Um die CO2-Emissionen und somit die globale Erwärmung zu verringern, stellen eine Vielzahl von Stakeholdern erhöhte Ansprüche in Bezug auf die ökologische Verantwortung an die Logistikunternehmen. Die vereinbarten Zielsetzungen der Staaten sowohl die globale Erderwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius zu reduzieren als auch die Netto-Treibhausgasemissionen ab 2050 auf null zu senken, stellen die Logistikdienstleister vor neue Herausforderungen und erhöhen zusätzlich den Druck auf die Branche.
Aufgrund der vorherrschenden Klimaschutzdebatte entstand der Begriff „Grüne Logistik“ oder „Green Logistics“, welcher zur Kennzeichnung von nachhaltigen und umweltschonenden Transport- und Logistikkonzepten verwendet wird. Einige Wirtschaftsbranchen hatten sich im Rahmen dieser Diskussion zur Reduzierung von Treibhausgasen verpflichtet.
Daher wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen, durch welche Ansatzpunkte in den verschiedenen Handlungsfeldern der grünen Logistik für die Unternehmen der Logistikbranche Kosten- und Wettbewerbsvorteile erbracht werden können. Um die Gründe für das Entstehen grüner Logistik abgrenzen zu können, wird zuerst eine Stakeholderanalyse durchgeführt und der Begriff der grünen Logistik in das Gesamtkonzept der Logistik eingeordnet. Daraufhin werden die verschiedenen Handlungsfelder in denen grüne Logistik umgesetzt werden kann herausgearbeitet. Im Anschluss werden drei Hypothesen zum Thema Handlungsfelder in der grünen Logistik aufgestellt und durch eine qualitative Inhaltsanalyse überprüft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Literaturanalyse
2.1 Begriffsabgrenzung
2.2 Entwicklungsphasen der grünen Logistik
2.3 Anspruchsgruppen
3 Hypothesen
4 Methode
5 Ergebnisse und Diskussion
5.1 Hypothese 1
5.2 Hypothese 2
5.3 Hypothese 3
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Unternehmen der Logistikbranche durch spezifische Handlungsfelder der grünen Logistik Kosten- und Wettbewerbsvorteile realisieren können, um gleichzeitig ökologischen Anforderungen gerecht zu werden.
- Analyse der Treiber für die Einführung grüner Logistik (Stakeholderanalyse)
- Untersuchung des Handlungsfeldes Transport & Fuhrpark
- Evaluierung des Handlungsfeldes Immobilie & Lagerhausmanagement
- Betrachtung von Verpackungseffizienz als Wettbewerbsfaktor
- Qualitative Inhaltsanalyse zur Überprüfung von Hypothesen
Auszug aus dem Buch
5.1 Hypothese 1
Die Hauptaufgaben des Transportmanagements umfassen die Transport- und Tourenplanung, wozu der Bereich Aufbau von Transportnetzwerken, der Einsatz von unterschiedlichen Transportmitteln, die Bildung von Transportketten, die Ermittlung der günstigsten Transportwege sowie die Stauraumoptimierung zählt. Die häufigsten Güterverkehrssysteme, deren Transportmittel von Logistikunternehmen genutzt werden, sind der Straßengüterverkehr, der Schienengüterverkehr, der Luftfrachtverkehr sowie der Seeverkehr. Die jeweiligen Transportmittel werden unterschiedlich häufig genutzt. Nach einer Studie des statistischen Bundesamtes von 2017 wurden 62% der Beförderungsleistung in Deutschland durch den Straßengüterverkehr erbracht. 23% fielen dabei auf den Eisenbahnverkehr, gefolgt von der Binnenschifffahrt mit 10%. Daher wird das Hauptaugenmerk der Maßnahmenanalyse in diesem Bereich überwiegend auf den Straßenverkehr und Fuhrpark gelegt.
Der Fokus der grünen Logistik im Sektor Transport liegt auf dem Kraftstoffverbrauch sowie den Schadstoff- und Treibhausgasemissionen. Aufgrund vorangegangener qualitativer Inhaltsanalyse kristallisieren sich drei Maßnahmenbereiche im Sektor Transport und Fuhrpark heraus, durch welche Wettbewerbs- und Kostenvorteile für Logistikunternehmen erbracht werden können. Dabei liegen die Schwerpunkte einerseits auf der Vermeidung und der Verringerung von Transporten und andererseits auf der Verminderung der Transportschädlichkeit. Die vollständige Auswertung der Analyse befindet sich im Anhang 1.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in den Megatrend der Globalisierung ein und beschreibt, wie die resultierende Zunahme des Güterverkehrs sowie ökologische Anforderungen die Notwendigkeit für das Konzept der "Grünen Logistik" begründen.
