"Pop Art" - dieser Ausdruck wurde von dem Kunstkritiker Lawrence Alloway geprägt, doch obwohl er für eine Kunstrichtung steht, meinte Alloway zunächst einmal damit das genaue Gegenteil, nämlich "nicht Kunst". Da die Kunstszene während der Zeit vor der "Pop Art" als leer und steif bezeichnet wurde, hatten viele junge Menschen das Bedürfnis eine ganz neue grenzenlose Kunst hervorzubringen, welche die Kluft zwischen ihr und dem Alltag überbrücken sollte. Die bisherige Kunst reichte dafür nicht mehr aus, also entwickelte sich Mitte der 50er Jahre in mehreren Ländern fast gleichzeitig eine Bewegung, welche Objekte aus dem Alltag und den Massenmedien mit in ihre Werke einbezog.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Pop Art in Großbritannien
2.1. Pop Art Entwicklung in Großbritannien
2.2. Die Entwicklungsphasen der britischen Pop Art
2.3. Independent Group
2.4. Massenmedien, Zeitschriften und Cartoons
2.5. Eduardo Paolozzi
2.6. Richard Hamilton
3. Pop Art in Amerika
3.1. Die Pop Art Entwicklung in Amerika
3.2. Die Entwicklungsphasen der amerikanischen Pop Art
3.3. The Factory
3.4. Andy Warhol
3.5. Roy Lichtenstein
4. Unterschiede der Pop Art
4.1. Unterschiede der Pop Art in den USA, England, Frankreich und Deutschland
4.2. Nouveau Realistes
5. Abstrakter Expressionismus
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und Entwicklung der Pop Art als einflussreiche Kunstbewegung der Nachkriegszeit. Dabei liegt der Fokus auf der vergleichenden Analyse der britischen und amerikanischen Ausprägungen sowie der Rezeption und Adaption durch prominente Künstler der Epoche, um aufzuzeigen, wie diese Kunstrichtung Alltagsgegenstände und Massenmedien zur Kritik an der Konsumgesellschaft instrumentalisierte.
- Genese der Pop Art in Großbritannien und den USA
- Einfluss der Independent Group und der Massenkultur
- Biografische und künstlerische Analyse von Wegbereitern wie Paolozzi, Hamilton, Warhol und Lichtenstein
- Gegenüberstellung der Pop Art mit dem Abstrakten Expressionismus
- Regionale Spezifika und Unterschiede in der internationalen Rezeption
Auszug aus dem Buch
„Just what is it, that makes today’s homes so different, so appealing?“ – 1956
Richard Hamilton entwarf 1956 das Werk „Just what is it, that makes today’s homes so different, so appealing?“ für die Ausstellung „This is Tomorrow“ der Independent Group, welche in der „Whitechapel Art Gallery“ in London stattfand. Hamiltons Werk zeigt ein Wohnzimmer, in welchem ein Mann und eine Frau zu sehen sind. Sie wirken perfekt aus der Sicht der damaligen Zeit, denn der Mann ist sehr muskulös und die Frau wirkt wie ein halb nacktes Pin-Up-Girl. Man könnte fast schon sagen, dass sie selbst ein Kunstwerk sind.
Das komplette Zimmer ist voll mit Dingen aus der modernen Zeit, wie z.B. einem Fernseher und einem Tonband. Eines der Bilder an der Wand ist Teil eines Comics, welches die Liebe der Engländer für diese wiederspiegelt. Das Wohnzimmer besitzt außerdem keine richtige Decke, denn anstatt einer Wand mit Papeete ist die Erde zu sehen, von der aus man in das Zimmer blicken kann. Dies kann Hamiltons zynische Art sein, die moderne Zeit zu kritisieren, in welcher jeder Mensch dauernd unter Beobachtung steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Definition des Begriffs Pop Art und Einordnung der Entstehungsgeschichte in den gesellschaftlichen Kontext der 1950er Jahre.
2. Pop Art in Großbritannien: Beleuchtung der britischen Wurzeln der Pop Art, der Rolle der Independent Group und der Bedeutung von Massenmedien.
3. Pop Art in Amerika: Untersuchung der amerikanischen Entwicklung, der Industrialisierung der Kunst sowie der zentralen Akteure wie Warhol und Lichtenstein.
4. Unterschiede der Pop Art: Differenzierung der regionalen Ausprägungen der Pop Art in Europa und Amerika unter Berücksichtigung kultureller Gegebenheiten.
5. Abstrakter Expressionismus: Abgrenzung der Pop Art von der vorangegangenen, dominanten Kunstrichtung des Abstrakten Expressionismus.
6. Schlussfolgerung: Synthese der Erkenntnisse zur kulturellen Dynamik der Pop Art und ihrer anhaltenden Bedeutung als gesellschaftskritische Kunstform.
Schlüsselwörter
Pop Art, Großbritannien, Amerika, Konsumgesellschaft, Massenmedien, Eduardo Paolozzi, Richard Hamilton, Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Independent Group, Abstrakter Expressionismus, Alltagsgegenstände, Industrialisierung, Kulturkritik, Nachkriegskunst.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Entstehung der Pop Art in Großbritannien und den USA und untersucht deren künstlerische sowie gesellschaftliche Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Einflüsse von Massenmedien, die Konsumkritik, die Rolle von Werbeästhetik und die Abkehr vom Abstrakten Expressionismus.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die Unterschiede in der Entstehung und Ausprägung der Pop Art in verschiedenen Nationen herauszuarbeiten und die Bedeutung der wichtigsten Akteure zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und vergleichende Analyse auf Basis von Fachliteratur und kunsthistorischen Quellen durchgeführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Pop Art in Großbritannien, der amerikanischen Pop Art, regionaler Unterschiede sowie der Abgrenzung zum Abstrakten Expressionismus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Pop Art, Konsumgesellschaft, Massenmedien, Andy Warhol, Richard Hamilton, Roy Lichtenstein und Independent Group sind zentrale Begriffe.
Wie unterscheidet sich die britische von der amerikanischen Pop Art laut Autorin?
Die britische Pop Art gilt als ein eher „künstlerischer Versuch“ mit Fokus auf persönliche Erfahrungen, während die amerikanische Pop Art schneller und stärker durch die Industrialisierung geprägt war.
Welche Rolle spielte die „The Factory“ für Andy Warhol?
Sie diente nicht nur als Atelier für die maschinelle Produktion seiner Werke, sondern auch als wichtiger Treffpunkt für unterschiedliche Subkulturen und später als Drehort für seine Filme.
- Arbeit zitieren
- Nina Jennifer Schlang (Autor:in), 2017, Pop Art. Entwicklung in Großbritannien und Amerika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381220