Verschmelzung vom Fernseherleben und sozialer Interaktion im Social-TV. Forschungsbericht über Erhebungsmethoden und Analyseverfahren


Fachbuch, 2014
26 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsstand

3. Forschungsfragen
3.1. Eigene Fragestellung/ Hypothese, die anhand von Befragungsdaten beantwortet/ geprüft werden soll
3.2. Eigene Fragestellung/ Hypothesen, die anhand der Inhaltsanalyse beantwortet/geprüft werden sollen

4. Untersuchungssetting und Methode
4.1. Befragung
4.2. Inhaltsanalyse

5. Darstellung der empirische Befunde
5.1 Befunde zu
5.2 Befunde zu

6. Diskussion der empirischen Befunde
6.1 Diskussion der empirischen Befunde aus
6.2 Diskussion der empirischen Befunde aus

7. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Zur Vermittlung von grundlegenden Kenntnisse in quantitativen Erhe- bungsmethoden und Analyseverfahren wurde im Rahmen des Seminars “Einführung in Standardisierte Verfahren” die beiden Datenerhe- bungsmethoden der Inhaltsanalyse und Befragung geplant und durch- geführt. Erhebunginstrumente (Befragungsbogen und Codebuch) wurden darauf ausgelegt, umfangreiche Daten zum aktuellen Phänomen Social TV zu erheben.

Mit der forschungsleitenden Frage, wie sich Interaktion und Kommu- nikationsmöglichkeiten auf die Medienrezeption und -wirkung auswirken, wurden großflächig Rezepienten befragt und Kommentare analysiert. Der hieraus resultierende Aufwand konnte mit einer Aufteilung, der jeweils enstehenden Codierarbeit, unter den Seminarteilnehmern bewältigt werden.

Aufbauend auf die jeweilige Erhebungsmethode der Befragung und In- haltsanalyse, sollten empirische Fragestellungen dann in den Gruppen definiert und im weiteren Prozess zu überprüfbare Hypothesen überführt werden. Basierend auf dieser forschunsleitende Fragestellung, liefern die jeweilig vorangegangenen Operationalisierungen hierbei viele Variablen für eine empirische Ausarbeitung. Die Erhebungsinstrumente sind de- mentsprechend breit angelegt, um viel Freiraum für die Individualisierung zu bieten.

Da mit bereits erhobenen Daten in diesem Forschungsbericht gearbeitet wird, bauen die Hypothesen auf die gegebenen Variablen im jeweiligen Erhebungsinstrument auf. Das eigene Forschungsinteresse wurde zunächst dementsprechend innerhalb der erhobenen Daten mit der Op- erationalisierung, bzw. gegebenen Variablen abgegelichen, um so in Erfahrung zu bringen, ob eine spätere Analyse überhaupt möglich ist. Die letztendliche Analyse der Daten wurde mit dem Programm SPSS bewerk- stelligt.

Wie zu Anfang erwähnt, befassen sich beide Erhebungen mit dem Phänomen Social TV. Ein Begriff der das Fernseherleben mit dem kom- munikativen Austausch der Rezepienten über die Onlinemedien verbindet. Zwar wird das fernsehbegleitende Sprechen von tatsächlich Anwesenden meist in der Begriffsbestimmung berücksichtigt, jedoch wird der Fokus vielmehr auf den kommunikativen Austausch der Rezepienten über die Onlinemedien gelegt. Beschrieben wird die Verschmelzung vom Fernse- herleben und sozialer Interaktion über die Onlinemedien, die durch die Entwicklung von mobilen Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Laptops zustande kam und es den Nutzer erlaubt über räumliche Distan- zen hinweg sozial zu interagieren.

