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Die Entstehung des griechischen Herrscherkultes. Die Beziehung zu Demetrios Poliorketes im athenischen Hymnos "Ithyphallikos" von 290 v.Chr

Titel: Die Entstehung des griechischen Herrscherkultes. Die Beziehung zu Demetrios Poliorketes im athenischen Hymnos "Ithyphallikos" von 290 v.Chr

Hausarbeit , 2017 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Lucia Krug (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Dieser Aufsatz erörtert die Entstehung des griechischen Herrscherkultes besonders im Hinblick auf Athen und am Beispiel der Beziehung zu Demetrios Poliorketes, die im athenischen Hymnos Ithyphallikos von 290 v.Chr. kulminierte. Ziel ist es, den Wandel der politischen, sozialen und religiösen Situation zur Zeit der Diadochenmachtkämpfe mit dem Aufkommen des Herrscherkultes zu verknüpfen und anhand dieses Quellenbeispiels zu verdeutlichen, wie sehr die Phase geprägt ist von dem Schwanken zwischen der flexiblen Anpassung an neue Gegebenheiten und dem Festhalten am traditionellen Souveränitätsgedanken.

Im ersten Teil gibt die Arbeit einen Überblick über die politische und geistige Situation im frühhellenistischen Athen und zeigt den vielgestaltigen Wandel auf, der zu dieser Zeit klassische Traditionen ins Wanken brachte. Anschließend wird die Zeit zwischen 307 und 288 v.Chr. näher betrachtet, die durch den Kontakt zu Demetrios Poliorketes (336-283 v.Chr.) geprägt wurde und untersucht, welches neue athenische Selbstverständnis und Herrscherbild sich vor allem in Hinblick auf den Ithyphallikos abzeichnete. Ein Fazit beinhaltet anschließend eine kurze Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und bietet einen Ausblick auf weitere Forschungsmöglichkeiten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung griechischer Städtekulte

2.1 Die polis-Mentalität im Wandel: zwischen Anpassung und Kampf um Souveränität

2.2 Religiöse Entwicklungen: Ursachen und Formen des Kultes für Lebende

3. Einrichtung eines hellenistischen Städtekultes: Athen und Demetrios Poliorketes

3.1 Politische und kulturelle Entwicklungen in Athen unter der Herrschaft der Antigoniden

3.2 Der Kult für Demetrios: Analyse des „Ithyphallikos“

3.3 Der Hymnos als Beispiel für den Beginn des griechischen Hellenismus

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Entstehung des hellenistischen Herrscherkultes in Athen, wobei der Fokus auf der komplexen Beziehung zu Demetrios Poliorketes und der Analyse des „Ithyphallikos“ von 290 v.Chr. liegt, um die politischen und religiösen Triebfedern dieser Entwicklung zu beleuchten.

  • Wandel der polis-Mentalität im frühhellenistischen Athen
  • Die Rolle des Städtekultes als strategisches Kommunikationsinstrument
  • Analyse des Hymnos „Ithyphallikos“ als historische Quelle
  • Spannungsfeld zwischen Anpassung und Souveränitätswahrung

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Kult für Demetrios: Analyse des „Ithyphallikos“

Der ithyphallische Hymnos zu Ehren des Demetrios Poliorketes aus dem Jahr 290 v.Chr. ist uns erhalten im „Sophistengemahl“ des Atenaios, einem Sammelwerk des 3. nachchristlichen Jahrhunderts, das wiederum auf das Geschichtswerk von Duris zurückgriff. Im Jahr 290 v.Chr. kehrte Demetrios nach seiner Hochzeit mit Lanassa von den Ionischen Inseln nach Athen zurück, pünktlich zu den eleusischen Mysterien und zum Fest der Demeter. Den rituellen Kontext, in dem dieser Hymnos gesungen wurde, beschrieb Demetrios´ Gegner Demochares. Demnach verhielten sich die Athener ganz so, als würde ein Gott sie besuchen: Altäre und Statuen wurden bekränzt, Weihrauch verbrannt und vermutlich die Tempel geöffnet. Die Straßen entlang standen und tanzten Prozessionschöre und ithyphalloi, verkleidete Männergruppen mit umgebundenen Phalli – eindeutig an dionysische Prozessionen angelehnt – und sangen Demetrios folgenden Hymnos zu:

„Wie sind die größten Götter und die liebsten heut´/ gegenwärtig der Stadt! / Denn dort zugleich Demeter und Demetrios / führte her zu uns das Glück. / Und sie, der Kore heilige Mysterien / kommt sie zu begehen. / Er aber heiter, wie dem Gott es ziemt, und schön, / lachend auch ist er da. / Erhabnes kündet ihr: die Freunde rings im Kreis / und inmitten er selbst; / dem gleichend, dass die Freunde wie die Sterne sind, / wie die Sonne jener.

