Filmanalyse zu Louis Malle's: Vive Le Tour!


Seminararbeit, 2005
19 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Filmprotokoll

2. Analyse
2.1 Allgemeine Definitionen
2.2 Richard Meram Barsam: Nonfictional Film – A Critical History
2.3 Michael Rabinger: Dokumentarfilme drehen
2.3.1 Dokumentarfilme als Zeitzeugen
2.3.2 Dokumentarfilme als kreative Bearbeitung des Wirklichen
2.3.3 Dokumentarfilme als Mittel der Sozialkritik
2.3.4 Dokumentarfilme als strukturierte Geschichte
2.3.5 Dokumentarfilme als kollektive Kunstform

Schluß

Literaturverzeichnis

Einleitung

Louis Malle war begeisterter Zuschauer bei der Tour de France. Auf seine Beweggründe angesprochen, warum er mit ‚Vive le Tour!’ ausgerechnet dieses Sportereignis portraitierte, antwortete er:

Die Tour ist wahrlich ein Teil meiner Kindheit. Die Tour ist etwas, das mich immer fasziniert hat. Sie ist möglicherweise die härteste Sportart, die überhaupt existiert. Also filmte ich das: die Unfälle, die Stürze, die unglaubliche Anstrengung, wenn sie die Berge erklimmen und wie man diese auf ihren Gesichtern sehen kann... Und die Zirkusatmosphäre, die die Tour de France umgibt.[1]

Dieser Enthusiasmus des Autors beim Eindringen in die Materie merkt man dem Film in jeder Szene und bei jedem Schnitt an. Die Frage, die im Raume stehen bleibt, ist die nach Malles filmerischer Objektivität – läßt sich der Autor zu sehr von seiner Begeisterung einnehmen, oder ist ‚Vive le Tour’ doch dem noch näher zu definierenden Genre des

Dokumentarfilms zuzuordnen? In Teil zwei dieser Arbeit soll auf diese Frage eine Antwort gefunden werden.

1. Filmprotokoll

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Analyse

2.1 Allgemeine Definitionen

Viele Definitionen wurden ersonnen, um das Genre des Dokumentarfilms zu umreißen. John Grierson, der ‚Vater des Dokumentarfilms’ beläßt es dabei, daß der Dokumentarfilm nicht mehr als „eine kreative Behandlung von Aktualität“[2] sei – mit dem Zusatz allerdings, daß schon der Begriff ‚Dokumentarfilm’ an sich ungeschickt gewählt sei.[3]

Andere Filmemacher erweiterten Griersons Definition. Pare Lorentz nennt ihn „ein auf Tatsachen beruhender Film, der dramatisch ist“[4]. Basil Wright meint, daß der Dokumentarfilm „nicht diese oder jene Art Film ist, sondern einfach eine Methode um Informationen zu veröffentlichen“[5], und Richard MacCann ist der Überzeugung, daß nicht die „Authentizität des Materials sondern die Authentizität des Ergebnisses“[6] von Bedeutung für einen Dokumentarfilm sind.

Abschließend läßt sich nun noch Andrew Sarris zitieren, der nahelegt, daß „alle Filme Dokumentarfilme sind, im Sinne dessen, daß alle Filme doch Dokumente von einer bestimmten Person, einer bestimmten Sache, einer bestimmten Zeit, eines bestimmten Ortes sind“.

Diese Umschreibungen haben zwei Dinge gemein: Erstens sind sie äußerst weit gefaßt und zweitens treffen sie allesamt auf Louis Malles’ ‚Vive le Tour!’ zu: Es wird dort ein aktuelles Ereignis kreativ behandelt, womit John Grierson zufrieden gestellt wäre, um Pare Lorentz gerecht zu werden, läßt sich eine dramatische Handlung – sogar mit regelrechter Spannungskurve – finden, und natürlich werden auch Informationen veröffentlicht, in diesem Falle die Bedingungen und Motive der Fahrer bei der Tour de France betreffend.

Die Absolution läßt sich Louis Malles’ Werk damit allerdings nicht erteilen. Zu diesem Zweck sind genauere, abgrenzendere Definitionen heranzuziehen.

2.2 Richard Meram Barsam: Nonfictional Film – A Critical History

Richard Meram Barsam versucht in ‘Nonfictional Film – A Critical History’ auf das Genaueste das Genre des ‚Nonfiktionalen Films’ einzugrenzen. Um diesen vom Idealtypus des Dokumentarfilms zu unterscheiden, greift er gleich mehrere ausführliche Definitionen auf. Als erstes zitiert er die populäre des ‚First Congress of the World Union of Documentary’. Demnach gelten als Dokumentarfilm...

[...]


[1] The Tour is really part of my childhood. The Tour's something that's always fascinated me. It's probably the toughest sport that exists. So, I filmed that : the accidents, the falls, the incredible effort when they climb mountains and how it's seen on their facesAnd the circus atmosphere that surrounds the Tour de France. (http://nef-louismalle.com/touruk.htm, [Stand: 15.11.04]).

[2] „... a creative treatment of actuality” (Grierson, John (1966): Grierson on Documentary. London, S. 13).

[3] Barsam, Richard Meran (1973): Nonfiction Film. A Critcal History. London, S.2..

[4] „a factual film which is dramatic“ (Snyder, Robert L. (1968): Pare Lorentz and the Documentary Film. Oklahoma. S. 3).

[5] „documentary is not this or that type of film, but simply a method of approach to public information” (Wright, Basil (1947): Documentary To-Day. in: Penguin Film Review, Nr. 2, S. 38).

[6] „not the authenticity of the materials but the authenticity of the result” (MacCann, Richard Dyer (1951): Documentary Film and Democratic Government. An Administrative History from Pare Lorentz to John Huston. Boston, S. 8).

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Filmanalyse zu Louis Malle's: Vive Le Tour!
Hochschule
Universität Trier
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V38069
ISBN (eBook)
9783638372534
Dateigröße
528 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Filmanalyse und Filmprotokoll, Lous Malle, Dokumentarfilm als Genre, Vive le tour, Tour de France
Schlagworte
Filmanalyse, Louis, Malle, Vive, Tour
Arbeit zitieren
Tobias Senzig (Autor), 2005, Filmanalyse zu Louis Malle's: Vive Le Tour!, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38069

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