Neue Technologien und Medien wandeln und erweitern das soziale Erlebnis Fernsehen heute aber in ungekannter Dynamik, ü ber die Gren- zen von Familie, Freundeskreisen und geographischen Regionen hinaus. “

(Buschow et al. 2013a, S. 2)

Immer mehr Nutzer tauschen sich zunehmend vor, während oder nach dem Fernsehen über Social Media mit Anderen über das Gesehene aus (vgl. Buschow et al. 2013b, S. 3). Das einstige gemeinsame Fernsehen verschwindet angesicht der entstandenen Möglichkeitsräume durch Social Media zunehmend von der Alltagspraxis der Nutzer und wird so durch die parallele Nutzung von Second-Screen Geräten ersetzt (vgl. Buschow et al. 2013b, S. 3). Der soziale Moment wird in die öffentliche OnlineKommunikation und privaten Instant-Messaging-Dienste verlagert, wo Rezepienten sich über die Inhalte austauschen.

Hierbei werden die Nutzer zur vielversprechenden Zielgruppe für Programmanbieter und Werbetreibende und bilden den treibenden Motor für die Optimierung von Social TV-Anwendung, welche meist noch aber keinen offentsichlichen Mehrwert aufweisen können für die Nutzer (vgl. Buschow et al. 2013a, S. 6).

Werbetreibende, Produzenten (Fernsehsender und Contentanbieter) und die Anbieter der Social Media-Plattformen sind so hierbei in dem kommunikativen Austausch des Nutzers involviert. Um die hierbei entstehenden Potentiale für alle Beteiligten auszuschöpfen, wurde anhand von Studien innerhalb der Marktforschung und Wissenschaft versucht, die Nutzung, Interaktion und Wirkung von Social TV zu ergründen.

Während beide Erhebungen innerhalb des Seminars das Phänomen So- cial TV im großen Umfang vielperspektivisch ausleuchten, sollte in Grup- pen jeweils ein Schwerpunkt für die Analyse gesetzt werden. Im weiteren Verlauf werde ich hierzu die Schwerpunkte genauer erläutern und auf den jeweiligen Forschungsstand eingehen. Das Untersuchungsmaterial soll entlang der Forschungsfrage analysiert werden, um dann die Befunde für die anschliessende Diskussion und Interpretation darzustellen. Anhand der Ergebnisse werde ich dann Rückschlüsse auf den bisherigen For- schungsstand ziehen, um herauszufinden, ob neue Erkenntnisse gewon- nen werden konnten, bisherige Erkenntnisse bestätigt, oder im Widerspruch stehen und neue Fragestellungen aufgeworfen werden, bzw. weitere Forschung stimuliert wird.

2. Forschungsstand

Da es keinen Zusammenhang zwischen den beiden Analysen geben muss und diese unabhängig voneinander stattfinden können, haben wir in der Gruppe beschlossen, diesen Freiraum zu nutzen und unterschiedliche Schwerpunkte innerhalb der Social TV-Forschung zu setzen.

Weil das fernsehbegleitede Sprechen von tatsächlich Anwesenden vor einem Fernsehgerät von den meisten Autoren nicht in die Begriffsdefinition von Social TV einfliessen (Buschow et al. 2013a, S. 3) haben wir uns in der Gruppe gefragt, wo die Unterschiede in der Rezepientenwirkung liegen könnten. Basierend auf den erhobenen Daten, haben wir uns bei der Befragung für die Unterschiede in der Rezepientenwirkung bei einer Face- to-Face-Kommunikation und medialvermittelten Kommunikation während des Fernsehens interessiert.

Um in Rahmen der Hausarbeit zu bleiben, haben wir uns hierbei entlang der gegebenen Kategorien für das Unterhaltungserleben entschieden, weil die Unterhaltung „(…) neben Entspannung und Berieselung weiterhin zu den etablierten und bedeutsamen Motiven der Fernsehnutzung (…)“ gehören (Buschow et al. 2013a, S. 7). Das “Vergnügt Fühlen” gehört zu den zentralen kommunikativen Handlungsfeldern in der Zuschauerk- ommunikation und ist das Ergebnis des gemeinsamen Austausches während der Rezeption (vgl. Hoff, Krings & Renner 2013, S.183).

Da heutzutage zunehmend die Onlinemedien genutzt werden, um sich über TV-Inhalte auszutauschen, stellt sich die Frage, ob das Un- terhaltungserleben der Zuschauers hierdurch in der Summe bereichert wird, oder nicht.

So wurde bereits am Besipiel der Kommentierung von Fußballspielen festgestellt, dass die Nutzung von sozialen Onlinemedien während eines Fussballspiels sich bei Personen im Stadium negativ auf das Un- terhaltungserleben auswirkt, da die Qualitäten des sozialen Kontakts und das charakteristische Gruppengefühl des gemeinsamen Schauens nicht kompensiert werden können (vgl. Fellechner 2015, S.131). Die Nutzung lenkt zu sehr von der eigenen Rezeptionssituation ab und wäre nur dann sinnvoll, wenn die Social TV-Angebote gezielt in erreignisärmeren Phasen des Spiel (vor allem in der Halbzeit) zum Einsatz kommen, wo die Zuschauer sich zunehmend ihren Zweitgeräten zuwenden.

Interessanterweise wurde bei Personen, die ein Bundesligaspiel alleine über eine Live-Übetragung rezepieren, eine Bereicherung durch Social TV festgestellt. Sie hätten ein verbessertes Unterhaltungserleben und die Stimmung würde sich auch deutlich durch die Parallelkommunikation verbessern (vgl. Fellechner 2015, S.131).

Es sind vor allem Formate mit hoher Aktualität, die Vorteile für die Social TV-Nutzer bereithalten. In diesem Fall gehören insbesondere Sportveran- staltungen zu den Formaten, die den sozialen Austausch antreiben. Live- Mitfiebern, Mitbestimmen und die Suche nach Zusatzinformationen sind Anreize zur Social TV-Aktivität (Buschow et al. 2013a, S. 9), die das Unterhaltunsgerlebnis bereichern und dementsprechend auch zukunftig optimiert werden sollen.

Der Mehrwert der Social TV-Nutzung hängt also vom Format ab. Hierbei kann die begleitende Interaktion die Formate zwar noch attraktiver machen, nicht aber als Kompensation für schwache oder ungeeignete Formate dienen (Buschow et al. 2013a, S. 13). Bei Spiel- und Kinofilmen z.B., wo der Zuschauer auch mal tiefgehender in die Handlung eintauchen und sich in die Charakere hineinfühlen möchte, kann die Social TV-Nutzung währenddessen, ähnlich wie beim Schauen eines Fussballspiels, einfach ablenkend sein. Dennoch sehen hier Experten zukünftig Potentiale, die Social TV-Elemente in der Vorab- und Anschlusskommunikation zu verankern (vgl. Buschow & Schneider 2015, S. 13).

Bei der Inhaltsanalyse haben wir uns für die mediale Kommunikation während des Fernsehens interessiert. Basierend auf den erhobenen Daten, haben wir uns gefragt, ob es einen Zusammenhang zwischen der Gestaltung des Kommentars und der enthaltenen Bewertung gibt. Hierzu soll getestet werden, ob man einem Grad der Wertung (Positiv, Negativ oder Ambivalent) die Nutzung von bestimmten ortographischen Mitteln zuweisen kann. Entlang der gegebenen Kategorien, haben wir also bei der Inhaltsanaylse die im Kommentar enthaltene Bewertung in Zusammenhang mit der Gestaltung des Kommentars gesetzt. So könnte beispielsweise in Erfahrung gebracht werden, ob bei negativen Bewer- tungen dazu tendiert wird, einzelne/ mehrere Wörter in Großbuchstaben zu verfassen. Vor allem da die untersuchten Sendungen genreüblich Anreize zum Mitmachen bieten und im Kontext der behandelten Themen eine kritische Auseinandersetzung seitens der Rezepienten mit dem Inhalt stimulieren, haben wir diesen Ansatz für besonders interessant gehalten. Eine Studie der IJK kam bei einer Analyse von Tweet-Medlungen zum Ergebnis, dass das typische Kommentar eine Bewertung der handelnden Akteure enthält und in internettypischer Sprache geschrieben ist (vgl. IJK 2012, S. 58). Die Bewertung bezieht sich hierbei auf die Sendungsinhalte und lässt sich neben der generelle Interaktion, bzw. Kontaktaufnahme mit der Community (49%), mit 24% als einer der Hauptfunktionen für das Kommentieren identifizieren. 56% der Bewertungen fallen hierbei positiv aus und 34% der Bewertungen sind demnach negativ. Die internettypische Sprache ist in 28% aller Kommentare enthalten und äußert sich in Form von Blurtings, Emoticons, Großschreibung und Abkürzungen (vgl. IJK 2012, S. 55).

