Der in der Einleitung beschriebene Zustand der Abnahme sozialer Kompetenzen bei Jugendlichen und die Beobachtung diesbezüglich in meiner Lerngruppe der 5. Klasse hat mich dazu veranlasst, mit meiner Facharbeit diese Situation näher zu beleuchten und Lösungsvorschläge diesbezüglich zu suchen. Im Verlauf vieler Sportstunden konnte ich feststellen, dass der Umgang untereinander häufig von Respektlosigkeit, Konflikten und fehlender sozialer Kompetenzen geprägt ist und sich dies ungünstig auf das Klassenklima auswirkt. Mangelnde Ausprägung sozialer Kompetenzen wie Konflikt-, Kooperations- und Teamfähigkeit sind zu beobachten und Probleme können selten eigenständig gelöst werden, sondern erfordern das Eingreifen und die Moderation seitens der Lehrkraft. Ein geringe Ausprägung der Teamfähigkeit und das damit einhergehende Vermissen der Teamkompetenz war ein Aspekt, den ich in dieser Klasse gerne fördern wollte. [...]
Im ersten Teil der Arbeit erfolgt ein theoretischer Überblick, in dem kooperatives Lernen in Bezug auf seine Merkmale und die Möglichkeiten der Integration in den Sportunterricht und der Verbesserung der Teamkompetenz untersucht werden. Alternativen für die Umsetzung werden beleuchtet und es werden Überlegungen angestellt, in welchem Themenbereich des Unterrichtsfaches Sport man diese Kompetenzen fördern könnte. Im weiteren Teil der Arbeit wird eine durchgeführte Unterrichtseinheit anhand des Beispiels „Le Parkour“ dargestellt, welche dann im letzten Teil der Ausarbeitung reflektiert wird.
Dabei wird unter anderem auf folgende Fragen eingegangen: Welche Merkmale hat kooperatives Lernen im Schulsport am Beispiel „Le Parkour“? Was zeichnet in dieser Methode das Lehrer- und Schülerhandeln aus? Wie können speziell im Sportunterricht kooperative Lernprozesse unterstützt werden und wie kann die Teamfähigkeit optimiert werden? Wie hat sich durch diese Einheit das kooperative Verhalten der Lernenden geändert?
Exemplarisch werde ich anhand einzelner Schüler beleuchten, inwieweit das Vorhaben effektiv war.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND LEITFRAGE DER ARBEIT
2 THEORETISCHER HINTERGRUND
2.1 BEGRIFFSERKLÄRUNG KOOPERATIVES LERNEN
2.1.1 BASISELEMENTE KOOPERATIVEN LERNENS
2.1.1.1 POSITIVE INTERDEPENDENZ
2.1.1.2 INDIVIDUELLE VERANTWORTUNG
2.1.1.3 UNTERSTÜTZENDE INTERAKTION
2.1.1.4 REFLEXIONEN IM GRUPPENPROZESS
2.1.1.5 KOOPERATIVE FÄHIGKEITEN
2.2 TEAMKOMPETENZ
3 MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG DER TEAMKOMPETENZ IM SPORTUNTERRICHT
3.1 KOOPERATIVES LERNEN AM BEISPIEL VON KLETTERN
3.2 KOOPERATIVES LERNEN AM BEISPIEL DES TURNENS
3.3 KOOPERATIVES LERNEN AM BEISPIEL „LE PARKOUR“
3.3.1 BEGRÜNDUNG DER AUSWAHL DES ARBEITSVORHABENS
3.3.2 SINN UND ZIEL VON „LE PARKOUR“: DIE PHILOSOPHIE
3.3.3 ENTSTEHUNG VON „LE PARKOUR“ UND SEINE AKTUALITÄT
4 PLANUNG DER ARBEITSVORHABEN
4.1 LERNBEDINGUNGEN UND VORAUSSETZUNGEN DER LERNGRUPPE
4.1.1 LERNBEDINGUNGEN
4.1.2 ANALYSE DER LERNGRUPPE
4.2 GEPLANTER VERLAUF UND ZIELSETZUNG DES VORHABENS
4.3 KONTROLLVERFAHREN
5 DURCHFÜHRUNG DES ARBEITSVORHABENS
5.1 DARSTELLUNG UND ANALYSE EINZELNER SEQUENZEN
5.1.1 DARSTELLUNG DER ERSTEN UNTERRICHTSSEQUENZ
5.1.2 DARSTELLUNG DER VIERTEN SEQUENZ
5.2 REFLEXION DER DARGESTELLTEN SEQUENZEN
5.3 GESAMTEVALUATION DES ARBEITSVORHABENS
6 REFLEXION UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser pädagogischen Facharbeit ist die Verbesserung der Teamkompetenz einer fünften Realschulklasse durch den gezielten Einsatz kooperativer Lernmethoden im Sportunterricht, wobei die Sportart „Le Parkour“ als praxisnaher inhaltlicher Rahmen dient.
