Um ein Bild der Sicherheitslage Israels entstehen zu lassen, wird sowohl Israels geopolitische Situation im Nahen Osten als auch der grobe kriegsgeschichtliche Kontext betrachtet. Denn sowohl die territorialen Größenverhältnisse als auch die Tatsache, dass die arabischen Staaten trotz vorangegangener Niederlagen, wiederholt nicht davor zurückschreckten, kriegerische Auseinandersetzungen zu provozieren, tragen dazu bei, Israels Streben nach der Option auf die ultima ratio zu erklären. Für diese Arbeit sind nur die geschichtlichen Entwicklungen bis Ende der Siebziger Jahre von Relevanz.
Inhaltsverzeichnis
- 1. EINLEITUNG
- 2. DIE SICHERHEITSLAGE ISRAELS
- 2.1. Israels geopolitische Situation im Nahen Osten
- 2.2. Der kriegsgeschichtliche Kontext Israels
- 2.2.1. Unabhängigkeitskrieg
- 2.2.2. Suez-Konflikt
- 2.2.3. Sechs-Tage-Krieg
- 2.2.4. Yom Kippur-Krieg
- 3. DIE THEORETISCHEN GRUNDGEDANKEN DES NEOREALISMUS NACH WALTZ
- 3.1. Struktur & Akteure
- 3.2. Prinzip der Selbsthilfe
- 3.3. Balance of Power
- 4. ISRAELS ATOMMACHTSTREBEN ALS NEOREALISTISCHE NOTWENDIGKEIT
- 4.1. Konkretisierung
- 4.2. Konsequenz
- 5. SCHLUSS
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht Israels Atommachtstreben im Kontext des Neorealismus. Das Ziel ist es, zu zeigen, dass Israels Streben nach Atomwaffen eine notwendige Konsequenz seiner unsicheren Sicherheitslage ist, die durch die neorealistische Theorie erklärt werden kann.
- Israels geopolitische Situation im Nahen Osten
- Der kriegsgeschichtliche Kontext Israels
- Die neorealistische Theorie nach Kenneth Waltz
- Das Prinzip der Selbsthilfe und die Balance of Power
- Israels Atommachtstreben als strategisches Mittel zur Sicherung der nationalen Sicherheit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt den Kontext von Israels Atomwaffenprogramm vor und beleuchtet die Debatte über Israels Atommacht. Das zweite Kapitel beleuchtet Israels Sicherheitslage, die sich durch seine geopolitische Situation im Nahen Osten und den kriegsgeschichtlichen Kontext charakterisiert. Das dritte Kapitel stellt die theoretischen Grundgedanken des Neorealismus nach Kenneth Waltz vor, insbesondere die Prinzipien der Selbsthilfe und der Balance of Power. Kapitel 4 untersucht Israels Atommachtstreben im Lichte der neorealistischen Theorie und argumentiert, dass Israels Bemühungen, Atomwaffen zu entwickeln, als eine neorealistisch notwendige Konsequenz seiner Sicherheitslage interpretiert werden können.
Schlüsselwörter
Israel, Atomwaffen, Neorealismus, Sicherheitslage, Naher Osten, Krieg, Selbsthilfe, Machtgleichgewicht, Waltz, Abschreckung, strategische Tiefe
Häufig gestellte Fragen
Warum wird Israels Streben nach Atomwaffen als „neorealistische Notwendigkeit“ bezeichnet?
Nach der Theorie von Kenneth Waltz zwingt das anarchische internationale System Staaten zur Selbsthilfe. Für Israel ist die nukleare Option aufgrund der prekären Sicherheitslage ein Mittel zum Überleben.
Welche Kriege prägten Israels Sicherheitsverständnis bis 1979?
Zentral sind der Unabhängigkeitskrieg, der Suez-Konflikt, der Sechs-Tage-Krieg und der Yom-Kippur-Krieg.
Was bedeutet das Prinzip der „Selbsthilfe“ im Neorealismus?
Da es keine übergeordnete Weltregierung gibt, müssen Staaten ihre Sicherheit selbst garantieren, was oft zu einem Wettrüsten oder dem Streben nach Abschreckung führt.
Welche Rolle spielt die „Balance of Power“ für Israel?
Israel versucht durch nukleare Abschreckung ein Machtgleichgewicht gegenüber den zahlenmäßig überlegenen arabischen Staaten herzustellen.
Inwiefern beeinflusst die Geopolitik Israels Atommachtstreben?
Die geringe territoriale Größe und die feindselige Umgebung machen Israel verwundbar, weshalb die „Ultima Ratio“ (Atomwaffe) als strategische Notwendigkeit gesehen wird.
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- Tilman Scheipers (Author), 2004, Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37973