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Rezension zu "Imperien. Die Logik der Weltherrschaft - vom alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten" von Herfried Münkler

Título: Rezension zu "Imperien. Die Logik der Weltherrschaft  - vom alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten" von Herfried Münkler

Comentarios / Reseña Literaria , 2016 , 3 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Martin Hamre (Autor)

Historia universal - General y Comparación
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In den ersten beiden Kapiteln des Werkes "Imperien" vom Politikwissenschaftler Herfried Münkler stechen drei wiederkehrende Elemente besonders hervor, die hier analysiert und diskutiert werden sollen.

Erstens verfolgt Münkler das Ziel, imperiales Agieren aus der Folie von gut und schlecht zu lösen und stattdessen als eine Form der Problembearbeitung zu etablieren. Er möchte den normativ-wertenden und häufig negativ konnotierten Imperiumsbegriff durch einen deskriptiven Begriff ersetzen und diesen somit wertfrei gestalten. Dies könnte man gleichsetzen mit einer positiven Aufwertung des Begriffes, vor allem im Zusammenhang mit den Imperialismustheorien, bei denen Imperien durchweg negativ betrachtet werden.

Dies ist der zweite zentrale Aspekt bei Münkler: Eine Art Abrechnung mit den ökonomischen Imperialismustheorien, die das Phänomen der Imperien nur durch ihre spezifischen Fragestellungen begreifen und analytische Fehler begehen, wie etwa der Fokus auf das Zentrum anstatt der Peripherie eines Imperiums oder der Fokus auf die Anfangsphase der Imperienbildung. Diese Imperialismustheorien werden dem, was ein Imperium als Ganzes darstellt, laut Münkler nicht gerecht. Was aber stellt ein Imperium als Ganzes dar? Dies ist der dritte zentrale Punkt Münklers, das Beschreiben von Merkmalen, was ein Imperium ausmacht, und was nicht, sowie die Frage nach der „Logik der Weltherrschaft.“ Dabei wird Münkler jedoch auf einer Metaebene von einer aktuellen Fragestellung angetrieben: Er möchte etwas über die neue Rolle der USA nach dem Ende des Kalten Krieges und den Anschlägen von 9/11 sagen und die Frage beantworten, ob es sich bei der USA um eine hegemoniale oder doch schon imperiale Macht handelt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff des Imperiums im Vergleich

2.1 Abgrenzung zum Nationalstaat

2.2 Differenzierung zwischen Imperium und Hegemonie

2.3 Imperium und Imperialismus

2.4 Imperien und Weltreiche

3. Imperialismustheorien in der Kritik

3.1 Ökonomische Ansätze und ihre Schwächen

3.2 Politische Imperialismustheorien

4. Merkmale und Logik der Weltherrschaft

5. Imperiales Handeln als Problembearbeitung

6. Fazit: Imperien als Zukunftsmodell?

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht den Imperiumsbegriff bei Herfried Münkler, wobei das primäre Ziel darin besteht, eine wertfreie, deskriptive Analyse imperiales Agierens zu etablieren und den Begriff von moralischen Vorverurteilungen zu lösen.

  • Neubestimmung des Imperiumsbegriffs jenseits der Imperialismuskritik
  • Kontrastierung von Imperien mit Staaten, Hegemonien und Weltreichen
  • Kritische Auseinandersetzung mit ökonomischen Imperialismustheorien
  • Analyse der logischen Struktur von Weltherrschaft und imperialer Stabilität
  • Diskussion über die Rolle des Imperiums als Instrument der Friedenssicherung

Auszug aus dem Buch

Die Abgrenzung des Imperiums zur Hegemonie

Eine genaue Definition eines Imperiums liefert Münkler in seiner Untersuchung nicht, stattdessen geht er komparativ vor, indem er dem Imperium kontrastierende Elemente entgegenstellt. Dabei greift er zur Veranschaulichung auf die verschiedensten Imperien in der Weltgeschichte zurück wie etwa dem Römischen Reich, dem British Empire oder eben der USA. Der erste Begriff, den Münkler zum Imperium kontrastiert, ist der des Staates, der sich durch starre Grenzen auszeichnet. Die Grenzen eines Imperiums hingegen sind asymmetrisch und fließend, das Imperium dulde keine gleichberechtigten Nachbarn. Dieser Vergleich ist durchaus problematisch, da territoriale Nationalstaaten ein neues Phänomen der Moderne sind, das Imperium jedoch auch für Reiche der Vormoderne verwendet wird.

