugnung einer vorkolonialen Geschichte, die Unterstellung von Geschichtslosigkeit und mangelnder Zivilisiertheit war ein weit verbreitetes koloniales Rechtfertigungsmuster.“7 Die Definition der orientalischen Zivilisationen als minderwertige Kulturen im Gegensatz zu den westlichen Mächten wird Orientalismus genannt. Dabei ist es von wesentlicher Bedeutung, dass es der Westen (Okzident) ist, der den Osten (Orient) in dieser Weise charakterisiert und als Gegenbild zu sich selbst definiert. Edward Said, der Begründer des Orientalism, drückt dies in seiner gleichnamigen Abhandlung folgendermaßen aus: ÄOrientalism is a style of thought based upon an ontological and epistemological distinction made between ‚the Orient‘ and […], the Occident‘.“8 Es handelt sich also um ein durch Menschen verbreitetes Konstrukt, Äthe Orient is not an inert fact of nature.“9 Diese Ideologie stellt den sogenannten Orient als unterentwickelte Kultur dar. Dies betrifft vor allem das politische System, Religion und Bräuche und die mangelnde Technisierung, die der Hilfe des Westens bedarf. Ein Aspekt dieser Ideologie ist das Konzept der Rasse oder des Rassismus: Äußere Merkmale wie Hautfarbe und Ähnliches sollen demnach auf Verhalten und geistige Fähigkeiten schließen lassen. Ä[…] the term implies that the mental and moral behaviour of human beings, as well as individual personality, ideas and capacities, can be related to racial origin, and that knowledge of that origin provides a satisfactory account oft the behaviour.“10 Solche gedanklichen Konstrukte rechtfertigen die Unterwerfung fernöstlicher Länder und deren mutwillige Manipulation: Äit is, rather than expresses, a certain will or intention to understand, in some cases to control, manipulate, even to incorporate, what is a manifestly different […] world.“11

Wie ist eine solche Ergreifung der Macht über ein anderes Volk möglich? Antwort auf diese Frage gibt die Definition des Diskurses nach Foucault, welcher sich auch Said in seinen weiteren Ausführungen bedient und somit den Orientalismus auch als Form des kolonialen Diskurses bezeichnet.

2.3 Kolonialer Diskurs

Das Konzept des kolonialen Diskurses ist von Foucaults Vorstellung des ÄDiskurses“ abgeleitet und auf die kolonialen Machtverhältnisse angewandt:

Discourse, as Foucault theorizes it, is a system of statements within which the world can be known. It is the system by which dominant groups in society constitute the field of truth by imposing specific knowledges, disciplines and values upon dominated groups. As a social formation it works to constitute reality not only for the objects it appears to represent but also for the subjects who form the conmmunity on which it depends. Consequently, colonial discourse is the complex of signs and practices that organize social existence and social reproduction within colonial relationships.12

Es wird deutlich, dass es sich dabei um die Gesamtheit der für die Kolonisatoren machstiftenden Konstrukte handelt. Nur durch das darin enthaltene Wissen war es möglich, die Rolle des Kolonisators einerseits und die des Kolonisierten andererseits einseitig zu definieren, d.h. die Rolle des Machthabers und die des Dominierten zuzuweisen. Mithilfe des Wissens über die andere Kultur wird Anspruch auf Macht über dieselbe erhoben, es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Wissen und Macht: ÄThose who have power have control of what is known and the way it is known, and those who have such knowledge have power over those who do not.“13

Ina Kerner informiert außerdem über Foucaults Überlegungen zur Auswirkung solcher Diskurse auf die Gesellschaft, denn sie tragen wesentlich zur Gestaltung gesellschaftlicher Institutionen und zur Etablierung von Selbstverhältnissen bei.14 Bei diesem produktiven Aspekt der Macht ist nach Foucault auch zu beachten, dass Ägesellschaftlich wirksame Diskurse einen wichtigen Einfluss auf die Prozesse der Identitltsbildung haben […].“15 Für die vorliegende Arbeit wird das Thema ‚Identität‘ von großer Bedeutung sein, weshalb sich eine genauere Betrachtung lohnt.