- Förderung der Sozialkompetenzen und des kooperativen Handelns
- Etablierung einer Lernkultur, die den Schülern eigenverantwortliches Arbeiten ermöglicht
- Integration der Trendsportart „Le Parkour“ zur Motivationssteigerung
- Prozessorientierte Begleitung durch Reflexions- und Feedbackinstrumente
Auszug aus dem Buch
3.3 Kooperatives Lernen am Beispiel „Le Parkour“
Im „Le Parkour“ liegt ein hohes Potential neben der Bewegungskompetenz gleichsam die Urteils- und Entscheidungskompetenz sowie die Teamkompetenz der Lernenden auszubilden. Wichtig ist, dass es bei dieser Trendsportart nicht um Akrobatik, Wettkampf, Normierungen, Show oder Posing geht, sondern um das Kennenlernen und Einschätzen der eigenen Grenzen, sodass die Effizienz der Bewegung im Vordergrund stehen. Zudem ist „Le Parkour“ ein aktueller Sport, bei dem sich Schule, Schulsport und außerschulische Aktivitäten gut verbinden lassen. Die Schülerinnen und Schüler können ohne großen finanziellen Aufwand die erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten in ihrer Freizeit anwenden.
Darüber hinaus ist „Le Parkour“ eine moderne Trendsportart, mit der sich Jugendliche identifizieren können und von der viele fasziniert sind. Der Bereich der sozialen Kompetenzen ist eines der Hauptargumente für meine Entscheidung, mit diesem Vorhaben die Klasse weiterzubringen. So können die Lernenden anhand verschiedener Zielsetzungen und gemäß ihrer eigenen persönlichen Stärken zusammenarbeiten und die Teamfähigkeit und Kooperation untereinander optimieren, was zwangsläufig zu einer verstärkten und zielgerichteten Kommunikation untereinander führt. Ein weiterer Vorteil dieses Arbeitsvorhabens ist auch die Chancengleichheit zwischen den Schülerinnen und Schüler. Sie besitzen allesamt wenig bis keine Vorerfahrung in dieser Sportart und haben somit die Möglichkeit sich eigenständig die Art und Weise der Bewegungen auszusuchen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die abnehmende Sozialkompetenz bei Jugendlichen und definiert die Förderung der Teamfähigkeit im Sportunterricht als zentrale erzieherische Aufgabe.
2 THEORETISCHER HINTERGRUND: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen kooperativen Lernens, seine Basiselemente sowie die Bedeutung der Teamkompetenz für den Sportunterricht.
3 MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG DER TEAMKOMPETENZ IM SPORTUNTERRICHT: Hier werden verschiedene Sportarten hinsichtlich ihres Potentials zur Förderung von Teamkompetenz analysiert und „Le Parkour“ als ideale Trendsportart begründet.
4 PLANUNG DER ARBEITSVORHABEN: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe, die Rahmenbedingungen des Projekts sowie die methodische Planung und die Verfahren zur Erfolgskontrolle.
5 DURCHFÜHRUNG DES ARBEITSVORHABENS: Hier wird der praktische Verlauf ausgewählter Unterrichtssequenzen dargestellt, analysiert und abschließend evaluiert.
6 REFLEXION UND FAZIT: Das Fazit fasst die positiven Erfahrungen bei der Umsetzung kooperativer Methoden im Parkour-Unterricht zusammen und betont die Notwendigkeit einer langfristigen, fächerübergreifenden Fortführung.
Schlüsselwörter
Kooperatives Lernen, Teamkompetenz, Sportunterricht, Le Parkour, Sozialkompetenz, Gruppenarbeit, Bewegungsförderung, Unterrichtsvorhaben, Schülerzentrierung, Selbstständigkeit, Reflexion, Methodenkompetenz, Trendsportart, Erziehung durch Sport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch den Einsatz kooperativer Lernmethoden die Teamkompetenz einer fünften Realschulklasse im Sportunterricht gezielt verbessert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Vermittlung von Sozialkompetenz, der Anwendung kooperativer Lernformen und der theoretischen sowie praktischen Erschließung der Trendsportart „Le Parkour“.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Teamfähigkeit der Lernenden zu steigern, Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln und eine Lernkultur zu etablieren, die durch wertschätzendes Miteinander geprägt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um ein praxisorientiertes Unterrichtsvorhaben, das durch begleitende Beobachtung, Bilanzfragebögen, Reflexionsgespräche und Lernjournale dokumentiert und evaluiert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Begründung der Methodenwahl, die detaillierte Planung des Projekts sowie die konkrete Durchführung und Evaluation des Parkour-Unterrichts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Kooperatives Lernen, Teamkompetenz, Soziale Kompetenzen, Le Parkour, Unterrichtsplanung, Gruppenprozess und Reflexion.
Warum wurde explizit die Sportart „Le Parkour“ für das Vorhaben gewählt?
Die Wahl fiel auf Parkour, da sie hohe Motivation bei Jugendlichen weckt, Bewegung und Handlungsfreiheit bietet, Chancengleichheit durch fehlende Vorerfahrungen ermöglicht und vielfältige Anlässe zur Kooperation bietet.
Welche Rolle spielt die Reflexion im Projekt?
Die Reflexion dient dazu, den Lernenden Feedback über ihre Zusammenarbeit zu geben, individuelle Stärken und Schwächen zu identifizieren und den Prozess des sozialen Lernens kontinuierlich zu optimieren.
Welche Veränderungen konnten bei den Schülern beobachtet werden?
Es zeigte sich eine deutliche Zunahme der Teamfähigkeit, ein respektvollerer Umgangston, gesteigertes Selbstvertrauen und eine verbesserte Fähigkeit, Probleme eigenständig im Team zu lösen.
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- Ana Birk (Autor), 2016, Verbesserung der Teamkompetenz im Sportunterricht durch kooperative Lernmethoden am Beispiel Le Parkour, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379543