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Das Pflegekind und seine psychosoziale Situation. Entwicklung und Verhalten des Pflegekindes in der Fremdunterbringung

Título: Das Pflegekind und seine psychosoziale Situation. Entwicklung und Verhalten des Pflegekindes in der Fremdunterbringung

Trabajo Escrito , 2017 , 32 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anna Mondini (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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Derzeit leben in Deutschland rund 84.000 Kinder in einer Fremdunterbringung bei Pflegeeltern. Ihre leiblichen Eltern hatten erhebliche Schwierigkeiten, die notwendige Erziehung und Versorgung des Kindes zu gewährleisten. Viele der Kinder waren zu der Zeit, die sie bei ihren Eltern verbrachten, schutzlos Situationen wie Vernachlässigung, Misshandlungen oder Missbrauch ausgesetzt, die in vielen Fällen schlimme Auswirkungen bei ihnen hinterlassen haben. Durch diese einschneidenden Erlebnisse sowie die häufigen Bindungsabbrüche stellen Pflegekinder eine stark belastete Gruppe dar, die nicht selten diverse Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Da in der Kinder- und Jugendhilfe mehrere Formen der Fremdunterbringung existieren, wie beispielsweise die Tages- oder Kurzzeitpflege, beschränkt sich die vorliegende Arbeit auf die Vollzeitpflege. Die Vollzeitpflege ist darauf ausgelegt, dass das Kind für einen längeren Zeitraum bei seiner Pflegefamilie leben wird und zu seinen Pflegeeltern eine tiefergreifende Beziehung aufbaut. Bezugnehmend auf die Vollzeitpflege untersucht die Arbeit, wie sich die Entwicklung und das Verhalten eines Pflegekindes hinsichtlich seiner psychosozialen Situation in der Fremdunterbringung gestaltet.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Herkunftsfamilie des Pflegekindes

2.1 Erfahrungen in der Herkunftsfamilie – Traumatische Erlebnisse

2.1.1 Vernachlässigung

2.1.2 Misshandlungen

2.1.3 Sexueller Missbrauch

3 Die Bindungen der Pflegekinder

3.1 Bindungstheorie nach John Bowlby

3.2 Bindungserfahrungen des Pflegekindes

4 Das Verhältnis zur Pflegefamilie

4.1 Der Prozess des Ablösens zur Herkunftsfamilie

4.1.1 Anbahnung zu den Pflegeeltern

4.1.2 Trennungsüberwindung zur Herkunftsfamilie

4.2 Beziehungsaufbau zur Pflegefamilie – Die Phasen der Integration

4.2.1 Anpassungs- bzw. Übergangsphase

4.2.2 Übertragungsphase

4.2.3 Regressionsphase

4.3 Das Pflegekind zwischen zwei Familien

5 Besuchskontakte zur Herkunftsfamilie

5.1 Besuchskontakte – eine Ansicht von Irmela Wiemann

5.2 Risiko- und Schutzfaktoren der Besuchskontakte

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychosoziale Situation von Kindern in der Vollzeitpflege, wobei der Schwerpunkt auf der Entwicklung des Kindes im Spannungsfeld zwischen Herkunftsfamilie und Pflegefamilie liegt. Es soll analysiert werden, wie Bindungserfahrungen und traumatische Erlebnisse in der Herkunftsfamilie den Beziehungsaufbau in der Pflegefamilie beeinflussen und welche Rolle Besuchskontakte für das Kind spielen.

  • Traumatische Erfahrungen in der Herkunftsfamilie (Vernachlässigung, Misshandlung, Missbrauch)
  • Bindungstheoretische Grundlagen nach John Bowlby und Ainsworth
  • Prozess der Ablösung von leiblichen Eltern und Integration in die Pflegefamilie
  • Bewältigung von Loyalitätskonflikten bei Besuchskontakten
  • Risiko- und Schutzfaktoren für ein gelingendes Pflegeverhältnis

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Vernachlässigung

Das INFORMATIONSZENTRUM KINDESMISSHANDLUNG/KINDESVERNACHLÄSSIGUNG DES DEUTSCHEN JUGENDINSTITUTS definiert Kindesvernachlässigung folgendermaßen: „Andauerndes oder wiederholtes Unterlassen fürsorglichen Handelns (bzw. Unterlassen der Beauftragung geeigneter Dritter mit einem solchen Handeln) durch Eltern oder andere Sorgeberechtigte, das für einen einsichtigen Dritten vorhersehbar zu erheblichen Beeinträchtigungen der physischen und/ oder psychischen Entwicklung des Kindes führt oder vorhersehbar ein hohes Risiko solcher Folgen beinhaltet. Grundsätzlich gilt: Je jünger die betroffenen Kinder sind und je tiefgreifender sie vernachlässigt werden, desto größer ist das Risiko nachhaltiger Schädigungen. Für Säuglinge können Versorgungsmängel schon nach kurzer Zeit lebensbedrohlich sein“ (http://www.fruehehilfen.de/fruehe-hilfen/forschung/daten-und-fakten/definitionen-kindesvernachlaessigung-und-kindesmisshandlung/ , Stand: 03.02.2017).

Demnach liegt eine Vernachlässigung dann vor, wenn die Versorgungsleistungen der Eltern oder anderer Sorgeberechtigten über einen längeren Zeitraum ausbleiben. Diese sind meist nicht in der Lage, aufgrund von Überforderung oder Unfähigkeit angemessen auf die Bedürfnisse und Wünsche ihrer Kinder einzugehen. CLAUSSEN und CRITTENDEN (1991) unterscheiden des Weiteren zwischen einer körperlichen, sozial-emotionalen, medizinischen und intellektuellen Vernachlässigung.

Ein Kind, das unter Vernachlässigung leidet, erfährt seine Bezugsperson nur unzureichend verlässlich und wenig verfügbar. Sie hilft ihm weder seine Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und zu interpretieren noch seine Umgebung zu erfahren und diese zu erkunden. Das Kind ist mit der Kontrolle und Regulation seiner Gefühle auf sich alleine gestellt. Seine gesamte Entwicklung, sowohl in körperlicher, sozialer als auch in kognitiver Hinsicht, wird von seinen Bezugspersonen nur unzureichend unterstützt und stabilisiert. Um diese Situation angemessen zu bewältigen, entwickeln vernachlässigte Kinder eine sogenannte vermeidende Strategie.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Pflegekindern in Deutschland ein und definiert den Fokus auf die Vollzeitpflege sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.

2 Die Herkunftsfamilie des Pflegekindes: Dieses Kapitel beleuchtet traumatische Erfahrungen wie Vernachlässigung, Misshandlung und sexuellen Missbrauch in der Herkunftsfamilie und deren langfristige Folgen für die betroffenen Kinder.

3 Die Bindungen der Pflegekinder: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Bindungstheorie nach Bowlby erläutert und die spezifischen Bindungserfahrungen von Pflegekindern, insbesondere im Hinblick auf Bindungsmuster, analysiert.

4 Das Verhältnis zur Pflegefamilie: Dieses Kapitel widmet sich dem komplexen Prozess der Ablösung von der Herkunftsfamilie, dem Beziehungsaufbau zu den Pflegeeltern sowie den Phasen der Integration.

5 Besuchskontakte zur Herkunftsfamilie: Hier werden die Kontroversen um Besuchskontakte, die Ansichten von Fachleuten wie Irmela Wiemann sowie die kritischen Risiko- und Schutzfaktoren bei Besuchen thematisiert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Belastungssituation für das Pflegekind zusammen und betont die Notwendigkeit des Handelns zum Wohl des Kindes, um eine gelingende Fremdunterbringung zu ermöglichen.

Schlüsselwörter

Pflegekinder, Vollzeitpflege, Fremdunterbringung, Bindungstheorie, Trauma, Vernachlässigung, Misshandlung, sexueller Missbrauch, Beziehungsaufbau, Integration, Besuchskontakte, Loyalitätskonflikt, Herkunftsfamilie, Pflegefamilie, Kindeswohl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der psychosozialen Situation von Kindern in der Vollzeitpflege und analysiert, wie diese Kinder ihre Erfahrungen aus der Herkunftsfamilie verarbeiten und sich in ein neues Familiensystem integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Kindeswohlgefährdungen, Bindungstheorie, der Ablöseprozess von leiblichen Eltern sowie die Gestaltung von Besuchskontakten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entwicklung und das Verhalten eines Pflegekindes in der Fremdunterbringung besser zu verstehen, insbesondere vor dem Hintergrund früherer Traumatisierungen und aktueller Loyalitätskonflikte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und stützt sich auf etablierte bindungstheoretische Ansätze sowie fachliche Konzepte zur Gestaltung von Pflegeverhältnissen und Besuchskontakten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Herkunftsfamilie, die Bindungstheorie nach Bowlby, den Beziehungsaufbau zur Pflegefamilie und die Problematik der Besuchskontakte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Pflegekinder, Bindungstheorie, Trauma, Loyalitätskonflikt, Integration und Besuchskontakte beschreiben den Kerninhalt der Untersuchung.

Wie unterscheidet sich die "Überanpassung" von der "Übertragungsphase"?

Die Überanpassung ist eine frühe Schutzstrategie, um Konflikte zu vermeiden, während die Übertragungsphase eine Phase ist, in der das Kind frühere negative Beziehungsmuster aktiv auf die Pflegeeltern projiziert, um diese therapeutisch aufzuarbeiten.

Warum ist der Loyalitätskonflikt für Pflegekinder so schwerwiegend?

Der Loyalitätskonflikt entsteht, weil das Kind seine Identität aus der Herkunftsfamilie bezieht, sich aber gleichzeitig in der Pflegefamilie sicher fühlen möchte. Der Druck, sich für eine Familie entscheiden zu müssen, belastet die psychische Entwicklung massiv.

Welche Bedeutung haben Besuchskontakte laut Irmela Wiemann?

Wiemann betrachtet Besuchskontakte als identitätsfördernd, da sie dem Kind helfen, seine Wurzeln besser einzuordnen, sofern die Kontakte an den Bedürfnissen des Kindes ausgerichtet und professionell begleitet sind.

Final del extracto de 32 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Pflegekind und seine psychosoziale Situation. Entwicklung und Verhalten des Pflegekindes in der Fremdunterbringung
Universidad
University of Koblenz-Landau  (Sonderpädagogik)
Curso
Entwicklungsbegleitung von behinderten und benachteiligten Kindern und Jugendlichen
Calificación
1,7
Autor
Anna Mondini (Autor)
Año de publicación
2017
Páginas
32
No. de catálogo
V380448
ISBN (Ebook)
9783668582804
ISBN (Libro)
9783668582811
Idioma
Alemán
Etiqueta
Pflegekinder Pflegefamilie Bindung Beziehungsaufbau
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anna Mondini (Autor), 2017, Das Pflegekind und seine psychosoziale Situation. Entwicklung und Verhalten des Pflegekindes in der Fremdunterbringung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380448
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