Inwiefern wirkt sich die Mutterschaft auf das Einkommen von Frauen aus?


Hausarbeit (Hauptseminar), 2017

26 Seiten, Note: 2,0

Neema Li (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Tastes for discrimination und Statistische Diskriminierung
2.2 Humankapitaltheorie

3 Daten, Operationalisierungen und Methode
3.1 Daten
3.2 Abhängige und unabhängige Variablen
3.3 Kontrollvariablen

4 Ergebnisse
4.1 Deskriptive Analysen
4.2 Multivariate Analysen
4.3 Sensitivitätsanalysen

5 Zusammenfassung und Diskussion

6 Literaturverzeichnis

7 Anhang
7.1 Tabellen
7.2 Abbildungen

1 Einleitung

Noch vor wenigen Jahrzehnten, bis in die 60er Jahre hinein, bedeutete die Mutterschaft für Frauen meist der Ausstieg aus der Erwerbstätigkeit. Seitdem ist die Bildungs- und Erwerbsbeteiligung von Frauen kontinuierlich angestiegen (Brewester & Rindfuss 2000). Mit der zunehmenden Erwerbsorientierung der Frauen jedoch, geht die Problematik der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einher. Entscheiden sich Frauen für Kinder, so steigen sie betreuungsbedingt zumindest zeitweise aus dem Erwerbsleben aus und kehren vermehrt erst mit zunehmendem Alter der Kinder wieder ins Erwerbsleben zurück (Statistisches Bundesamt 2016: 55). Immer noch sind es nämlich die Frauen, die einen Großteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung übernehmen und dafür auf die Erwerbstätigkeit verzichten (Boll et al. 2011: 15). Während Väter, unabhängig von Anzahl und Alter der Kinder, zu 91% einer Erwerbstätigkeit nachgehen, sind es 70% der Mütter, wobei davon nur 24% vollzeitbeschäftigt sind (Statistisches Bundesamt 2017: 28). Durch das entgangene Einkommen in dieser Zeit, sowie mögliche negative Karrierefolgen beim Wiedereinstieg entstehen indirekte, sogenannte Opportunitätskosten, deren Höhe neben den direkten Kosten wie Nahrung und Kleidung sich stark auf die Entscheidung für oder gegen ein Kind auswirkt (Becker 1960: 212). Die Kinderlosigkeit von deutschen Frauen ist zwar in den letzten Jahren nicht weiter angestiegen, im europäischen Vergleich gehört Deutschland mit einer Kinderlosigkeit von 21% jedoch zu den Spitzenreitern (Statistisches Bundesamt 2017: 14). Nicht nur im Zuge der Gleichstellungspolitik, auch mit dem erklärten Ziel der Steigerung der Geburtenrate dürfte die Untersuchung von negativen Einkommenseffekten bei Müttern für die Politik von Interesse sein, um durch entsprechende Maßnahmen intervenierend einzugreifen und Anreize für Frauen zu schaffen, Kinder zu bekommen (Deutscher Bundestag 2015).

Der Effekt von Erwerbsunterbrechungen auf das Einkommen von Frauen ist erstmals von Mincer und Polachek (1974) untersucht worden. Besonders in den letzten Jahren folgten einige Studien, welche unterschiedliche Einflussfaktoren auf die Einkommensunterschiede zwischen Müttern untersuchten (Beblo & Wolf 2000; 2002; Ziefle 2004; Boll 2009; Schmelzer et al. 2015). Aufgrund der dynamischen Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und der Implementierung von Maßnahmen im Rahmen der Arbeits- und Familienpolitik bedarf es der ständigen Erneuerung der Analysen mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten.

Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit mit dem Titel Inwiefern wirkt sich die Mutterschaft auf das Einkommen von Frauen aus? wird deshalb untersucht, welchen Effekt betreuungsbedingte Einkommensunterbrechungen auf die Höhe des Einkommens von Müttern, im Vergleich zu Frauen ohne Kindern haben. Als theoretische Grundlage der Analysen sollen im zweiten Kapitel unterschiedliche Formen der Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt, sowie die Humankapitaltheorie dienen. Ausgehend von diesen Überlegungen werden zwei Hypothesen formuliert. Im dritten Kapitel werden die Daten, die verwendete Methode und die Operationalisierung der Variablen beschrieben. Das vierte Kapitel enthält die Ergebnisse der deskriptiven und multivariaten Analysen, sowie die Regressionsdiagnostik. Abschließend werden im fünften Kapitel die Ergebnisse zusammengefasst und diskutiert.

2 Theoretischer Hintergrund

In der Familienforschung gibt es eine Reihe verschiedener Theorien, welche sich auf die Auswirkungen der Familiengründung auf den Erwerbsverlauf von Frauen beziehen. Zur Begründung der in der vorliegenden Arbeit untersuchten Einkommensunterschiede von Müttern, wird zur Erklärung vor allem die Theorie der statistischen Diskriminierung, sowie der Humankapitaltheorie herangezogen (Pollmann-Schult 2015: 614), welche zunächst genauer erläutert und darauffolgend die sich daraus ergebende Hypothesen abgeleitet werden.

2.1 Tastes for discrimination und Statistische Diskriminierung

Unterschiede im Erwerbseinkommen zwischen Müttern und kinderlosen Frauen können aus dem Vorhandensein von diskriminierendem Verhalten seitens der Arbeitgeber resultieren. Dabei muss zwischen der s tatistischen Diskriminierung und den tastes for discriminatio n unterschieden werden (Pollmann-Schult 2015: 618).

Becker erkennt die Hauptursache von Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt in den sogenannten tastes for discrimination. Darunter versteht er eine persönliche Diskriminierungsneigung, unter anderem von Arbeitgebern aufgrund nicht-rationaler, persönlicher Präferenzen, welche sich beispielsweise aus Vorurteilen ergeben können. Diese persönlichen Präferenzen des Arbeitgebers für oder gegen bestimmte Arbeitnehmer fließen als nicht-monetäre Nutzentherme in die Entscheidung der Akteure auf dem Arbeitsmarkt ein und können sich in Form eines niedrigeren Einkommens bei vorhandener Abneigung gegen einen Arbeitnehmer auswirken (Becker 1971: 14 ff.). Auf Mütter bezogen könnte eine persönliche Abneigung des Arbeitnehmers sich auf zugeschriebene Eigenschaften von Müttern wie beispielsweise geringeren beruflichen Ehrgeiz oder geringere Kompetenz beziehen.

Die Theorie der statistischen Diskriminierung liefert die Anschlusstheorie für die Theorie der tastes for discriminations: Die Produktivität einer Person ist nur durch sehr hohen Aufwand zu ermitteln. Es bedarf deshalb günstiger Indikatoren, die auf die gesuchte Produktivität hinweisen, wie beispielsweise Bildungszertifikate. Diese geben jedoch nur Auskunft über bestimmte Eigenschaften des Bewerbers, weshalb sich der Arbeitgeber zusätzlich anderer Indikatoren bedienen muss. Besonders unter Unsicherheitsbedingungen, wie beispielsweise eines kurzen Eindrucks in einem Bewerbungsgespräch, können aspkriptive Merkmale herangezogen werden, um auf die Produktivität eines zukünftigen Arbeitnehmers zu schließen. In einem solchen Fall werden Entscheidungen getroffen, die auf stereotypen Vorstellungen über das Verhalten und die Kompetenzen der Personengruppe, welcher der Bewerber angehört, basieren (Arrow 1973). Dafür wird vorausgesetzt, dass die individuelle Produktivität unbekannt ist, einzelne Gruppen aufgrund eines Merkmals klar abgrenzbar sind und dass eine Vorstellung über die mittlere Produktivität für diese Gruppe besteht (Arrow 1973: 24f.). Mütter werden so im Vergleich zu kinderlosen Frauen als weniger verlässlich, engagiert und ehrgeizig wahrgenommen, wie beispielsweise Heilmann & Okimoto (2008, 192 ff.) zeigen konnten.

Ein Sonderfall der statistischen Diskriminierung ist die errror discrimination: Bezieht sich die Einschätzung der Produktivität des Bewerbers nicht auf den tatsächlich vorhandenen Mittelwert, sondern nur auf einen fälschlicherweise angenommen Gruppenmittelwert, der auf Vorurteilen fußt, liegt error discrimination vor (England 1992: 60).

