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Die Wahrnehmungstheorie Merleau-Pontys. Begriff und Kritik

Título: Die Wahrnehmungstheorie Merleau-Pontys. Begriff und Kritik

Trabajo Escrito , 2016 , 16 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Daniel Hödl (Autor)

Filosofía - Filosofía del siglo XX
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Merleau-Ponty, einer der bekanntesten französischen Philosophen des 20. Jahrhunderts, zählt vor allem in der Phänomenologie zu einem der wichtigsten Vertreter. In seinen Werken beschäftigt er sich natürlich vorwiegend mit der Wahrnehmung, wie man Gegenstände tatsächlich wahrnimmt und welche Rolle die Welt in der Wahrnehmung einnimmt. Auf seine Theorien, wie man wahrnimmt, baut er schließlich seine gesamte Phänomenologie auf.

So schreibt er unter anderem eine Kritik über die klassische Psychologie, welche eine Trennung von Körper und Geist vornimmt. Eine derartige Trennung will Merleau-Ponty jedoch nicht gutheißen, da er der Meinung ist, dass der Geist und der Leib so stark ineinander verwoben sind, dass eine Trennung unmöglich ist. Schließlich reagiert der Geist unter anderem stets auf Wahrnehmungen, welche man nur mit dem Körper, genauer gesagt mit dessen Sinnen, wahrnehmen kann. Merleau-Ponty stützt diese Theorie mit seiner These, dass der Körper, genauer gesagt der Leib, immer schon zur Welt gerichtet ist. Das heißt der Leib befindet sich seit seiner Geburt in und auf der Welt, er wird durch unendlich viele Eindrücke seiner Umwelt sein ganzes Leben hindurch beeinflusst.

Er lernt aus den Eindrücken und reagiert auf diese. Folglich heißt das nun, er nimmt die Eindrücke mit Hilfe seines Leibes auf, verarbeitet sie mit seinem Geist und reagiert aufgrund der Regungen in seinem Geist auf diese Eindrücke. Der Leib muss sogar darauf reagieren, denn solange man auf dieser Welt ist, so ist man auch zur Welt gerichtet, und ist somit mit dieser verknüpft. Man lebt in einem Verhältnis zu ihr. Einem Verhältnis, welchem man nicht entkommen kann, sofern man auf der Welt ist. Die Theorie der Phänomenologie soll schließlich eine wichtige Basis für die reine Erkenntnis darstellen, da die Phänomenologen der Meinung sind, wahre Erkenntnis könne man nur durch vorurteilslose Erforschung der Welt und seiner Phänomene im Ich selbst entdecken.

Mein Bestreben dieser Arbeit besteht nun darin, die Theorie der Wahrnehmung Merleau-Pontys näher zu erläutern und zu zeigen, worin die Wichtigkeit jener für die Phänomenologie besteht. Außerdem wird die Kritik an der klassischen Psychologie in dieser Arbeit ebenfalls eine wichtige Rolle einnehmen, um besser zu verstehen, welche Wechselwirkungen Merleau-Ponty zwischen Geist, Leib und Welt erkennt und um die Probleme besser aufzuzeigen, welche er sieht, wenn man damit beginnt, den Leib vom Geist zu trennen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.) DIE PHÄNOMENOLOGIE MERLEAU-PONTYS

2.) DIE WAHRNEHMUNG BEI MERLEAU-PONTY

2.1) DAS HEIMISCH-WERDEN

2.2) DER WEG ZUR IDEE

3.) DIE KRITIK DER PHÄNOMENOLOGIE AN DEN MODERNEN WISSENSCHAFTEN

3.1) DAS AUGE UND DER GEIST

3.2) DIE KRITIK AN DER KLASSISCHEN PSYCHOLOGIE

3.2.1) Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

3.2.2) Die Kritik an der Vormachtstellung der Intelligenz

3.2.3) Das Kino - Illustration des Zur-Welt-Seins

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Seminararbeit untersucht Merleau-Pontys Wahrnehmungstheorie und seine fundierte Kritik an der klassischen Psychologie, wobei die untrennbare Verbundenheit von Leib, Geist und Welt im Zentrum steht. Das primäre Ziel ist es, die phänomenologische Sichtweise auf das menschliche Wahrnehmungsvermögen zu verdeutlichen und aufzuzeigen, warum eine Trennung von Körper und Geist die Wirklichkeit der menschlichen Erfahrung verkennt.

