Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Entwicklungspolitik

Die "strategischen Partnerschaft" zwischen den Emerging Donors China und Brasilien. Eine Beziehung auf Augenhöhe?

Titel: Die "strategischen Partnerschaft" zwischen den Emerging Donors China und Brasilien. Eine Beziehung auf Augenhöhe?

Hausarbeit , 2017 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Doreen Kolonko (Autor:in)

Politik - Thema: Entwicklungspolitik
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit ihrer Etablierung als Interessensvertreter des globalen Südens innerhalb internationaler Foren und Organisationen ist seit den 1990er Jahren ein Aufkommen neuer Partnerschaften zwischen Emerging Donors auf bilateraler sowie multilateraler Ebene feststellbar. Diese Partnerschaften gehen über wirtschaftliche und finanzielle Kooperationen hinaus und sind vor allem auf politischer Ebene mit dem Anspruch verbunden, eine Emanzipation der betroffenen Akteure im internationalen System zu erzielen und strukturelle Reformen der bestehenden Weltordnung zu initiieren.

Emerging Donors grenzen ihre Partnerschaften auf diskursiver Ebene deutlich vom Modell der "Nord-Süd-Zusammenarbeit" ab und berufen sich auf ein ihr innewohnendes Gleichheitsprinzip sowie eine Ausrichtung auf gegenseitige, gleichwertige Gewinne. Gleichzeitig stehen sie innerhalb der wissenschaftlichen Debatte in der Kritik, da ihre Hilfeleistungen häufig vorrangig durch das Erzielen eigener ökonomischer Vorteile und nicht durch die Förderung lokaler Entwicklung im Partnerland motiviert seien.

Ausgehend von dieser Kontroverse soll die vorliegende Arbeit eine Untersuchung des Charakters der Beziehungen zwischen Emerging Donors leisten. Anhand der seit 1993 bestehenden "strategischen Partnerschaft" zwischen Brasilien und China soll exemplarisch untersucht werden, inwiefern der propagierte Grundsatz der Gleichstellung beider Akteure umgesetzt wird und ob die Beziehungen sich damit tatsächlich auf Augenhöhe abspielen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Die Interdependenztheorie

2.2 Der Begriff des Emerging Donor

2.3 Der Begriff der Beziehung auf Augenhöhe

3. Entwicklung der Beziehungen

3.1 Kurzdarstellungen der Beziehungen bis 1999

3.2 Strategien und Verflechtungen im 21. Jahrhundert

3.2.1 Wirtschaft

3.2.1.1 Bilaterale Handelsbeziehungen

3.2.1.2 Gemeinsame Kooperationen und Projekte

3.2.2 Politik

3.2.3 Finanzen

4. Abschließende Überlegungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Charakter der „strategischen Partnerschaft“ zwischen China und Brasilien, um zu klären, ob das propagierte Prinzip der beidseitigen Gleichstellung („auf Augenhöhe“) in der Praxis tatsächlich umgesetzt wird oder ob ein asymmetrisches Abhängigkeitsverhältnis besteht.

  • Analyse der sino-brasilianischen Handelsbeziehungen und ihrer wirtschaftlichen Komplementarität
  • Untersuchung der politischen Verflechtungen in multilateralen Institutionen
  • Bewertung von Investitionsströmen und infrastrukturbezogenen Kooperationen
  • Anwendung des interdependenztheoretischen Rahmens nach Keohane und Nye
  • Kritische Reflexion des Begriffs „Emerging Donor“ im Kontext der Partnerschaft

Auszug aus dem Buch

3.2.1.1 Bilaterale Handelsbeziehungen

Die Untersuchung der bilateralen Handelsbeziehungen soll zunächst die Zusammensetzung der Ein- und Ausfuhren beider Partnerländer als Indikatoren für das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis betrachten. Die Volksrepublik China ist auf den Export industrieller Endprodukte spezialisiert (de Melo und do Amaral Filho 2015, 70), zu dessen Fertigung sie einer gewissen Menge an Rohstoffen bedarf. Da sie als vergleichsweise ressourcen- und rohstoffarmes Land allerdings nicht dazu in der Lage ist, diese aus eigenen Beständen zu decken, ist sie folglich von ausländischen Importen abhängig (Cardoso 2012, 40). Daher ist sie besonders bestrebt, die Handelsbeziehungen zu Brasilien zu intensivieren (ebd.).