Dass Mütter aufgrund der Krankheit ihrer Kinder ein höheres Ausfallrisiko haben und dahingehend im Schnitt als weniger verlässlich gelten (Rudolph 1993: 117) und in Folge dessen ein geringeres Einkommen erzielen, fällt unter statistische Diskriminierung. Dass Mütter mit gleichen Bildungsabschlüssen im Vergleich zu Nicht-Müttern als weniger kompetent eingeschätzt werden (Heilmann & Okimoto 2008), basiert wahrscheinlich auf einem Vorurteil und kann deshalb als error discrimination bezeichnet werden.

2.2 Humankapitaltheorie

Neben dem Diskriminierungsargument wird sich bei der Erklärung von Einkommensunterschieden oft auf die unterschiedliche Produktivität der Arbeitnehmer berufen. Genau an diesem Punkt setzt die Humankapitaltheorie an. Die moderne Humankapitaltheorie wurde zu Beginn der 60er Jahre, unter anderem von Becker und Mincer (weiter)entwickelt (Hendrix 2011: 77). Unter Humankapital werden dabei all die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Wissen verstanden, welches in Personen verkörpert ist und durch Investitionen in Ausbildung, Weiterbildung und Berufserfahrung erworben, beziehungsweise vermehrt werden kann (Becker 1993: 1). Die Investition in Humankapital verursacht zunächst einmal Kosten, welche nach dem Prinzip der Nutzenmaximierung dann investiert werden, wenn der erwartete persönliche Nutzen der Investitionen, die Kosten übersteigt. Dieser Nutzen wird in der Humankapitaltheorie vor allem als monetärer Nutzen in Form des Verdienstes gemessen. Je höher das akkumulierte Humankapital, desto höher das Einkommen (Becker 1993: 37). Wie viel in das individuelle Humankapital investiert wird, hängt neben der Abwägung der finanziellen Kosten und Nutzen auch von der persönlichen Präferenz für Investitionen ab, welche durch gesellschaftliche Anreizstrukturen geformt werden. Diese persönlichen Präferenzen unterscheiden sich nach Geschlecht, je nach Zeitaufwendung für Beruf und Familie und den davon abhängigen Investitionsentscheidungen in Humankapital. Diese geschlechtsspezifischen Präferenzen werden bei Mincer & Polatechek im Kontext der Humankapitaltheorie als gegeben unterstellt, jedoch nicht weiter erörtert (Mincer & Polachek 1974: 77).

Frauen kalkulieren ihre Zukunft ebenso nach rationalen Faktoren wie Männer, beziehen aber schon von vornherein ihre zukünftige Mutterschaft und ein damit verbundenes, zumindest zeitweise eingeschränktes berufliches Engagement mit ein (Hendrix 2011: 80). Überträgt man diese geschlechtsbezogene Argumentation auf die Unterscheidung zwischen Müttern und Nicht-Müttern, so könnte man argumentieren, dass die Entscheidung, oder zumindest Präferenz für eine Mutterschaft schon sehr früh besteht und der Kinderwunsch auch zwischen der Gruppe der Frauen zu einem unterschiedlichen Investitionsverhalten führt.

Möglicherweise ergibt sich so schon im Voraus eine unterschiedliche Humankapitalausstattung zwischen Müttern und Nicht-Müttern, was sich auf die Höhe des Einkommens auswirkt. Einmal erworbenes Humankapital bleibt jedoch nicht immer konstant, sondern verliert an Wert, wenn es nicht genutzt oder aktualisiert wird (Mincer & Pollachek 1974). Durch Erwerbsunterbrechungen oder Teilzeitbeschäftigung kann sich die Kluft zwischen Müttern und Nicht-Müttern weiter vertiefen. Das im Erwerbsleben akkumulierte Humankapital gilt nämlich als einer der Hauptdeterminanten für die Höhe des Individualeinkommens (Beblo & Wolf 2002). Durch eine Abweichung von einer Vollzeiterwerbstätigkeit stagniert nicht nur die Erweiterung des Humankapitals, sondern diese kann auch mit einer Entwertung des in der Vergangenheit erworbenen Wissens einhergehen. Durch beispielsweise die ständig fortschreitende Technologisierung und Innovationen im Arbeitsumfeld kann das Humankapital schnell veralten. Außerdem verschieben sich im Zuge der Mutterschaft Erwartungen und Verpflichtungen, was sich auch auf zukünftige Humankapitalinvestitionen nach Rückkehr in den Beruf auswirken kann (Mincer & Polachek 1974: 83).

