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Vergleich unterschiedlicher Skalen zur Erfassung von Akkulturationsstress anhand einer Befragung von Migranten in Deutschland

Titel: Vergleich unterschiedlicher Skalen zur Erfassung von Akkulturationsstress anhand einer Befragung von Migranten in Deutschland

Bachelorarbeit , 2017 , 66 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Margarita Mishinova (Autor:in)

Psychologie - Diagnostik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Prozess, im Zuge dessen Gruppen und Individuen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen aufeinandertreffen und sich gegenseitig beeinflussen, wird in der Forschung Akkulturation genannt. Akkulturationsprozesse können sowohl auf Gruppenebene als auch auf individueller Ebene stattfinden. In dieser Arbeit werden sie empirisch auf der individuellen Ebene untersucht. Ziele sind einerseits, vier verschiedene diagnostische Verfahren auf ihre Gültigkeit und Reliabilität in Deutschland zu testen, und andererseits, die Zusammenhänge zwischen der individuellen Akkulturationsstrategie, sowie der Orientierung an der Aufnahme-/Herkunftskultur und dem erlebten Akkulturationsstress sowie der Rolle verschiedener Moderatorvariablen (wie Alter, Geschlecht, Rolle der Partnerschaft, Besitz des deutschen Passes, sowie Aufenthaltsdauer und Migrationsalter) zu untersuchen. Im Rahmen dieser Arbeit kommen vier Messinstrumente zum Einsatz: die Frankfurt Acculturation Scale (FRAKK; Bongard et al., 2007), die Social, Attitudinal, Familial, and Environmental Acculturation Stress Scale (SAFE; Mena, Padilla & Maldonado, 1987), der Perceived Ethnic Discrimination Questionnaire (PEDQ; Contrada et al., 2001) und das Riverside Acculturation Stress Inventory (RASI; Miller, Kim & Benet-Martinez, 2011).

Die Umfrage wurde von 219 Probanden vollständig absolviert. Die vier benutzten diagnostischen Instrumente weisen gute Reliabilität auf. Die erhöhte Orientierung an der Aufnahmekultur, gemessen mithilfe des FRAKK, geht mit einem niedrigeren Akkulturationsstress (AKS) einher, wenn man sich an die Gesamtscores von SAFE, RASI und PEDQ orientiert. Zwischen der Orientierung an der Herkunftskultur und AKS besteht zwar eine positive Korrelation, diese ist aber deutlich niedriger als bei der Orientierung an der Aufnahmekultur. Bei allen drei AKSMessinstrumente klärt die Orientierung an der Aufnahmekultur den größten Teil der Varianz auf. Ein zusätzlicher Prädiktor bei SAFE und RASI ist die Orientierung an der Herkunftskultur. Neben der Orientierung an der Aufnahmekultur sind auch die Aufenthaltsdauer und der Besitz des deutschen Passes weitere Prädiktoren für Akkulturationsstress bei PEDQ. Die Befunde stimmen mit dem theoretischen Modell der Akkulturation von Berry (1997) überein, bestätigen frühere Studienergebnisse und heben neue wichtige Faktoren wie die Rolle der Partnerschaft hervor.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Hintergrund

