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Der Weg zur Tugend ist der Weg zur Mitte - Die Mesotes-Lehre von Aristoteles

Título: Der Weg zur Tugend ist der Weg zur Mitte - Die Mesotes-Lehre von Aristoteles

Trabajo de Seminario , 2002 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Timm Rotter (Autor)

Política - Filosofía política e historia de las ideas
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Wonach streben die Menschen wirklich? Nach Geld, nach Gesundheit, nach beruflichem Erfolg? Das sind die Fragen, die sich Aristoteles zu Beginn der Nikomachischen Ethik stellt – auf der Suche nach dem höchsten Ziel, um dessen willen wir leben. „Wenn es aber ein Ziel des Handelns gibt, das wir um seiner selbst willen wollen und das andere um seinetwillen wollen, wenn wir also nicht alles um eines anderen willen erstreben, (...) dann ist es klar, dass jenes das Gute und das Beste ist.“1 Dieses Beste, erkennt Aristoteles, „dürfte in erster Linie die Glückseligkeit im Leben sein.“2 Da Aristoteles das Leben in die drei Bereiche des Lustlebens, des politischen Lebens und des betrachtenden (theoretischen) Lebens aufgeteilt hat, stellt sich die Frage, auf welchem Pfad die Glückseligkeit wartet. In seinen Augen kann es nur das theoretische Leben im Stile des Philosophen sein. Um wahrhaft glückselig zu werden, bedarf es der Tugendhaftigkeit (Arete). Die betrachtet Aristoteles als eine dem Menschen eigentümliche Fähigkeit. Der Tugendbegriff zielt auf die moralische Lebensgestaltung ab, in welcher es um das ganzheitliche Sein geht. Er „betrifft (...) einerseits seine personale Ganzheit als Einheit von Vernunft- und Sinneswesen und andererseits die Ganzheit des Lebensprozesses als (...) moralische Aufgabe. Es geht nicht nur darum, in Einzelhandlungen gut zu handeln, sondern selbst gut zu werden und ein gutes Leben zu führen.”3 1 Aristoteles: Nikomachische Ethik, München, 1972, S. 55. 2 Aristoteles, op.cit., S. 64. 3 Anzenbacher, Arno: Einführung in die Ethik, Düsseldorf, 1992, S. 138.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Tugendhaftigkeit als das höchste Ziel

2. Die doppelte Art der Tugend

2.1.Die platonische Herkunft der Tugendlehre

2.2. Die zwei Kategorien von Tugenden bei Aristoteles

2.3. Die ethischen Tugenden

2.4. Wie wird der Mensch tugendhaft?

2.5. Der Unterschied von Tugend und Kunst

3. Was ist Tugend?

4. Was für eine Eigenschaft ist die Tugend?

5. Die Qualität des Mittelmaßes

5.1. Der Unterschied von Mesotes und Mediocritas

5.2. Die Missinterpretation des Mestotesbegriffs

5.3. Die Dialektik der Ontologie und Axiologie

5.4. Die hierarchische Stellung von Ontologie und Axiologie

5.5. Die Relativität der Mesotes

5.6. Ausnahmen in der Mesoteslehre

6. Der rechte Weg zur Mitte

7. Die Mesotes-Kritik:

7.1. Der Aristoteles-Diskurs in der Geschichte

7.2. Ursula Wolf: „Über den Sinn der aristotelischen Mesoteslehre“

7.3. Das Ergon-Argument als Basis der Kritik

7.4. Hat der Mensch als Mensch ein Ergon?

7.5. Hexis contra Phronesis: Aristoteles’ logischer Kurzschluss

7.6. Freundschaft mit sich selbst als Weg zum guten Leben

7.7. Philia: Tugend ohne ursächliche Mesotes

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Aristoteles' Lehre der Mesotes (die Lehre von der Mitte) im Kontext der Nikomachischen Ethik und analysiert deren philosophische Tragweite sowie kritische Einwände. Das primäre Ziel ist es, den Tugendbegriff bei Aristoteles zu präzisieren, die Bedeutung des Mittelmaßes vom Missverständnis der bloßen Mittelmäßigkeit abzugrenzen und die philosophische Debatte um die Anwendung dieses Konzepts aufzuzeigen.

  • Struktur und Definition des aristotelischen Tugendbegriffs
  • Differenzierung zwischen ontologischer und axiologischer Ebene
  • Kritische Auseinandersetzung mit dem Ergon-Argument
  • Analyse des "goldenen Mittelweges" versus die Vorstellung der Akrotes (Spitze)
  • Die Rolle von Besonnenheit und Standhaftigkeit in der Lebensgestaltung

Auszug aus dem Buch

5.2. Die Missinterpretation des Mestotesbegriffs

Interessant ist, wie falsch die Mesoteslehre oft interpretiert worden ist – gerade im Bezug auf diesen umgangssprachlichen Ausdruck des „goldenen Mittelweges“. Der geht zurück auf ein Werk von Horaz, den neben Vergil größten römischen Dichter:

„Richtiger wirst du, Licinius, leben, wenn du weder auf die hohe See stets hinausdrängst, noch, während du vor Stürmen vorsichtig zurückschreckst, allzu sehr an die ungleiche Küste dich drängst. Wer das goldene Mittelmaß liebt, entbehrt sicher des Schutzes eines niedrigen Daches, entsagt nüchtern dem beneideten Palast. Öfter wird vom Wind geworfen die gewaltige Pinie und im schwerem Fall stürzen die hohen Türme und die höchsten Berge treffen die Blitze.“