  • Die Phänomenologie als Grundlage der Erkenntnistheorie bei Merleau-Ponty
  • Prozesse der Wahrnehmung: Vom "Heimisch-Werden" hin zur Bildung von Ideen
  • Die Verwobenheit von Leib, Geist und Umwelt im Kontext des "Zur-Welt-Seins"
  • Kritik an reduktionistischen wissenschaftlichen Modellen und der Vormachtstellung der Intelligenz
  • Das Kino als illustratives Beispiel für die ganzheitliche menschliche Erfahrung

Auszug aus dem Buch

3.2.1) Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Er beginnt mit einer Kritik am mosaikartigen Denken. Denn anstatt eines zusammengesetzten Mosaiks nimmt man Zusammenhänge wahr, das heißt man nimmt immer mehr wahr als das bloß Gesehene. Hier trifft Aristoteles' berühmtes Zitat wieder zu; das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Denn wahrgenommen wird nicht bloß das Gesehene, sondern vielmehr werden die unterschiedlichen Sinne miteinander verknüpft. So erläutert Merleau-Ponty diese Thematik anhand von Experimenten, welche gezeigt haben, dass Versuchspersonen verschiedenen Farben verschiedene Charakteristika zugeschrieben haben. Zum Beispiel wirkten manche Farben auf die Versuchspersonen warm, andere kalt und wieder andere sogar hart. Das zeigt bereits, dass unter Wahrnehmung keineswegs nur bloßes Sehen zu verstehen ist, sondern eine Bündelung aller Sinne und des Geistes.

"Meine Wahrnehmung ist [..] keine Summe von visuellen, taktilen, auditiven Gegebenheiten; ich nehme vielmehr auf eine ungeteilte Weise mit meinem ganzen Sein wahr, ich erfasse eine einzigartige Struktur des Dings, eine einzigartige Weise des Existierens, die alle meine Sinne auf einmal anspricht."

Das bedeutet, der Mensch nimmt mehr als das bloße Ding wahr. Aufgrund des Zur-Welt-Seins erfährt der Leib eine Art vollkommene Wahrnehmung. Beispielsweise genießt er die Aussicht eines Berges, er sieht weitere Berge, er sieht Täler und Flüsse. Doch er sieht nicht nur, sondern er nimmt die ganze Atmosphäre wahr. Er hört das Geschrei der Dohlen, welche über seinem Kopf ihre Kreise ziehen, er hört das Rauschen und Grollen der Flüsse und Bergbäche, welche sich rund um ihn ihre Wege zwischen den Bergen suchen. Außerdem riecht und schmeckt er förmlich den süßlichen Duft der Latschenkiefern, verspürt eine samtene Wärme der Sonnenstrahlen und einen leicht kühlen Wind in seinem Gesicht. Der Leib ist, um es kurz zu sagen, vollkommen in die Welt eingetaucht, er nimmt sie in vollen Zügen wahr und erfährt somit nicht nur das Gesehene, sondern er verspürt direkt das Zur-Welt-Sein, er ist Teil eines gewissen Gefühls - eines Gefühls, welches durch die Sinne zum Geist gelangt, der dieses schließlich offen legt und es für den Leib erfahrbar macht.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) DIE PHÄNOMENOLOGIE MERLEAU-PONTYS: Dieses Kapitel führt in die Grundzüge der Phänomenologie ein, wie sie von Husserl begründet und von Merleau-Ponty weiterentwickelt wurde, wobei der Fokus auf dem "Urgrund" der Wahrnehmung liegt.

2.) DIE WAHRNEHMUNG BEI MERLEAU-PONTY: Hier werden die Mechanismen der Wahrnehmung durch Konzepte wie das "Heimisch-Werden" und den Prozess der Objektivierung bis hin zur Entstehung von "Ideen" analysiert.

3.) DIE KRITIK DER PHÄNOMENOLOGIE AN DEN MODERNEN WISSENSCHAFTEN: Dieses Kapitel beleuchtet die philosophische Auseinandersetzung mit reduktionistischen wissenschaftlichen Ansätzen und der klassischen Psychologie.