Die Humankapitaltheorie unterstellt also einen positiven Zusammenhang zwischen dem individuellen Einkommen und der Berufserfahrung. Mütter investieren schon von Anfang an weniger in ihre individuellen Humankapitalressourcen und Erwerbsunterbrechungen als Folge der Mutterschaft, wodurch sich möglicherweise Einkommensunterschiede zwischen Müttern und Nicht-Müttern ergeben können.

Ausgehen von den Annahmen der Theorie der statistischen Diskriminierung, wie der Humankapitaltheorie kann deshalb folgende Hypothese aufgestellt werden (siehe Abbildung 1):

H1: Mütter haben im Vergleich zu Nicht-Müttern durchschnittlich ein geringeres Einkommen.

Wenn davon ausgegangen wird, dass die Einkommenseinbußen sich hauptsächlich auf den Verlust von Humankapital beziehen, so kann daraus geschlossen werden, dass Frauen mit einem hohen Bildungsniveau, aufgrund von mehr akkumuliertem Humankapital, stärker von einem Humankapitalverlust bedroht sind. Somit würden sie in Folge des Erziehungsurlaubes größere Lohneinbußen in Kauf nehmen müssen (Ziefle 2004: 226). Aus dieser Annahme ergibt sich die Formulierung der zweiten Hypothese (siehe Abbildung 2):

H2: Die Einkommensdifferenz zwischen Müttern und Nicht-Müttern mit Hochschulabschluss ist durchschnittlich höher, als zwischen Müttern und Nicht-Müttern ohne Hochschulabschluss.

3 Daten, Operationalisierungen und Methode

3.1 Daten

Zur Beantwortung der Forschungsfrage zum Zusammenhang zwischen Mutterschaft und Einkommen soll als Datengrundlage die Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) herangezogen werden. Der ALLBUS ist ein nationales Datengenerierungsprogramm, welches vor allem den sozialen Wandel als Untersuchungsgegenstand sieht (Wasmer et al. 2012: 6). Die empirischen Ergebnisse, welche in dieser Arbeit präsentiert werden, basieren auf dem Datensatz des ALLBUS 2012. Die Befragung wurde durch mündliche Interviews mit einem vollstrukturierten Fragebogen (CAPI) durchgeführt (Wasmer et al. 2012: 16). Für die Fallzahl des ALLBUS 2012 ergibt sich eine Nettofallzahl von N = 3480 Befragten. Die hohe Fallzahl, wie die Abdeckung der meisten benötigten Variablen zur Analyse der Forschungsfrage durch ein breites Variablenspektrum, spricht für die Verwendung des ALLBUS. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die Zufallsauswahl der Befragten, wodurch die Grundgesamtheit die gesamte erwachsene Wohnbevölkerung, Deutsche wie Ausländer, der Bundesrepublik Deutschlands umfasst (Wasmer et al. 2012: 6 ff.). Durch die Zufallsauswahl der Befragten kann das Problem der Selektivität, wodurch es zu Verfälschung der Ergebnisse kommen kann, eingedämmt werden. Der Datensatz des Websurveys offenbart in der Nichterfüllung der Stichprobenauswahl seinen größten Nachteil. Da die Befragten aus dem Studierendenumfeld rekrutiert wurden, sind die Daten stark selektiv. Die Abfrage des Einkommens, welches bei der hier analysierten Forschungsfrage die abhängige Variable darstellt, könnte jedoch beim ALLBUS zu Problemen der Selektivität führen, aufgrund der persönlichen Befragung durch direkte Interviews. Wagner & Motel (1996: 497) gehen davon aus, dass bei mittleren Einkommen eine hohe Antwortbereitschaft besteht, wohingegen aufgrund von sozialer Erwünschtheit, Personen mit besonders hohen oder niedrigen Einkommen häufiger die Antwort verweigern oder nicht korrekt angeben. Da sich die Ausfälle auf Gruppen mit unterschiedlichen Charakteristika beziehen, entsteht durch die Antwortverweigerung eine Stichprobenverzerrung, welche sich auf die Validität der Ergebnisse auswirkt (Cuddeback et al. 2004)

3.2 Abhängige und unabhängige Variablen

Zur Testung der formulierten Hypothesen werden zwei lineare Regressionsanalysen berechnet, mit der Mutterschaft als unabhängiger und dem Einkommen als abhängiger Variable. In einem zweiten Schritt werden die Kontrollvariablen Alter, Migrationshintergrund, soziale Herkunft, sowie Wohnort (Ost/West und Stadt/Land) eingefügt. Zur Testung der zweiten Hypothese wird die Interaktionsvariable Hochschulabschluss einbezogen.

Vor der Durchführung der Analyse werden einige Personengruppen, welche für die Fragestellung nicht relevant sind, ausgeschlossen. Die Forschungsfrage bezieht sich auf das Einkommen der Mütter, weshalb alle Männer nicht beachtet werden. Da sich die Humankapitaltheorie nicht auf selbständig beschäftigte Personen bezieht und die Theorie der statistischen Diskriminierung von der Diskriminierung durch einen Arbeitgeber ausgeht (siehe Kapitel 2), werden Selbständige ebenfalls außer Acht gelassen. Die Annahmen der Humankapitaltheorie beziehen sich auf die Akkumulation von Wissen durch Bildung und Ausbildung. Personen ohne Ausbildungsabschluss treten unter anderen Umständen in den Arbeitsmarkt ein und werden deshalb in der Analyse nicht weiter berücksichtigt. Zu Personen ohne Ausbildungsabschluss zählen Schüler, Personen mit beruflicher Anlernzeit oder einem Teilfacharbeiterabschluss. Es wird weiter davon ausgegangen, dass ein im Haushalt lebender Ehepartner sich an der anfallenden Hausarbeit und Kindererziehung beteiligt, was sich auf die Erwerbsunterbrechung der Frau auswirken kann. Ebenfalls besteht bei alleinerziehenden Müttern eher die Notwendigkeit aus finanziellen Gründen schnell wieder ins Erwerbsleben einzusteigen. Um diese Einflussfaktoren auszuschließen, werden nur Frauen mit einem im Haushalt lebenden Ehepartner berücksichtigt.

X1: Mutterschaft

Die unabhängige Variable Mutterschaft ist nominal skaliert, da sie zwei Ausprägungen hat, nämlich Mutter und Nicht-Mutter. Als Mütter gelten all jene Frauen, welche eigene, leibliche Kinder haben. Dabei ist nicht wichtig, ob sie noch im Haushalt leben, da im Rahmen dieser Forschungsarbeit die Dauer und der Zeitpunkt der Erwerbsunterbrechung in der Analyse nicht beachtet wird. Die Frauen, welche keine Kinder haben bilden die Referenzkategorie Nicht-Mutter.

Die Frage nach Kindern bildet die Variable v429 ab. Um eine Variable der Mutterschaft zu generieren, werden in der neuen Variable mutter mithilfe einer zuvor generierten Variable frau alle Frauen berücksichtigt, welche entweder Kinder außer Haus oder im Haushalt haben. Alle Frauen, welche keine Angabe gemacht haben, werden aus der Analyse ausgeschlossen. Somit ergeben sich für die Variable mutter die Ausprägungen 1: Mutter und 0: Nicht-Mutter.

Da bei der Erhebung des Datensatzes nur das Vorhandensein leiblicher Kinder erfragt wurde, können Adoptivkinder und Pflegekinder in dieser Variable nicht berücksichtigt werden. Nicht-leibliche Kinder jedoch, würden in ähnlichem Maße wie leibliche Kinder, zu einer Erwerbsunterbrechung bei der Mutter führen. Aufgrund des ausreichenden Umfangs der Fallzahlen (N = 424) dürfte dies nicht weiter problematisch sein.

[...]

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Inwiefern wirkt sich die Mutterschaft auf das Einkommen von Frauen aus?
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Note
2,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
26
Katalognummer
V380780
ISBN (eBook)
9783668574083
ISBN (Buch)
9783668574090
Dateigröße
884 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inwiefern, mutterschaft, einkommen, frauen
Arbeit zitieren
Neema Li (Autor), 2017, Inwiefern wirkt sich die Mutterschaft auf das Einkommen von Frauen aus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380780

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