In dieser Arbeit soll vor allem anhand eines Interviews herausgearbeitet werden, inwiefern das Theater als Institution Formen der Kulturindustrie aufweist. Dabei soll der Fokus insbesondere auf den Einfluss von ökonomischen Interessen auf die Kunst sowie die Angleichung selbiger und die Frage, ob das Theater auch die Tendenz zu einer Unterhaltungsindustrie aufweist, gelegt werden.
Zunächst soll die Begrifflichkeit der Kulturindustrie unter Adorno genauer erläutert werden, um anschließend Hintergründe und Zusammenhänge zu der Institution des Theaters herzustellen. Des Weiteren soll auf das Methodische Konzept des anschließenden Leitfrageninterviews eingegangen werden. An dieser Stelle soll deutlich gemacht werden, welche Fragen dem Interview als Rahmenkonstrukt dienlich sein sollen und welche Methoden angewendet werden. Den Abschluss der Hausarbeit bildet das Fazit, welches eine Analyse des Interviews beinhaltet. Außerdem soll anhand des Interviews herausgearbeitet werden, inwiefern das Theater im Sinne Adornos als ein Teil der Kulturindustrie gesehen werden kann und somit ein weiteres Produkt der Unterhaltungsindustrie darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Kulturindustrie
2.2 Kulturindustrie und Theater
3. Methodische Konzeption und Leitfrageninterview
5. Interview Partner
6. Interview
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht auf Basis der Theorie der Kulturindustrie nach Theodor W. Adorno, inwieweit das Theater als Institution gegenwärtig ökonomischen Verwertungslogiken unterliegt oder sich als Raum für authentische, kritische Kunst behaupten kann.
- Kritische Analyse des Begriffs der Kulturindustrie
- Vergleich von staatlich subventionierten Theatern und Privattheatern
- Einfluss ökonomischer Interessen auf die künstlerische Freiheit
- Untersuchung von Standardisierungstendenzen im Theaterbetrieb
- Rolle des Theaters als Ort gesellschaftlicher Reflexion
Auszug aus dem Buch
2. Theoretischer Hintergrund
Der die Kulturindustrie betreffende Aufsatz entstand aus dem Bedürfnis, auf den wachsenden Einfluss von Unterhaltungsindustrie, sowie die Vereinheitlichung und Kommerzialisierung von Kunst zu reagieren. Das von Adorno und Horkheimer beobachtete Phänomen wurde somit in der Begrifflichkeit der Kulturindustrie festgehalten und fand hohe Popularität im Diskurs der 1960er Jahre (vgl. Balme 2013, s.37). Im Folgenden soll der Begriff der Kulturindustrie, wie er unter Adorno verwendet wurde, herausgearbeitet werden um ihn anschließend in den Zusammenhang mit der Institution des Theaters zu bringen.
2.1 Kulturindustrie
Der Begriff der Kulturindustrie wurde erstmalig von Adorno und Horkheimer verwendet und ging aus dem Begriff der Massenkultur hervor (vgl. Adorno 1963, s.337). Gegensätzlich zu dem Begriff der Massenkultur sollte nun in Form der Kulturindustrie herausgearbeitet werden, dass es sich nicht um eine von der Masse generierte Kultur handelt, sondern um eine Art von Industrie, welche auf den Konsum von Massen zugeschnitten ist und diesen auch maßgeblich beeinflusst (vgl. ebd.). Die beschriebenen Güter der Kulturindustrie werden somit zu Produkten mit denen Handel betrieben wird. Die Folgen der Kommodifizierung von Kulturgütern haben ein ähnliches Resultat wie bei Karl Marx die Ware. In Marx Analyse der Warenzirkulation wird der Ware ein Gebrauchswert zugesprochen, welcher im Späteren durch den Tauschwert ersetzt wird (vgl. Marx 1983, s.104). Es entsteht somit nicht nur ein Tauschwert, der den Wert eines (Kultur)Gutes maßgeblich bestimmt, es wird dadurch auch eine Grundstruktur der Verwertung und des Konsums geschaffen, die die Basis für die Kulturindustrie bildet (vgl. Adorno 1965, s.17 f.) Die so erzeugten Kulturgüter verlieren an Authentizität und der höchste Wert des Gutes wird der Profit selbst (vgl. Gebur 2002, s.407). Dieser Prozess geht soweit, dass „[...] Geistige Gebilde kulturindustriellen Stils nicht länger auch Waren [sind]“ (Adorno 1963, s.338), sondern voll und ganz zu Ware werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur Wirkung von Kunst und Kultur in Anlehnung an Adornos Theorie der Kulturindustrie.
2. Theoretischer Hintergrund: Theoretische Herleitung des Begriffs Kulturindustrie und dessen Übertragbarkeit auf die Institution des Theaters.
3. Methodische Konzeption und Leitfrageninterview: Begründung des gewählten qualitativen Forschungsdesigns mittels eines Leitfrageninterviews.
5. Interview Partner: Kurzvorstellung des Experten, der als Schauspieler an einem staatlich subventionierten Theater tätig ist.
6. Interview: Dokumentation und inhaltliche Wiedergabe des geführten Experteninterviews zum Thema Theater und Kommerzialisierung.
7. Fazit: Zusammenfassende Auswertung der Erkenntnisse aus dem Interview im Hinblick auf die theoretische Ausgangslage.
Schlüsselwörter
Kulturindustrie, Theater, Theodor W. Adorno, Kommerzialisierung, Subventionen, künstlerische Freiheit, Massenkultur, Unterhaltungsindustrie, Warencharakter, Authentizität, Leitfrageninterview, Kapitalismus, Kulturbetrieb, Privattheater, gesellschaftskritische Kunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, inwiefern das Theater als Institution Mechanismen der Kulturindustrie aufweist und ob es als Produkt der Unterhaltungsindustrie betrachtet werden kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die künstlerische Freiheit im Vergleich zwischen staatlichen und privaten Theatern sowie der Einfluss ökonomischer Interessen auf die künstlerische Produktion.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob Theaterstücke und -institutionen zunehmend nach kapitalistischen Verwertungslogiken funktionieren oder ob eine kritische, authentische Stimme erhalten bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Methode in Form eines Leitfrageninterviews gewählt, um Expertenwissen über die Produktionsbedingungen am Theater zu generieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Einbettung, das methodische Konzept, die Vorstellung des Interviewpartners sowie die Durchführung und Analyse des Interviews.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Kulturindustrie, Kommerzialisierung, künstlerische Autonomie, Subventionen und die kritische Auseinandersetzung mit dem Theaterbetrieb.
Welche Rolle spielen staatliche Subventionen für die künstlerische Freiheit?
Laut dem Interviewpartner sichern Subventionen eine gewisse monetäre Autonomie, jedoch wächst auch hier der Druck, sich durch Sponsoren oder Zuschauerzahlen zu rechtfertigen.
Wie unterscheidet sich das Privattheater von staatlich geförderten Bühnen?
Privattheater sind laut der Untersuchung deutlich stärker dem Prinzip von Angebot und Nachfrage unterworfen, da sie ohne staatliche Grundsicherung existieren müssen.
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- Paul Weinheimer (Author), 2017, Die Rolle des Theaters in der Kulturindustrie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381071