2 Literaturanalyse: Dieses Kapitel definiert den Begriff "Grüne Logistik", skizziert deren historische Entwicklungsphasen und analysiert die verschiedenen Stakeholder, die Druck auf Logistikunternehmen ausüben, um nachhaltiges Handeln zu fordern.
3 Hypothesen: Hier werden auf Basis der Literatur drei zentrale Hypothesen für die Handlungsfelder Transport, Immobilie und Verpackung abgeleitet, um deren Potenzial für Kosten- und Wettbewerbsvorteile zu prüfen.
4 Methode: Das Kapitel beschreibt die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring als methodischen Ansatz, um wissenschaftliche Texte zu kategorisieren und zu systematisieren.
5 Ergebnisse und Diskussion: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der Inhaltsanalyse und evaluiert, wie Maßnahmen in den Bereichen Transport, Lagerhaltung und Verpackungseffizienz zur Steigerung der Ökoeffizienz beitragen.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass grüne Logistik in allen untersuchten Handlungsfeldern signifikante Möglichkeiten bietet, um Wettbewerbs- und Kostenvorteile zu erzielen und gleichzeitig die Umweltbelastung zu reduzieren.
Schlüsselwörter
Grüne Logistik, Green Logistics, Logistikdienstleister, Nachhaltigkeit, CO2-Emissionen, Transportmanagement, Lagerhausmanagement, Verpackungseffizienz, Kostenvorteile, Wettbewerbsvorteile, Stakeholderanalyse, Ökoeffizienz, qualitative Inhaltsanalyse, Klimaschutz, Umweltschutz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Logistikunternehmen durch Maßnahmen im Sinne der "Grünen Logistik" nicht nur ökologische Verantwortung wahrnehmen, sondern gleichzeitig Kosten- und Wettbewerbsvorteile erzielen können.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die zentralen Handlungsfelder sind der Bereich Transport und Fuhrpark, das Lagerhausmanagement (Immobilien) sowie die Verpackungseffizienz.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Ansatzpunkte innerhalb der drei genannten Handlungsfelder zu identifizieren, durch die Unternehmen der Logistikbranche ökonomische Vorteile durch ökologisches Handeln generieren können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Autorin verwendet eine qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, um verschiedene wissenschaftliche Texte systematisch auszuwerten und Hypothesen zu überprüfen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der drei Hypothesen zu Transport, Immobilien und Verpackung, wobei konkrete Maßnahmen wie Routenoptimierung, Energieeffizienz in Lagern oder Mehrwegsysteme diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Grüne Logistik, Ökoeffizienz, Kostenvorteile, Transportmanagement und Stakeholderanalyse.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei der Umsetzung grüner Logistik?
Die Arbeit betont, dass die zunehmende Digitalisierung und neue Softwarelösungen eine Grundvoraussetzung sind, um logistische Prozesse effizienter zu gestalten und so den Ressourcenverbrauch zu senken.
Warum ist das Lagerhausmanagement ein kritisches Feld für grüne Logistik?
Immobilien verursachen hohe Kosten in der Bewirtschaftungsphase. Durch Maßnahmen wie Photovoltaik, LED-Beleuchtung und verbesserte Wärmedämmung lassen sich hier sowohl Emissionen als auch Energiekosten signifikant reduzieren.
Welche Bedeutung haben Transportverpackungen für Logistikdienstleister?
Neben dem Schutz der Güter bieten Transportverpackungen durch Vermeidung, Wiederverwendung und Wiederverwertung direkte Ansatzpunkte für Kosteneinsparungen durch Materialreduktion und die Einhaltung von Compliance-Anforderungen.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Stakeholder?
Stakeholder wie Staat, Kunden, Mitarbeiter und Gesellschaft fungieren als wesentliche Treiber. Durch ihren wachsenden Fokus auf Nachhaltigkeit erhöhen sie den Druck auf Logistikunternehmen, grüne Strategien zur Imageverbesserung und Wettbewerbsdifferenzierung einzuführen.
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- Iris Reichelt (Author), 2017, Handlungsfelder der grünen Logistik. Kosten- und Wettbewerbsvorteile für die Unternehmen der Logistikbranche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379658