In der heutigen Zeit werden die Menschen tagtäglich mit Werbung konfrontiert. Mit Hilfe von Werbespots wollen die Werbetreibenden die Zielgruppen beeinflussen und ihre Interessen durchsetzen. Dies soll durch die Ansprache des Adressaten, und dadurch geschaffene Nähe erreicht werden. Dazu können Modalpartikeln (Mp) möglicherweise einen Beitrag leisten, da sie seit den 1960 er Jahren nicht mehr als bedeutungslose Füllwörter, sondern als wichtiges Mittel der Kommunikation, gelten. Aus diesem Grund befasst sich diese Arbeit mit der Wirkung von Mp in der Werbung und verfolgt die Fragestellung: Einfach- mal- eben- doch – Welche Wirkung beabsichtigt die Werbesprache mit dem Einsatz von Modalpartikeln? Dazu werden nicht nur die Modalpartikeln erläutert, sondern auch Ihre Wirkungsweise in der Werbung und was der Werbetreibende damit erreichen will.
Gliederung
1. Einleitung
2. Begrifflichkeit der Modalpartikeln
3. Modalpartikeln im System der Wortarten
4. Modalpartikeln und ihre Bedeutung
4.1 Modalpartikel doch
4.2 Modalpartikel einfach
4.3 Modalpartikel eben
4.4 Modalpartikel mal
5. Signal für konzeptionelle Mündlichkeit
6. Modalpartikeln in der Werbung
6.1 Doch in der Werbung und die Wirkungsabsicht
6.2 Einfach in der Werbung und die Wirkungsabsicht
6.3 Eben in der Werbung und die Wirkungsabsicht
6.4 Mal in der Werbung und die Wirkungsabsicht
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Wirkungsabsicht, die Werbetreibende durch den gezielten Einsatz von Modalpartikeln in Werbespots verfolgen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Partikeln "einfach", "mal", "eben" und "doch" eingesetzt werden, um die Zielgruppe zu beeinflussen, Nähe zu demonstrieren und Kaufentscheidungen zu steuern.
- Analyse der linguistischen Einordnung und Bedeutung von Modalpartikeln
- Untersuchung der konzeptionellen Mündlichkeit als Kommunikationsstrategie
- Analyse ausgewählter Werbeslogans und deren Wirkungsabsicht
- Vergleich der Überzeugungsmechanismen durch den Einsatz von Partikeln
Auszug aus dem Buch
6.4 Mal in der Werbung und die Wirkungsabsicht
Dieses Unterkapitel befasst sich mit dem Modalpartikel mal in der Werbung und prüft die Wirkungsabsicht anhand des Werbeslogans „Ruf doch mal an“ von der Telekom. Einigkeit besteht in der Linguistik über die abschwächende Funktion einer Aussage, infolge der Nutzung von mal. Aufforderungen erscheinen somit höflich und nicht wie ein Befehl, dem Adressaten wird darüber hinaus ein Spielraum für den Zeitpunkt der Ausführung eingeräumt. Durch mal wirkt die Aufforderung beiläufig und der Werber versucht so seine Herrschaftsverhältnisse, in Bezug zu dem Konsumenten, zu verbergen. Dem Adressaten wird das Gefühl vermittelt, der Aufforderung zu einem selbst bestimmten Zeitpunkt folgen zu können. Bezogen auf den Werbeslogan der Telekom, erhält der Adressat eine freundliche und höfliche Aufforderung, zu einem selbst bestimmten Zeitpunkt, anzurufen. Der Slogan wurde außerdem im Imperativ geschrieben, sodass der Eindruck erweckt wird, die geforderte Tätigkeit sei ganz leicht auszuführen.
Weiterhin ist die Partikelkombination von doch und mal zu beachten. In Bezug auf den Werbespot steht doch für eine Aufforderung, die bereits getätigte Handlung zu korrigieren und die gewünschte Tat auszuführen. Durch doch wird deutlich, dass der Adressat bislang nicht das gewünschte Verhalten des Werbenden ausgeführt hat. „Ruf doch an" wäre demnach die Aufforderung, einen Festnetzanschluss bei der Telekom einzurichten, sodass die Möglichkeit geschaffen wird, andere anzurufen. Dies würde aber unfreundlich wirken, insofern wird mit Hilfe von mal diese Forderung wieder abgeschwächt und erscheint beiläufig. Würde man jedoch auf doch verzichten, hätte die Aussage keinerlei Verbindlichkeit und der Adressat würde möglicherweise nicht darauf reagieren. Folglich wird doch in Verbindung mit mal verwendet, um den Adressaten aufzufordern, dies aber beiläufig klingen zu lassen, um das Verhältnis zu ihm nicht zu gefährden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Fundament der Untersuchung, definiert das Forschungsinteresse an Modalpartikeln in der Werbesprache und umreißt die methodische Vorgehensweise.
2. Begrifflichkeit der Modalpartikeln: Dieses Kapitel erläutert den linguistischen Begriff der Modalpartikeln und grenzt sie als Hilfswörter von anderen Partikelklassen ab.
3. Modalpartikeln im System der Wortarten: Hier wird die komplexe Herausforderung diskutiert, Modalpartikeln innerhalb des Wortartensystems zu klassifizieren und ihre Rolle als Funktionstypus zu beleuchten.
4. Modalpartikeln und ihre Bedeutung: Dieses Kapitel analysiert die Bedeutungsebenen von Modalpartikeln und erläutert spezifisch die Funktionen von "doch", "einfach", "eben" und "mal".
5. Signal für konzeptionelle Mündlichkeit: Die Untersuchung befasst sich mit der Zuordnung von Modalpartikeln zur konzeptionellen Mündlichkeit und deren Rolle als Merkmale der sprachlichen Nähe.
6. Modalpartikeln in der Werbung: Das Kernstück der Arbeit analysiert anhand konkreter Werbeslogans, wie Modalpartikeln als strategische Instrumente der Beeinflussung und Überredung eingesetzt werden.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und beantwortet die leitende Forschungsfrage bezüglich der Wirkungsabsicht von Modalpartikeln in der Werbung.
Schlüsselwörter
Modalpartikeln, Werbesprache, Wirkungsabsicht, Konzeptionelle Mündlichkeit, Sprache der Nähe, Beeinflussung, Sprachwissenschaft, Partikelforschung, Kommunikation, Überredung, Werbeslogans, Syntax, Semantik, Pragmatik, Sprachstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Funktionen Modalpartikeln in der deutschen Werbesprache übernehmen und wie sie eingesetzt werden, um die Zielgruppe gezielt zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die linguistische Definition von Modalpartikeln, ihre Einordnung als Wortart, die Theorie der konzeptionellen Mündlichkeit sowie die Analyse ihrer Überzeugungskraft in der Werbung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Wirkungsabsicht zu ergründen, die hinter dem Einsatz von Partikeln wie „einfach“, „mal“, „eben“ und „doch“ in Werbetexten steckt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der linguistischen Grundlagen sowie eine qualitative Analyse konkreter Werbespots und Slogans, um die Wirkungsabsicht der Partikel zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen zu den Partikeln und der konzeptionellen Mündlichkeit erläutert, gefolgt von einer detaillierten Analyse verschiedener Werbebeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Modalpartikeln, Werbesprache, Wirkungsabsicht und konzeptionelle Mündlichkeit charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Wirkung von „doch“ und „mal“ in Werbeslogans?
Während „doch“ den Adressaten meist zur Korrektur seines Verhaltens auffordert oder Vorwissen reaktiviert, dient „mal“ dazu, eine Aufforderung abzuschwächen und diese höflicher und beiläufiger wirken zu lassen.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Nähe“ und „Distanz“ eine Rolle?
Modalpartikeln fungieren als Signale für konzeptionelle Mündlichkeit und damit für sprachliche Nähe, was es Werbetreibenden ermöglicht, die Distanz zum Konsumenten abzubauen und das Produkt emotional näherzubringen.
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- Anonym (Author), 2016, Modalpartikeln in der Werbung. Welche Wirkung beabsichtigt die Werbesprache mit dem Einsatz von Modalpartikeln?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380370