Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal

Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker

Title: Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker

Seminar Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Peter Eitel (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einleitung

Im Wahlkampf 2002 lehnte Bundeskanzler Gerhard Schröder die Beteiligung deutscher Truppen an einem (damals noch) möglichen Krieg gegen den Irak prinzipiell ab. Bei öffentlichen Auftritten äußerte Gerhard Schröder immer wieder, dass es für ihn eine moralische, eine ethische Frage sei, ob deutsche Soldaten am Irak Krieg beteiligt sein sollen oder nicht. Und er entschied sich gegen ihre Beteiligung. Es ist jedoch fraglich, ob Gerhard Schröder sich aus wahltaktischen Gründen, die nichts als den Machterhalt im Auge haben, oder tatsächlich aus seiner inneren Überzeugung für ein solch klares „Nein“ entschied. Dies lässt sich nicht klären. Tatsache ist, dass Gerhard Schröder von den Wählern im Amt bestätigt wurde - auch, weil sie seine Überzeugung von einer Politik ohne Waffengewalt teilten, oder diese sie beeindruckte. Ob und wie Ethik und Moral in der Politik überhaupt eine Rolle spielen ist eine Frage, der sich bereits Max Weber in seiner Rede „Politik als Beruf“ und Robert Michels in „Masse, Führer, Intellektuelle. Politisch soziologische Aufsätze“ stellen. „Wie aber steht es mit der wirklichen Beziehung zwischen Ethik und Politik? Haben sie, wie man gelegentlich gesagt hat, gar nichts miteinander zu tun“? (Weber: 67). Ihre Antworten fallen unterschiedlich aus. So ist es Ziel dieser Arbeit, die unterschiedliche Bedeutung, die Max Weber und Robert Michels der Überzeugung eines Berufspolitikers von ethischen und moralischen Prinzipien beimessen, herauszuarbeiten. Hierzu bedarf es in einem einführenden Kapitel zunächst der abstrakten Begriffsklärung von Ethik und Moral, losgelöst von der Auffassung beider Wissenschaftler. Auch soll hier die Bedeutung der beiden Begriffe aus dem Bereich der Philosophie für politische Entscheidung geklärt werden. In den folgenden beiden Abschnitten dieser Arbeit werden die Betrachtungsweisen von Weber und Michels dargestellt. In einer Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst, und gegenübergestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung Ethik und Moral

3. Max Weber

3.1 Vorbemerkungen

3.2 Das Gebiet ethischer Fragen

3.3 Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß vs. Eitelkeit

3.4. Ethos der Politik als Sache

3.5. Gesinnungsethiker vs. Verantwortungsethiker

3.6. Die ethischen Paradoxien der Politik

3.7. Zusammenfassung

4. Robert Michels

4.1 Vorbemerkungen

4.2 Ethik als Angriffswaffe

4.3 Das Wesen der politischen Kaste

4.4 Das Wesen der Organisation

4.5.Das Ethos der Führer und der Massen

4.6 Zusammenfassung

5. Schlussbetrachtung

5.1. Der Stellenwert guten und gerechten Handelns

6. Abstract / Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den unterschiedlichen Stellenwert, den Max Weber und Robert Michels dem ethischen Handeln und moralischen Überzeugungen für den Berufspolitiker beimessen. Dabei wird analysiert, wie beide Autoren das Spannungsverhältnis zwischen dem notwendigen Machtstreben in der Politik und ethischen Prinzipien bewerten.

  • Vergleich der Konzepte von Ethik und Politik bei Max Weber und Robert Michels.
  • Analyse der Weberschen Qualitäten eines Politikers (Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß).
  • Untersuchung von Michels' These der Oligarchisierung und der Instrumentalisierung von Ethik als Waffe.
  • Diskussion der „ethischen Paradoxien der Politik“ und der Rolle des Machtstrebens.
  • Kontrastierung der Sichtweisen zur Abhängigkeit zwischen Politiker und Gefolgschaft.

Auszug aus dem Buch

3.3 Leidenschaft, Verantwortungsgefühl, Augenmaß vs. Eitelkeit

„Man kann sagen, dass drei Qualitäten vornehmlich entscheidend sind für den Politiker: Leidenschaft – Verantwortungsgefühl – Augenmaß. (S.62). So sieht Weber die Leidenschaft im Sinne von Hingabe an eine Sache. Verantwortungsgefühl versteht er als Verantwortlichkeit gegenüber dieser Sache als dem entscheidenden Leitstern des Politikers. Und schließlich das Augenmaß, das die Fähigkeit, „die Realitäten mit innerer Ruhe auf sich wirken zu lassen, also: der Distanz zu den Dingen und Menschen“ (S.62) beschreibt.