Das brasilianische Wirtschaftswachstum hingegen ist aufgrund des Reichtums an natürlichen Ressourcen hauptsächlich auf den Export von Primärgütern zurückzuführen (Ellis 2009, 49). Infolgedessen fährt es neben Gas und Öl (Whalley und Medianu 2012, 722) vorrangig Sojabohnen und Eisenerz (Whalley und Medianu 2012, 715-716) nach China aus. Letztere decken jeweils 40 beziehungsweise 20 Prozent des chinesischen Gesamtimports dieser Produkte ab (Cardoso 2012, 36). Angesichts der Spezialisierung der Bundesrepublik auf den Handel mit Primärgütern herrscht im industriellen Sektor eine niedrige Produktivität (de Melo und do Amaral Filho 2015, 73), sodass sich vom Handel mit China eine Komplementierung der eigenen Wirtschaftsstrukturen versprochen wird (Haibin 2010, 187).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der „strategischen Partnerschaft“ zwischen China und Brasilien ein und stellt die Forschungsfrage zur Gleichwertigkeit der Beziehung im interdependenztheoretischen Rahmen.

2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die Interdependenztheorie nach Keohane und Nye sowie die Definitionen der Begriffe „Emerging Donor“ und „Beziehung auf Augenhöhe“.

3. Entwicklung der Beziehungen: Hier werden die historischen Ursprünge und die modernen, durch Wirtschaft, Politik und Finanzen geprägten Verflechtungen analysiert, wobei besonders auf Asymmetrien eingegangen wird.

4. Abschließende Überlegungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Beziehung aufgrund bestehender wirtschaftlicher und politischer Asymmetrien nicht als „auf Augenhöhe“ bezeichnet werden kann.

Schlüsselwörter

Brasilien, China, Emerging Donors, Interdependenztheorie, Strategische Partnerschaft, Asymmetrie, Süd-Süd-Kooperation, Handelsbilanz, Rohstoffexporte, Investitionen, Außenpolitik, Weltordnung, Rohstoffabhängigkeit, Multilateralismus, Geberländer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Qualität der strategischen Partnerschaft zwischen den Schwellenländern China und Brasilien im Hinblick auf deren offizielles Ziel einer Beziehung auf Augenhöhe.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die wirtschaftlichen Handelsstrukturen, die politische Kooperation in internationalen Gremien sowie der Einfluss gegenseitiger Investitionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen dem propagierten Gleichheitsprinzip und der empirisch feststellbaren asymmetrischen Abhängigkeit in der sino-brasilianischen Partnerschaft aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf dem interdependenztheoretischen Ansatz von Keohane und Nye, um gegenseitige Abhängigkeitsgrade und Verwundbarkeiten zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung seit 1974 sowie die detaillierten Handels- und Investitionsströme und das gemeinsame Agieren in internationalen Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Asymmetrie, Rohstoffexporte, Süd-Süd-Kooperation, Interdependenz und strategische Partnerschaft.

Warum wird Brasilien als vom chinesischen Markt abhängig beschrieben?

Die Arbeit argumentiert, dass Brasiliens Exportstruktur zu stark auf Rohstoffe fokussiert ist, während China technologisch hochwertige Güter liefert, was eine einseitige industrielle Dependenz fördert.

Welche Rolle spielen Investitionen in die Infrastruktur?

Investitionen, etwa in Ölraffinerien oder Häfen, werden als Instrument Chinas gesehen, um seine eigene Versorgungssicherheit mit Ressourcen langfristig abzusichern.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die "strategischen Partnerschaft" zwischen den Emerging Donors China und Brasilien. Eine Beziehung auf Augenhöhe?
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Doreen Kolonko (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V380925
ISBN (eBook)
9783668574502
ISBN (Buch)
9783668574519
Sprache
Deutsch
Schlagworte
emerging donors emerging powers China Brasilien Süd-Süd-Kooperation south-south-cooperation Entwicklung Interpendenz internationale Beziehungen Keohane Nye Wirtschaft Politik Finanzen sino-brasilianisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Doreen Kolonko (Autor:in), 2017, Die "strategischen Partnerschaft" zwischen den Emerging Donors China und Brasilien. Eine Beziehung auf Augenhöhe?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380925
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  21  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum