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Argumentation und Schriftauslegung Luthers in "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“

Title: Argumentation und Schriftauslegung Luthers in "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“

Term Paper , 2012 , 11 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Valerie Schmidt (Author)

Theology - Biblical Theology
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Diese Arbeit handelt von Luthers Schrift „De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium (Vorspiel von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche)“, die eine Kritik an der Sakramentenlehre der Papstkirche und sein reformatorischer Gegenentwurf darstellt.

Als sogenannte Hauptschriften von 1520 werden bezeichnet: „An den christlichen Adel deutscher Nation von des christlichen Standes Besserung“, die im August erschien, „De captivitate“ (Oktober) sowie „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (November), wobei letztere als populärste und wirkmächtigste gilt. „De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“ wurde für die lateinische Fachwelt verfasst. „Der beißend-ironische Titel ist als Anspielung auf den von Luther erwarteten Widerruf zu verstehen und bedeutet inhaltlich eine Konfrontation mit den Altgläubigen und ihrem mittelalterlichen Sakramentsverständnis.“ In seiner Schrift bezeichnet Luther das Sakramentsverständnis der Papstkirche als babylonische Gefangenschaft. Er bestreitet die Siebenzahl der traditionellen kirchlichen Sakramente, welche sind Taufe, Abendmahl, Buße, Firmung, Ehe, Priesterweihe und letzte Ölung. Durch die Auslegung der Heiligen Schrift versucht Luther zu beweisen, dass nur Taufe, Abendmahl und Buße biblisch begründbar sind. Gegen Ende seines Aufsatzes erwägt er, „ob die Buße tatsächlich zu den Sakramenten gehört, da ihr, anders als bei Taufe und Abendmahl, der Zeichencharakter fehlt.“ Laut Reinhard Schwarz liest sich Luthers Neubegründung der Sakramente in „De captivitate“ so, dass nur Taufe und Abendmahl als Sakramente gelten.

Als „De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“ im Oktober 1520 erschien, war Luthers Konflikt mit der Papstkirche bereits in vollem Gange. Für seine 95 Thesen über die Kraft der Ablässe aus dem Jahr 1517 hatte sie ihm den Prozess gemacht. Weil er den Widerruf verweigerte, wurde am 15. Juni 1520 die Bannandrohungsbulle „Exsurge Domine“ angefertigt, die 41 Sätze Luthers verwarf und seine Schriften zu verbrennen befahl. Luther reagierte darauf mit einer Gegenaktion.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

3. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Martin Luthers reformatorische Schrift "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium" von 1520 mit einem spezifischen Fokus auf sein Verständnis des Abendmahls. Das primäre Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie Luther auf Basis intensiver Schriftauslegung das traditionelle, von ihm als "babylonische Gefangenschaft" bezeichnete Sakramentsverständnis der Papstkirche widerlegt und eine biblisch begründete Neuausrichtung fordert.

  • Historischer Kontext der reformatorischen Hauptschriften von 1520
  • Luthers exegetische Auseinandersetzung mit zentralen Bibelstellen zum Abendmahl
  • Kritik an der Verweigerung des Kelches für Laien in der mittelalterlichen Kirche
  • Die biblische Argumentation für das Abendmahl in beiderlei Gestalt
  • Reflektion über die Rolle von Schriftauslegung und subjektiver Glaubenserfahrung

Auszug aus dem Buch

2. Hauptteil

Luthers neues Sakramentsverständnis, das er in „De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“ darlegt, ist das Ergebnis seines intensiven Bibelstudiums. Am Beispiel des Abendmahls möchte ich nachvollziehen, wie Luther die dazugehörigen Bibelstellen versteht, wie er anhand der Schrift argumentiert und wie er mit ihren Worten seine Sache belegt. Für seine Neubegründung der Sakramente zieht Luther die vier Texte des Neuen Testaments, die Jesu letztes Mahl behandeln, zu Rate: Matthäus 26,26-29, Markus 14,22-25, Lukas 22,15-20 sowie den Paulusbrief 1. Korinther 11,23-26. Johannes 6 legt er aus, weil der Text seiner Meinung nach immer wieder fälschlicherweise auf das Abendmahl bezogen wird.

Zunächst stellt Luther fest, dass in Joh 6 „mit keiner Silbe vom Sakrament die Rede ist“11. Dabei heißt es dort: „Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.“ (Joh 6,54) Doch bei Joh 6 handelt es sich nicht um eine Abendmahlszene. Laut Luther zeigen „der Duktus der Rede und der Zusammenhang der Sätze klar […], dass Christus hier […] vom Glauben an das fleischgewordene Wort spricht.“12 Der Sinn der Rede Jesu liegt laut Luther also vielmehr darin, deutlich zu machen, dass nicht Brot und Wasser die wichtigsten Bedürfnisse des Menschen stillen, sondern nur der Glaube vermag, ihn nicht mehr hungern und dürsten zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet Luthers Schrift „De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“ im Jahr 1520 und führt in seine fundamentale Kritik am mittelalterlichen Sakramentsverständnis der Papstkirche ein.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert Luthers exegetische Arbeit mit verschiedenen biblischen Quellen, um das Abendmahl als ein Sakrament zu begründen, das in beiderlei Gestalt auch Laien zusteht.

3. Fazit: Das Fazit resümiert Luthers theologische Vorgehensweise, bei der die Bibel als einzige Autorität dient, um die Sakramente aus ihrer „babylonischen Gefangenschaft“ zu befreien und eine neue, christuszentrierte Form zu etablieren.

Schlüsselwörter

Martin Luther, De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium, Reformation, Sakramentsverständnis, Abendmahl, Schriftauslegung, Bibel, Papstkirche, babylonische Gefangenschaft, Kelch, Laienkommunion, Glaube, Theologie, 1520, Exegese

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt Martin Luthers reformatorische Streitschrift "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium" und seine fundamentalen Thesen zur Sakramententheologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind das Abendmahlsverständnis bei Luther, die biblische Legitimation der Sakramente und die Kritik an der kirchlichen Praxis des Spätmittelalters.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Luthers Argumentationsweise und die Art und Weise, wie er durch gezielte Schriftauslegung das kirchliche Sakramentsverständnis widerlegt, wissenschaftlich nachzuvollziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-theologische Analyse, wobei insbesondere Luthers Bezugnahme auf neutestamentliche Texte im Vordergrund steht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf Luthers Exegese von Abendmahlsstellen aus den Evangelien und Paulusbriefen sowie auf seine vehemente Verteidigung des Kelchkommunion für alle Gläubigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Reformation, Sakrament, Schriftauslegung, babylonische Gefangenschaft, Abendmahl und biblische Autorität.

Warum bezeichnet Luther das kirchliche Sakramentsverständnis als "babylonische Gefangenschaft"?

Luther kritisiert damit die Einschränkung der Sakramente durch die Papstkirche, insbesondere die Verweigerung des Kelches für Laien, als eine illegitime Gefangennahme der biblischen Wahrheit.

Wie argumentiert Luther gegen die römisch-katholische Praxis der Abendmahlsfeier?

Luther stützt sich ausschließlich auf den Wortlaut der Bibel. Er argumentiert, dass Jesus das Abendmahl in beiderlei Gestalt eingesetzt hat und menschliche Traditionen dieses göttliche Vorbild nicht aufheben dürfen.

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Details

Title
Argumentation und Schriftauslegung Luthers in "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“
College
University of Kassel
Grade
1,7
Author
Valerie Schmidt (Author)
Publication Year
2012
Pages
11
Catalog Number
V381294
ISBN (eBook)
9783668578333
ISBN (Book)
9783668578340
Language
German
Tags
Reformation reformatorische Hauptschriften Luthers Sakramentsverständnis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Valerie Schmidt (Author), 2012, Argumentation und Schriftauslegung Luthers in "De captivitate Babylonica ecclesiae praeludium“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381294
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