Ohne die Qualität des Gedichtes zu kritisieren, ist es Kritikern des Mesotesbegriffes ein Dorn im Auge: „Was sich aus diesen Versen ausspricht, ist kaum mehr als eine laue, den Aufschwung zu höheren Werten hintanhaltende (sic!) Moral der Sicherheit und Gefahrlosigkeit.“ Ähnlich bekannt sind die Verse aus den Metamorphosen von Ovid: „Medio tutissimus ibis!“, in denen Daedalus seinen Sohn Ikarus auffordert, bei der Flucht von Kreta besagten „goldenen Mittelweg“ zu gehen. Was im Hinblick auf die Gefahren durch die Fluten der Ägäis und die Kraft der griechischen Sonne ein weiser Ratschlag war, lässt die aristotelische Ethik in einem falschen Bild erscheinen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Tugendhaftigkeit als das höchste Ziel: Das Kapitel stellt die Suche des Aristoteles nach dem höchsten Ziel des menschlichen Strebens dar, das er in der Glückseligkeit (Eudaimonia) und der Tugendhaftigkeit (Arete) verortet.

2. Die doppelte Art der Tugend: Hier werden die platonischen Einflüsse aufgegriffen und die aristotelische Aufteilung der Seele sowie die Unterscheidung zwischen dianoethischen und ethischen Tugenden erläutert.

3. Was ist Tugend?: Dieses Kapitel bestimmt durch ein Ausschlussverfahren der drei Seelenebenen – Leidenschaften, Fähigkeiten und Eigenschaften – den Charakter der Tugend als Eigenschaft.

4. Was für eine Eigenschaft ist die Tugend?: Es wird begründet, dass die Tugend ein Mittelmaß darstellt, da Übermaß und Mangel auf der Ebene der Leidenschaften und Fähigkeiten als schädlich identifiziert werden.

5. Die Qualität des Mittelmaßes: Dieser Abschnitt differenziert den Begriff der Mesotes von bloßer Mediocritas und untersucht die dialektischen sowie hierarchischen Verhältnisse von Ontologie und Axiologie.

6. Der rechte Weg zur Mitte: Das Kapitel thematisiert die praktische Schwierigkeit, das richtige Maß zu treffen, und den von Aristoteles empfohlenen indirekten Weg zur Tugend.

7. Die Mesotes-Kritik:: Hier werden verschiedene kritische Positionen zur Mesoteslehre analysiert, insbesondere durch Ursula Wolf und unter Berücksichtigung des Ergon-Arguments.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Nikomachische Ethik, Mesotes, Tugend, Mittelmaß, Arete, Eudaimonia, Ergon, Phronesis, Hexis, Ontologie, Axiologie, Moral, Lebensführung, Ursula Wolf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aristotelische Lehre der Mesotes (die Lehre von der Mitte) und deren theoretische Einbettung in die Nikomachische Ethik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Struktur des Tugendbegriffs, die Unterscheidung zwischen verschiedenen Tugendkategorien und die philosophische Rezeption sowie Kritik am Konzept des Mittelmaßes.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den aristotelischen Begriff des Mittelmaßes präzise zu definieren und gegen häufige Fehlinterpretationen als "goldenen Mittelweg" abzugrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine textanalytische Herangehensweise, bei der zentrale Begriffe aus dem Werk von Aristoteles direkt interpretiert und durch spätere philosophische Diskursbeiträge (z.B. von Ursula Wolf) hinterfragt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung der Tugend, die qualitative Analyse der Mitte (Mesotes versus Akrotes) und eine kritische Auseinandersetzung mit zentralen Thesen wie dem Ergon-Argument.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Aristoteles, Mesotes, Tugend, Eudaimonia, Mittelmaß, Ergon, Phronesis und Axiologie.

Was ist der Unterschied zwischen Mesotes und Akrotes bei Aristoteles?

Die Arbeit erklärt, dass die Mesotes die ontologische Wesensebene beschreibt, während Akrotes den qualitativen Gipfelpunkt oder die Wertbeschaffenheit der Tugend markiert.

Warum lehnt Ursula Wolf die Anwendung der Mesoteslehre auf den gesamten Tugendbegriff ab?

Wolf argumentiert, dass die Mesotes zwar für das Ziel des guten Lebens angemessen ist, jedoch bei der Struktur moralischer Tugenden im sozialen Miteinander begriffliche Grenzen findet.

Wie definiert Aristoteles das Ergon des Menschen?

Das Ergon bezeichnet die dem Menschen eigentümliche Aufgabe oder Funktion, welche Aristoteles in der vernunftgemäßen Tätigkeit der Seele auf dem Weg zur Glückseligkeit sieht.

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Detalles

Título
Der Weg zur Tugend ist der Weg zur Mitte - Die Mesotes-Lehre von Aristoteles
Universidad
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaften)
Curso
Einführung in die Politische Theorie
Calificación
1,0
Autor
Timm Rotter (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
18
No. de catálogo
V38009
ISBN (Ebook)
9783638372053
ISBN (Libro)
9783656821632
Idioma
Alemán
Etiqueta
Tugend Mitte Mesotes-Lehre Aristoteles Einführung Politische Theorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Timm Rotter (Autor), 2002, Der Weg zur Tugend ist der Weg zur Mitte - Die Mesotes-Lehre von Aristoteles, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38009
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