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Welche Resultate hat der Wohlfahrtsstaat nach Niklas Luhmann für die moderne Gesellschaft?

Title: Welche Resultate hat der Wohlfahrtsstaat nach Niklas Luhmann für die moderne Gesellschaft?

Term Paper , 2005 , 24 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Silke Lachnit (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Der Wohlfahrtsstaat ist eine Erscheinung der modernen Gesellschaft, der sich in den hochindustriellen Zonen der Erde entwickelt hat. Seine Logik ist die Kompensation derjenigen Nachteile, die dem Einzelnen aufgrund einer bestimmten gesellschaftlichen Ordnung erwachsen sind und die er nicht selbst verschuldet hat (Luhmann 2000: 423). Mit dem Begriff der Kompensation muss die Kompetenz zum Kompensieren derartiger Nachteile verbunden sein. Wird diese Kompetenz vom politischen System angestrebt, propagiert und stetig universalisiert und von den Adressaten des politischen Systems als Anspruchsgrundlage anerkannt und daraufhin eingefordert, so wird aus einem einst angestrebten, sozialstaatlichem Gebilde, welches durch soziale Maßnahmen, gesellschaftliche Exklusion abbauen, beziehungsweise ihnen vorbeugen soll, vollkommen eigendynamisch ein wohlfahrtsstaatliches Gebilde, welches immer neue Differenzen zu Kompensieren versucht, dadurch nichts nicht-politisches kennt und sich daher selber, durch eigen geschaffene Realitäten, Taten und Absichten überfordert. (Luhmann 2000: 423). Die moderne Gesellschaft ist charakterisiert durch funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft in horizontal gleichwertige Subsysteme im Gegensatz zu vormodernen, stratifizierten Gesellschaftsformen. Damit einher gehen: Autopoiesis der Systeme, operative Geschlossenheit und kognitive Offenheit, kontingenzselektive und codegeführte Subsysteme, die jeweils spezielle Funktionen in der Gesellschaft haben und spezielle Leistungen für andere Subsysteme erbringen, funktionale Ausdifferenzierung bedeutet über dies hinaus Steigerung von Komplexität durch Komplexität, was mit dem Verzicht auf redundante Absicherung und übergreifender Rationalität einhergeht. Diese fundamentalen Annahmen setze ich in meiner Analyse ohne weitere spezifische Prüfung voraus und baue auf ihnen auf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Analyseeinheit 1

system- und gesellschaftstheoretische Vorbetrachtungen

Analyseeinheit 2

Politische Inklusion

Machtkreislauf des politischen Systems

Politik als selbstreferentielles System

Umweltbezug des politischen Systems

Analyseeinheit 3

Reflexion

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht die Ursachen, Spezifika und Resultate des Wohlfahrtsstaates nach Niklas Luhmann, um dessen Chancen, Risiken und Entwicklungstendenzen für die moderne Gesellschaft zu charakterisieren. Das zentrale Ziel ist es, den Wohlfahrtsstaat als theoretisches Konstrukt und seine Auswirkungen auf das politische System zu analysieren.

  • System- und gesellschaftstheoretische Grundlagen nach Luhmann
  • Die Rolle der politischen Inklusion im Wohlfahrtsstaat
  • Die Funktionsweise der Machtkreisläufe im politischen System
  • Selbstreferenz als zentrales Merkmal der modernen Politik
  • Das Spannungsfeld zwischen politischen Versprechen und systemischer Realität

Auszug aus dem Buch

Politik als selbstreferentielles System

Als selbstreferentiell kann ein System bezeichnet werden, welches eine ausschließliche Bezugnahme, also Beobachtung des Selbst auf sich selbst vollzieht, auf der Grundlage der Autopoiesis des Systems (Krause 1999: 178).

Ein solches System ermöglicht also die Elemente, aus denen es besteht, selbst und konstituiert sich über seine internen Operationen. Selbstreferenz ermöglicht Fremdreferenz und gesamtgesellschaftliche Inklusion (Luhmann 1981: 35). Umweltkontakte, also Fremdreferenz durch Externalisierung der Selbstreferenz, bleiben dabei für jedes System unerlässlich. Sie geben die Themen vor, die im System dann, anhand des eigenen Codes, gemäß der selbstreferentiellen Operationsweise, in eigene Operationen überführt werden (Luhmann 1998: 97).

Die Politik ordnet sich, in diesem Sinne, selbst semantischen Differentialen zu, um Selbst- und Fremdzuordnungen, auf die eine oder andere Weise, kommunikativ zu ermöglichen und zu vereinfachen (Luhmann 1981: 54). „Die Idee des Wohlfahrtsstaates als politisches Ziel ist das semantische Korrelat derartiger politischer Selbstreferenz“ (Luhmann 1981: 36). Die Politik kann von Wohlfahrt sprechen und sich selbst damit meinen. Sie setzt sich mithin selbst zur Produktion ihrer Möglichkeiten und Probleme voraus (Luhmann 1981: 37):

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Hausarbeit und die Zielsetzung der Analyse von Luhmanns Wohlfahrtsstaat.

Analyseeinheit 1: Darstellung der systemtheoretischen Vorbedingungen und der gesellschaftlichen Einordnung des politischen Systems.

Analyseeinheit 2: Untersuchung der spezifischen Merkmale des Wohlfahrtsstaates, insbesondere Inklusion, Macht, Selbstreferenz und Umweltbezug.

Analyseeinheit 3: Reflexion über die Möglichkeiten, die Luhmanns Theorie für ein restriktives und effektiveres Politikverständnis bietet.

Schlüsselwörter

Niklas Luhmann, Wohlfahrtsstaat, Systemtheorie, politische Inklusion, Machtkreislauf, Selbstreferenz, politische Kommunikation, moderne Gesellschaft, Funktionssysteme, Autopoiesis, strukturelle Kopplung, politische Verantwortung, Bürokratien, Gesellschaftstheorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wohlfahrtsstaat als theoretisches Konstrukt auf Basis der Systemtheorie von Niklas Luhmann und beleuchtet dessen Auswirkungen auf die moderne Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die systemtheoretische Einordnung von Politik, das Konzept der Inklusion, die Dynamik von Machtkreisläufen sowie die Problematik der Selbstreferenz politischer Systeme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Charakterisierung des Wohlfahrtsstaates nach Luhmann, um Chancen, Risiken und Entwicklungstendenzen innerhalb des politischen Systems darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Systemtheorie von Niklas Luhmann sowie auf einschlägige Fachliteratur (wie „Politik der Gesellschaft“), um eine hermeneutische Analyse der Strukturen vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Analyseeinheiten, die von den theoretischen Grundlagen über die konkreten Funktionsmerkmale des politischen Systems bis hin zur reflexiven Bewertung des Politikstils im Wohlfahrtsstaat reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wohlfahrtsstaat, Inklusion, Autopoiesis, Selbstreferenz und die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft.

Warum neigt das politische System zur Selbstüberschätzung?

Durch die Logik der Kompensation und den Anspruch auf gesamtgesellschaftliche Inklusion fühlt sich die Politik für alle Bereiche zuständig, was zu einer systemischen Überforderung führt.

Wie schlägt Luhmann vor, die Probleme des Wohlfahrtsstaates zu lösen?

Luhmann schlägt den Übergang zu einem „restriktiven Politikverständnis“ vor, bei dem das System die Grenzen seiner Möglichkeiten erkennt und sich durch wissenschaftliche Analyse zur Reflexion befähigt.

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Details

Title
Welche Resultate hat der Wohlfahrtsstaat nach Niklas Luhmann für die moderne Gesellschaft?
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Politikwissenschaft)
Grade
1,7
Author
Silke Lachnit (Author)
Publication Year
2005
Pages
24
Catalog Number
V37985
ISBN (eBook)
9783638371827
ISBN (Book)
9783638705431
Language
German
Tags
Welche Resultate Wohlfahrtsstaat Niklas Luhmann Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silke Lachnit (Author), 2005, Welche Resultate hat der Wohlfahrtsstaat nach Niklas Luhmann für die moderne Gesellschaft?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37985
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