Ein Großteil der Fluggesellschaften ist mit fallenden Erträgen im operativen Geschäft konfrontiert. Vorhandene Überkapazitäten in einem generell gesättigten Marktumfeld verschärfen diese Lage zusätzlich. Des weiteren sind viele Airlines durch ungünstige Kostenstrukturen und komplexe Produktions- u. Distributionsprozesse zusätzlich belastet (Sterzenbach/Conrady 2003, S. 1). Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Faktor hinsichtlich des Wettbewerbs ist die zunehmende Zahl an no-frills Airlines, welche den schon bestehenden Wettbewerbsdruck innerhalb der Branche verstärken (Jarach 2004, S. 23). Betrachtet man diese Faktoren zusammengenommen, so lässt sich feststellen, dass die Luftverkehrsindustrie eine sehr wettbewerbsintensive Branche darstellt. Gerade diese Tatsache zwingt die Fluggesellschaften dazu, eine effiziente Ausnutzung der vorhandenen Sitzplatzkapazitäten zu erreichen. Das Instrument, welches in diesem Zusammenhang eingesetzt wird, heißt Yield-Management (YM).
Die vorliegende Arbeit setzt sich aus vier Teilen zusammen. Ausgangspunkt stellt der zweite Teil der Arbeit dar, in dem neben dem historischen Hintergrund (2.1) eine Definition des YM (2.2) und die Anwendungsvoraussetzungen (2.3) erläutert werden. Der dritte Teil der Arbeit konzentriert sich auf die Umsetzung des YM bei Fluggesellschaften. Hier werden die Komponenten des YM (3.1) und die angewandten Techniken (3.2) erläutert. Im vierten Teil wird ein Fazit gezogen und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen des YM bei Fluggesellschaften gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen des Yield-Management
2.1 Historischer Hintergrund
2.2 Definition des Yield-Management
2.3 Anwendungsvoraussetzungen
3 Umsetzung des Yield-Management bei Fluggesellschaften
3.1 Komponenten
3.2 Techniken
3.2.1 Überbuchungen
3.2.2 Preis-Mengen-Steuerung
3.2.3 Network-Yield-Management
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und Anwendung von Yield-Management als zentrales Instrument zur Ertragssteigerung bei Fluggesellschaften in einem wettbewerbsintensiven Marktumfeld. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie durch den gezielten Einsatz von Kapazitätssteuerung und Preisoptimierung die Auslastung und der Gesamtumsatz unter Berücksichtigung spezifischer Rahmenbedingungen maximiert werden können.
- Historische Entwicklung und theoretische Grundlagen des Yield-Management.
- Notwendige Anwendungsvoraussetzungen in der Luftverkehrsbranche.
- Operative Komponenten wie Datenbanken und Prognosemodelle.
- Techniken der Überbuchung sowie Preis-Mengen-Steuerung.
- Herausforderungen des Network-Yield-Management.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Überbuchungen
Die systematische Überbuchung von Flügen ist das erste wesentliche Instrument in diesem Zusammenhang. AA hat diesbezüglich festgestellt, dass ohne Überbuchung 15% der Sitze bei Abflug nicht besetzt sein würden (Smith/Leimkuhler/Darrow 1992, S.9 u. S.24). Aufbauend auf dieser Erkenntnis können nun von Seiten der Airlines gezielt Überbuchungen vorgenommen werden, so dass das Flugzeug bei Abflug möglichst eine vollständige Kapazitätsauslastung aufweist. Die optimale Überbuchungsquote setzt sich dabei nach Sterzenbach/Conrady aus mehreren Faktoren zusammen:
• Historisches No-Show-Verhalten,
• Verhältnis von Geschäfts- u. Privatreisenden,
• Frequenzen,
• Verbleibende Zeit bis zum Abflug (Sterzenbach/Conrady 2003, S. 350).
Der wichtigste Faktor diesbezüglich ist das historische No-Show Verhalten bezogen auf die einzelne Flugstrecke, Tageszeit, Verkehrstag und Buchungsklasse (Sterzenbach/Conrady 2003, S. 350).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die wirtschaftliche Herausforderung fallender Erträge für Fluggesellschaften und führt Yield-Management als Lösungsansatz ein.
2 Grundlagen des Yield-Management: Beleuchtet die historische Entwicklung, verschiedene Begriffsdefinitionen sowie die zentralen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz.
3 Umsetzung des Yield-Management bei Fluggesellschaften: Erläutert die technischen Komponenten und spezifischen Optimierungsverfahren wie Überbuchungen, Preis-Mengen-Steuerung und Network-Yield-Management.
4 Fazit und Ausblick: Bewertet den Erfolg des Yield-Managements und prognostiziert die steigende Bedeutung durch technologischen Fortschritt und zunehmenden Wettbewerb.
Schlüsselwörter
Yield-Management, Fluggesellschaften, Preis-Mengen-Steuerung, Überbuchung, Kapazitätssteuerung, Umsatzmaximierung, No-Show-Verhalten, Revenue-Management, Buchungsklassen, Luftverkehrsbranche, Network-Yield-Management, Ertragssteuerung, Informationstechnologie, Marktsegmentierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept des Yield-Management und dessen praktische Anwendung durch Fluggesellschaften zur Optimierung von Erträgen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Kapazitätssteuerung, der Preisdifferenzierung sowie den technologischen und datengestützten Systemen, die hinter diesen Prozessen stehen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Airlines durch mathematische und betriebswirtschaftliche Methoden der Ertragssteuerung in einem gesättigten Markt wettbewerbsfähig bleiben.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Definitionen, Modelle und Techniken aus der betriebswirtschaftlichen Forschung zusammenführt und strukturiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des Yield-Managements sowie die konkrete Umsetzung in der Airline-Praxis durch Komponenten wie Prognosemodelle und Techniken wie das "Nesting".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Yield-Management, Fluggesellschaften, Kapazitätsauslastung und Preis-Mengen-Steuerung.
Was bedeutet der Begriff "No-Show-Verhalten"?
Ein No-Show ist ein Passagier, der trotz Buchung nicht zum Flug erscheint, was für die Airline eine wichtige Variable bei der Berechnung der optimalen Überbuchungsquote darstellt.
Warum ist das "Network-Yield-Management" komplexer als die Betrachtung von Direktflügen?
Da viele Passagiere umsteigen, müssen nicht nur einzelne Strecken, sondern das gesamte Streckennetz und die Anschlussverbindungen integriert optimiert werden, um den Gesamtertrag zu maximieren.
- Quote paper
- Martin Axt (Author), 2004, Yield Management bei Fluggesellschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38107