Der Besitz dieser Fähigkeiten ist nach Weber Grundlage für die Stärke einer politischen Persönlichkeit. Somit sind sie auch Grundlage für ein politisch „gutes Handeln“, also gutem Umgang mit Macht und der damit einhergehenden Gewalt. Einen „allzu menschlichen Feind“(S.63) hat der Politiker dabei zu überwinden: Die Eitelkeit.

Für Max Weber ist sie die „Todfeindin aller sachlichen Hingabe und Distanz“, vor allem aber „der Distanz zu sich selbst“ (S.63). Wieder nimmt Max Weber das Streben nach Macht als unvermeidlichem Mittel der Politik als Grundlage seiner Betrachtung. So kann die Eitelkeit, „das Bedürfnis selbst möglichst sichtbar in den Vordergrund zu treten“(S.64) zu den zwei Sünden der Politik führen: Unsachlichkeit und Verantwortungslosigkeit. Unsachlich und Verantwortungslos ist ein Politiker dann, wenn „dieses Machtstreben unsachlich und ein Gegenstand rein persönlicher Selbstberauschung “ (S.63) wird. Die Folgen: der Politiker läuft Gefahr, „sowohl zum Schauspieler zu werden wie die Verantwortung seines Tuns auf die leichte Schulter zu nehmen“ (S.64).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, ob und wie ethische Prinzipien den Berufspolitiker in seinem Handeln beeinflussen, und stellt die Ansätze von Max Weber und Robert Michels gegenüber.

2. Begriffsklärung Ethik und Moral: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe der Ethik und Moral im philosophischen Kontext und grenzt die politische Ethik als spezifisches Handlungsfeld ab.

3. Max Weber: Hier wird Webers Rede „Politik als Beruf“ analysiert, wobei besonders die Qualitäten eines Politikers, das Ethos der Sache und die Unterscheidung zwischen Gesinnungs- und Verantwortungsethik im Vordergrund stehen.

4. Robert Michels: Dieses Kapitel untersucht Michels' Analyse oligarchischer Tendenzen in der Gesellschaft und seine Sicht auf Ethik als machtpolitisches Instrument zur Legitimierung und zum Machterhalt.

5. Schlussbetrachtung: Die Erkenntnisse aus den vorangegangenen Kapiteln werden zusammengeführt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Auffassungen von Weber und Michels hinsichtlich Macht und ethischem Handeln aufzuzeigen.

Schlüsselwörter

Politik als Beruf, Ethik, Moral, Max Weber, Robert Michels, Machtstreben, Verantwortungsethik, Gesinnungsethik, Oligarchisierung, Berufspolitiker, politisches Handeln, Macht, Gewaltsamkeit, Gefolgschaft, Organisation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Stellenwert ethischen Handelns für Berufspolitiker im Denken von Max Weber und Robert Michels.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themen umfassen politische Ethik, Machtverhältnisse, das eherne Gesetz der Oligarchie, die Rolle von Führungspersonen und die Paradoxien politischer Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche unterschiedliche Bedeutung Weber und Michels moralischen Überzeugungen in der Berufspolitik beimessen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende politikwissenschaftliche Textanalyse auf der Basis der Originalwerke von Max Weber und Robert Michels.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Darstellung von Webers ethischen Kategorien (z.B. Leidenschaft, Augenmaß) und Michels' soziologischer Analyse der Oligarchisierung von Organisationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Politik, Ethik, Macht, Verantwortungsethik und oligarchische Tendenzen geprägt.

Wie unterscheidet sich Webers Sicht auf den Politiker von der Michels'?

Während Weber den Idealpolitiker als verantwortungsbewussten Diener einer Sache sieht, beschreibt Michels den Politiker eher als egoistischen Machtakteur, der Ethik lediglich als Mittel zum Zweck nutzt.

Welche Rolle spielt die „Gefolgschaft“ in der Analyse beider Autoren?

Beide sehen die Gefolgschaft als zentral an, doch Weber betont die wechselseitige Abhängigkeit, während Michels die Manipulation der Massen durch den Führer hervorhebt.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald
Course
Proseminar; Max Weber: Politik als Beruf
Grade
1,3
Author
Peter Eitel (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V38099
ISBN (eBook)
9783638372749
Language
German
Tags
Weber Robert Michels Ethik Moral Berufspolitiker Proseminar Weber Politik Beruf
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Peter Eitel (Author), 2005, Max Weber und Robert Michels: Ethik, Moral und der Berufspolitiker, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38099
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint