Vielfältigkeit ist einer der Gründe dafür, dass Friedrich II. noch Jahrhunderte nach seinem Ableben in Erinnerung geblieben ist. Eines der bemerkenswertesten Vermächtnisse Friedrichs war florierende Heerwesen und die damit verbundenen militärischen Konfrontationen. Durch die Erfolge in den Schlesischen Kriegen, infolgedessen Preußen zur europäischen Großmacht aufstieg, wurde Friedrich zu einem der Begründer des Deutschen Kaiserreiches stilisiert. Zusätzliche Bewunderung rief hervor, dass Friedrich als König und Feldherr in Personalunion gegen die Feinde zu Felde zog.
Dem überschwänglichen Lob zum Trotz darf nicht außer Acht gelassen werden, dass die militärpolitischen Entscheidungen des preußischen Monarchen nicht unumstritten waren. Friedrich war vom hohen Stellenwert des Militärs für den Staat überzeugt. Er selbst bezeichnete sich als roi connétable, angelehnt an das französische Amt des Heerführers, und intendierte damit auch seine eigene Stellung in der Armee.
Wie aber sah diese Stellung genau aus? Ordnete er sich seinen Generälen unter oder sorgte er selbst für die militärisch wichtigen Entscheidungen? Beantwortet werden sollen diese Fragen mithilfe des Politischen Testamentes von 1752. Dazu werden zunächst in aller Kürze biographische Angaben zum preußischen König gemacht, woraufhin das Testament aspektorientiert analysiert wird. Schließlich folgt ein Vergleich der Ergebnisse mit weiteren Schriften Friedrichs.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Forschungsstand
- Zur Person Friedrichs II
- Das Politische Testament von 1752
- Entstehung, Anlass, Gattung und Überblick des Politischen Testamentes
- Der roi connétable im Politischen Testament von 1752
- Begriffserklärung: roi connétable
- Roi connétable: gelehrt und erfahren
- Roi connétable: verantwortlich, fürsorglich, vorbildlich
- Zwischenfazit
- Der roi connétable in anderen Selbstzeugnissen
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit analysiert Friedrich II. von Preußens Politisches Testament von 1752, insbesondere hinsichtlich des Bildes des „roi connétable“. Ziel ist es, die Rolle und die Selbstwahrnehmung Friedrichs als militärischer Führer innerhalb der preußischen Armee zu beleuchten und seine Vorstellungen von idealem Königtum im Kontext des Militärs zu erforschen.
- Das Politische Testament von 1752 als Quelle für die Analyse von Friedrichs militärischem Selbstverständnis
- Das Bild des „roi connétable“ im Testament und seine Bedeutung für die Interpretation von Friedrichs Selbstverständnis
- Friedrichs Rolle als militärischer Führer und seine Beziehung zu seinen Generälen
- Der Einfluss des „roi connétable“-Ideals auf Friedrichs militärische Entscheidungen und Reformen
- Der Vergleich des Bildes des „roi connétable“ im Testament mit anderen Selbstzeugnissen Friedrichs
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Einleitung gibt einen kurzen Überblick über die historische Persönlichkeit Friedrichs II. und die vielschichtige Darstellung seiner Rolle in der Literatur. Sie erläutert die Bedeutung des Militärs im Leben Friedrichs und stellt die Forschungsfrage nach seiner Selbstwahrnehmung als militärischer Führer.
- Das Politische Testament von 1752: Dieses Kapitel beschreibt Entstehung und Inhalt des Politischen Testamentes und analysiert den Begriff des „roi connétable“ in Bezug auf Friedrichs Selbstverständnis als König und Feldherr. Es beleuchtet seine Vorstellungen von einem idealen Militärführer und die Bedeutung des Militärs für den preußischen Staat.
- Der roi connétable in anderen Selbstzeugnissen: Dieses Kapitel setzt die Analyse des „roi connétable“-Ideals fort, indem es weitere Schriften Friedrichs in Bezug auf sein militärisches Selbstverständnis untersucht. Es vergleicht die Erkenntnisse aus dem Politischen Testament mit anderen Selbstzeugnissen.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Friedrich II. von Preußen, Politisches Testament, roi connétable, Militär, Heerwesen, Selbstverständnis, Selbstzeugnis, preußische Armee, militärische Führung, König, Feldherr.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet der Begriff „roi connétable“?
Der Begriff, angelehnt an das französische Amt des Heerführers, beschreibt Friedrichs Selbstverständnis als König und Feldherr in Personalunion, der die Armee persönlich führt.
Was ist die Hauptquelle für diese historische Analyse?
Die zentrale Quelle ist das „Politische Testament“ Friedrichs II. von Preußen aus dem Jahr 1752.
Wie sah Friedrich II. seine Rolle gegenüber seinen Generälen?
Friedrich sah sich als oberste Instanz, die militärisch wichtige Entscheidungen selbst trifft, jedoch gleichzeitig ein Vorbild an Gelehrsamkeit, Erfahrung und Fürsorge für seine Truppen sein wollte.
Welchen Stellenwert hatte das Militär für Friedrich II.?
Für Friedrich war das Militär das Fundament des Staates. Er war überzeugt, dass die Macht Preußens untrennbar mit einem florierenden Heerwesen verbunden ist.
Was war das Ziel des Politischen Testaments von 1752?
Es diente als geheimes Vermächtnis zur Unterweisung seiner Nachfolger über die Staatsführung, die Verwaltung und insbesondere die militärische Strategie Preußens.
- Citar trabajo
- Lars Marwinski (Autor), 2017, Der roi connétable im Politischen Testament Friedrichs II. von 1752. Die militärische Stellung des preußischen Königs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381088