Der Effekt von Tutorien im Bereich des Gesundheitswesens

Ist die Implementierung von Tutorien auch in der Berufsfachschule in der Notfallsanitäterausbildung möglich?


Bachelorarbeit, 2017

39 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Die Definition „Tutorium“
1.2. Wird das Tutorienlernen bereits im Gesundheitswesen umgesetzt?

2. Ziel der Arbeit

3. Methoden
3.1. Literaturrecherche Online Datenbanken
3.2. Literaturrecherche Badische Landesbibliothek
3.3. Kontaktaufnahme zu Gesundheits- und Krankenpflegeschulen in Karlsruhe

4. Ergebnisse
4.1. Unterscheidung von Tutorien und deren Rollenverständnis
4.2. Vorteile von Tutorien für Tutoren
4.3. Vorteile von Tutorien für neue Studierende
4.4. Vorteile von Tutorien für Lehrkräfte
4.5. BMBF-Projekt FUgE an der Hochschule in Esslingen

5. Diskussion
5.1. Konzept zur Implementierung und Integrierung des Tutorienlernens in der Notfallsanitäterausbildung

6. Zusammenfassung

7. Literaturverzeichnis

8. Abbildungsverzeichnis

9. Tabellenverzeichnis

10. Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Am 01.01.2014 ist das Notfallsanitätergesetz (NotSanG) und die entsprechende Ausbildungs- und Prüfungsordnung (NotSan-APrV) in Kraft getreten. Als neuer Gesundheitsfachberuf löst der Notfallsanitäter1 das bisherige Berufsbild des Rettungsassistenten ab. Es gibt einige besondere Veränderungen und Neuerungen, die nennenswert sind (Ohder, Volz, Schmidt, & al., 2014). Es erfolgt eine Verlängerung der Ausbildung von zwei auf drei Jahre, die Schüler sind ab nun bei einem Träger angestellt und erhalten ein Ausbildungsentgelt. Bisher war die Ausbildung zum Rettungsassistenten selbstzahlend in Lehrgangsform organisiert. Die pädagogische Qualifikation der Lehrkräfte muss mindestens auf Bachelor-Niveau sein. Es wird e-plizit eine outputorientierte Ausbildung in Lernfeldern und -situationen gefordert, die auf berufliche Handlungskompetenz mit den integrativen Bestandteilen Fach-, Sozial-, Personal- und Methodenkompetenz abzielt. In der beruflichen Ausübung seiner Tätigkeit werden Notfallsanitäter über ein deutlich höheres Maß an selbstständiger Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit verfügen - wie z. B. die Versorgung von Patienten unter Beachtung der Bedürfnisse und der Lebenssituation, der eigenverantwortlichen Durchführung von erweiterten und auch heilkundlichen Maßnahmen. Die Ausbildung zum Notfallsanitäter findet in einem Berufsbildungssystem an drei verschiedenen Lernorten statt: Rettungswache, Schule und Krankenhaus. Die Verantwortung liegt hierbei bei den Schulen (s. Abbildung 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Lernortvernetzung. Stundenverteilung über den gesamten Ausbildungszeitraum auf drei Lernorte verteilt. Lernort Rettungswache / Betrieb, Lernort Klinik und Lernort Schule in Anlehnung an Ohder, Volz, Schmidt, & et al. (2014)

Die Forderung des Notfallsanitätergesetzes, die Handlungskompetenz der Schüler zu entwickeln, erfordert künftig eine enge Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den einzelnen Ausbildungsorten. Die Qualität des Lernfeldkonzeptes ist in enger Verknüpfung mit der theoretischen und praktischen Verzahnung der dualen Ausbildung zu sehen und wird im Curriculum näher beschrieben. (Ohder, Volz, Schmidt, & al., 2014).

Die Ausbildung zum Notfallsanitäter soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand rettungsdienstlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse

™-fachliche,
™- personale,
- soziale und
- methodische

Kompetenzen zur eigenverantwortlichen Durchführung und teamorientierten Mitwirkung bei der notfallmedizinischen Versorgung und dem Transport von Patienten vermitteln. Dabei sind die unterschiedlichen situativen Einsatzbedingungen zu berücksichtigen. Die Ausbildung soll die Notfallsanitäter außerdem in die Lage versetzen, die Lebenssituation und die jeweilige Lebensphase der Erkrankten, Verletzten und sonstigen Beteiligten sowie deren Selbstständigkeit und Selbstbestimmung in ihr Handeln mit einzubeziehen An der Ausbildung von Notfallsanitätern sind eine Vielzahl von Lehrkräften, Pra-isanleitern sowie ärztliche und nicht-ärztliche Mentoren beteiligt. Diese kommen aus verschiedenen Bereichen und Organisationen. Um dieser Herausforderung Rechnung zu tragen, ist es unabdingbar einen Nachweis über das aktuelle Kompetenzniveau zu dokumentieren, was in den einzelnen Ausbildungsabschnitten erreicht wurde. Dieses Ausbildungsnachweis- und Pflichtenheft wird von den Schülern eigenverantwortlich über die dreijährige Berufsausbildung geführt. Das Nachweisheft muss in regelmäßigen Abständen von den Ausbildungsverantwortlichen (Pra-isanleitern und Pra-isbegleitern) zur Kontrolle und Durchsicht angefordert werden Um allen an der Ausbildung Beteiligten eine Übersicht zu verschaffen, wie die Zusammenarbeit der verschiedenen Ausbildungsbereiche / Lernorte formal geregelt ist, sei im Folgenden der vertragsrechtliche Aspekt aufgelistet:

- Die Schüler schließen einen Ausbildungsvertrag mit dem Ausbildungsträger ab.
- Der Ausbildungsträger entsendet die Schüler an eine staatlich anerkannte Rettungsdienstschule. Grundlagen über die Zusammenarbeit sind in einem Kooperationsvertrag geregelt.
- Die staatlich anerkannte Rettungsdienstschule schließt Ihrerseits Kooperationsverträge mit geeigneten Krankenhäusern ab.

Die anerkannte Rettungsdienstschule spielt hierbei eine zentrale Rolle. Die Gesamtverantwortung für die Organisation und Koordination des theoretischen und praktischen Unterrichts sowie der praktischen Ausbildung entsprechend dem Ausbildungsziel trägt die Schule. Die Schule unterstützt die praktische Ausbildung durch Pra-isbegleitungen2 Die für die Ausbildung verantwortliche Behörde wird durch die im betroffenen Bundesland zuständige Stelle benannt (Ohder, Volz, Schmidt, & al., 2014).

Mindestens 720 Stunden (s. Abbildung 1) der praktischen Ausbildung müssen an geeigneten Krankenhäusern stattfinden. Das Krankenhaus muss eine Pra-isanleitung sicherstellen. Die Inhalte der praktischen Ausbildung in geeigneten Krankenhäusern werden in der Anlage 3 der NotSan-AprV aufgeführt. Die Ausbildung der Schüler findet überwiegend in genehmigten Lehrrettungswachen des Ausbildungsträgers statt. Der Ausbildungsbetrieb stellt für die Zeit der praktischen Ausbildung die Pra-isanleitung durch geeignete Fachkräfte (Pra-isanleiter) sicher. Aufgabe der Pra-isanleitung ist es, die Schüler schrittweise an die eigenständige Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben heranzuführen und den Kontakt mit der Rettungsdienstschule zu halten.

Die Handlungskompetenz setzt sich nach der Kultusministerkonferenz in Berlin (2011) wie folgt zusammen:

- Fachkompetenz: „Bereitschaft und Fähigkeit, auf der Grundlage fachlichen Wissens und Könnens Aufgaben und Probleme zielorientiert, sachgerecht, methodengeleitet und selbstständig zu lösen und das Ergebnis zu beurteilen.“ (Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Berlin, 2011, S. 14)
- Personalkompetenz / Selbstkompetenz: „Bereitschaft und Fähigkeit, als individuelle Persönlichkeit die Entwicklungschancen, Anforderungen und Einschränkungen in Familie, Beruf und öffentlichem Leben zu klären, zu durchdenken und zu beurteilen, eigene Begabungen zu entfalten sowie Lebenspläne zu fassen und fortzuentwickeln. Sie umfasst Eigenschaften wie Selbstständigkeit, Kritikfähigkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit, Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein. Zu ihr gehören insbesondere auch die Entwicklung durchdachter Wertvorstellungen und die selbstbestimmte Bindung an Werte.“ (Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Berlin, 2011, S. 14)
- Methodenkompetenz: „Bereitschaft und Fähigkeit zu zielgerichtetem, planmäßigem Vorgehen bei der Bearbeitung von Aufgaben und Problemen (zum Beispiel bei der Planung der Arbeitsschritte).“ (Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Berlin, 2011,
- Sozialkompetenz: „Bereitschaft und Fähigkeit, soziale Beziehungen zu leben und zu gestalten, Zuwendungen und Spannungen zu erfassen und zu verstehen sowie sich mit anderen rational und verantwortungsbewusst auseinanderzusetzen und zu verständigen. Hierzu gehört insbesondere auch die Entwicklung sozialer Verantwortung und Solidarität.“ (Sekretariat der Kultusministerkonferenz, Berlin, 2011, S. 14).

Die Notfallsanitäterausbildung orientiert sich größtenteils an der Ausbildung der Gesundheits- und Krankenpflege und weist einige Besonderheiten im Vergleich zu anderen nicht-Gesundheitsfachberufen auf (Ohder, Volz, Schmidt, & al., 2014):

- Sie unterliegt im Gegensatz zu anderen Ausbildungsberufen nicht dem Berufsbildungsgesetz (BBiG)

- Für die Ausgestaltung der Ausbildung sind die Länder innerhalb des Rahmens des NotSanG und der NotSan-APrV verantwortlich

- Die Aufsicht über die Ausbildung liegt je nach Bundesland bei unterschiedlichen Behörden (z.B. Sozialministerium in Baden-Württemberg) und unterliegt nicht zwangsläufig der Schulaufsicht der Kultusministerien der Länder

In Berufsfachschulen der Notfallsanitäterausbildung in Baden-Württemberg werden die Lehr-/ Lernveranstaltungen nach modernsten Unterrichtsmethoden und mit neuesten Unterrichtskonzepten abgehalten. Im Rahmen des selbstorganisierten Lernens (SOL3 ) werden beispielsweise von den Schülern Lerntagebücher verfasst. Einmal wöchentlich findet eine Integrationsstunde statt, bei der keine Lehrkräfte anwesend sind. Diese Integrationsstunde dient zur selbstständigen Nachbereitung des Unterrichtsstoffes innerhalb der Kohorte, sowie zur Problemlösung nicht direkt den Unterricht betreffender Fälle. Während der Integrationsstunde finden zeitgleich Lernfeld- oder Klassenlehrerkonferenzen statt. Hier treffen sich wochenweise abwechselnd die Pra-isanleiter mit den Dozenten/Klassenlehrern, die im Lernfeld involviert sind. Es findet stets ein reger Kommunikationsaustausch statt, sodass alle an der Ausbildung Beteiligten gut informiert sind.

Die Schüler haben jederzeit die Möglichkeit im Lernort Schule unterschiedliche, ihnen frei zugängliche Räume, wie eine Bibliothek oder einen Aufenthaltsraum, aufzusuchen, wo ihnen Fachliteratur zur Verfügung gestellt wird. Zusätzlich haben die Schüler Tablets und Zugriff auf die schulinterne eLearning-Plattform mit personalisiertem online Zugang zur Weiterleitung auf eine elektronische Bibliothek, auf die sie jederzeit und von überall zugreifen können.

Bisher e-istieren außerhalb der Lehr-/ Lernveranstaltungen in der Berufsausbildung der Notfallsanitäter noch keine weiteren Bildungsangeboten.

1.1. Die Definition „Tutorium“

Ein Tutorium wird nach Viererbe (2010, S.61) wie folgt definiert: „Der Begriff Tutorium (engl. tutorial) kommt aus den USA. In den 70-er Jahren bezeichnete man die Form des betreuten Lernens als Tutorium (vgl. Huber 1972). Die Grundidee eines Tutoriums ist die Begleitung des Lernprozesses durch eine lehrende Person, genannt Tutor. Der Tutor steuert die Lernarbeit und unterstützt die Lernenden dabei. So eine Lernveranstaltung wird Tutorium genannt. Beim Tutorium im klassischen Bildungskonte-t handelt es sich um eine direkte Kommunikation zwischen den Tutoren und Lernenden zum Zweck der Vermittlung vom Lernstoff und/ oder fachbezogener Fertigkeiten. Darüber hinaus gibt es schriftliche Tutorien (engl. tutorials), es handelt sich dabei um eine schriftliche Anweisung oder Instruktion zu einem bestimmten Thema oder Vorgang. Susanne Göpferich beschreibt schriftliche Tutorien am Beispiel der naturwissenschaftlichen Te-te (1995). Sie definiert Tutorials als ‚Mensch/Technikinteraktionsorientierte Te-te‘, die in ihrer kommunikativen Funktion der Te-tsorte ‚Anleitung‘ ähnlich sind. […] Die primäre funktionale Bestimmung schriftlicher Tutorien liegt, laut Göpferich, in der Informationsvermittlung und (Er)Klärung.“

Im hochschulischen Konte-t findet man den Begriff des Tutoriums meist als Überbrückung des Einstiegs zum Studium (Nauerth, von der Heyden, Rechenbach, & al., 2012). Tutorien sind demnach Lerngruppen, bei denen Studierende höheren Semesters Studierende niedrigeren Semesters anleiten und diese in ihrem Lernprozess unterstützen (Görts, 2011). Auch Lehrkräfte oder Dozenten können die Aufgabe eines Tutors übernehmen, wobei deren die Funktion meist in der sozialen Tätigkeit in beratender und helfender Form übertragen wird (Knauf, 2013). Im ursprünglichen Sinn wurden Tutorien im Hochschulbereich ergänzend zu den Lehrveranstaltungen obligatorisch oder fakultativ angeboten, um eventuell entstehende Probleme zu minimieren (Blumschein, Eigler, Holtgrewe, & al., 2000).

Als Tutor-learning -Effekt wird nach Webb & Palincsar (1996) ein Wissenszuwachs bei Tutoren begründet, der durch das Erklären des Lehrstoffes und das Beantworten der von Studierenden gestellten Fragen eine Restrukturierung des Wissens im Gehirn veranlasst. (Roscoe & Chi, 2007) „Diese Restrukturierung führt dazu, dass die Tutoren ihre Wissenslücken identifizieren und überwinden. Damit wird bereits bestehendes Wissen tiefer verarbeitet und neues Wissen entsteht. Dieser Effekt, dass die Tutoren durch die Vermittlung der fachlichen Inhalte das eigene Verständnis vom Stoff reflektieren, den Stoff elaborieren und durch das Stellen und Beantworten von Fragen neues Wissen konstruieren.“ (Roscoe & Chi, 2007, S. 534 ff.)

Peer-Tutoring ist eine Art der Anleitung, in welchem Schüler oder Studierende von anderen Schülern oder Studierenden angelernt, bzw. unterrichtet werden. Der Grundgedanke des Peer-Tutoring s ist sehr einfach zu etablieren. Genau deshalb sollte das Tutorienlernen häufiger fest in den Institutionen integriert und implementiert werden als bisher üblich. Studien beweisen, dass Tutorien nicht nur das Lernen effizienter oder für die Lernpartner angenehmer machen, sondern dass es auch einen signifikanten Lernzuwachs bei den Tutoren gibt, die wie professionelle Lehrkräfte agieren. (Goodlad & Hirst, 1989) Das Abstimmen von traditioneller und fortschreitender Lehre bietet neue Möglichkeiten beides intellektuell strukturiert mit einer sozialen Komponente zum Vorteil aller zu verknüpfen. Es gibt den Schülern und Studierenden die Möglichkeit Verantwortung für einander zu übernehmen und sich somit besser auf den späteren beruflichen Alltag vorzubereiten. Es bietet den Lehrkräften mehr Fle-ibilität und entschleunigt den Berfusalltag durch die Mithilfe der Tutoren, auch kohortenübergreifend aktiv zu werden und Fähigkeiten zielgerichtet zu vermitteln. (Goodlad & Hirst, 1989)

1.2. Wird das Tutorienlernen bereits im Gesundheitswesen umgesetzt?

An einigen Gesundheits- und Krankenpflegeschulen - am Beispiel des St. Vincentius in Karlsruhe - ist das Tutorienlernen bereits fester Bestandteil im Rahmen des selbstgesteuerten Lernens bei der Methodik des POL eingesetzt (Fischer, 2004).

Auch das Projekt "interTUT" an der Charité in Berlin, gefördert vom Robert Bosch Institut, bei denen Lernende untereinander interprofessionelle Teamarbeit stärken wollen, beinhaltet das Konzept (Hölzer & Reichel, 2016).

Demnach stellt sich die Frage, wie effektiv sind Tutorien im Allgemeinen? Gibt es Vorteile für die Tutoren, für die Schüler / Studierenden oder für die Lehrkräfte und Institutionen? Warum gibt es solche Projekte noch nicht im Bereich der Notfallsanitäterausbildung? Ist die Implementierung von Tutorien auch in der Berufsfachschule in der Notfallsanitäterausbildung möglich?

2. Ziel der Arbeit

Diese Bachelorarbeit befasst sich mit dem Effekt von Tutorien im Bereich des Gesundheitswesens. Anhand einer systematischen Literaturrecherche soll anhand valider, evidenzbasierter Quellen gezeigt werden, dass die Implementierung und langfristige Umsetzung der Tutorien ein Vorteil aller am Projekt Beteiligten bietet. Es sollen Parallelen zur Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung aufgezeigt werden. Auch wenn diese Projekte noch überwiegend im hochschulischen oder universitären Bereich anzufinden sind, wäre es zu überlegen, das Tutorienlernen auch in der Berufsfachschule in der Notfallsanitäterausbildung zu implementieren. Im weiteren Verlauf sollen ebenso Probleme aufgezeigt werden, die möglicherweise im Vergleich zur Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung entstehen. Abschließend soll ein Konzept zur möglichen Umsetzung und langfristigen, flächendeckenden Implementierung von Tutorien im Bereich der Notfallsanitäterausbildung erstellt werden.

3. Methoden

3.1. Literaturrecherche Online Datenbanken

Ab Juni 2016 erfolgte eine Literaturrecherche im Bereich des Gesundheitswesens, in welchem das Tutorienlernen als fester Bestandteil in der Ausbildung integriert ist. Hierfür wurden zunächst systematisch ab dem 04. Juni bis zum 28. September 2016 online Datenbanken wir Pedocs und Google Scholar mit unterschiedlichen Keywords wie „Tutorium“, „Gesundheitsberufe und Tutorium“, sowie „Tutor, Hochschule, Qualifizierung und Didaktik“ durchsucht (s. Abbildung 2). In Pedcos erwies sich eine Literatur für das Finden weiterer Primärliteratur sinnvoll. Die Suche nach den Keywords „Gesundheitsberufe und Tutorium“ zeigte keine Treffer. In Google Scholar wiederum wurden mit der Filtereinstellung „ab 2012“ dennoch weit mehr als 1000 Treffer erzielt, was nach weiterem Clustern zwei interessante Artikel mit Verweisen zu 20 Primärliteraturen verschaffte. Die Keywords „Tutor, Hochschule, Qualifizierung und Didaktik“ seit 2010 zeigten auch über 2000 Treffer, wobei auf das BMBF4 -Projekt FUgE5 gestoßen und weitere 10 Primärliteraturen gefunden wurden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Flowchart der Literaturrecherche Online Datenbanken vom 04. Juni bis 28. September 2016 (eigene Quelle)

3.2. Literaturrecherche Badische Landesbibliothek

Außerdem erfolgte neben der Recherche in online Datenbanken eine Literaturrecherche an der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, die folgende Ergebnisse aufwies (s. Abbildung 3). Die Suche in der Bibliothek eigenen Datenbank mit dem Keyword „Tutorien“ lieferte 13 Treffer. Nach dem Clustern erwiesen sich 4 Literaturen als relevant, 9 wurden verworfen. Die Anzahl der daraus entnommenen Primärliteraturen betrug 4.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Flowchart zur systematischen Literaturrecherche an der Badischen Landesbibliothek in Karlsruhe im September 2016 (eigene Quelle)

3.3. Kontaktaufnahme zu Gesundheits- und Krankenpflegeschulen in Karlsruhe

Des Weiteren wurden am 04. Juni 2016 alle Gesundheits- und Krankenpflegeschulen in Karlsruhe via elektronischer Mail angeschrieben und erfragt, inwieweit dieses Konzept bereits fest in die Berufsausbildung der Gesundheits- und Krankenpflegerinnen integriert ist und ob es persönliche Erfahrungswerte hierzu gibt. Es wurden das Städtisches Klinikum in Karlsruhe, das Vinzentius-Krankenhaus in Karlsruhe, sowie das Diakonissen Krankenhaus in Karlsruhe-Rüppur über die jeweilige Schulleitung kontaktiert. Am 13. Juni 2016 antwortete das Sekretariat der Schulleitung der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung des Städtischen Klinikums in Karlsruhe, dass aufgrund mangelnder personeller Ressourcen keine Beantwortung zum Tutorienlernen in absehbarer Zeit erfolgen könne. Am 20. Juni 2016 erfolgte eine Antwort von einer Diplom-Pflegepädagogin des Vinzentius- Krankenhauses. Sie beschäftigte sich erst vor kurzem mit folglicher Thematik ausführlicher und teilte mit, dass solch ein Projekt seit mehreren Jahren fester Bestandteil der Ausbildung für Gesundheits- und Krankenpfleger in ihrer Einrichtung sei.

[...]

1 Zu Gunsten der einfacheren Lesbarkeit wird sowohl für die männliche wie die weibliche Form die männliche Form verwendet.

2 Siehe auch: §5 (3) NotSanG

3 Siehe hierfür auch „SOL Selbstorganisiertes Lernen, 2. Auflage“ von Herold & Landherr (2014)

4 BMBF = Bundesministerium für Bildung und Forschung

5 FUgE = Förderung der Uebergänge und des Erfolgs im Studium von pflegeberuflich Qualifizierten

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Der Effekt von Tutorien im Bereich des Gesundheitswesens
Untertitel
Ist die Implementierung von Tutorien auch in der Berufsfachschule in der Notfallsanitäterausbildung möglich?
Hochschule
Private Fachhochschule Döpfer
Note
2,7
Autor
Jahr
2017
Seiten
39
Katalognummer
V380434
ISBN (eBook)
9783668569164
ISBN (Buch)
9783668569171
Dateigröße
1225 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
effekt, tutorien, bereich, gesundheitswesens, implementierung, berufsfachschule, notfallsanitäterausbildung
Arbeit zitieren
Sarah Seiler (Autor), 2017, Der Effekt von Tutorien im Bereich des Gesundheitswesens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380434

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