3.1) DAS AUGE UND DER GEIST: Es wird die zentrale Bedeutung der sinnlichen Wahrnehmung als "Tor der Seele" und die Verwobenheit des Leibes mit der Welt diskutiert.

3.2) DIE KRITIK AN DER KLASSISCHEN PSYCHOLOGIE: Hier erfolgt eine gezielte Widerlegung der dualistischen Trennung von Körper und Geist durch die Einbeziehung der ganzheitlichen menschlichen Erfahrung.

3.2.1) Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Dieses Unterkapitel illustriert anhand von Wahrnehmungsbeispielen, dass die menschliche Erfahrung stets als ungeteilte Einheit statt als Summe isolierter Sinnesreize erfolgt.

3.2.2) Die Kritik an der Vormachtstellung der Intelligenz: Die Argumentation richtet sich gegen eine rein intellektualistische Sichtweise und betont die Primärität der unmittelbaren, körperlichen Empfindung.

3.2.3) Das Kino - Illustration des Zur-Welt-Seins: Abschließend dient das Kino als exemplarisches Medium, um die Verbundenheit von Geist, Körper und Welt sowie das Mitempfinden ohne Introspektion aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Merleau-Ponty, Phänomenologie, Wahrnehmung, Leib, Geist, Zur-Welt-Sein, klassische Psychologie, Objektivität, Heimisch-Werden, Idee, Empfindung, Introspektion, Ganzheitlichkeit, Philosophie, Sinne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wahrnehmungstheorie des Philosophen Maurice Merleau-Ponty und seiner kritischen Auseinandersetzung mit Ansätzen der klassischen Psychologie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die untrennbare Verbindung von Körper, Geist und Welt, die Kritik am wissenschaftlichen Reduktionismus sowie die Bedeutung der Phänomenologie für die Erkenntnistheorie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Merleau-Pontys Begriff der Wahrnehmung zu erläutern und aufzuzeigen, warum die in der klassischen Psychologie vorgenommene Trennung von Körper und Geist die menschliche Erfahrungswirklichkeit verfehlt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die phänomenologische Methode, die auf vorurteilslose Erforschung und Anschauung der Dinge setzt, um Erkenntnis aus der Wahrnehmung selbst zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Schritte der Wahrnehmung, die Kritik am mosaikartigen Denken, das Konzept des "Zur-Welt-Seins" und die Rolle des Kinos als Ausdruck ganzheitlicher Erfahrung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören Merleau-Ponty, Phänomenologie, Leib-Geist-Problem, Zur-Welt-Sein und Ganzheitlichkeit der Wahrnehmung.

Was bedeutet bei Merleau-Ponty das "Heimisch-Werden"?

Es bezeichnet den Prozess, bei dem der Betrachter durch das Fixieren eines Objekts dessen Perspektive einnimmt, wodurch eine tiefere Verbundenheit mit den Dingen und der Welt entsteht.

Warum kritisiert Merleau-Ponty die klassische Psychologie?

Er kritisiert, dass sie eine künstliche Trennung zwischen Körper und Geist vornimmt und durch wissenschaftliche Theorien die erlebte Welt "zurechtbiegt", anstatt die Phänomene so zu betrachten, wie sie wirklich sind.

Welche Rolle spielt das Kino in der Argumentation?

Das Kino illustriert, dass Menschen Gefühle und Verhalten anderer ohne Introspektion direkt über Gesten, Mimik und Handlungen wahrnehmen und so am "Zur-Welt-Sein" teilhaben können.

Final del extracto de 16 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Wahrnehmungstheorie Merleau-Pontys. Begriff und Kritik
Universidad
University of Vienna
Calificación
2
Autor
Daniel Hödl (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
16
No. de catálogo
V380299
ISBN (Ebook)
9783668568778
ISBN (Libro)
9783668568785
Idioma
Alemán
Etiqueta
wahrnehmungstheorie merleau-pontys begriff kritik phänomenologie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Hödl (Autor), 2016, Die Wahrnehmungstheorie Merleau-Pontys. Begriff und Kritik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380299
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