Als zweites grenzt Münkler das Imperium von der Hegemonie ab. Die Übergänge seien zwar fließend, aber dennoch definiert Münkler: „Hegemonie ist danach Vorherrschaft innerhalb einer Gruppe formal gleichberechtigter politischer Akteure; Imperialität hingegen löst diese – zumindest formale Gleichheit auf und reduziert die Unterlegenen auf den Status von Klientelstaaten oder Satelliten.“(S. 18). Der Unterscheidung zwischen Imperien und Hegemonien widmet Münkler ein eigenes Unterkapitel, in dem er auf das Friedenspotential der beiden Varianten eingeht. Im System der Hegemonie werde der Hegemon von den anderen Staaten ständig bekämpft und es entstehe eine systemimmanente Instabilität, die jedoch nicht die hegemoniale Ordnung als solche gefährde. Anders verhält es sich bei Imperien, so seien „imperiale Binnenräume Zonen des Friedens“ (S.67), wobei antiimperiale Kriege diese Gesamtordnung von Grund auf in Frage stellen. Dafür könne ein Imperium ein Instrument zur Beendigung von Hegemonialkämpfen sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich einer wertfreien Imperienforschung.

2. Der Begriff des Imperiums im Vergleich: Untersuchung der Abgrenzung von Imperien gegenüber anderen politischen Ordnungsformen wie dem Nationalstaat oder der Hegemonie.

3. Imperialismustheorien in der Kritik: Analyse und Kritik klassischer Imperialismustheorien, insbesondere mit Fokus auf ökonomische Erklärungsmodelle.

4. Merkmale und Logik der Weltherrschaft: Darstellung der signifikanten Merkmale, die imperiale Machtstrukturen und ihren Interventionsdrang definieren.

5. Imperiales Handeln als Problembearbeitung: Deutung von Imperialität als funktionales Instrument zur Konfliktlösung und Friedenssicherung.

6. Fazit: Imperien als Zukunftsmodell?: Kritische Reflexion, ob Münkler eine rein deskriptive Analyse verfolgt oder ein Plädoyer für neue imperiale Strukturen abgibt.

Schlüsselwörter

Imperium, Weltherrschaft, Hegemonie, Imperialismus, Nationalstaat, Problembearbeitung, Friedenssicherung, Machtkonkurrenz, Prestigestreben, USA, Europa, Politikwissenschaft, Imperienforschung, Deskription, Weltreiche

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Werk von Herfried Münkler zur „Logik der Weltherrschaft“ und untersucht dessen Versuch, den Imperiumsbegriff wissenschaftlich zu neutralisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die typologische Abgrenzung von Imperien gegenüber anderen Mächten und die Kritik an traditionellen, normativ belasteten Imperialismustheorien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Erforschung, ob imperiales Agieren als wertfreies Instrument der Problembearbeitung und Friedenssicherung begriffen werden kann, anstatt es pauschal negativ zu konnotieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Münkler nutzt eine komparative Methode, bei der er Imperien anhand von historischen Fallbeispielen wie dem Römischen Reich oder den USA kontrastiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Differenzierung des Imperiums von Nationalstaaten, Hegemonien und Weltreichen sowie der Widerlegung ökonomischer Imperialismusmodelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Imperium, Hegemonie, Imperialismus, Friedenssicherung, imperiale Logik und deskriptive Analyse.

Wie unterscheidet Münkler ein Imperium von einer Hegemonie?

Ein Hegemon agiert innerhalb einer Gruppe gleichberechtigter Akteure, während ein Imperium diese Gleichheit auflöst und Unterlegene zu Klientelstaaten degradiert.

Welche Rolle spielen die USA in dieser Analyse?

Die USA dienen als zentrales Beispiel, bei dem Münkler diskutiert, ob sie sich von einer hegemonialen Macht hin zu einem Imperium entwickelt haben.

Warum wird der Begriff des Imperiums als „Instrument des Friedens“ bezeichnet?

Da Imperien nach Münkler „Binnenräume des Friedens“ schaffen und so Hegemonialkämpfe beenden können, statt sie als dauerhaft instabile Systeme fortzuführen.

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Detalles

Título
Rezension zu "Imperien. Die Logik der Weltherrschaft - vom alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten" von Herfried Münkler
Calificación
2
Autor
Martin Hamre (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
3
No. de catálogo
V379525
ISBN (Ebook)
9783668586208
ISBN (Libro)
9783668586215
Idioma
Alemán
Etiqueta
Algerien Münkler Imperium Imperiumsbegriff
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Martin Hamre (Autor), 2016, Rezension zu "Imperien. Die Logik der Weltherrschaft - vom alten Rom bis zu den Vereinigten Staaten" von Herfried Münkler, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379525
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