Heil Dir, des mächtigsten, des Gotts, Poseidons Sohn, / Sohn auch Aphrodites! / Die andern Götter halten sich so weit entfernt / oder haben kein Ohr / oder sie sind nicht oder nicht uns zugewandt. / Dich aber sehen wir da, / nicht hölzern und nicht steinern, sondern lebend wahr - / beten darum zu Dir.

Als erstes Frieden schaffe, o Geliebter, uns. / Denn die Gewalt hast ja Du! [...]“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Komplexität des Herrscherkultes als religiöses und politisches Phänomen im Hellenismus und definiert die Forschungsfrage bezüglich der athenischen Beziehung zu Demetrios Poliorketes.

2. Die Entstehung griechischer Städtekulte: Dieses Kapitel analysiert den Wandel der polis-Mentalität und die religiösen Grundlagen für die Verehrung lebender Personen, wobei besonders die politische Abhängigkeit und der Wunsch nach Schutz hervorgehoben werden.

3. Einrichtung eines hellenistischen Städtekultes: Athen und Demetrios Poliorketes: Hier werden die politischen Entwicklungen in Athen unter den Antigoniden sowie der kultische Umgang mit Demetrios detailliert untersucht und die Bedeutung des „Ithyphallikos“ für das Herrscherbild herausgearbeitet.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass die athenische Haltung primär politisch motiviert war und der Herrscherkult als strategische Anpassungsleistung in einer prekären historischen Lage zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Hellenismus, Herrscherkult, Athen, Demetrios Poliorketes, Ithyphallikos, polis-Mentalität, Diadochen, Städtekult, antike Religion, politisches Kalkül, Souveränität, Machtstrukturen, göttliche Ehren, Kommunikation, Antigoniden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung des griechischen Herrscherkultes, untersucht anhand des Fallbeispiels der Beziehung zwischen der Stadt Athen und dem Diadochenherrscher Demetrios Poliorketes im frühen 3. Jahrhundert v.Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Wandel der klassischen polis-Mentalität, die politischen Machtkämpfe der Diadochenzeit, die Rolle der Religion als Kommunikationsinstrument zwischen Herrscher und Stadt sowie die Entwicklung des hellenistischen Herrscherbildes.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Untersuchung zielt darauf ab, die Ursachen, Motivationen und Formen des athenischen Städtekultes zu identifizieren, wobei der Fokus insbesondere auf dem Hymnos „Ithyphallikos“ von 290 v.Chr. als Ausdruck politischer und religiöser Haltung liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie antike Quellen, insbesondere den „Ithyphallikos“, im Kontext der politischen Situation Athens sowie unter Berücksichtigung moderner Forschungsliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die politischen Entwicklungen in Athen unter den Antigoniden, die sukzessive Etablierung des Kultes für Demetrios, die inhaltliche Analyse des Hymnos sowie die Einordnung dieser Ereignisse in den Beginn des griechischen Hellenismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Hellenismus, Herrscherkult, Athen, Demetrios Poliorketes, Ithyphallikos, polis-Mentalität, göttliche Ehren und politische Strategie.

Warum wird Demetrios im Hymnos mit Poseidon und Aphrodite als Eltern in Verbindung gebracht?

Diese Zuschreibung ist einzigartig und metaphorisch zu verstehen: Sie verbindet seine Erfolge auf See (Poseidon) mit seiner Schönheit und seinen zahlreichen Liebschaften (Aphrodite), was seine verschiedenen „Kompetenzbereiche“ unterstreicht.

Welche Rolle spielt die „Experimentierphase“ für das Verständnis der athenischen Politik?

Das Jahrzehnt wird als „Experimentierphase“ begriffen, in der Athen die Beziehung zu einem externen, mächtigen Herrscher neu auslotete, um zwischen Anpassung und dem Erhalt eines Restes an politischer Selbstbehauptung zu navigieren.

Ist der Herrscherkult eine Abkehr von den olympischen Göttern?

Nein, der Autorin zufolge ist keine generelle Abkehr gemeint. Vielmehr wird die göttliche Verehrung von Demetrios als Ausdruck einer religiösen Haltung gewertet, bei der die aktuelle Wirkungskraft und reale Präsenz des Herrschers für die Stadt entscheidend sind.

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Details

Titel
Die Entstehung des griechischen Herrscherkultes. Die Beziehung zu Demetrios Poliorketes im athenischen Hymnos "Ithyphallikos" von 290 v.Chr
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Lucia Krug (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V380742
ISBN (eBook)
9783668582606
ISBN (Buch)
9783668582613
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Antike Hellenismus Demetrios
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lucia Krug (Autor:in), 2017, Die Entstehung des griechischen Herrscherkultes. Die Beziehung zu Demetrios Poliorketes im athenischen Hymnos "Ithyphallikos" von 290 v.Chr, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380742
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Leseprobe aus  20  Seiten
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