Eine andere Studie zeigt sogar, dass ein Drittel von den untersuchten Tweets Bewertungen von Sendungen und Akteuren enthalten und zu 11% einen restriktiven Sprachcode aufweisen (vgl. Buschow, Schneider & Überheide 2015, S.148 - 149).

Ergebnisse zum Zusammenhang der Bewertungen und der textlichen Gestaltung, konnten trotz intensiver Recherche jedoch nicht eruiert werden.

3. Forschungsfragen

Zur Überprüfung gilt es unsere Forschungsfragen in konkrete Annahmen zu überführen. Hierzu haben wir, angesichts der erhobenen Daten, Hy- pothesen formuliert, die relevante Variablen in einen Zusammenhang setzen.

Die Operationaliserung lief hierbei rückwertig ab: Bereits messbar gemachte Indikatoren wurden entsprechend des Forschungsinteresses, bzw. theoretischen Konzepts, zu überprüfbaren Aussagen gefasst.

3.1 Eigene Fragestellung/ Hypothese, die anhand von Be-

fragungsdaten beantwortet/ geprüft werden soll Durch One- und Second-Screen Geräte findet die Kommmunikation während des Fernsehen auch medial statt. Wir haben uns angesichts dieser Nutzung gefragt, wie sich das Fernseherlebnis für die Rezepienten hierdurch verändert. Da das Fernseherlebnis die Summe aus mehreren Aspekten ist und wir im Rahmen des Forschungsberichts bleiben wollen, haben wir uns im Hinblick der bereits erhobenen Daten, bzw. gegebenen Variablen, dafür entschieden, das Unterhltungserleben genauer zu unter- suchen.

Fragestellung Haben die medial vermittelte Kommunikation und die Face-to-Face- Kommunikation einen unterschiedlichen Einfluss auf das Unterhaltungserleben während der TV-Rezeption?

Operationalisierung Beide Fragen zum Ulterhaltunsgerlebnis werden der selben Personen im Kontext der Kommunikationsart gestellt. Mit einer jeweiligen Angabe wird vorausgesetzt, dass die beiden Personengruppen jeweils face-to-face oder medial kommunizieren.

f_14_1: Ich tausche mich gleichzeitig während des Fernsehens mit an- deren aus, weil es zu langweilig wäre nur die Fernsehsendung anzusehen.

f_28_1: Ich tausche mich während des Fernsehens online mit anderen aus, weil es zu langweilig wäre nur die Fernsehsendung anzusehen.

Durch eine Angabe wird also nicht nur erfasst, wie unterhalten sich die Person fühlt, sondern auch womit sie kommuniziert. Dementsprechend sind für die Auswertung in SPSS nur die beiden hieraus resultierenden Variablen [f_14_1; f_28_1] relevant.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Verschmelzung vom Fernseherleben und sozialer Interaktion im Social-TV. Forschungsbericht über Erhebungsmethoden und Analyseverfahren
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
26
Katalognummer
V379538
ISBN (eBook)
9783668582088
ISBN (Buch)
9783668582095
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
verschmelzung, fernseherleben, interaktion, social-tv, forschungsbericht, erhebungsmethoden, analyseverfahren
Arbeit zitieren
Yilmaz Diskaya (Autor), 2014, Verschmelzung vom Fernseherleben und sozialer Interaktion im Social-TV. Forschungsbericht über Erhebungsmethoden und Analyseverfahren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379538

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