2.4 ‚Identität‘ und ‚postkoloniale Identität‘

Das Konzept ÄIdentitlt“ scheint zunlchst schwierig zu erfassen bzw. zu definieren. Dennoch klingt die Definition aus einem philosophischen Lexikon lußert simpel: ÄThe identity of a thing is its properties or features; it is what makes a thing what it is.“16 Übertragen wir dies auf Personen, so besteht die Identität einer Person in ihren Eigenschaften und Merkmalen, also in dem, was diese Person ausmacht. Doch kommt beim Menschen eine entscheidende Komponente hinzu: Zusätzlich zu seinen angeborenen persönlichen Merkmalen, die nur bedingt zu verändern sind, entwickelt er innerhalb einer Gesellschaft (und deren sozialen Untergruppen wie Familie, Freundeskreis, Schulklasse etc.) eine Persönlichkeit, die ihn laut obiger Definition ebenfalls Äzu dem macht, was er eben ist“. Das Zusammenleben mit anderen Menschen trägt daher wesentlich zur Ausbildung seiner Identität bei. Das funktioniert natürlich nur, weil der Mensch ein Gedächtnis hat und sich (vielleicht auch nur unbewusst) daran erinnert, welche prägenden Erfahrungen er im Laufe seiner Kontakte mit den verschiedenen sozialen Gruppen gemacht hat, sodass diese Erfahrungen auch Jahre später noch Einfluss auf sein Verhalten und seine Entscheidungen haben können. Für unsere Betrachtung ist es enorm wichtig, sich die fast schon automatisch gezogene Schlussfolgerung zu verdeutlichen: Was für eine Person gilt, gilt gleichermaßen für eine Gruppe von Personen; d.h. man kann sich nicht nur als ‚Hans Müller‘ definieren, die im Gegensatz zu einer anderen Person mit anderen Eigenschaften steht, sondern eben auch mit seiner sozialen Gruppe, der man sich zugeh|rig fühlt: So ist das Individuum ‚Hans Müller‘ zugleich auch ‚Schwabe‘ oder ‚Deutscher‘, eben abhlngig davon, von wem man sich gerade abgrenzen m|chte (‚dem Sachse‘, ‚dem Italiener‘ etc...). Dies unterstellt ‚den Anderen‘ implizit Merkmale, die sich von den eigenen unterscheiden, um sie vom Selbst (oder seiner Gruppe) abgrenzen zu können. Wichtig ist dabei nicht unbedingt, ob diese Unterscheidungsmerkmale der Wahrheit entsprechen (Äalle Italiener essen Spaghetti“), sondern vielmehr, wer sich angemaßt hat, diese Unterscheidungsmerkmale zu definieren und ± schlimmer noch ± mit so negativen Assoziationen zu belegen, dass damit eine militärische Intervention gerechtfertigt wird.

Der in Kapitel 2.3 dargelegte koloniale Diskurs hatte (und hat noch immer) Auswirkungen auf die Identität eines gesamten Volkes ± und zwar nicht nur die der Kolonisierten: Der Westen definiert sich über den Orient. Der Orient wird Äzum Anderen Europas stilisiert, mit all jenem assoziiert, was Europa von sich weist, was nicht zu sein es beansprucht: rückständig, unterentwickelt, unzivilisiert etc. Damit wird die Konstruktion eines Bildes des Rests der Welt, in dem dieser als Gegenbild des Westens erscheint, zu einem wichtigen Element der Konstruktion des westlichen Selbstbildes.“17

Während nun das Selbstbild der europäischen Großmächte vom orientalistischen Diskurs auf diese Weise profitiert, gestaltet sich für die Kolonisierten die Identitätsfindung unter solchen Umständen als lußerst schwierig, denn Ä[t]he colonized […] were imbued with the belief that their own religion, race, economy, and culture were backward.“18 Vielmehr könnte man hier von einer Identitätsveränderung im negativen Sinne sprechen, da der Westen bekanntlich in das zu kolonisierende Gebiet eindringt und die dort bestehende Identität in Frage stellt. Auch diese ÄInfragestellung“ muss deutlicher formuliert werden.

Frantz Fanon stellt ganz klar heraus, dass Kolonisierung bedeutet, eine Kultur auszulöschen:

[…] [C]olonialism is not simply content to impose its rule upon the present and the future of a dominated country. Colonialism is not satisfied merely with hiding a people in its grip and emptying the native’s brain of all form and content. By a kind of perverted logic, it turns to the past of the oppressed people, and distorts, disfigures and destroys it.19

Dabei ist der Versuch, eine Kultur auszulöschen, gleichzusetzen mit dem Versuch, das kollektive Gedächtnis einer sozialen Gruppe (hier: das algerische Volk) und damit deren Identität zu eliminieren.

3 Von der Auslöschung und Wiedererlangung einer Kultur

3.1 Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität

Zunächst besitzt jeder Mensch ein individuelles Gedächtnis, d.h. ausgewählte persönliche Erinnerungen, die im eigenen Bewusstsein die Autobiographie konstituieren. Diese Erinnerungen sind allerdings sozial geprägt. Laut dem französischen Soziologen Maurice Halbwachs sind soziale Bezugsrahmen entscheidend, ohne die kein individuelles Gedächtnis sich konstituieren und erhalten k|nnte. Ä[…] Gedlchtnis wlchst dem Menschen erst im Prozeß seiner Sozialisation zu“20. Erst im Austausch mit anderen entwickelt das Individuum also ein Gedächtnis. Das bedeutet, dass ein Mensch sich innerhalb eines sozialen Bezugsrahmens befinden muss, um Erinnerungen speichern und damit eine eigene Autobiographie in sein Gedlchtnis Äeinschreiben“ zu k|nnen. Dies erfordert die Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe, wie beispielsweise einer Familie, einem Freundeskreis, einer Nationalität usw.

Jan Assmann unterscheidet weiter zwischen kommunikativem und kulturellem Gedächtnis: ÄDas Gedlchtnis lebt und erhllt sich in der Kommunikation“21. Dem kommunikativen Gedächtnis entspricht dabei die alltägliche Kommunikation innerhalb einer Gruppe. Was dabei ausgetauscht wird, präsentiert sich zunächst als eine ungeordnete Masse, die in eine gewisse Ordnung übergehen muss. Die Informationen verlassen also die Ebene der alltäglichen Kommunikation und werden zu fassbaren Objekten. Wie kann das geschehen? Es muss ein hbergang vom Abstrakten ins Konkrete stattfinden, denn die ÄIdeen müssen versinnlicht werden, bevor sie als Gegenstlnde ins Gedlchtnis Einlass finden k|nnen“22. Das Ergebnis dieses Übergangs ist dann das kollektive Gedächtnis, das eine Sammlung solcher konkreter Gegenstände darstellt.

Pierre Nora sagt, dass eine soziale Gruppe23 konkrete Symbole braucht, um zu verhindern, dass Erinnerungen verschwinden. Als Beispiele für solche Symbole nennt er Äfrtes, emblèmes, monuments et commémorations, mais aussi éloges, dictionnaires et musées“24. Diese sogenannten lieux de mémoire Änaissent et vivent du sentiment qu’il n’y a pas de mémoire spontanée, qu’il faut créer des archives, qu’il faut maintenir des anniversaires, organiser des célébration, [...]“25, damit die Vergangenheit erhalten bleibt. Das kollektive Gedächtnis ist also eine Sammlung, ein Archiv von Artefakten, die in Form von Texten, Bildern, Museen, Festen usw. als Träger der Vergangenheit in Bezug auf eine bestimmte soziale Gruppe fungieren. Aus dieser Sammlung leiten die Mitglieder der Gruppen auch Regeln für das gemeinsame Miteinander ab. Jedes Mitglied hllt sich an Äa clear system of values and differentiations in importance which structure the cultural supply of knowledge and the symbols”26. Da die Gruppe sich selbst über das kollektive Gedächtnis definiert, entsteht so eine kollektive Identität27. Assmann spricht in diesem Zusammenhang von der Äconcretion of identity“, denn Ä[c]ultural memory preserves the store of knowledge from which a group derives an awareness of its unity and peculiarity”28. In Bezug auf die Vergangenheit wird die Identität der erinnernden Gruppe fundiert29. Was das individuelle Gedlchtnis betrifft, so Äbaut [es] sich in einer bestimmten Person kraft ihrer Teilnahme an kommunikativen Prozessen auf“30, wodurch entsprechend auch die individuelle Identität bestimmt wird. Es formiert sich die eigene Lebensgeschichte: Durch die Selektivität des Gedächtnisses versucht das Gehirn eine plausible, kontinuierliche Aufreihung aller bedeutungsvollen Ereignisse herzustellen (autobiographisches Gedächtnis) ± das Gehirn macht also Gebrauch von narrativen Schemata31. Interessant dabei ist, dass “narrating is closely connected with the construction of identity.”32 Auf diese Weise entwickelt sich also durch das Gedächtnis die Identität. Damit ist sie ein Aspekt des menschlichen Daseins, der nicht naturgegeben ist (bis auf die genetischen Eigenschaften), sondern sich durch Erfahrungen vervollständigt und konstituiert.

Zum Zweck der Begriffserklärung muss in diesem Zusammenhang angemerkt werden, dass wenn in dieser Arbeit von ÄKultur“ die Rede ist, damit immer eine solche soziale Gruppe gemeint ist, die ein kollektives Gedächtnis besitzt und sich über dieses definiert. Es ist außerdem wichtig zu erwähnen, dass nicht alle Informationen im Gedächtnis gespeichert werden (weder im kollektiven noch im individuellen), sondern dass nur die als wichtig empfundenen Informationen erinnert werden. Dies macht sich Frankreich zunutze, indem es definiert, was für das algerische Volk als wichtig zu gelten hat. Das Gedächtnis ist selektiv und jede Erinnerung ist nicht etwa ein objektives Abbild der Vergangenheit, sondern eine Rekonstruktion33.

3.2 Wie Kulturen verloren gehen

Die Begriffe kollektives Gedächtnis und Geschichtsschreibung scheinen diesen Ausführungen nach eng miteinander verwandt, tatsächlich müssen sie aber genau voneinander abgegrenzt werden. Die Historiographie zeichnet nur tiefgreifende Veränderungen auf, während wandlungslose Zeitabschnitte ausgeblendet werden. Dagegen ist das Gruppengedächtnis darauf bedacht, das Bild der Gruppe möglichst ohne große Schwankungen darzustellen34. Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht darin, dass die Geschichtsschreibung im Gegensatz zum identitätsstiftenden Charakter des kollektiven Gedächtnisses eine Verdichtung, Vereinheitlichung und Verallgemeinerung der Erinnerungen anstrebt. Assmann erklärt, dass während Ädas Gruppengedlchtnis […] die Differenz der eigenen Geschichte und der darin begründeten Eigenart zu allen anderen Gruppengedlchtnissen betont, […] die Geschichte alle derartigen Differenzen [nivelliert] und […] ihre Fakten in einem vollkommen homogenen historischen Raum [reorganisiert], in dem nichts einzigartig, sondern alles mit allem vergleichbar [ist]. Denn es gibt zwar viele Kollektivgedächtnisse, aber nur eine Historie, die jeden Bezug auf eine Gruppe, eine Identität, einen spezifischen Bezugspunkt abgestreift hat und die Vergangenheit in einem ‚identitltsabstrakten‘ Tableau rekonstruiert […]“35

Anders als die Erinnerung bezieht sich die Historie also nicht auf eine bestimmte Gruppe. Assmann macht damit die wichtige Beobachtung, dass man Ädie Gesamtheit der Ereignisse nur [dann] […] in einem einzigen Tableau versammeln [kann], [wenn] […] man sie vom Gedlchtnis der Gruppen abl|st, die die Erinnerung daran bewahrt haben […]“36.

Erinnerungen können auf diese Weise verloren gehen, was zur Folge hat, dass kollektive Gedächtnisse und damit Kulturen in der quasi-objektiven Betrachtung wesentlich verändert oder gar nicht wiedergegeben werden. Mit der Kultur verschwindet dann auch deren ursprüngliche Identität. Dieser Prozess kann durch die Kolonisatoren gesteuert werden, was in letzter Konsequenz eine gewisse Subjektivität der Geschichtsschreibung nach sich zieht. Widerstand gegen eine Kolonialmacht kann deshalb auch darauf basieren, genau dem entgegenzuwirken.

3.3 Wiedererlangung der eigenen Identität

Aus dem Gesagten kann nun gefolgert werden, dass der Kolonisator das kolonisierte Volk seiner ursprünglichen Identität beraubt und mit der eigenen überschreibt. Das gilt solange, wie das koloniale Verhältnis besteht, d.h. wie die eroberte Kultur von den Eroberern direkt beherrscht wird. Was aber passiert nach der Dekolonisierung? Gewinnt die ehemalige Kolonie mit der Unabhängigkeit auch ihre frühere Identität zurück?

Algerien unterstand mehr als ein Jahrhundert der französischen Kolonialmacht. Da verwundert es nicht, dass die Kultur der Eroberer einen großen Einfluss auf die vermeintlich minderwertige Kultur ausüben konnte. Politik, Bildung und Sozialwesen sind insbesondere davon betroffen. Was nach Abzug der Kolonialmächte aus dem neuerdings unabhängigen Land zurückbleibt, ist eine postkoloniale Identität, die sich vor allem durch Verwirrung und Mischformen auszeichnet. ÄGefühle der Zerrissenheit und der Entfremdung“37 bestimmen oftmals das Leben der Menschen nach der Dekolonisierung. In den Romanen, mit denen sich diese Arbeit im weiteren Verlauf beschäftigen wird, werden eine oder mehrere Hauptpersonen auf der Suche nach ihrer Identität bzw. nach ihren Wurzeln begleitet. Es soll dann herausgearbeitet werden, welche Versuche diese Personen unternehmen, um ihre Identität (wieder) zu finden und wie dieses Bestreben eventuell auch zum Ziel führt. Im Kern der Bemühungen steht insbesondere die Aufwertung der eigenen Kultur, um sich gedanklich gegen die Kolonisatoren emanzipieren zu k|nnen und das eigene Selbst wieder als ‚würdig‘ zu betrachten.

3.4 Vermittler zwischen den Kulturen

Wie bereits dargelegt wurde, behandelt der Postkolonialismus in seinen literarischen Werken die Auswirkungen der Kolonialzeit auf die heutige ehemalige Kolonie. Dabei liegt den Autoren weit mehr am Herzen, als nur ihr Schreibtalent unter Beweis zu stellen. Ngugi wa Thiong’o, ein kenianischer Schriftsteller mit besonderem Schwerpunkt auf antikolonialer Literatur bezogen auf das ehemalige ÄBritish Empire“, beschreibt Literatur als ein Äcollective memory bank of a people’s experience in history“38 und zeigt, dass Literatur es vermag, eine Äwhole conception of ourselves as a people“39 zu erschaffen. Es geht darum, eigene Geschichten zu schreiben, Ä[t]he narrative discourses […] are marked by storytelling, influenced by oral folk tradition oft the Middle East and North Afrika“40, mit dem Ziel der begangenen Geschichtsverfälschung durch die Eroberer entgegenzuwirken. Letztendlich wird damit umgesetzt, was in dieser Arbeit gezeigt werden soll, nämlich die Wiedererlangung der kollektiven und persönlichen Identität.

Werfen wir einen kurzen Blick auf die Autoren dieser sowohl literarisch wertvollen als auch identitätsstiftenden Literaturen. Es handelt sich um Repräsentanten der ehemals unterdrückten Kultur, die aber die Sprache der Eroberer gut beherrschen und auch ansonsten vom auferlegten Bildungssystem profitieren konnten: ÄDiese Literatur wurde […] vor allem von Autoren verfasst, die durch den Besuch von Kolonialschulen mit der französischen Sprache in Berührung kamen.“41 Es sind also solche Menschen, die von Kindheit an unter der kolonisatorischen Gewalt lebten und daher mit beiden Kulturen engen Kontakt hatten. ÄThe postcolonial authors […] give ample evidence of a willingness to ‚identify‘ with Islamic and European traditions […].“42 Diese Eigenschaften machen die postkolonialen Autoren zu Vermittlern zwischen beiden Kulturen, die das Anliegen einer Anerkennung der als minderwertig abgestempelten Kultur besonders gut an den Rest der Welt herantragen können.

4 Eine Kolonialmacht, viele Strategien

4.1 Assia Djebar: Kolonisatoren mit Gewissensbissen

Weil sich die Identität zum Großteil auch über das kulturelle Gedächtnis entwickelt (s.o.), ist es sinnvoll, sich die Wirksamkeit dieses kulturellen Gedächtnisses zunutze zu machen, um sowohl die kulturelle als auch die persönliche Identität wieder zu gewinnen bzw. neu zu konstruieren. Wie das möglich ist, zeigt der Roman L’Amour, la Fantasia von Assia Djebar. Mit ihrem Werk überschreibt Djebar die französische Geschichtsschreibung mit authentischen Berichten von algerischen Frauen. Wir werden gleich sehen, wie sie auf diese Weise versucht, das kollektive Gedächtnis des algerischen Volkes nach dem Unabhängigkeitskrieg gegen die Franzosen wieder zu aktivieren und ihm damit einen wesentlichen Teil seiner Kultur zurückzugeben, wobei den arabischen Frauen eine einzigartige Funktion zukommt.

4.1.1 Stolze Eroberer, unwillige Barbaren

Im ersten Teil von L’Amour, la Fantasia wechseln sich autobiographische und geschichtliche Kapitel ab. In den historischen Kapiteln benutzt Djebar als Grundlage Quelltexte über den Eroberungskrieg von 1830 und schildert Ereignisse wie die Eroberung Algiers oder die Schlacht von Staouéli. Dort wird besonders deutlich, dass es das Ziel der Franzosen war, die algerische Kultur zu eliminieren, um sie durch ihre eigene zu ersetzen.

Die Beschreibung der Stadt Algier, wie die Franzosen sie von ihrem Schiff aus langsam erscheinen sehen, erinnert an ein Gemllde: ÄDevant l’imposante flotte […], la Ville Imprenable se dévoile, blancheur fantomatique, à travers un poudroiement de bleus et de gris mrlés“43. Damit wird die Sch|nheit der fremden Welt betont, wobei Äblancheur“ vermutlich ein Symbol für Unschuld darstellt. Insgesamt strahlt die Stadt ein gewisses Maß an Ruhe und Friedlichkeit aus, die nun durch die Angriffe der Franzosen gest|rt werden soll: ÄEt le silence de cette matinée souveraine précède le cortège de cris et de meurtres, qui vont emplir les décennies suivantes“44. Die geplante Auslöschung der dort ansässigen Kultur wird vor allem durch die Zeichner und Maler deutlich, die schon vor Beginn des Krieges das Geschehen festhalten wollen: ÄLe conflit n’est pas encore engagé, la proie n’est mrme pas approchée, que déjà le souci d’illustrer cette campagne importe davantage. Comme si la guerre qui s’annonce aspirait à la frte“45. Beatrice Schuchardt folgert daraus, dass Ä[d]ie Dokumentation der Eroberung […] ein wesentlicher Teil des Kolonisierungsprozesses selbst [ist], wird doch der algerische Andere mittels seiner schriftlichen, bildlichen, ethnographischen und statistischen Erfassung den Ordnungsschemata des kolonialen Zentrums unterworfen […]“46. Die Akteure scheinen jedoch kein Mitleid für die Menschen zu empfinden, die sie unterwerfen. Als Beispiel für einen skrupellosen Journalisten nennt Djebar J. T. Merle, denn: Ä[a]ucune culpabilité d’embusqué ne le tourmente“47. Das französische Volk fühlt sich dem algerischen überlegen. In ihren Dokumenten über die damaligen Geschehnisse entsteht ein gewollt negatives Bild von den Algeriern. Der Schlachtenmaler Langlois zeichnete tote Araber, wobei es ihm wichtig war, die Ä‚rage de la bravoure‘“48 festzuhalten. Die Toten werden somit entmenschlicht und zu Objekten gemacht, die später als Symbol des französischen Sieges in einem Museum ausgestellt werden sollen. Der zornige Ausdruck in ihren Gesichtern erinnert an die wilder Tiere. Eine ähnliche Darstellung zitiert Djebar aus einem Bericht von Barchou, der das Verhalten algerischer Frauen beschreibt, die sich gegen die Angreifer auflehnen. Er schreibt: ÄDes femmes […], avaient montré le plus d’ardeur à ces mutilations. L’une d’elles gisait à côté d’un cadavre français dont elle avait arraché le coeur! Une autre s’enfuyait, tenant un enfant dans ses bras: blessée d’un coup de feu, elle écrasa avec une pierre la trte de l’enfant, pour l’emprcher de tomber vivant dans nos mains“49. Offenbar empfindet Barchou dieses Verhalten als unerhört grausam und deutet an, dass zivilisierte Menschen nicht auf diese Weise handeln würden. Damit wird im Roman gezeigt, Äwie mittels des behaupteten Barbarentums der Einheimischen indirekt das Unternehmen der Kolonisierung gerechtfertigt wird“50. Djebar hingegen hält diese Frauen für ausgesprochen mutig und nennt sie Ädeux héroïnes“51. Diese Frauen haben sich tapfer den Eindringlingen entgegengestellt und versucht, ihre Stämme zu verteidigen. Dagegen beschreibt sie wiederum die Invasoren als wilde Tiere, da diese warten wie Ä[…] des brtes de cirque prrtes à la cérémonie derrière le halo de projecteurs […]“52.

[...]


1 Castro Varela, María do Mar und Dhawan, Nikita (2005): Postkoloniale Theorie. Eine kritische Einführung, Bielefeld: transcript Verlag, 32. Hervorhebung des Autors.

2 Ebda, 30.

3 Ebda, 32-33.

4 Winkelmann, Esther (2000): Assia Djebar. Schreiben als Gedächtnisarbeit, Bonn: Pahl-Rugenstein, 25.

5 Vgl. Ashcroft, Bill/ Griffiths, Gareth/ Tiffin, Helen (Hrsg.) (2007): Post-Colonial Studies. The Key Concepts, London: Routledge, 168.

6 Ebda., 169

7 Kerner, Ina (2012): Postkoloniale Theorien zur Einführung, Hamburg: Junius Verlag, 27-28.

8 Said, Edward, W. (1995): Orientalism, London: Penguin Books, 2.

9 Ebda., 4.

10 Ashcroft/Grifftiths/Tiffin (2007), 180.

11 Said (1995), 12. Hervorhebungen des Autors.

12 Ashcroft/Grifftiths/Tiffin (2007), 37.

13 Ebda., 63.

14 Vgl. Kerner (2012), 69.

15 Ebda.

16 McQueen, Paddy/McQueen, Hilary (2010): Key Concepts in Philosophy, London: Palgrave Macmillan, 101.

17 Kerner (2012), 66.

18 Dube, Musa W. (2002): „Postcoloniality, Feminist Spaces, and Religion“, in: Donaldson, Laura E./ Pui-Lan, Kwok (Hrsg.): Postcolonialism, Feminism & Religious Discourse, New York: Routledge, 100-120, dort 101.

19 Fanon, Frantz (1994): „On National Culture“, in: Williams, Patrick/Chrisman, Laura (Hrsg.): Colonial Discourse and Post-Colonial Theory: A Reader, New York: Columbia University Press, 36-52, dort 37. 8

20 Assmann, Jan (1997): Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen, München: C.H. Beck, 35.

21 Ebda., 36.

22 Ebda., 37.

23 Er spricht in diesem Fall von einer konkreten sozialen Gruppe, nämlich der französischen Nation. Seine Ausführungen können jedoch auch allgemein auf soziale Gruppen angewendet werden.

24 Nora, Pierre (1984): Les Lieux de Mémoire. I La République, Paris: Éditions Gallimard, VII.

25 Ebda., XXIV

26 Assmann, Jan/ Czaplicka, John (1995): „Collective Memory and Cultural Identity“, in: New German Critique 65, Jstor, 125-133, dort 131. Zugang 23. April 2012. Hervorhebungen des Autors.

27 Kollektive bzw. kulturelle Identität können synonym gebraucht werden.

28 Assman (1995), 130.

29 Assmann (1997), 53.

30 Ebda., 37.

31 Vgl. Erll, Astrid/ Nünning Ansgar (Hrsg.) (2008): Cultural Memory Studies. An International and Interdisciplinary Handbook, Berlin: Walter de Gruyter, 193.

32 Ebda.

33 Ebda., 192.

34 Assmann (1997), 42-43.

35 Ebda., 43.

36 Ebda., 44.

37 Kerner (2012),125.

38 Marx, John: „Postcolonial literature and the Western literary canon“, in: Lazarus, Neil (Hrsg.): The Cambridge Companion to Postcolonial Literary Studies, Cambridge: Cambridge University Press, 83-96. 86.

39 Ebda.

40 Erickson, John (1998): Islam and Postcolonial Narrative, Cambridge: Cambridge University Press, 12.

41 Bienbeck, Ricarda (2011): Zwischen traditioneller Repräsentation und ästhetischer Distanzierung. Das Werk der Algerierin M ssa Bey, Berlin: LIT Verlag, 1.

42 Erickson (1998), 16.

43 Djebar, Assia (1995): L’ mour, l F nt si , Paris: Albin Michel, 14.

44 Ebda., 17.

45 Ebda.

46 Schuchardt, Beatrice (2006): Schreiben auf der Grenze. Postkoloniale Geschichtsbilder bei Assia Djebar, Köln: Böhlau,258.

47 Djebar (1995), 46.

48 Ebda., 29.

49 Ebda., 31.

50 Schuchardt (2006), 250.

51 Djebar (1995), 31.

52 Ebda., 15.

Ende der Leseprobe aus 58 Seiten

Details

Titel
Merkmale des Postkolonialismus im frankophonen Roman Afrikas. Postkoloniale Theorie und Strategien zur Problembewältigung
Untertitel
Eine auf die Werke von Assia Djebar, Boualem Sansal, Maïssa Bey und Leïla Sebbar aufbauende Analyse
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,5
Autor
Jahr
2014
Seiten
58
Katalognummer
V379358
ISBN (eBook)
9783668578241
ISBN (Buch)
9783668578258
Dateigröße
1123 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
merkmale, postkolonialismus, roman, afrikas, postkoloniale, theorie, strategien, problembewältigung, eine, werke, assia, djebar, boualem, sansal, maïssa, leïla, sebbar, analyse
Arbeit zitieren
Michaela Caputo (Autor), 2014, Merkmale des Postkolonialismus im frankophonen Roman Afrikas. Postkoloniale Theorie und Strategien zur Problembewältigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379358

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