Diese Hausarbeit thematisiert Smart Home als Geschäftsmodell für Energieversorger.
Regionale Energieversorger sind mittlerweile einem hohen Wettbewerbsdruck ausgesetzt. Nach der Liberalisierung der Stromversorgung im Jahr 1998 und der Gasversorgung im Jahr 20071 sind verschiedene neue Wettbewerber im Energiemarkt aufgetreten. Durch bundesweite Werbung mit günstigeren Preisen und mit sogenanntem Wechselbonus locken neue Energieanbieter die früheren Kunden der regionalen Energieversorger an. Regionale Energieversorger verlieren tendenziell Kunden an überregionale Versorger. Die Wechselbereitschaft der Kunden steigt.
Eine wichtige Aufgabe der regionalen Energieversorger ist es, neue Geschäftsfelder zu etablieren. Für regionale Energieversorger gibt es verschiedene Möglichkeiten, durch nahe Geschäftsfelder und Synergieeffekte seine bisherigen Kunden weiterhin zu binden bzw. neue Kunden zu erreichen. In dieser Hausarbeit wird auf das Geschäftsfeld Smart Home eingegangen. Es wird beschrieben, wie regionale Energieversorger durch das Produkt Smart Home ein neues Geschäftsfeld aufbauen können. Dabei werden auch die Synergieeffekte im Vertrieb aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Smart Home?
2.1 Wie kann ein regionaler Energieversorger Smart Home Produkte anbieten?
2.2 Situation des Smart Home Marktes
2.3 Smart Home als neues Geschäftsfeld für regionale Energieversorger
2.4 Synergieeffekte von Smart Home und Strom- und Gasvertrieb
2.5 Geschäftsmodell von Smart Home bei einem regionalen Energieversorger
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie regionale Energieversorger dem steigenden Wettbewerbsdruck und dem damit verbundenen Kundenverlust durch die Erschließung des neuen Geschäftsfeldes Smart Home entgegenwirken können. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch Produktbündelungen und die Nutzung bestehender Vertriebsstrukturen Synergieeffekte erzielt und langfristige Kundenbindungen gestärkt werden können.
- Marktsituation und Wettbewerbsdruck für regionale Energieversorger
- Definition und technologische Grundlagen von Smart Home
- Etablierung von Smart Home als komplementäres Geschäftsmodell
- Nutzung von Synergieeffekten in bestehenden Vertriebskanälen
- Strategische Positionierung durch Innovation und Kundenbindung
Auszug aus dem Buch
2.1 Wie kann ein regionaler Energieversorger Smart Home Produkte anbieten?
Smart Home Endgeräte sind z. B. Thermostate, Lichtsysteme, Lüftungssysteme und verschiedene weitere Steuerungs- oder Kontrollsysteme, auf die per App am Smartphone oder an einem anderen internetfähigen Gerät zugegriffen und ferngesteuert werden kann. Es gibt verschiedene Hersteller von diesen Produkten. Ein regionaler Energieversorger kann diese Produkte von diesen Herstellern beziehen und zu einem Produkt bündeln.
In einem Produktbündel ist ein Steuerungsmodul notwendig, mit dem alle anderen Smart Home Endgeräte verbunden werden. Auf das Steuerungsmodul kann der Endnutzer dann per App zugreifen und dadurch seine Smart Home Endgeräte fernsteuern. Der Energieversorger kann den Kunden verschiedene Produktbündel anbieten. Ein Beispiel wäre: ein Steuerungsmodul, drei Mal intelligente Thermostate, mit denen man per App die Temperatur in einem Raum regeln kann, drei Mal intelligente LED-Leuchten, die man per App an- und ausmachen oder deren Leuchtstärke regeln kann, drei Mal intelligente Steckdosen, die man per App ein- und ausschalten kann, um z. B. durch Vermeidung von Stand-By bei Haushaltsgeräten Strom zu sparen. Dieses Produktbündel kann der Energieversorger den Endkunden für z. B. 29,90 Euro pro Monat vermieten. Des Weiteren kann der Energieversorger vorab eine kostenpflichtige Beratung vor Ort beim Kunden anbieten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den steigenden Wettbewerbsdruck auf regionale Energieversorger infolge der Marktliberalisierung und motiviert die Notwendigkeit zur Erschließung neuer Geschäftsfelder.
