Ein Unternehmen ist in seiner realen Umwelt von verschiedenen Interessensgruppen umgeben. Diese werden als “Stakeholder“ bezeichnet. Alle zusammen beeinflussen mit ihren verschiedenen Interessen an der Unternehmung, die Entwicklung der beiden im Titel dieser Arbeit aufgeführten betriebswirtschaftlichen Fachbegriffe, der Liquidität und der Rentabilität, in unterschiedlichem Maße. Dennoch besteht für alle Interessensgruppen eine Art „Oberziel“, die Maximierung des Gewinns. Dabei spielen die beiden betrachteten Größen in der Zielsetzung der Finanzwirtschaft eines Unternehmens eine ganz wichtige Rolle, denn ohne ausreichende Liquidität und Rentabilität ist dies in seiner Existenz gefährdet. Daraus resultieren auch finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien.
In dieser Arbeit werden die oben genannten Begriffe genauer definiert. Daran anschließend erfolgt eine Übersicht über die Ermittlung von Kennzahlen, die quantifizierbare Aussagen über die beiden Größen treffen. Als Ziel dieser Studie werden Liquiditäts- und Rentabilitätskennzahlen, welche sich an den Werten (U4) aus dem Unternehmensplanspiel orientieren, ermittelt, interpretiert und auf Zusammenhänge überprüft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Liquidität
2.1 Definition
2.2 Liquiditätskennzahlen
2.2.1 Liquidität 1. Grades
2.2.2 Liquidität 2. Grades
2.2.3 Liquidität 3. Grades
2.2.4 Net Working Capital
2.2.5 Dynamische Liquiditätskennzahlen
2.3 Beurteilung der Liquiditätskennzahlen
3 Rentabilität
3.1 Definition
3.2 Rentabilitätskennzahlen
3.2.1 Eigenkapitalrentabilität
3.2.2 Gesamtkapitalrentabilität
3.2.3 Umsatzrentabilität
3.3 Beurteilung der Rentabilitätskennzahlen
4 Zusammenhänge Liquidität und Rentabilität
5 Bezug zum TOPSIM Planspiel
5.1 Entwicklung der Liquidität
5.2 Entwicklung der Rentabilität
5.3 Korrelation zwischen Liquidität und Rentabilität
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Liquidität und Rentabilität im Rahmen des TOPSIM-Unternehmensplanspiels für das Unternehmen 4, um auf Basis betriebswirtschaftlicher Kennzahlen Zusammenhänge und mögliche Zielkonflikte zu analysieren.
- Analyse statischer und dynamischer Liquiditätskennzahlen
- Untersuchung von Rentabilitätskennzahlen (EK, GK, Umsatz)
- Darstellung des Zielkonflikts im "magischen Dreieck"
- Korrelationsanalyse der Kennzahlen im Planspiel
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Im Allgemeinen wird Liquidität als die Ausstattung an Zahlungsmitteln bezeichnet, mit denen man zu jeder Zeit seine Zahlungsverpflichtungen termingerecht erfüllen kann.2 Die Betrachtung des Begriffs Liquidität als Ausdruck von „Zahlungsfähigkeit“, wird mehr oder weniger nominal gemessen und hat nur wenig Aussagekraft. Entweder kann das Unternehmen seinen fälligen Zahlungen nachkommen oder eben nicht. Eine weitere Definition des Begriffes wird im Zusammenhang mit der Liquidierbarkeit („Wiedergeldwerdung“), also die Geldnähe von Wirtschaftsgütern verwendet. Hier geht es um die Bewertung, wie kurzfristig man Wirtschaftsgüter in liquide Mittel (Buchgeld, Banknoten) umwandeln kann.3 Für die meisten kleineren und mittleren Unternehmen kann das Fehlen von Liquidität existenzbedrohend sein. Eine Illiquidität kann daher in einer Insolvenz enden. Daher gilt in diesen Betrieben meistens die Prämisse: Liquidität vor Rentabilität.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Interessengruppen eines Unternehmens (Stakeholder) und stellt Liquidität sowie Rentabilität als zentrale finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien vor.
2 Liquidität: Dieses Kapitel definiert Liquidität und erläutert diverse statische sowie dynamische Liquiditätskennzahlen wie Cash Ratio, Quick Ratio und Cash Flow.
3 Rentabilität: Hier werden der Begriff der Rentabilität definiert und verschiedene Kennzahlen zur Messung der Kapitalverzinsung, wie Eigenkapital- und Gesamtkapitalrentabilität, detailliert beschrieben.
4 Zusammenhänge Liquidität und Rentabilität: Das Kapitel beleuchtet den Zielkonflikt zwischen Liquidität, Rentabilität und Sicherheit im Kontext des sogenannten "magischen Dreiecks".
5 Bezug zum TOPSIM Planspiel: Anhand von Unternehmensdaten aus dem Planspiel werden die Entwicklungen von Liquidität und Rentabilität analysiert und mittels Korrelationsanalysen auf Zusammenhänge geprüft.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das untersuchte Unternehmen jederzeit liquide war und den Unternehmenswert steigern konnte, wobei kein signifikanter Zielkonflikt beobachtet wurde.
Schlüsselwörter
Liquidität, Rentabilität, Cash Flow, Unternehmensplanspiel, TOPSIM, Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität, Zahlungsfähigkeit, Bilanzanalyse, Korrelationsanalyse, Stakeholder, Net Working Capital, Finanzwirtschaft, Unternehmenswert, Zielkonflikt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die wechselseitigen Beziehungen zwischen Liquidität und Rentabilität und deren Auswirkung auf den unternehmerischen Erfolg anhand eines Fallbeispiels aus dem TOPSIM-Planspiel.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Definition und Berechnung von Liquiditäts- und Rentabilitätskennzahlen sowie deren Anwendung zur Erfolgsbeurteilung eines Unternehmens im Planspiel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch die Ermittlung und Interpretation spezifischer Kennzahlen zu prüfen, ob ein Zielkonflikt zwischen Liquidität und Rentabilität vorliegt und wie diese Größen korrelieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Literaturanalysen zur theoretischen Fundierung sowie eine quantitative Analyse von Unternehmensberichtsdaten mittels statistischer Korrelationsberechnungen (MS Excel) durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen von Kennzahlen, die Diskussion des "magischen Dreiecks" sowie die praktische Anwendung und Korrelationsanalyse der Werte aus dem TOPSIM-Planspiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Liquidität, Rentabilität, Cash Flow, TOPSIM, Kennzahlenanalyse, Korrelation und Unternehmenswertsteigerung.
Was besagt die Prämisse "Liquidität vor Rentabilität" für kleine Unternehmen?
Die Aussage bedeutet, dass die Aufrechterhaltung der Zahlungsfähigkeit die absolute Voraussetzung ist, um das Überleben des Betriebs zu sichern, da Illiquidität unmittelbar in die Insolvenz führen kann.
Warum wird im Rahmen des Planspiels der "Free operating Cash Flow" betrachtet?
Der Cash Flow dient als dynamische Liquiditätskennzahl, um das Selbstfinanzierungspotenzial des Unternehmens aus eigener Kraft über die Zeit hinweg realistischer zu beurteilen als durch reine Stichtagsbetrachtungen.
Wird der in der Theorie beschriebene Zielkonflikt im Planspiel bestätigt?
Nein, die Untersuchung zeigt für das untersuchte Unternehmen, dass eine positive Entwicklung bei der Liquidität oft mit einer Steigerung der Rentabilität einherging, was dem klassischen Konflikt widerspricht.
Welchen Einfluss hat das "Rating" auf die Finanzierungspolitik?
Ein gutes Rating verbessert die Kreditwürdigkeit bei Banken und Fremdkapitalgebern, was wiederum die Finanzierungsmöglichkeiten und die Konditionen des Unternehmens maßgeblich beeinflusst.
- Citar trabajo
- Klaus Michael Gottfreund (Autor), 2012, Liquidität versus Rentabilität. Definition, Kennzahlen, Zusammenhänge, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380539