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Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit

Titel: Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit

Hausarbeit , 2004 , 15 Seiten , Note: 2,5

Autor:in: Tilman Scheipers (Autor:in)

Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Um ein Bild der Sicherheitslage Israels entstehen zu lassen, wird sowohl Israels geopolitische Situation im Nahen Osten als auch der grobe kriegsgeschichtliche Kontext betrachtet. Denn sowohl die territorialen Größenverhältnisse als auch die Tatsache, dass die arabischen Staaten trotz vorangegangener Niederlagen, wiederholt nicht davor zurückschreckten, kriegerische Auseinandersetzungen zu provozieren, tragen dazu bei, Israels Streben nach der Option auf die ultima ratio zu erklären. Für diese Arbeit sind nur die geschichtlichen Entwicklungen bis Ende der Siebziger Jahre von Relevanz.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Sicherheitslage Israels

2.1. Israels geopolitische Situation im Nahen Osten

2.2. Der kriegsgeschichtliche Kontext Israels

2.2.1. Unabhängigkeitskrieg

2.2.2. Suez-Konflikt

2.2.3. Sechs-Tage-Krieg

2.2.4. Yom-Kippur-Krieg

3. Die theoretischen Grundgedanken des Neorealismus nach Waltz

3.1. Struktur & Akteure

3.2. Prinzip der Selbsthilfe

3.3. Balance of Power

4. Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit

4.1. Konkretisierung

4.2. Konsequenz

5. Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Ziel dieser Arbeit ist es, das israelische Bestreben nach nuklearer Bewaffnung durch die theoretische Brille des Neorealismus nach Kenneth Waltz zu analysieren und als rationale, sicherheitspolitische Notwendigkeit in einem anarchischen internationalen System zu begründen.

  • Analyse der geopolitischen Sicherheitslage Israels im Nahen Osten.
  • Aufarbeitung des historischen Kontextes kriegerischer Auseinandersetzungen.
  • Erläuterung der Kernkonzepte des Neorealismus nach Waltz (Struktur, Selbsthilfe, Balance of Power).
  • Verknüpfung der Theorie mit dem israelischen Atommachtstreben als Abschreckungsstrategie.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Am 21. Mai diesen Jahres wurde Mordechai Vanunu aus dem israelischen Hochsicherheitsgefängnis bei Aschkelon entlassen, in dem er seit 18 Jahren einsaß. Er hatte von 1976 bis 1985 an Israels geheimem Programm für nukleare Waffen in den Labors bei Dimona mitgearbeitet und war mit detailliertesten Insiderinformationen 1986 an die Weltöffentlichkeit gegangen: Im Oktober 1986 erschien in der Sunday Times der Exklusiv-Bericht, nach welchem Israel bis zum damaligen Zeitpunkt ungefähr hundert Atombomben gebaut haben soll.

Auch hat Israel allem Anschein nach bereits im September 1979 in Kooperation mit Südafrika einen Atomtest im Südindischen Ozean durchgeführt: Ein amerikanischer Erdüberwachungssatellit hatte Lichtblitze aufgezeichnet, bei denen es sich nach Auswertungen des US-amerikanischen Militärgeheimdienstes DIA um Nuklearexplosionen handeln musste.

Trotz eindeutiger Anzeichen hat Israel bis zum heutigen Zeitpunkt die Existenz eines Nuklearwaffenprogramms weder bestätigt noch dementiert. Vielmehr wurde das 1983 von dem damaligen Ministerpräsidenten Yitzhak Shamir abgegebene Statement zur immer wieder verwandten Standartformel: Israel habe keine Atomwaffen, greife nicht auf den Einsatz solcher Waffen zurück und würde sie auch nicht als erste in der Region des Nahen Ostens einführen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Enthüllungen über Israels geheimes Atomprogramm und stellt die zentrale Forschungsfrage, inwieweit dieses Streben neorealistisch erklärbar ist.

2. Die Sicherheitslage Israels: Dieses Kapitel untersucht die prekäre geopolitische Situation und die kriegsgeschichtlichen Erfahrungen Israels, die den Druck zur Sicherheitsmaximierung verdeutlichen.

3. Die theoretischen Grundgedanken des Neorealismus nach Waltz: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Neorealismus, insbesondere das System der Anarchie, das Prinzip der Selbsthilfe und die Balance of Power, erläutert.

4. Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit: Dieses Kapitel führt die Theorie und die israelische Realität zusammen und zeigt auf, warum Kernwaffen als notwendiges Instrument der Abschreckung gesehen werden.

5. Schluss: Der Schluss reflektiert die Ergebnisse und wirft weiterführende Fragen zur moralischen und sicherheitspolitischen Dimension eines möglichen Einsatzes von Atomwaffen auf.

Schlüsselwörter

Neorealismus, Kenneth Waltz, Israel, Atomwaffen, Abschreckung, Sicherheitspolitik, Naher Osten, Internationale Beziehungen, Balance of Power, Selbsthilfe, Geopolitik, Nuklearprogramm, militärische Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die außen- und sicherheitspolitische Strategie Israels im Kontext seiner vermuteten nuklearen Bewaffnung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die israelische Sicherheitslage, die Geschichte der nahöstlichen Konflikte und die politikwissenschaftliche Theorie des Neorealismus.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist der Nachweis, dass das israelische Atommachtstreben eine neorealistisch notwendige Konsequenz aus der Sicherheitslage des Staates darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Fallstudie, die reale Ereignisse durch das theoretische Modell von Kenneth Waltz analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der israelischen Sicherheitslage, die theoretische Fundierung des Neorealismus und die abschließende Anwendung dieser Theorie auf das israelische Handeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Neorealismus, nukleare Abschreckung, Sicherheitsmaximierung und geopolitische Anarchie beschreiben.

Wie bewertet der Autor den Status des israelischen Atomprogramms?

Der Autor geht trotz offizieller israelischer Dementi von der Existenz nuklearer Waffen aus, da dies als realistische sicherheitspolitische Annahme für die Analyse fungiert.

Welche Rolle spielen die USA und Frankreich in der Analyse?

Sie werden als instabile Bündnispartner betrachtet, deren unzuverlässige Unterstützung Israel dazu zwang, in eigener Verantwortung für Sicherheit zu sorgen.

Warum wird der Begriff "ultima ratio" im Text verwendet?

Er beschreibt die Option der nuklearen Bewaffnung als das letzte Mittel, um in einem Umfeld ständiger Bedrohung das Überleben des Staates zu sichern.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
2,5
Autor
Tilman Scheipers (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V37973
ISBN (eBook)
9783638371742
ISBN (Buch)
9783640330331
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Israel Atommachtstreben Notwendigkeit Internationale Beziehungen Neorealismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tilman Scheipers (Autor:in), 2004, Israels Atommachtstreben als neorealistische Notwendigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37973
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Leseprobe aus  15  Seiten
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