2. Was ist Smart Home?: Dieses Kapitel definiert Smart Home als vernetztes Zuhause und skizziert die Möglichkeiten für regionale Energieversorger, Endgeräte wie Thermostate oder Lichtsysteme als Produktbündel anzubieten.
2.1 Wie kann ein regionaler Energieversorger Smart Home Produkte anbieten?: Es wird erläutert, wie Versorger durch das Bündeln von Hardwarekomponenten und Steuerungsmodulen marktfähige Mietmodelle für Kunden schaffen können.
2.2 Situation des Smart Home Marktes: Das Kapitel liefert eine Marktanalyse, die das stetige Umsatzwachstum im Bereich Smart Home bis zum Jahr 2021 belegt.
2.3 Smart Home als neues Geschäftsfeld für regionale Energieversorger: Hier wird dargelegt, dass eine organisierte Umsetzung des Smart Home Geschäftsmodells den Kundenverlust an überregionale Anbieter kompensieren kann.
2.4 Synergieeffekte von Smart Home und Strom- und Gasvertrieb: Es wird analysiert, wie bestehende Vertriebskanäle wie Kundenzentren, Mailing-Aktionen und Webpräsenzen genutzt werden können, um Synergieeffekte zu heben.
2.5 Geschäftsmodell von Smart Home bei einem regionalen Energieversorger: Dieses Kapitel fasst das Geschäftsmodell mittels einer strukturierten Übersicht (in Anlehnung an Osterwalder/Pigneur) zusammen und benennt die Aufgaben für einen Projektleiter.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass regionale Energieversorger ihre Finanzkraft und Strukturen nutzen sollten, um durch kreative Geschäftsmodelle wie Smart Home ihre Marktposition zu sichern.
Schlüsselwörter
Regionale Energieversorger, Smart Home, Wettbewerbsdruck, Kundenbindung, Geschäftsmodell, Synergieeffekte, Energieeffizienz, Produktbündelung, Vertriebskanäle, Marktliberalisierung, Haushaltsautomatisierung, Innovationsstrategie, Umsatzgenerierung, Kundennähe, Smart Metering.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategische Neuausrichtung regionaler Energieversorger durch die Einführung von Smart Home Produkten, um im verschärften Wettbewerb bestehen zu können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Marktsituation, der Definition von Smart Home Technologien und der praktischen Implementierung als ergänzendes Geschäftsmodell für Energieversorger.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Energieversorger ihre bestehende Marktposition und Vertriebswege nutzen können, um Smart Home Lösungen erfolgreich als neue Einnahmequelle zu etablieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Analyse auf Basis von Marktdaten sowie ein unternehmensstrategischer Ansatz zur Modellierung des Geschäftsmodells gewählt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Marktsituationsanalyse, die technische Definition von Smart Home, die Identifikation von Synergieeffekten im Vertrieb sowie die strukturelle Planung des neuen Geschäftsfeldes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind regionale Energieversorger, Smart Home, Wettbewerbsdruck, Kundenbindung, Geschäftsmodell und Synergieeffekte.
Warum ist gerade das Kundenzentrum als Vertriebskanal für Smart Home Produkte so wichtig?
Da Smart Home Systeme erklärungsbedürftig sind, ermöglicht das Kundenzentrum eine physische Demonstration, bei der Berater Interessenten die Vorteile direkt an Anwendungsbeispielen erläutern können.
Welche Rolle spielt die Person des Projektleiters bei der Umsetzung?
Der Projektleiter fungiert als zentrale Schnittstelle zwischen Einkauf, Vertrieb und Geschäftsführung, um die technische Beschaffung und die interne Schulung der Mitarbeiter zu koordinieren.
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- Ali Tunbek (Autor), 2017, Smart Home als Geschäftsmodell für regionale Energieversorger, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381229