Diese Fallstudie beschäftigt sich mit der Grundthematik einer präklinischen Patientenversorgung. In Anlehnung an zertifizierte Kursformate (z.B. AMLS, PHTLS, AHA) werden die elementaren Akronyme aus dem Primary und Secondary Assessment betrachtet.
Diese Arbeit soll einen Überblick darüber verschaffen, welche Faktoren wichtig sind, um eine strukturierte und prioritätenorientierte präklinische Patientenversorgung sicherzustellen. Jeder Patient, der den Rettungsdienst benötigt, hat ein Anrecht auf eine adäquate präklinische Patientenversorgung. Daher ist es wertvoll sich in jedem Dienst persönlich, im Team und im Einsatz mit den wichtigsten Elementen einer strukturierten und prioritätenorientierten Patientenversorgung auseinanderzusetzen. Jeder Patient und Einsatz erfordert eine neue Herausforderung an den Helfer, doch sollte die Herangehensweise immer gleich sein.
Inhaltsverzeichnis der Fallstudie
1.0 Einleitung
1.1 Einsatzmeldung
1.2. Motivation zur Themenauswahl
1.3 Fragenstellung
1.4 Ziel dieser Fallstudie
1.5 Abgrenzung
2.0 Analyse
2.1 Grundlagen in der Patientenversorgung
2.1.1 Fachliche Kompetenz
2.1.2 Personale Kompetenz
2.1.3 Soziale Kompetenz
2.1.4 Methoden Kompetenz
2.1.5 Kommunikation
2.2 Elementarsinne - Sinnesorgane
2.2.1 Sehsinn - Inspektion
2.2.2 Hörsinn – akustische Informationsgewinnung
2.2.3 Fühl- oder Tastsinn - Palpation
2.2.4 Kombination aus Hörsinn und Fühl- oder Tastsinn – Information durch Perkussion
2.2.5 Riech- und Geschmackssinn
3.0 Grundlagen – Akronyme in Assessments
3.1 Akronyme
3.1.1 Szenerie, Safety, Situation
3.2 General Impression / First Look
3.3 Primary oder Initial Assessment (Erstuntersuchung)
3.3.1 Airway (Atemwege) und Stabilisierung der Halswirbelsäule (HWS)
3.3.2 Belüftung (Breathing)
3.3.3 Kreislauf sowie Blutungskontrolle (Circulation)
3.3.4 Neurologische Defizite (Disability)
3.3.5 Entkleiden, Untersuchen, Wärmeerhalt (Exposure/Environment)
3.4. Zweituntersuchung (Secondary Assessment)
3.4.1 SAMPLER – Anamnese
Symptome
Allergien
Medikation
Patientenhistorie
Letzte Mahlzeit / Letzte Ausscheidung
Ereignis
Risikofaktoren
3.4.2 OPQRST – Anamnese
Onset (Beginn und Ursprung)
Palliation/Provocation (Linderung und Verschlecherung)
Quality (Qualität der Schmerzen oder Beschwerden)
Region/Radiation
Severity (Intensität von Schmerzen und Beschwerden)
Time (zeitlicher Verlauf)
4.0 Ergebnisse einer Onlineumfrage
5.0 Fazit
5.1 Konsequenzen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Bedeutung strukturierter und prioritätenorientierter Handlungsschemata in der präklinischen Patientenversorgung zu analysieren, um das eigene strukturierte Handeln zu stärken und Behandlungsfehler durch eine gemeinsame Fachsprache zu minimieren.
- Grundlagen und Definitionen von Kompetenzbereichen in der Patientenversorgung
- Einsatz und Bedeutung der verschiedenen Sinnesorgane bei der Diagnostik
- Detaillierte Analyse und Anwendung der Akronyme SSS, ABCDE, SAMPLER und OPQRST
- Evaluation des Bekanntheitsgrades und der täglichen Anwendung dieser Schemata im Rettungsdienst
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Airway (Atemwege) und Stabilisierung der Halswirbelsäule (HWS)
Grundsätzlich müssen die Atemwege des Patienten offen und frei sein. Bei einer vorhandenen Verlegung z.B. durch Blut, Fremdkörper oder Erbrochenes, müssen diese mit Hilfsmitteln (z.B. Magilzange oder Absaugeinheit) oder manuell freigemacht werden. Gefahren einer möglichen Verlegung müssen ebenfalls ausgeschlossen werden. Atemwegsobstruktion führen zu einer Hypoxie und dem Risiko lebensbedrohlicher Zustände. Auffallende Atemgeräusche wie z.B. ein Gurgeln oder Schnarchen geben den Hinweis auf Flüssigkeiten in den Atemwegen bzw. auf eine teilweise bestehende Atemwegsverlegung (Dönitz, Flake, 2015: S. 489). Sind die Atemwege durch ein zurückfallen der Zunge verlegt (bewusstloser Patient), dann muss eine HWS-Verletzung ausgeschlossen werden, bevor der Kopf rekliniert (überstreckt) werden kann. Kann eine HWS Verletzung nicht ausgeschlossen werden, sind manuelle Methoden wie z.B. der Esmarsch-Handgriff anzuwenden. Eine Stabilisierung der HWS ist dann während allen Maßnahmen zur Atemwegssicherung oder Beatmung zu gewährleisten und unnötige Bewegungen sind zu vermeiden (NAEMT 2011: S. 107). Für ein erweiteres Airwaymanagement kommen Hilfsmittel wie Pharyngealtuben (Guedel- oder Wendl-Tuben) oder supraglottische Atemwegshilfen (Larynx-Tubus oder Larynxmaske) zum Einsatz. Guedel-Tuben sind nur bei tief bewusstlosen Patienten anzuwenden, da bei bestehenden Schutzreflexen ein Würge- und Brechreiz sowie die Gefahr eines Laryngospasmus besteht (NAEMT, 2011: S. 139). Wendl-Tuben werden von Patienten besser toleriert, können jedoch auch Erbrechen und einen Laryngospasmus auslösen. Bei Gesichtstraumen besteht durch eine Fraktur der Siebbeinplatte die Gefahr, dass der Wendl-Tubus in die Schädelhöhle eindringen könnte (AHA, 2011: S 45).
Zusammenfassung der Kapitel
1.0 Einleitung: Beschreibt eine konkrete Fallstudie über einen eingeklemmten Patienten, um die Notwendigkeit von strukturiertem Einsatzmanagement und Kommunikation zu motivieren.
2.0 Analyse: Erläutert die notwendigen Kompetenzdimensionen des Helfers sowie die physiologischen Grundlagen der Sinneswahrnehmungen zur Informationsgewinnung bei der Patientenversorgung.
3.0 Grundlagen – Akronyme in Assessments: Detailreiche Erläuterung der gängigen medizinischen Algorithmen wie SSS, ABCDE, SAMPLER und OPQRST als strukturierte Hilfsmittel zur Patientenuntersuchung.
4.0 Ergebnisse einer Onlineumfrage: Präsentation einer statistischen Auswertung zum Bekanntheitsgrad und zur tatsächlichen Anwendung der vorgestellten Akronyme unter Fachpersonal.
5.0 Fazit: Reflektion über die Bedeutung von Schemata zur Stressreduktion und zur Gewährleistung einer professionellen Patientenversorgung durch eine einheitliche fachliche Herangehensweise.
Schlüsselwörter
Patientenversorgung, Rettungsdienst, ABCDE-Schema, SAMPLER, OPQRST, Erstuntersuchung, Anamnese, Strukturierung, Notfallmedizin, Handlungskompetenz, Klinische Bewertung, Prioritätenorientierung, Diagnostik, Algorithmen, Präklinik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallstudie primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von strukturierten Untersuchungsschemata und Akronymen in der präklinischen Notfallversorgung.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die fachlichen Anforderungen an Rettungspersonal, der Einsatz von Sinneswahrnehmungen in der Diagnostik und die Implementierung standardisierter Behandlungsalgorithmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Wichtigkeit eines strukturierten und prioritätenorientierten Handelns zu verdeutlichen, um die Versorgungsqualität zu sichern und Fehler durch einheitliche Vorgehensweisen zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Neben einer theoretischen Aufarbeitung der Fachliteratur führt der Autor eine quantitative Online-Umfrage unter 520 Fachkräften in verschiedenen Ländern durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Kompetenzen sowie eine detaillierte Erläuterung der Akronyme SSS, ABCDE, SAMPLER und OPQRST, inklusive ihrer Anwendung in der Praxis.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Patientenversorgung, Strukturierung, Algorithmen, Erstuntersuchung und Notfallmedizin geprägt.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Befunden und Symptomen in der Anamnese so wichtig?
Die Unterscheidung ist für die Erstellung einer korrekten Arbeitsdiagnose essenziell: Während Befunde objektive, vom Helfer erhobene Daten sind, stellen Symptome das subjektive Empfinden des Patienten dar.
Welche Rolle spielt die Kommunikation in dieser Arbeit?
Kommunikation wird nicht nur als Grundlage für eine vertrauensvolle Patientenbeziehung gesehen, sondern als wesentliches Element, um innerhalb des Rettungsteams einen strukturierten Einsatzverlauf zu gewährleisten.
- Citation du texte
- Achim Thamm (Auteur), 2016, Strukturierte und prioritätenorientierte Patientenversorgung. Akronyme in der präklinischen Notfallmedizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379671