2.1. Definition von Akkulturation

2.2. Das Rahmenmodell der Akkulturation nach J.W. Berry

2.3 Die vier Akkulturationsstrategien

2.4 Akkulturationsstress (AKS)

2.5 Zusammenhang AKS und Akkulturationsstrategien

2.6 Wissenschaftliche Fragestellung und Hypothesen

3 Methode

3.1 Erhebungsinstrumente

3.1.1 FRAKK

3.1.2 SAFE

3.1.3 RASI

3.1.4 PEDQ

3.2 Weitere Variablen (soziodemographische Daten)

3.3 Durchführung

3.4 Teilnahmevoraussetzungen

3.5 Untersuchungsdesign

3.6 Datenaufbereitung

3.7 Beschreibung der Stichprobe

4 Ergebnisse

4.1 Deskriptive Statistik der eingesetzten diagnostischen Instrumente

4.1.1 Reliabilität

4.1.2 Prüfung auf Normalverteilung

4.1.3 Korrelationen zwischen den Subskalen der einzelnen Instrumente

4.2 Zusammenhänge zwischen den drei AKS-Messinstrumente

4.3 Zusammenhang AKS und Orientierung an der Herkunfts- und die Aufnahmekultur

4.3.1 Statistische Herangehensweise

4.3.2 Zusammenhang AKS und Orientierung an der Aufnahmekultur

4.3.3 Zusammenhang zwischen der Orientierung an der Herkunftskultur und AKS

4.3.4 Multiple Regressionsanalyse

4.4 Zusammenhang AKS und Akkulturationsstrategien

4.4.1 Errechnung der Strategien

4.4.2 Prüfung auf Normalverteilung und Varianzhomogenität

4.4.3 Ergebnisse

4.5 Hypothesenprüfung weiterer Variablen

4.5.1 Zusammenhang AKS und Geschlecht

4.5.2 Zusammenhang AKS und Besitz des deutschen Passes

4.5.3 Zusammenhang AKS und Beziehungsstatus

4.5.4 Zusammenhang AKS und Migrationsgeneration

4.5.5 Zusammenhang AKS und Alter bei der Auswanderung

5 Diskussion

5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

5.2 Interpretation und Einordnung der Ergebnisse in die theoretischen Modelle der Akkulturation

5.3 Limitationen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht empirisch auf individueller Ebene Zusammenhänge zwischen Akkulturationsstress, Akkulturationsstrategien sowie der Orientierung an Aufnahme- und Herkunftskultur bei Migranten in Deutschland. Zudem wird die Gültigkeit und Reliabilität verschiedener diagnostischer Messinstrumente in diesem Kontext überprüft und der Einfluss diverser Moderatorvariablen (z. B. Geschlecht, Aufenthaltsdauer, Partnerschaftsstatus) auf das Stresserleben analysiert.

  • Empirische Validierung von vier Akkulturations-Messinstrumenten (FRAKK, SAFE, RASI, PEDQ)
  • Analyse des Einflusses von Akkulturationsstrategien nach dem Berry-Modell auf das Stresserleben
  • Untersuchung von Zusammenhängen zwischen kultureller Orientierung und Akkulturationsstress
  • Einflussanalyse soziodemographischer und situativer Moderatorvariablen auf den Stresspegel

Auszug aus dem Buch

2.3 Die vier Akkulturationsstrategien

Berry (1997) postuliert zwei Aspekte, die individuell bei dem Umgang mit einer neuen Kultur berücksichtigt werden: kulturelle Aufrechterhaltung („cultural maintenance“ (ebd., S.9) sowie Kontakt und Beteiligung („contact and participation“, ebd.). Das heißt, dass das Individuum einerseits überlegt, in wie weit die herkünftliche kulturelle Identifikation als wichtig erachtet wird, und andererseits, in wie weit der Kontakt zur anderen Kultur gesucht wird. Wenn diese zwei Aspekte gleichzeitig beachtet werden, lassen sich vier mögliche Strategien für Akkulturation entwickeln, die in folgender Abbildung zusammengefasst sind.

Die Integrationsstrategie definiert sich als das Behalten der eigenen kulturellen Identifikation bei gleichzeitiger täglicher Interaktion mit der neuen Kultur. Die Assimilationsstrategie zeichnet sich dadurch aus, dass die ursprüngliche Kultur nach und nach vernachlässigt wird und der tägliche Austausch mit der neuen Kultur aktiv gesucht wird. Die Separationsstrategie ist das Gegenteil davon: die ursprüngliche Kultur wird beibehalten und der Kontakt mit der neuen – vermieden. Marginalisierungsstrategie bezeichnet der individuelle Mangel an Interesse für beide Kulturen.

Berry unterstreicht, dass diese Strategien nur dann angewendet können, wenn die Individuen überhaupt die Freiheit besitzen, sich zu entscheiden, wie sie sich anpassen wollen. Am Beispiel der Separationsstrategie: wenn sie von der neuen Kultur erzwungen wird, dann findet eigentlich eine Segregation statt. Berry bedient sich auch der Metapher eines Schmelzkessels („melting pot)“, die für die Assimilationsstrategie benutzt wird, und unterstreicht, dass wenn Assimilation von außen erzwungen wird, das Wort „Drucktopf“ („pressure cooker“, Berry, 1997, S. 10) eher angebracht sei.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Akkulturation in Deutschland ein und stellt die Relevanz der Untersuchung des Akkulturationsstresses sowie die verwendeten Messinstrumente vor.

2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Akkulturationsmodell nach J.W. Berry, die verschiedenen Akkulturationsstrategien und den Begriff des Akkulturationsstresses, woraus die Forschungsfragen und Hypothesen abgeleitet werden.

3. Methode: Hier werden die eingesetzten Erhebungsinstrumente (FRAKK, SAFE, RASI, PEDQ), das Studiendesign, die Datenaufbereitung sowie die Stichprobenbeschreibung im Detail dargelegt.

4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Daten, einschließlich Reliabilitätsprüfungen, Korrelationsanalysen, multipler Regressionsanalysen sowie die Überprüfung der Hypothesen zu Stress und Strategien.

5. Diskussion: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, in die theoretischen Modelle der Akkulturation eingeordnet und kritisch reflektiert, wobei Limitationen und Ausblicke für zukünftige Forschung aufgezeigt werden.

Schlüsselwörter

Akkulturation, Akkulturationsstress, Migranten, Integrationsstrategie, Assimilation, Separationsstrategie, Marginalisierung, FRAKK, SAFE, RASI, PEDQ, psychische Anpassung, Diskriminierung, Migrationsgeneration, Kulturvergleichende Psychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht empirisch, wie Migranten in Deutschland verschiedene Akkulturationsstrategien anwenden und in welchem Zusammenhang diese sowie weitere Faktoren mit ihrem erlebten Akkulturationsstress stehen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit fokussiert sich auf das theoretische Akkulturationsmodell nach Berry, die psychologische Messung von Stress durch verschiedene Fragebögen sowie die Rolle sozioökonomischer und biografischer Faktoren bei der Anpassung an die Aufnahmegesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist die gemeinsame Überprüfung der Reliabilität und Gültigkeit vier verschiedener Messinstrumente zur Erfassung von Akkulturation und Stress sowie die Analyse von Zusammenhängen zwischen der kulturellen Orientierung und dem Stresserleben.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Die Autorin nutzt ein quantitatives Design, führt eine Online-Umfrage mit 219 Probanden durch und wertet die Daten mittels deskriptiver Statistik, Korrelationsrechnungen, ANOVA, Kruskal-Wallis-Tests und multiplen Regressionsanalysen mit SPSS aus.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Akkulturationskonzepte, eine detaillierte methodische Beschreibung der vier diagnostischen Instrumente und eine umfassende Darstellung der statistischen Ergebnisse zur Hypothesenprüfung.

Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Akkulturation, Akkulturationsstress, Migrantenstichprobe, Integrationsstrategie, psychische Anpassung und Messvalidität.

Welche Rolle spielt die Partnerschaft für den Akkulturationsstress?

Ein zentrales Ergebnis ist, dass Probanden, die in einer festen Beziehung leben, signifikant weniger Akkulturationsstress berichten als Singles, was die Bedeutung der Partnerschaft als soziale Ressource unterstreicht.

Wie unterscheiden sich die Akkulturationsstrategien in Bezug auf den Stress?

Es zeigt sich, dass Migranten, die eher die Integrations- oder Assimilationsstrategie verfolgen, deutlich weniger Akkulturationsstress erleben als diejenigen, die der Separation oder Marginalisierung den Vorzug geben.

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Details

Titel
Vergleich unterschiedlicher Skalen zur Erfassung von Akkulturationsstress anhand einer Befragung von Migranten in Deutschland
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Institut für Psychologie, Abteilung für Differentielle Psychologie und Psychologische Diagnostik)
Note
1,5
Autor
Margarita Mishinova (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
66
Katalognummer
V379406
ISBN (eBook)
9783668562677
ISBN (Buch)
9783668562684
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Akkulturation Migranten Stress Ausland Testdiagnostik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Margarita Mishinova (Autor:in), 2017, Vergleich unterschiedlicher Skalen zur Erfassung von Akkulturationsstress anhand einer Befragung von Migranten in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379406
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  66  Seiten
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